Pflanzen Kletterpflanzen

Pfeifenblume – Pflegefehler vermeiden und Schädlinge bekämpfen

311 views
0

Die Pfeifenblume ist eine tropische Kletterpflanze, die einige Ansprüche an die Pflege hat. Bei richtiger Pflege bietet sie jedoch einen sehr guten Sichtschutz.

Pfeifenblumen - Schädlinge und Pflegefehler
© irena iris szewczyk – Fotolia.com

Die Pfeifenblume (Aristolochia) gilt als robust und widerstandsfähig, dennoch bleibt Schädlingsbefall nicht aus und auch Pflegefehler können dazu führen, dass die Gespensterblume nicht wie gewünscht üppig wächst und reich blüht. Erfahren Sie nun, welche Schädlinge der Dschungelpflanze gefährlich werden können und was Hobbygärtner dafür tun können, Krankheiten zu vermeiden.

Welche Pflegefehler können auftreten?

Wenn die Pfeifenblume im Herbst ihre Blätter abwirft, braucht sich der Hobbygärtner keine Sorgen zu machen. Der Blattfall zu dieser Jahreszeit ist vollkommen normal. Im nächsten Frühling wird die Pflanze zuverlässig wieder austreiben, allerdings relativ spät.

Kommt es jedoch während der Wachstumsphase zu braunen Blatträndern und vertrockneten Blättern, die sich einrollen oder abfallen, ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine zu geringe Luftfeuchtigkeit. Dabei gilt es zu bedenken, dass die Pflanzen aus den Regenwäldern Brasiliens stammen, wo generell eine hohe Luftfeuchte vorherrscht. Werden die Blätter regelmäßig mit Wasser besprüht, kann einer zu niedrigen Luftfeuchtigkeit vorgebeugt werden.

Kränkelt die Pflanze, kann Staunässe die Ursache sein. Bekommt die Pfeifenblume nasse Füße, greift dies die Wurzeln an. Über kurz oder lang wird die Nährstoffaufnahme in Mitleidenschaft gezogen und die Pflanzen beginnen zu faulen.

Häufige Pflegefehler vermeiden

PflegefehlerFolgeGegenmaßnahme

zu geringe Luftfeuchtigkeit
  • braune Blattränder
  • vertrocknete Blätter
  • Blattfall
  • häufiges Besprühen mit Regenwasser
  • Standortwechsel

Gießfehler
  • Staunässe
  • Wurzelfäule
  • weniger gießen
  • Pflanze austopfen
  • Substrat umtauschen

Standortfehler
  • verminderter Wuchs
  • ausbleibende Blüte
  • Standortwechsel
  • Düngung

Welche Schädlinge können auftreten?

  • Blattläuse
  • Spinnmilben
  • Nematoden

Blattläuse

Blattläuse sind vergleichsweise harmlos. Steht die Pflanze im Freien, muss bei leichterem Befall nicht eingegriffen werden. Die Blattlaus besitzt mit Marienkäfern oder Florfliegen eine ganze Reihen an natürlichen Fressfeinden, welche dem Hobbygärtner über den Sommer die Arbeit abnehmen.

Wird die Pfeifenblume im Zimmer kultiviert, kann zu trockene Luft zu einem Befall führen. Damit die Schädlinge nicht auf andere Pflanzen übergreifen, ist umgehendes Handeln erforderlich. Auch für die Pflanze besteht eine nicht zu unterschätzende Gefährdung. Die Blattlaus bohrt sich mit ihrem Saugrüssel in das Zellgewebe der Blätter und dadurch können Viren übertragen werden, welche die Pfeifenblume dann ernsthaft schädigen können.

Was ist zu tun?

Chemische Mittel sind für die Bekämpfung der Blattlaus nicht notwendig. Zur Kräftigung und Stärkung der Pflanze, wie auch zur direkten Schädlingsbekämpfung, lassen sich Pflanzentinkturen einsetzen.

Ist die Pflanze bereits von Blattläusen betroffen, kann eine Brennnessel-Jauche helfen, welche sich leicht selbst herstellen lässt:

  1. frische Brennnesseln pflücken
  2. 500 Gramm blühende Pflanzenteile mit fünf Litern Wasser mischen
  3. Mischung zwei Wochen gären lassen
  4. Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen
  5. Pflanze mehrmals besprühen

Als vorbeugende Maßnahme ist Ackerschachtelhalm-Brühe eine gute Wahl. Auch diese Pflanzenjauche ist in wenigen einfachen Schritten selbst hergestellt:

  1. Ackerschachtelhalmkraut sammeln
  2. ein Kilogramm Kraut in zehn Litern kaltem Wasser einen Tag ziehen lassen
  3. etwa 30 Minuten kochen
  4. abkühlen lassen und durch ein Sieb gießen
  5. zwei Liter Jauche mit zehn Litern Wasser verdünnen
  6. Ackerschachtelhalm-Brühe zum Gießen verwenden oder Pflanze einsprühen

» Tipp: Vorbeugend gegen Blattlausbefall wirkt auch eine leichte Seifenlauge, mit der die Pflanze besprüht wird.

