Treibt die Maulbeerschildlaus in Ihrem Garten ihr Unwesen, ist schnelles Handeln wichtig. Ich erkläre Ihnen hier, wie Sie den Schädling wieder loswerden.

Die aus Asien stammende Maulbeerschildlaus treibt schon seit einigen Jahrzehnten ihr Unwesen in Deutschland. Zwar handelt es sich hierbei nur um winzige und eher unscheinbare Tierchen, den Schaden, den sie anrichten können, ist jedoch immens. Die Pflanzen wachsen bei einem Befall nicht nur schlechter, bei einem starken Befall sterben sie sogar ab. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Sie Ihre Pflanzen im Auge behalten und bei einem Befall schnell handeln. Ich erkläre Ihnen nachfolgend, woran Sie einen Befall erkennen und wie Sie die Maulbeerschildlaus erfolgreich bekämpfen können.

Wie sieht eine Maulbeerschildlaus aus?

Die Maulbeerschildlaus (Pseudaulacaspis pentagona), manchmal auch als Mandelschildlaus bezeichnet, gehört zur Familie der Deckelschildläuse (Diaspididae) und ist ein kleines, aber schädliches Insekt. Dabei gilt es zu beachten, dass Männchen und Weibchen nicht gleich aussehen und sich deutlich voneinander unterscheiden. Vor allem in den folgenden Punkten:

Weibliche Maulbeerschildläuse:

Weibliche Maulbeerschildläuse sind prinzipiell größer als die männlichen. Sie erreichen eine Größe von etwa 2 bis 3 mm in der Länge. Ihre Körper sind flach und oval geformt sowie mit einer beigen bis gelb-braunen Färbung. Das auffälligste Merkmal der Weibchen sind ihr wachsartiger Überzug, der ihnen ein schildähnliches Aussehen verleiht und dabei hilft, sich vor Fressfeinden und Umwelteinflüssen zu schützen. Das Besondere: Weibliche Maulbeerschildläuse verbringen ihr Leben festgesaugt an der Pflanze, ohne sich zu bewegen. Selbst, wenn sie gestorben sind, bleiben die Schildchen an der Pflanze zurück.

Maulbeerschildläuse leben pro Jahr in 2. Generationen. Ende April bis Anfang Mai legen befruchtete Maulbeerschildläuse nämlich circa 100 bis 150 Eier ab. Nach lediglich zwei Wochen schlüpfen dann schon die ersten Larven.

Männliche Maulbeerschildläuse:

Männliche Maulbeerschildläuse besitzen ein weißes, ovales Schildchen, das mit einer Art Wachs überzogen ist. Ihre Größe ist deutlich geringer, oft nur halb so groß wie die der weiblichen Läuse. Männliche Schildläuse durchlaufen zudem eine Metamorphose, in deren Endstadium sie Flügel entwickeln. Dies ermöglicht es den männlichen Exemplaren, sich fortzubewegen und Partnerinnen für die Paarung zu suchen. Nach der Befruchtung sterben sie jedoch schon ab. Auf diese Weise entsteht an den befallenen Pflanzen eine typische krustenartige Struktur.

Welche Pflanzen befallen Maulbeerschildläuse?

Diese Schädlinge sind nicht wählerisch bezüglich ihrer Wirte und können eine Vielzahl von Pflanzen befallen, darunter circa 120 Wirtspflanzen wie sowohl Obstkulturen als auch Zier- und Wildpflanzen. Besonders beliebt sind bei diesen Tierchen unter anderem:

• Johannisbeeren
• Himbeeren
• Brombeeren
• Pfirsiche
• Kirschen
• Birne
• Maulbeere
• Kiwi

• Ahorn
• Eiche
• (Eber-)Esche
• Linde
• Hasel
• Schnurbaum
• Robinie
• Walnuss

• Flieder
• Oleander
• Spindelstrauch
• Hartriegel
• Zwergmispel
• Kirschlorbeer
Pfeifenstrauch
Trompetenbaum

Woran erkennt man einen Befall?

