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Oleander umtopfen – Tipps und Anleitung

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Große Pflanzen, wie der Oleander, lassen sich nur schwer umtopfen. Mit unseren kleinen Tricks und der genauen Anleitung gelingt es auch Ihnen.

Oleander umtopfen
© Horváth Botond – Fotolia.com

Das regelmäßige Umtopfen von Pflanzen sollte nicht vernachlässigt werden, denn nur dann ist sichergestellt, dass sich die Pflanzen gut entwickeln und mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt sind. Der Oleander bildet dabei keine Ausnahme, im Gegenteil, das Umtopfen besitzt schon allein deshalb Priorität, weil es sich beim Rosenlorbeer um einen Starkzehrer handelt. Dabei handelt es sich um Pflanzen, welche dem Boden schnell größere Mengen an Nährstoffen entziehen. Das Substrat im Kübel kann also schnell aufgebraucht sein. Ist der Nährstoffvorrat erschöpft, sollte das Substrat baldmöglichst ausgetauscht werden.

Junge Oleander-Pflanzen entwickeln sich recht schnell und benötigen zeitnah größere Pflanzkübel, damit sich die Wurzeln ausdehnen können.

Wann sollte Oleander umgetopft werden?

Umtopfen bedeutet für jede Pflanze unweigerlich Stress. Umtopfen während der Wachstums- und Blütezeit ist nicht ratsam. Die Pflanze könnte sich massiv gestört fühlen und Blüten und Blätter als Stressreaktion abwerfen. Der beste Zeitpunkt, den Oleander umzutopfen, ist das Ende der Winterruhe. Die Pflanze sollte bereits in das neue Pflanzgefäß umgesetzt werden, wenn sie auszutreiben beginnt.

Tipp: Junge Pflanzen sollten jährlich umgetopft werden. Das starke Wachstum führt ansonsten nicht selten zu einer Sprengung des zu eng gewordenen Pflanzgefäßes. Ältere Pflanzen müssen nur alle fünf bis zehn Jahre umgetopft werden.

Oleander umtopfen – die Vorbereitung

Ragen die Wurzelenden bereits aus dem Boden des Pflanzgefäßes, ist es an der Zeit, für einen größeren Pflanztopf. Bei der Entfernung des Oleander aus seinem alten Pflanzgefäß ist Vorsicht geboten, damit die feinen Wurzeln nicht abreißen. Damit auch die Triebe nicht beschädigt werden, ist die Pflanze möglichst weit unten anzufassen. Besteht der Wurzelballen aus einem besonders dichten Geflecht, deutet dies auf Platzmangel im alten Topf hin und die Pflanze benötigt dringend ein größeres Pflanzgefäß. Ein zu dichtes Geflecht an Wurzeln kann etwas aufgerissen werden. Dies erleichtert den Wurzeln die Ausbreitung im neuen Pflanzgefäß. Bevor die Pflanze in das neue Substrat gesetzt wird, ist die alte Erde weitgehend von den Wurzeln zu entfernen. Dies macht die Pflanze aufnahmefähiger für das neue Substrat.

Tipps und Tricks für die Pflanzvorbereitung

  • Pflanze gut angießen, dann lässt sie sich leichter aus dem Topf lösen.
  • Größere Pflanzen vor dem Umpflanzen locker zusammenbinden.
  • Im Topf verwachsene Pflanzen mit einem alten Messer von Rand lösen.

Achtung: Alle Pflanzenteile des Oleanders sind giftig. Beim Umpflanzen daher unbedingt Handschuhe tragen!

Oleander umpflanzen – Schritt für Schritt

  1. Wurzel kontrollieren.
  2. kranke oder vertrocknete Wurzelstränge entfernen
  3. Bei älteren Pflanzen können Wurzeln in Form geschnitten werden.
  4. Verbrauchtes Substrat möglichst komplett entfernen.
  5. Pflanze dazu kräftig schütteln oder mit Wasserstrahl behandeln.
  6. Pflanzgefäß auswählen.
  7. Tonscherben als Drainage über den Abfluss des Pflanztopfes legen.
  8. Frisches Substrat in das Pflanzgefäß füllen.
  9. Pflanze im Topf positionieren.
  10. Neue Erde einfüllen.
  11. Erde andrücken.
  12. Oleander gut angießen.

Wie sollte das passende Pflanzgefäß beschaffen sein?

