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Thuja: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Die Braunfärbung ist das häufigste Anzeichen, dass mit der botanischen Thuja etwas nicht stimmt. Welche Krankheiten dahinter stecken, erfahren Sie hier.

Thuja Krankheiten
© Mariusz Blach – Fotolia.com
Die botanische Thuja ist eine sehr robuste Pflanze, daher ist sie in heimischen Gärten eine sehr beliebte Heckenpflanze. Ob die Thuja gesund ist, erkennt man an ihrer Blattfärbung. Leuchten die Blätter in einem satten Grün und weisen auch die kleinen Blätter, die nachwachsen, eine grüne Farbe auf, kann man davon ausgehen, dass die Pflanze gesund ist. Hat die Thuja ein Problem, egal, ob Krankheit oder der Befall von Schädlingen, färben sich ihre Blätter braun. Die Braunfärbung ist nicht zu Verwechseln mit der natürlichen Braunfärbung mancher Arten im Winter. Bekommt die botanische Thuja aber im Sommer braune Blätter, kann man davon ausgehen, dass die Pflanze nicht gesund ist. Es gibt mehrere Schädlinge, die der Pflanze schaden können und auch vor Krankheiten ist die Thuja nicht sicher.

Welche Krankheiten und Schädlinge gibt es?

Obwohl die botanische Thuja eine sehr robuste Pflanze ist und nur selten von Krankheiten und Schädlingen betroffen, gibt es doch einige negative Einflüsse. Grundsätzlich kann man die Schädlinge in folgende Kategorien unterteilen:

  • Pilzerkrankungen
  • Erkrankungen durch Schädlinge
  • Wurzelfäule und Stammfäule
  • äußere Einflüsse

Pilzerkrankungen der botanischen Thuja

Pilzerkrankungen sind die häufigsten Krankheiten der botanischen Thuja. Da die meisten Arten der Thuja im Winter braun werden, fällt der Pilzbefall oft nicht sofort auf. Im Grunde unterscheidet man vier große Pilzarten:

  1. Pestalotiopsis funerea
  2. Didymascella thujina
  1. Kabatina thujae
  2. Armillaria mellea

❶ Pestalotiopsis funerea

Dieser Pilz löst das bekannte Pestalotia-Triebsterben aus. Dies ist die häufigste Erkrankung der botanischen Thuja, ist aber sehr leicht zu erkennen. Das charakteristische Krankheitsbild zeigt eine Braunfärbung, die von den äußeren Spitzen der Blätter ausgeht. Die Färbung breitet sich immer weiter aus, bis sie die Triebe erreicht hat. An den Trieben bilden sich schwarzbraune Flecken, die typischerweise rund und etwa so groß wie ein Stecknadelkopf sind. Dieser Pilz bevorzugt weiches, bereits beeinträchtigtes Gewebe, denn der Pilz ist ein Schwächeparasit, der der Pflanze erheblich schaden kann.

❷ Didymascella thujina

Dieser Pilz ist bekannt dafür, dass der die Nadel- und Schuppenbräune auslöst. Hauptsächlich ältere Blattschuppen verfärben sich braun. Anfangs sind nur vereinzelte braune Flecken zu sehen. Diese breiten sich immer weiter aus bis später Sporenlager erkennbar sind. Diese zeigen eine Schwarzfärbung und der Trieb stirbt schnell ab.

❸ Kabatina thujae

Dieser Pilz befällt hauptsächlich die jungen Blätter und die weichen Triebspitzen. Hier sieht man schwarze Sporenlager, die sich auf braunen Blättern befinden. Zu unterscheiden vom Didymascella thujina ist dieser Pilz durch die scharfe, schwarze Abgrenzung zu den gesunden Blättern.

