Wenn Sie Senfpflanzen im Garten aussäen, sorgen Sie nicht nur für einen Hingucker. Sie können aus den Samen auch selbst Senf herstellen. Ich erkläre, wie es geht.

Senfpflanze Anbau
Senfpflanzen gedeihen an einem sonnigen Standort – © Aleksandr / stock.adobe.com

Senfpflanzen (Sinapis) lassen sich kinderleicht anbauen und benötigen kaum Pflegeaufwand. Innerhalb weniger Wochen entstehen so bis zu einem Meter hohe Stauden, die mit ihren hübschen gelben Blüten für Blickfänge im Bauerngarten sorgen. Die Senfblätter geben zudem viel Aroma ab und wer mag, kann aus den Samen sogar seinen eigenen Senf herstellen. Damit punktet die Senfpflanze nicht nur mit ihrer Attraktivität, sondern auch mit Vielseitigkeit.

Diese Sorten gibt es

Senf lässt sich grob in weiße, braune und schwarze Sorten unterscheiden. Der weiße Senf (Sinapis alba) ist milder. Brauner Senf (Brassica juncea) und schwarzer Senf (Brassica nigra) dagegen relativ scharf. Weißer Senf wird häufig auch gelber Senf genannt und wächst weniger üppig. Aufgrund seiner geringeren Wuchshöhe lässt sich diese Senfpflanze jedoch auch gut auf dem Balkon kultivieren.

Interessant: Aus einer einzelnen Senfpflanze können bis zu 25.000 einzelne Samen hervorgehen.

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Den passenden Standort finden

Die Senfpflanze gedeiht an einem sonnigen Standort, kann aber auch im Halbschatten oder lichten Schatten überleben. Bei der Standortwahl sollten Sie allerdings auf die Fruchtfolge achten. Die Senfpflanze zählt nämlich zu den Kreuzblütengewächsen. Daher sollten andere Kreuzblütler wie Rettich, Kohl oder Radieschen in den letzten vier Jahren nicht am selben Standort angebaut worden sein.

So können Sie selbst Senf anpflanzen

Senf lässt sich das ganze Jahr über aussäen. Wenn Sie allerdings die Samen gewinnen möchten, sollten Sie erst ab Mai aussäen. Es sollte kein Frost mehr ins Haus stehen, daher bietet es sich an, in raueren Mittelgebirgsregionen bis Ende Mai zu warten. Die Aussaat erfolgt dann am besten wie folgt:

  1. Standort auswählen und dabei die Fruchtfolge beachten.
  2. Boden von Wurzeln, Steinen und Unkräutern befreien.
  3. Substrat auflockern.
  4. Samen im Abstand von 20 Zentimetern aussäen.
  5. Samen etwa zwei Zentimeter tief in die Erde drücken.
  6. Samen gut angießen.

Tipp:
Während andere Kreuzblütler nicht angepflanzt werden sollten, gelten Mais und/oder Erdbeeren als ideale Beetnachbarn der Senfpflanze.

Die richtige Pflege der Senfpflanzen

Senfpflanze Pflege
Halten Sie den Boden leicht feucht – © Maciek / stock.adobe.com

Auf Hobbygärtner wartet wenig Arbeit, denn die Senfpflanze ist sehr robust. Es ist lediglich wichtig, dass Sie den Boden leicht feucht halten. An sonnigen Tagen kann somit die Bewässerung notwendig werden. Bevor Sie zur Gießkanne greifen, kann die Oberfläche jedoch ruhig leicht angetrocknet sein.

Tipp:
Senfpflanzen mögen Kalk. Sie können die Pflanzen daher bedenkenlos mit Leitungswasser gießen.

Eine Düngung ist für die genügsame Senfpflanze nicht notwendig.

So werden Senfblätter und -körner geerntet

Mit der Ernte der Senfblätter können Sie bereits wenige Wochen nach der Aussaat beginnen. Damit die Pflanze gut nachwächst, sollten Sie jedoch immer nur die äußeren Blätter ernten. Diese können Sie dann nutzen, um damit Suppen und Salate zu verfeinern.

Tipp:
Senfblätter liefern anderen Pflanzen wichtige Nährstoffe und können als Gründüngung in den Boden eingearbeitet werden.

Etwa ab Ende September beginnt die Erntezeit für die Senfkörner. Mit der Ernte können Sie beginnen, sobald das erste Laub zu welken begonnen hat. Die Ernte geht dann wie folgt vonstatten:

  1. Reife Schoten abschneiden.
  2. Schoten in einen Leinen- oder Baumwollsack geben.
  3. Mit Schoten gefüllten Sack kräftig gegen die Wand schlagen.
  4. Samen aus den geplatzten Schoten einsammeln.
  5. Samen auf Küchenpapier auslegen.
  6. Samen etwa vier Wochen trocknen lassen.

Die Senfkörner sollten Sie anschließend in luftdichten Gläsern lagern.

Anleitung zur Herstellung von Senf

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Mehr Informationen

Die getrockneten Senfkörner können nun zu Senf verarbeitet werden. Hierfür eine Anleitung:

❍ Schritt 1:

Geben Sie 150 Gramm Senfkörner in einen Mörser oder mahlen die Saat in einer Mühle klein.

❍ Schritt 2:

In der Zwischenzeit stellen Sie eine Mischung aus Salz, Zucker, Öl, Wasser und Essig her. Das Mischverhältnis können Sie dabei selbst bestimmen. Ich empfehle für 150 Gramm Senfkörner jedoch eine Mischung aus:

  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Zucker
  • 3 TL 25-prozentigen Essig
  • 15 gr neutrales Öl
  • 100 ml Wasser

❍ Schritt 3:

Die Mischung nun unter den gemahlenen Senf rühren. Nach Belieben können Sie noch verschiedene Gewürze und Kräuter dazugeben.

❍ Schritt 4:

Den fertigen Senf sollten Sie in Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Die Senfmasse müssen Sie anschließend gut durchziehen lassen und gelegentlich umrühren.

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Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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