Die Maulbeerschildlaus befällt die oben genannten Pflanzen, saugt deren Saft aus und entzieht ihnen somit lebenswichtige Nährstoffe. Ein Befall ist dabei oftmals an einer Art weißlichen Belag zu erkennen, der entsteht, weil sich die Tiere in Massen an den befallenen Pflanzenteilen aufhalten. Ein Befall macht sich aber auch durch schwaches Pflanzenwachstum und vergilbte Blätter bemerkbar. Denn durch das Aussaugen der Pflanzensäfte schwächen Maulbeerschildläuse die Pflanzen, was zu Wachstumsstörungen, Blattfall und im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanzen führen kann.

Wie kann man Maulbeerschildläuse bekämpfen?

Maulbeerschildlaus bekämpfen
Spritzen Sie befallene Äste mit Wasser ab – © The Big L / stock.adobe.com

Die Bekämpfung der Maulbeerschildlaus ist ziemlich schwierig. Das liegt unter anderem daran, weil die Maulbeerschildlaus in 2. Generationen lebt und die Weibchen generell sehr robust sind. Sogar so robust, dass ihr Schädlingsbekämpfungsmittel nichts anhaben können. Das macht das Ganze natürlich ziemlich knifflig. Da ein Befall in Gärten meist jedoch nicht allzu schlimm ist, müssen gar nicht immer Insektizide her. Maulbeerschildläuse können Sie auch folgendermaßen bekämpfen:

Kontrolle vor dem Kauf:

Bevor Sie Pflanzen kaufen und in Ihrem Garten einsetzen, sollten Sie sich diese genau anschauen. Sind daran kleine Tierchen, feine Fäden, Verfärbungen oder Ähnliches zu finden? Dann sollten Sie die entsprechende Pflanze nicht kaufen. Denn so holen Sie sich schnell einige Schädlinge in den Garten, die den Weg so sonst vielleicht nicht dahin gefunden hätten.

Zusätzlich sollten Sie im Garten auch immer mal wieder einen Rundgang machen und Ihre Pflanzen regelmäßig kontrollieren.

Entfernung von einzelnen Trieben:

Einen Befall können Sie relativ einfach dank des weißlichen Belages erkennen. Sind nur einzelnen Äste bzw. Triebe befallen, dann schneiden Sie diese ab. Entsorgen Sie die Äste anschließend aber nicht über den Kompost! Ansonsten breitet sich die Maulbeerschildlaus von dort wieder aus. Die Äste daher immer über die Biotonne entsorgen.

Bürste und Wasserstrahl:

Sie können die Population um einiges verringern, indem Sie die Rinde von Bäumen und Sträuchern mit einer Bürste abbürsten. Auf diese Weise werden zumindest schon mal die Männchen entfernt.

Die Weibchen sitzen viel fester an der Rinde und lassen sich schwerer entfernen. Sie können es zum Beispiel mit einem harten Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch versuchen. Wichtig dabei ist, dass Sie die Weibchen von allen Seiten abspritzen, da sie sich so etwas leichter lösen lassen.

Nützlinge einsetzen:

Durch verschiedene Versuche konnte man mittlerweile einige Gegenspieler nachweisen, die für die Bekämpfung der Maulbeerschildlaus von großer Bedeutung sind. Unter anderem sollen die Zehrwespen der Arten Aphytis diaspidis und Encarsia berlesei einen Erfolg bei der Bekämpfung der Maulbeerschildläuse versprechen. Denn diese Arten entwickeln sich auf oder in den Maulbeerschildläusen und töten diese ab. Sie können demnach auch eine schonende Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen anstreben.

ölhaltige Insektenschutzmittel:

Wie schon erwähnt, sind vor allem die Weibchen sehr widerstandsfähig gegen Insektizide. Gegen die Larven können Sie aber etwas unternehmen. Und zwar mit ölhaltigen Insektiziden wie dem NEUDORFF – Promanal AF Schild- und Wolllausfrei. Achten Sie dabei darauf, dass Sie sowohl die 1. als auch die 2. Generation bekämpfen. Bedeutet: Sie müssen Mitte Mai bis Ende Juni und Mitte Juli bis Ende August zum Insektizid greifen.

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Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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