❹ Armillaria mellea

Dieser Pilz ist auch bekannt unter dem Namen Hallimasch-Befall. Hier sterben die Pflanzen sehr schnell ab und sind kaum noch zu retten. Der Pilz löst ein typisches weißes Pilzgeflecht aus, das sehr leicht erkennbar ist. Das Geflecht legt sich zwischen Rinde und Holz ab und ist daher so gefährlich für die botanische Thuja. Er zerstört die Pflanze sprichwörtlich am Kern.

Was tun bei Pilzbefall?

Die erste Maßnahme sollte ein radikaler Rückschnitt sein. Die betroffenen Triebe sollen großzügig geschnitten werden, wobei das alte Holz nicht angeschnitten wird. Ist die Pflanze vom Armillaria mellea betroffen, kann der Einsatz von Fungiziden hilfreich sein. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird. Meist wird ein Pilzbefall erst sehr spät bemerkt und die Pflanzen erholen sich, trotz Fungizide, nicht mehr. Dann muss die ganze Thuja ausgegraben werden und neue Büsche müssen in die Erde. Pilzbefall kommt häufig vor, wenn der Boden zu sauer ist und die Pflanze an Magnesium- und Kalziummangel leidet. Daher sollte schon beim Setzen der Thuja darauf geachtet werden, dass es sich um einen lockeren, nährstoffreichen Boden handelt. So kann man Pilzerkrankungen effizient vorbeugen.

Erkrankungen durch Schädlinge

Obwohl die botanische Thuja sehr robust ist, können manche Schädlinge ihre Gesundheit stark beeinflussen. Es sind zwar nur wenige Schädlinge, die die botanische Thuja angreifen, aber diese Tiere können einen großen Schaden anrichten. Die Feinde der Thujahecke sind die Thujaminiermotte, der Borkenkäfer und die Spinnmilbe. Sie lösen unterschiedliche Symptome aus.

➀ Die Thujaminiermotte

Die Thujaminiermotte ist der häufigste Schädling, der der Thuja massiv schaden kann. Die Motte wurde bereits 1970 aus Nordamerika eingeschleppt und ist häufig in den heimischen Gärten zu finden. Das Krankheitsbild, das sie verursacht, ist recht einfach zu erkennen. Die Motte befällt in erster Linie die Treibspitzen. Diese färben sich braun. Wird die Treibspitze nicht behandelt, kann es zur kompletten Verkalkung kommen. Die Thujaminiermotte schlägt hauptsächlich im Frühjahr zu. Sie frisst sich in die Schuppen der Thuja. Betrachtet man die Triebspitzen, kann man die typischen Ein- und Ausbohrlöcher der Motte erkennen. Die Motte frisst sich durch die Triebe und baut so ihre Gänge, wo sich die etwa 4 mm kleinen Larven befinden.

» Behandlung:
Um die Thujaminiermotte effektiv loszuwerden, müssen die befallenen Triebspitzen radikal geschnitten werden. Eine andere Methode der Behandlung gibt es nicht. Die abgeschnittenen Triebe entsorgen Sie bitte außerhalb des Gartens, denn die Motte beginnt ab Juli zu fliegen und kann sich so sehr schnell ausbreiten.

➁ Der Borkenkäfer

Der Borkenkäfer verursacht kleine Bohrlöcher, durch die er seine Gänge baut. Der ausgewachsene Käfer, der etwa 2-3 mm groß ist, dringt in die Pflanze ein und legt dort seine Eier. Man erkennt den Sitz des Borkenkäfers durch kleine Verdickungen an den Zweigen. Die Larven schlüpfen und fressen sich durch die Triebe. Dies führt zum endgültigen Tod des Triebes. Der Borkenkäfer greift vor allem schwache Pflanzen an und tritt meist nach einer extremen Trockenzeit auf.

» Behandlung:
Auch beim Befall des Borkenkäfers kann nur ein radikaler Rückschnitt zum Erfolg führen. Die befallenen Zweige und auch Triebe müssen entfernt werden. Die Zweige sollten nicht am eigenen Kompost entsorgt werden, denn auch der Borkenkäfer kann sich sehr schnell ausbreiten.