Oleander sind Flachwurzler. Die Pflanze möchte sich in ihrem neuen Pflanzgefäß ausbreiten. Der neue Pflanzkübel sollte also nicht zu klein gewählt werden. Der Topf muss nicht übermäßig tief sein. Mehr Augenmerk ist auf die Breite zu legen. Um den Wurzelballen sollten etwa zehn bis zwölf Zentimeter Raum bleiben.

Tipp: Bei zu groß gewählten Pflanzgefäßen, konzentriert sich die Pflanze vorwiegend auf deren Durchwurzelung und zeigt sich im Gegenzug häufig blühfaul.

Das passende Substrat für den Oleander wählen

Auf das Substrat ist beim Umtopfen besonderer Wert zu legen. Handelsübliche, preiswerte Blumenerde wird dem hohen Nährstoffbedarf der Pflanzen meist nicht gerecht. Kräftige und blühfreudige Pflanzen sind das Ergebnis des passenden Substrats. Verwenden Sie daher Einheitserde, welche möglichst einen geringen Torfgehalt besitzt. Torf wird zwar häufig eingesetzt, um die Durchlüftung des Bodens zu verbessern, gleichzeitig verschlechtert sich jedoch die Qualität des Substrats. Torf ist nährstoffarm und kann zu einer Übersäuerung des Bodens führen.

Das ideale Substrat lässt sich leicht selbst mischen:

  • Lavagranulat
  • Vitalkalk
Verwenden Sie dabei fünf Teile Einheitserde, drei Teile Gartenerde und jeweils einen Teil anorganische Stoffe, wie Sand oder Lavagranulat und einen Teil Vitalkalk. Um dem hohen Nährstoffbedarf zu entsprechen, kann dem Substrat Langzeitdünger zugegeben werden. Für den Oleander bewährt haben sich dabei Produkte mit einer NPK-Formulierung 15+12+8. Je Liter Substrat sollten etwa vier Gramm Dünger untergemischt werden.

Rückschnitt nicht vergessen

Wird der Oleander umgetopft, ist zeitgleich der Termin für einen Rückschnitt gekommen. Im Herbst sollten die Pflanzen nicht beschnitten werden. Dies würde den Austrieb beschleunigen und gleichzeitig die Überwinterung gefährden. Wird nach dem Umtopfen zur Schere gegriffen, sollten zunächst alle alten und vertrockneten Zweige entfernt werden. Zu lang gewordene Äste werden nicht weiter als bis zur nächsten Knospe gekürzt. Die Krone erfährt eine umfassende Auslichtung.

Ausgewachsene Pflanzen umtopfen

Auch bei ausgewachsenen Pflanzen sollte das Umtopfen nicht vernachlässigt werden. Dies geschieht dann nicht mehr in Bezug auf den Umzug in ein größeres Pflanzgefäß, sondern im Hinblick auf den Bodenaustausch. Ältere Pflanzen dürfen auch an den Wurzeln beschnitten werden, bevor sie wieder in das gewohnte Pflanzgefäß gesetzt werden und neue Erde aufgefüllt wird.

Maßnahmen zum Umtopfen größerer und unhandlich gewordener Pflanzen:

MaßnahmeErläuterung
Oleander aus dem Pflanzgefäß lösenWurde längere Zeit nicht umgepflanzt, kann es passieren, dass sich die Pflanze nicht einfach aus dem Pflanzgefäß lösen lässt. Besonders bei Tongefäßen scheinen die Wurzeln mit dem Kübel beinahe verwachsen zu sein. Wird mit einem Messer zwischen Wurzelballen und Topfrand gefahren, lässt sich die Pflanze leicht lösen.
Pflanze vorbereitenWerden die Oleanderbüsche vor dem geplanten Umpflanzen nochmals gewässert, erleichtert dies das Vorhaben, denn der feuchte Wurzelballen löst sich viel besser aus dem Pflanzgefäß als eine trockene Pflanze.
Pflanze sichernGroße Pflanzen lassen sich nur schwer handhaben. Damit während des Umpflanzens nicht zu viele Triebe beschädigt werden oder abbrechen, sollten die Triebe locker mit einer Schnur oder mit Gurten fixiert werden. Ist die Pflanze auf diese Weise fixiert, ist sie widerstandsfähiger und wird während des Umtopfens weniger beschädigt.
Pflanze aus dem Gefäß hebenDer Oleander kann beachtliche Größen erreichen. Steht das Umtopfen an, kann es hilfreich sein, sich eine zweite Person zu organisieren. Während eine Person das Pflanzgefäß festhält, können Sie die Pflanze aus dem Gefäß ziehen. Wird der Pflanztopf gekippt, arbeiten Sie rückenschonender.

Foto1: © Horváth Botond - Fotolia.com

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