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Meerkohl anbauen, pflegen, ernten und verwenden

Meerkohl (Crambe), oder auch Strandkohl und Küsten-Meerkohl gennat, ist ein eher seltenes Gemüse, welches Sie aber auch in Ihrem Garten anbauen können.

Blühender Meerkohl
Sowohl Blätter als auch Stiele können verzehrt werden | © papinou / stock.adobe.com
Meerkohl (Crambe) ist eine hübsche Blüh- und Nutzpflanze, die jedoch selten geworden ist und unter Naturschutz steht. Der Meerkohl oder auch Küsten-Meerkohl (Crambe maritima) bevorzugt salzhaltige Böden in unmittelbarer Küstennähe. Als anspruchslose und pflegeleichte Pflanze, die sich sogar verzehren lässt, ist der Meerkohl auch im heimischen Garten beliebt. Bei Anbau und Ernte gibt es einiges zu beachten.

Meerkohl – Herkunft

Der wilde Meerkohl (Strandkohl) ist an den Küsten Nord- und Westeuropas heimisch. Früher gab reichlich Meerkohl an Nord- und Ostsee, der dort geerntet und als Viehfutter genutzt wurde. Auch an der Schwarzmeerküste oder entlang der Atlantikküste wurde der Seekohl nachgewiesen. Aufgrund seiner Vorliebe für Salzböden in kargen Küstenregionen wächst der Meerkohl beinahe konkurrenzlos. Dennoch sind die Bestände rapide zurückgegangen und die wild wachsenden Pflanzen dürfen an deutschen Küsten nicht mehr gesammelt werden.

Meerkohl (Crambe)
Wuchs: horstbildend, aufrechte Blütenstiele
Wuchshöhe: 30 – 75 cm
Wuchsbreite: 40 – 80 cm
Pflanzenbedarf: 3 bis 5 Stück pro m², Pflanzabstand ca. 55 cm
Standort: Sonne
Boden: trocken bis frisch, humusarm, nährstoffreich, steinreich, mineralisch
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Meerkohl im Garten – der ideal Standort

Auch wenn er salzhaltige Böden bevorzugt, gedeiht der Meerkohl nicht nur an den Küsten. Im Garten sollte ein sonniger Standort gewählt werden.

» Hinweis: Meerkohl mag keine Pflanznachbarn und bevorzugt die Alleinstellung.

Ein luftiger und möglichst freier Standort lässt den Kreuzblütler auch fernab von Nord- und Ostsee gut gedeihen.

Meerkohl – das passende Substrat auswählen

Für den Meerkohl muss ein sandiges und besonders luftiges Substrat gefunden werden. Das anspruchslose Gemüse wächst auch auf steinigem Lehmboden. Diese sollten aber regelmäßig bearbeitet und aufgelockert werden. Beim Bearbeiten des Bodens ist es von Vorteil, regelmäßig etwas Mist einzuarbeiten. Der alte Dung kann bereits im Herbst aufgebracht werden und dient dann als Winterschutz. Im Frühling wird der Mist dann in den Boden eingearbeitet.

Meerkohl pflanzen – Schritt für Schritt

Meerkohl
Meerkohl wächst auch auf steinigem Boden © Visharo / sock.adobe.com
Meerkohl kann direkt gepflanzt, aber auch ausgesät werden. Die Samen können in geschützten Lagen im März direkt in den Boden. Von Vorteil ist allerdings die Anzucht auf der Fensterbank.

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Bei der Aussaaat ist wie folgt vorzugehen:

  1. Pflanzgefäße mit Anzuchterde füllen
  2. Samen einen Tag in Wasser vorquellen lassen
  3. Samen etwa zwei Zentimeter tief in den Boden drücken
  1. Pflanzgefäß hell aber nicht vollsonnig aufstellen
  2. Samen feucht halten
  3. Keimung abwarten
Nach drei bis vier Wochen sind die Keimlinge so weit entwickelt, dass sie vereinzelt und ausgepflanzt werden können.

» Hinweis: Die Samen sollten möglichst zügig eingesetzt und nicht zu lange aufbewahrt werden. Nach einer Lagerung über den Winter ist die Keimfähigkeit deutlich herabgesetzt.

Meerkohl wird in Abständen von etwa 50 cm ausgepflanzt. Die Jungpflanzen vertragen einen sonnigen Standplatz, sollten aber regelmäßig bewässert werden.

Im heimischen Garten wird Meerkohl seinen wilden Vertretern am Meer vermutlich in Wuchshöhe und Blühfreude nachstehen, kann sich bei artgerechter Pflege jedoch durchaus zu einer stattlichen Pflanze entwickeln.

Meerkohl richtig gießen

Jungpflanzen benötigen regelmäßig Wasser. Weniger ist dabei mehr, denn Staunässe wird von den Pflanzen nicht vertragen. Nach einem Jahr sind die Wurzeln so gut angewachsen, dass sich der Küsten-Meerkohl selbst mit Wasser versorgt. Die Bewässerung kann dann reduziert und nur bei Bedarf durchgeführt werden.