➂ Die Thuja-Spinnmilbe

Die Thuja-Spinnmilbe befällt nur selten die botanische Thuja. Der Befall findet hauptsächlich bei einer trockenen und warmen Witterung statt. Die Spinnmilbe saugt an den Blattschuppen. Dadurch entstehen Sprenkelungen in gelber oder silberner Farbe. Da die Spinnmilbe nur wenige Millimeter groß ist, wird sie oft übersehen und das Krankheitsbild wird mit einem Nährstoffmangel verwechselt. An den befallenen Triebspitzen sind oft Gespinste zu erkennen.

» Behandlung:
Ist die botanische Thuja von Spinnmilben befallen und man hat diese erkannt, ist eine Behandlung sehr einfach. Die kleinen Tiere reagieren sehr empfindlich auf sämtliche Dünger. Man kann die Thuja daher mit einem Schädlingsfrei-Spray behandeln. Dieses ist gesund für die Pflanze selbst, aber tötet sämtliche ausgewachsene Tiere und auch die Larven.

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Wissenswertes zur Prophylaxe gegen Schädlinge

Hatte man bereits das Problem, dass die Thuja von Schädlingen angegriffen wurde, können Sie bereits Ende Juni ein Schädlingsfrei-Spray zur Prophylaxe einsetzen. Diese Sprays haben den Vorteil, dass sie im ganzen System wirken. Das heißt, dass der Wirkstoff ins Innere der Pflanze eindringt und sich in der ganzen Pflanze verteilt. Stängel, Triebe und Blätter nehmen den Wirkstoff auf und sind so robust gegen Schädlinge. Die meisten Schädlinge saugen oder fressen von der Pflanze. Sie nehmen den Wirkstoff auf und sterben ab.

Erkrankungen durch äußere Einflüsse

Auch durch äußere Einflüsse kommt es oft zu Erkrankungen der botanischen Thuja. Trockenheit, aber auch Nässe und Salz können die Thuja schädigen.

■ Nässe

Steht die botanische Thuja ständig in der nassen Erde, kommt es zur Stamm- und Wurzelfäule. Diese erkennt man am weißen Belag. Die Thuja mag es zwar feucht, der Stamm und die Wurzeln sollten jedoch im trockenen stehen. Hat die Fäule den Stamm und die Wurzeln befallen, kann die Pflanze nicht mehr gerettet werden. Bevor eine neue Pflanze gesetzt wird, muss die Erde großzügig ausgetauscht werden.

■ Trockenheit

Hat es im Sommer über 30°C, muss die botanische Thuja regelmäßig gegossen werden. Leidet die Pflanze an Wassermangel, werden die Blätter braun und die Pflanze stirbt ab. Auch im Winter verdampft das Wasser und die Thuja muss gegossen werden. Dies sollte nur an frostfreien Tagen geschehen, denn das Wasser sollte auf keinen Fall an den Trieben frieren.

■ Salz

Das Streusalz im Winter ist ein extremer Stressfaktor für die botanische Thuja. Daher achten Sie darauf, dass das Streusalz auf keinen Fall an den Stamm und die Wurzeln der Pflanze gelangt. Sollte dies doch der Fall sein, muss die Pflanze gut gewässert werden, um das Salz zu verdünnen.

Fazit
Die botanische Thuja ist eine sehr robuste Pflanze, die nur wenige Feinde hat. Ist die Pflanze jedoch von einem Schädling oder Pilz befallen, muss schnell gehandelt werden. So ist gewährleistet, dass sich die Erkrankungen nicht ausbreiten können und andere Pflanzen verschont bleiben. Ein radikaler Schnitt kann in jedem Fall die gewünschte Wirkung bringen und die Thuja kann sich schnell wieder erholen. Beobachtet man seine Pflanzen, können Veränderungen an den Trieben sehr schnell erkannt werden. Dies ist die Voraussetzung für ein langes Leben der botanischen Thuja.


Foto1: © Mariusz Blach - Fotolia.com

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