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Thuja vermehren – Tipps und Anleitung

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Wer bereits mindestens eine Thuja hat, kann diese relativ leicht selbst vermehren. Was Sie brauchen und wie Sie vorgehen, verraten wir hier.

© Mariusz Blach – Fotolia.com

Die botanische Thuja wird auch Lebensbaum genannt und ist in vielen heimischen Gärten zu sehen. Sie zählt zu den beliebtesten Heckenpflanzen, denn die Thuja ist eine sehr robuste Pflanze. Sie hält ihre Farbe das ganze Jahr über und ist in zahlreichen Sorten erhältlich. Möchte man die botanische Thuja vermehren, macht man dies am besten mit Stecklingen. Die Vermehrung der eigenen Pflanzen hat den Vorteil, dass diese garantiert sortenrein sind. Außerdem wachsen die Hecken besser an, wenn man statt der üblichen Aussaat die eigenen Stecklinge verwendet.

Der richtige Zeitpunkt

Grundsätzlich kann die botanische Thuja das ganze Jahr über vermehrt werden. Der beste Zeitpunkt jedoch ist der Hochsommer. Ende Juni sind die Triebe der Pflanze groß genug und weit genug verholzt, um eine große Hecke zu werden. Allerdings benötigen die Stecklinge einen kühlen Platz mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Am besten eignet sich hierfür ein kleines Gewächshaus. Da man dies meist nicht zur Hand hat, kann man alternativ eine durchsichtige Plastiktüte verwenden. Die Vermehrung im Hochsommer bietet den Vorteil, dass sich schneller Wurzeln bilden und die Pflanze schnell anwachsen kann.

Thuja vermehren: das brauchen Sie

Um die Thuja zu vermehren, verwendet man am besten die Zweige von Mutterpflanzen. Diese sollen wüchsig und nicht zu alt sein. Man schneidet größere Zweige aus der Mutterpflanze heraus. Hierbei sollte man verdeckte Stellen bevorzugen, sodass keine großen Löcher in der Mutterpflanze entstehen. Die Zweige sind aber nicht das Hauptmaterial der Vermehrung, sondern die kleinen Risslinge werden verwendet. Risslinge sind dünne Seitenzweige. Diese werden an der Verzweigung abgerissen. Das Abreißen hat den Sinn, dass sich leichter Wurzeln bilden.

Diese Arbeitsmaterialien werden benötigt

Um die botanische Thuja zu vermehren, sind nur wenige Materialien notwendig. Eine gute Gartenschere sollte vorhanden sein, sodass man die Zweige gerade von der Mutterpflanze schneiden kann. Ausreichend Pflanzengefäße müssen ebenfalls vorhanden sein, um die Risslinge einzusetzen. Neben der passenden Anzuchterde sind nur noch eine Plastiktüte und eine Schnur, oder ein Gewächshaus wichtig, um die nötige Luftfeuchtigkeit herzustellen.

Hier noch mal die Liste aller Materialien:
✓ gute Gartenschere
✓ Pflanzengefäße
✓ Anzuchterde
✓ Plastiktüte mit Schnur oder Gewächshaus

Thuja vermehren – Schritt für Schritt

Schritt ❶ – Risslinge präparieren

Hat man alle Zweige abgeschnitten, muss man zuerst die Risslinge präparieren. Die Seitentriebe werden von oben nach unten vom Zweig abgerissen, sodass sich noch etwas Rinde vom Zweig an den Risslingen befindet. Ist die Rinde zu lang, können Sie diese mit einer Gartenschere abschneiden. Es sollte sich noch etwa ein halber Zentimeter Rinde am unteren Ende des Risslings befinden. Am unteren Ende des Risslings werden nun alle Seitentriebe vorsichtig abgeschnitten. Das Blattwerk sollte etwa um die Hälfte gekürzt werden. Hat man alles richtig gemacht, sollte man nun einen Steckling mit etwa acht Zentimeter Länge in den Händen halten.

Schritt ❷ – Pflanzgefäße vorbereiten

Hier haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie können ein größeres Gefäß benutzen, um alle Stecklinge einzusetzen, oder Sie verwenden kleine Pflanzgefäße, in denen je ein Steckling Platz findet. Das Pflanzgefäß wird mit handelsüblicher Anzuchterde befüllt. Die Erde sollte etwas festgedrückt werden. Dies funktioniert am besten, wenn man die Erde etwas anfeuchtet. Nun stechen Sie mit einem Holzspieß kleine Löcher in die Erde, in die später der Rissling gesetzt wird. Die Löcher haben den Vorteil, dass die Enden des Risslings nicht abknicken, wenn man diesen in die Erde drückt.

Schritt ❸ – Risslinge einsetzen

Die vorbereiteten Risslinge werden vorsichtig in die Erde gedrückt. Der Rissling sollte etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde gesetzt werden. Achten Sie darauf, dass die Risslinge sicher in der Erde stehen – senkrecht nach oben. Verwendet man ein großes Pflanzgefäß, muss unbedingt genügend Platz zwischen den Risslingen eingeplant werden. Nur so können sich die Wurzeln bilden und entsprechend entfalten. Etwa zehn Zentimeter Abstand, zwischen den Risslingen, ist ideal. Sind alle Risslinge eingesetzt, werden diese gut angegossen.

Schritt ❹ – Die richtige Abdeckung

Die Risslinge werden nun mit dem Deckel des Gewächshauses abgedeckt. Alternativ verwendet man eine Plastiktüte, die man über die kleinen Setzlinge stülpt. Die Tüte kann mit einer Schnur am Pflanzgefäß zugebunden werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass sich genügend Sauerstoff in der Tüte befindet. Die kleinen Risslinge sollten nun aussehen, als würden sie in einem Luftballon stehen.

Schritt ❺ – Pflege der Risslinge

VORSICHT:
Die botanische Thuja ist sehr giftig, weshalb auch die Risslinge nicht in Kinderhände gelangen sollten. Außerdem sollte man die Aufzuchten an einem Ort lagern, wo Haustiere keinen Zugang haben.

Die Risslinge benötigen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Dies ist mit der Abdeckung gewährleistet. Die Risslinge sollten an einem mittelwarmen Ort stehen, ohne direkte Sonneneinstrahlung. Wichtig ist, dass sie an einem hellen Ort stehen. Gießen Sie die Risslinge alle drei Tage. Zu diesem Zeitpunkt kann man die Abdeckung für einige Minuten abnehmen. So werden die Pflanzen belüftet und bekommen frischen Sauerstoff. Auch die Bodenfeuchte sollte regelmäßig überprüft werden. Die Erde immer feucht und warm halten. So können sich die Wurzeln schnell ausbreiten und gut wachsen. Die Thuja wächst verhältnismäßig schnell. Nach ein paar Wochen können Sie bereits sehen, wie die Risslinge sich vergrößert haben. Man lässt die Risslinge den Winter über in den Pflanzgefäßen wachsen und setzt diese im nächsten Frühjahr aus. Bis sich eine große Hecke gebildet hat, wird es aber einige Jahre dauern.

Die botanische Thuja ist eine Heckenpflanze, die sehr schnell wächst. Sie eignet sich ideal als Umrandung für den Garten, da sie einen optimalen Sichtschutz darstellt.


Foto1: © Mariusz Blach - Fotolia.com2 alt=

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