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Rotdorn vermehren – 4 Möglichkeiten genau erklärt

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Wer seinen Rotdorn vermehren möchte, hat keine leichte Aufgabe vor sich. Im Prinzip gibt es 4 Möglichkeiten, die sich im Schwierigkeitsgrad deutlich unterscheiden.

Rotdorn vermehren
© Elke Hötzel – Fotolia.com
Bei der Vermehrung von Rotdorn gibt es einige Möglichkeiten. Dabei sind nicht alle Methoden für den Hobbygärtner empfehlenswert, wir werden uns der Problematik aber trotzdem annehmen, da der Rotdorn in Privatgärten mehr und mehr an Beliebtheit gewinnt. Rotdorn findet man als Strauch vor, er wird aber auch zur Begrünung von Straßen angepflanzt. Wer einen Rotdorn besitzt und diesen vermehren möchte, hat folgende Möglichkeiten:
  • Veredlung
  • Samen
  • Wurzelausläufer
  • Stecklinge

Die Veredelung – gehört in Profihände

Üblicherweise wird der Rotdorn auf Weißdorn veredelt. Die Veredlung selbst ist jedoch aufwendig, erfordert einiges an gärtnerischem Geschick und wird für den Laien vermutlich weniger von Interesse sein.

Die Technik selbst ist uralt. Man hat nachgewiesen, dass bereits in vorchristlicher Zeit von den Phöniziern Obstbäume veredelt wurden. Die Veredlung kommt immer dann zur Anwendung, wenn die Vermehrung durch Samen schwierig erscheint. Meist wird durch Pfropfen hinter der Rinde veredelt.

Die Vermehrung durch Samen – reine Glückssache

Die Vermehrung durch Samen kann in doppelter Hinsicht als Glückssache bezeichnet werden. Der Samen des Rotdorn ist nur sehr schwer zu bekommen. Dies hat einen guten Grund, denn am Rotdorn bilden sich nur äußerst selten Früchte. Die leuchtend roten Früchte sind eine Zierde im Herbst, kommen aber eigentlich nur am Zweigriffligen Weißdorn vor. Wem das Glück beschieden ist, über Rotdornsamen zu verfügen, der sollte diesen über den Winter trocknen und kann ihn im Sommer direkt in die Erde bringen.

Hinweis: Der Samen des Rotdorns besitzt nur eine sehr geringe Keimfähigkeit.

Auf die Keimlinge zu warten, wird zum Geduldsspiel, denn es kann mehrere Monate dauern, bis sich erste Triebspitzen zeigen.

Vermehrung durch Wurzelausläufer – einfach und gängig

Eine einfache und erfolgversprechende Methode der Vermehrung ist mit den Wurzelausläufern gefunden. Der Hobbygärtner muss hierbei nicht viel tun, nur einfach abwarten, bis sich die ersten Wurzelausläufer zeigen.

Diese Ausläufer verlaufen zunächst unterirdisch, werden aber spätestens dann sichtbar, wenn kleine Pflanzen aus dem Boden wachsen. Der Ausläufer wird zunächst an der Mutterpflanze belassen, damit er sich entsprechend weiterentwickelt. Nur ausreichend große und kräftige Wurzelausläufer werden sich zu gesunden und wuchs- und blühfreudigen Pflanzen entwickeln.

Wie ist bei der Vermehrung durch Wurzelausläufer vorzugehen?

❶ Wurzelausläufer zunächst an der Mutterpflanze belassen
❷ entsprechend entwickelten Ausläufer von der Mutterpflanze trennen
❸ Ausläufer an gewünschtem Standort neu anpflanzen und kultivieren

Die Wurzelausläufer sollten etwa eine Größe von 15 bis 20 Zentimetern erreicht haben, bevor man sie von der Mutterpflanze trennt, großflächig ausgräbt und neu verpflanzt.