Meerkohl richtig düngen

Wie bereits erwähnt, sollte bei der Aufarbeitung des Bodens Mist untergemischt werden. Dies kann jährlich im Frühling oder Herbst wiederholt werden. Wer Meerkohl regelmäßig ernten möchte, sollte den erhöhten Nährstoffbedarf der Pflanze beachten und regelmäßig mit Langzeitdünger düngen.

Die wichtigsten Pflanz- und Pflegetipps auf einen Blick

Tätigkeit Worauf kommt es an?
Standort wählen + Sonne
+ luftig
+ Alleinstellung
Boden vorbereiten + sandig
+ locker
+ tiefgründig
Meerkohl pflanzen + Pflanzabstand 30 Zentimeter
+ Samen im Zimmer vorziehen
+ sonniger Standort
Meerkohl gießen + nach der Pflanzung häufiger gießen
+ im ersten Standjahr regelmäßig gießen
+ Staunässe vermeiden
+ erwachsene Pflanzen nur sporadisch
und nach längerer Trockenheit bewässern
Meerkohl düngen + alten Dung in den Boden einarbeiten
+ organischen Langzeitdünger verwenden

Verschiedene Meerkohl Sorten

Die Gattung Crambe umfasst knapp 40 verschiedene Arten. In Europa sind 10 Vertreter heimisch. Als Nutzpflanze eignen sich nur der in Europa heimische Echte Meerkohl – Küsten-Mehrkohl (Crambe maritima) – und der aus Afrika stammende Hispanische Meerkohl (Crambe hispanica).

Züchtungen des Echten Meerkohls sind bislang eine Seltenheit. In Frankreich, Nordamerika, Großbritannien und den Niederlanden wurden aber schon entsprechende Versuche unternommen.

Daraus gingen folgende Züchtungen hervor:

  • Ivory White
  • Lily White
  • Ordinary Pink-Tipped

Unterschiede bei Ernte und Verwendung bestehen hier nicht. Es gibt lediglich Unterschiede bei der Laubfarbe und damit dem Zierwert der einzelnen Züchtungen.

Meerkohl vermehren

Die Vermehrung durch Samen wurde bereits beschrieben, ist jedoch nicht wirklich zuverlässig, da ältere Samen oft nicht mehr keimen.

Einfacher durchzuführen ist die Vermehrung durch Wurzelstecklinge. Die Voraussetzung hierfür ist, dass Sie bereits eine Pflanze besitzen, oder jemand kennen, der Ihnen ein Wurzelstück überlässt.

Die Wurzelabschnitte können im Herbst abgetrennt werden. Dabei sollte die Länge etwa 10 cm betragen. Über den Winter werden die Wurzelteile in den Keller gebracht und in feuchtem Sand gelagert. Innerhalb einiger Wochen beginnen die Abschnitte Wurzeln zu bilden. Im Frühjahr können die bewurzelten Teilstücke dann ins Freiland gepflanzt werden.

Krankheiten und Schädlinge am Meerkohl erkennen

Meerkohl wird kaum von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Die Blätter sind jedoch ein gefundenes Fressen für Schnecken. Stehen die Pflanzen zu dicht oder wird falsch bewässert, fault der Meerkohl schnell.

Meerkohl bleichen und ernten

Optisch betrachtet ist Meerkohl eine Pflanze mit sehr festen und derben Blättern. Wer den Meerkohl ernten und verzehren möchte, muss sich mit einem kleinen Trick behelfen. Wird der Pflanze Licht entzogen, können junge und zarte Triebe geerntet werden.

Mit dem Bleichen kann der Hobbygärtner nach dem zweiten Standjahr beginnen. Es können Blumentöpfe oder kleine Eimer verwendet werden.

» Tipp: Bei Blumentöpfen muss das Bodenloch verstopft werden, damit kein Licht an die Pflanze gelangt.

Bereits im Spätwinter können die Gefäße über die Pflanzen gestülpt werden. Ohne Licht wachsen die Stiele verstärkt. Die Blätter dagegen erscheinen klein und zart. Die Stiele werden über der Basis und ohne Verletzung der Knospen geschnitten. Im Abstand von vier bis fünf Wochen kann zweimal geschnitten werden. Anschließend wird die Abdeckung entfernt und die Pflanzen wachsen wie gewohnt weiter.

Meerkohl zubereiten

Die Triebe erinnern nicht nur optisch an Spargel, sie können auch ähnlich zubereitet werden. Aber auch die Blätter sind zum Verzeht geeignet. Sie werden gedünstet und lassen sich als Beilage zu Fisch oder Fleisch servieren.

» Hinweis: Meerkohl ist nach der Ernte nicht lange haltbar. Die Lagerung im Kühlschrank ist maximal drei Tage möglich.

Meerkohl überwintern

Im Herbst sterben die Blätter des Meerkohls ab und werden entfernt. Die Pflanze selbst ist winterhart. Eine Abdeckung mit Laub kann vor strengen Frösten schützen.

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