Spinnmilben

© chuc.de – Fotolia.com

Trockene Luft kann auch zum Befall mit Spinnmilben führen. Auch hier wird durch das Aussaugen der Blätter die Pflanze geschwächt und geschädigt. Bei fortgeschrittenem Befall ist dies an dem Welken und Vergilben der Blätter sichtbar.

Wer für die Bekämpfung keine chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen möchte, kann auf Raubmilben zurückgreifen. Raubmilben nutzen die Larven der Spinnmilbe als Nahrungsquelle und führen der Pfeifenblume keinen Schaden zu.

Auch hier ist für eine höhere Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Handelt es sich um kleinere Pflanzen oder wurde die Pfeifenblume bereits zurückgeschnitten, kann es helfen, die Pflanze in eine durchsichtige Plastiktüte zu stellen. Die Tüte wird fest verschlossen. Die Pfeifenblume sollte für etwa drei Tage in diesem Mini-Gewächshaus verbleiben. In der Plastiktüte entwickelt sich eine hohe Luftfeuchtigkeit, welche die Spinnmilben zum Absterben bringt.

» Tipp: Bevor die Pflanze in die Plastiktüte umzieht, muss sie ausreichend bewässert werden.

Da nur die lebenden Milben und nicht die Eier vernichtet werden, ist die Behandlung mehrfach zu wiederholen.

Nematoden

Nematoden sind keine Schädlinge im eigentlichen Sinne, denn sie können auch nützlich sein. So unterstützen die Bodenälchen die Kompostierung und werden gezielt zur Bekämpfung von Dickmaulrüsslern oder Schnecken eingesetzt. Es kommt jedoch auch vor, dass die nur etwa einen Millimeter großen Maden direkten Schaden anrichten und zwar dort, wo es am wenigsten auffällt, an den Wurzeln.

Welche Anzeichen deuten auf Nematoden hin?

  • Wachstumsstörungen
  • verwelkte Blätter
  • Blattfall
  • Bildung von Wurzelgallen

Wird der Befall zu spät bemerkt, gibt es oft keine Rettung mehr für die Pfeifenblume. Die befallenen Pflanzen sollten dann über den Restmüll entsorgt werden.

» Achtung: Reinigen Sie hierfür benutzte Gartengeräte gründlich, bevor Sie diese wieder verwenden.

Bekämpfung von Nematoden

Wird der Befall an Zimmerpflanzen entdeckt, sollte die Pflanze sofort umgetopft und mit neuer Erde versorgt werden.

Werden Nematoden an Kübelpflanzen bemerkt, welche den Sommer im Freien verbringen dürfen, kann man sich mit einem cleveren Trick behelfen. Säen Sie Tagetes direkt in den Pflanzkübel aus. Die Korbblütengewächse erledigen den Rest. Über die Wurzeln wird ein Gift ausgeschieden, welches Nematoden zuverlässig abtötet. Die Blumen sollten möglichst in einem dichten Rasen wachsen und die Oberfläche des Pflanzgefäßes bedecken. Eine ähnliche Wirkung kann auch mit Ringelblumen erzielt werden.

1×1 für gesunde Pfeifenblumen

Damit Sie lange etwas von Ihrer Pfeifenbume haben, sollten Sie auf die richtige Pflege achten. Denn diese hält Ihre Pflanzen gesund und macht sie robuster gegenüber Schädlingen.

Standort
  • hell
  • warm
  • halbsonnig bis schattig
  • geschützt
Boden
  • durchlässig
  • locker
  • humos
Bewässerung
  • gleichmäßig feucht halten
  • Staunässe vermeiden
  • regelmäßig besprühen
Düngen
  • während der Wachstumsphase
  • Flüssigdünger in 14tägigen Abständen
Schneiden
  • regelmäßiger Rückschnitt
  • Verblühtes und welke Blätter entfernten
Überwintern
  • Überwinterung bei 10 bis 15 Grad
  • Pflanze häufiger gießen
  • Pflanze auf Schädlingsbefall hin kontrollieren

Foto1: © irena iris szewczyk - Fotolia.com, Foto2: © chuc.de - Fotolia.com

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here