Vermehrung durch Stecklinge – einen Versuch ist es wert

Die Stecklingsvermehrung zählt nicht zu den gängigen Methoden der Vermehrung von Rotdorn. Dennoch können Hobbygärtner von geglückten Versuchen berichten. Die Vermehrung durch Stecklinge ist eine einfache und preisgünstige Methode, die jeder Pflanzenfreund ausprobieren sollte.

Was Sie tun müssen

❶ Steckling schneiden
❷ unteren Bereich des Stecklings von Blättern befreien
❸ Steckling in einen Pflanztopf setzen
❹ Steckling gleichmäßig feucht halten
❺ nach der Bewurzelung Steckling aus- oder umpflanzen

Das Schneiden von Stecklingen ist recht einfach. Man wählt sich dabei einen bereits leicht verholzten älteren Trieb aus. Dieser bewurzelt besser als weiche, junge Triebe. Die Länge des Stecklings sollte etwa 15 bis 20 Zentimeter betragen. Damit die Blätter später in der Erde nicht faulen, sind diese im unteren Bereich des Stecklings zu entfernen.

Tipp: Entfernen Sie auch alle Blütenansätze, diese kosten dem Steckling wertvolle Kraft, die er für die Bewurzelung benötigt.

Wichtig ist, dass der Steckling über einige Blattknoten verfügt. Wo vorab die Blätter wuchsen, werden sich später die Wurzeln entwickeln.

Tipp:
Die Stecklingsvermehrung ist eine einfache und erfolgversprechende Methode, um sich mehrere Jungpflanzen, zum Beispiel zum Anlegen einer Hecke heranzuziehen.

Nun wird der Steckling in ein mit Anzuchterde gefülltes Pflanzgefäß gesetzt. Die Erde sollte feucht, aber nicht nass erscheinen, denn Staunässe ist auch für den Steckling bereits eine Gefahr. An einem eher schattigen Standort können die Stecklinge frostfrei im Haus überwintern. Sie bewurzeln bei Temperaturen um acht Grad recht gut. Während dieser Zeit sind die Pflanzen zu kontrollieren. Haben die Wurzel das Pflanzgefäß durchdrungen, war es vermutlich zu klein und muss ausgetauscht werden. Im Frühling können die Pflanzen dann an ihren gewünschten Standort im Freien gebracht werden.

Rotdorn vermehren – alle Methoden auf einen Blick

Art der VermehrungVorteileNachteile
Veredelung▶ Die Veredlung ist eine erfolgversprechende und sehr alte Methode.

▶ Rotdorn wird vorwiegend auf Weißdorn veredelt.
▶ Die Methode ist ohne gärtnerisches Fachwissen kaum realisierbar und gehört in erfahrene Hände.
Aussaat▶ Die Aussaat ist eine unkomplizierte Methode, die auch Laien gut erledigen können.

▶ Der Samen kann im Zimmer vorgezogen werden.

▶ Dies verschafft der Pflanze einen Wachstumsvorsprung.
▶ Der Rotdorn bildet nur äußerst selten Samen aus.

▶ Die Fruchtbildung ist eigentlich dem Zweigriffligen Weißdorn eigen.

▶ Die Samen sind im Handel entsprechend schwer zu bekommen.

▶ Die Samen machen sich nicht nur rar, sie besitzen auch eine recht niedrige Keimrate.
Wurzelausläufer▶ Der Hobbygärtner kann der Natur ihren Lauf lassen und abwarten, bis sich Wurzelausläufer gebildet haben.

▶ Die Ausläufer besitzen eine gute Anwachsgarantie.
▶ Es wird eine gut entwickelte Pflanze benötigt.

▶ Die Wurzelausläufer dürfen nicht zu früh von der Mutterpflanze getrennt werden.
Stecklinge▶ Die Stecklingsvermehrung ist eine bewährte Methode im Gartenbau.

▶ Es können ohne großen Aufwand mehrere Pflanzen herangezogen werden.
▶ Die Stecklinge bewurzeln häufig schlecht.

▶ Geduld ist gefragt, bis sich eigenständige Jungpflanzen entwickeln.

Foto1: © Elke Hötzel - Fotolia.com

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