Gartengestaltung

Zaun begrünen – Diese Pflanzen eignen sich dafür

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Ihr Gartenzaun sieht Ihnen zu langweilig aus? Dann begrünen Sie diesen doch einfach. Welche Pflanzen sich für die Zaunbegrünung eignen, erfahren Sie hier.

Zaun begrünen
© John / stock.adobe.com

Zäune sind als Begrenzung des Gartens unerlässlich, bieten aber nicht immer einen einladenden Anblick. Was liegt näher, als den Zaun mit der passenden Bepflanzung aufzuwerten und einen natürlichen Übergang zum Nachbargrundstück zu schaffen. Doch nicht jede Pflanze eignet sich zur Zaunbegrünung. Im Folgenden verraten wir Ihnen, mit welchen Pflanzen Sie eine schnelle Zaunbegrünung erreichen können und so für einen farbenfrohen Blickfang und praktischen Sichtschutz sorgen.

Die Wahl der passenden Pflanzen

Pflanzen, die sich für die Begrünung von Zäunen eignen, lassen sich wie folgt unterteilen:

PflanzengruppeBeispieleBesonderheiten
Rankpflanzen• Echter Wein
• Wilder Wein
• Clematis
Rankpflanzen verfügen über Rankorgane und können sich an massiven Zäunen wie an Maschendraht empor winden.
Schlingpflanzen• Geißblatt
• Hopfen
• Schlingknöterich
Schlingpflanzen winden sich an senkrechten Zaunpfählen empor und umschlingen das zu begründende Material.
Spreizklimmer• Kletterrosen
• Feuerdorn
• Winterjasmin
Spreizklimmer halten sich mit ihren Stacheln an der Rankhilfe fest. Am Zaun ist für eine Unterstützung durch waagerecht verlaufende Kletterhilfen zu sorgen.
Selbstklimmer• Efeu
• Wilder Wein
• Kletterhortensie
Selbstklimmer besitzen Haftwurzeln, mit denen sie sich festsaugen. Dichte Zäune oder eine Unterstützung durch Leitschnüre werden benötigt.

Der Klassiker: Kletterpflanzen für die Zaunbegrünung

Kletterpflanzen wachsen meist schnell am Zaun empor und passen sich den Konturen an. Bei der Pflanzenauswahl kommt es auf die Beschaffenheit des Zaunes an. Verschiedene Pflanzen bringen einiges an Gewicht mit und sind beispielsweise für einen leichten Maschendrahtzaun nicht geeignet. Für alle Zaunarten geeignet sind z.B. folgende Kletterpflanzen:

  • Kapuzinerkresse
  • Herzblume
  • Clematis
  • Wicken

Diese Pflanzen benötigen wiederum hohe und stabile Zäune:

Die beliebtesten Kletterpflanzen für eine farbenfrohe Zaunbegrünung

• Prunkwinde:

Prunkwinde
© Dmitriy Syechin / stock.adobe.com

Soll der Zaun möglichst schnell begrünt werden, bietet sich die Prunkwinde an. Der Samen wird im Frühling ausgebracht und bereits wenige Wochen später wachsen die Pflanzen am Zaun empor und bieten dabei ein wahres Farbenfeuerwerk. Zunächst erscheint die Blüte rosa. Nach einigen Tagen färbt sie sich strahlend blau.

Die Pflanzung an nach Süden weisenden Zäunen ist ideal. Die Prunkwinde benötigt einen hellen Standort und viel Sonne für eine üppige Blüte. Bei regelmäßiger Bewässerung und Düngung erreichen die ausdauernden Kletterpflanzen Höhen von bis zu drei Metern.

• Schwarzäugige Susanne:

Schwarzäugige Susanne
© seramoje / stock.adobe.com

Mit ihren sonnengelben Blütenblättern und einem schwarzen Auge bietet die Schwarzäugige Susanne einen intensiven Blickfang. Ein sonniger und warmer Standort des zu begrünenden Zaunes ist von Vorteil.

Regelmäßiges Gießen und Düngen sind zudem erforderlich. Dabei ist Staunässe zu vermeiden. Die Kletterpflanzen wachsen schnell auf Höhen von bis zu zwei Metern heran.

• Feuerdorn:

Feuerdorn
© zichrini / stock.adobe.com

Wer sich für diese Kletterpflanze entscheidet, wird den ganzen Sommer mit einer üppigen Blütenpracht belohnt. Auch im Herbst wird der Zaun durch den Feuerdorn zu einem attraktiven Blickfang. Die weißen Blüten verwandeln sich ab Oktober in leuchtend orange Beeren.

Der immergrüne Strauch bedarf nur wenig Pflegeaufwand und eignet sich auch für halbschattige Zäune. Wichtig ist ein lockeres und nährstoffreiches Substrat. Die Pflanze ist sehr gut schnittverträglich und lässt sich damit der gewünschten Höhe und Ausdehnung problemlos anpassen.

So können Sie die verschiedenen Zaunarten begrünen

• Holzzäune begrünen:

Ein Holzzaun wird bevorzugt zur Begrenzung von Gartengrundstücken eingesetzt. Durch das natürliche Material wird ein harmonischer Übergang geschaffen. Bei der Bepflanzung von Holzzäunen gilt es jedoch zu beachten, dass viele Pflanzen dem Holz schaden können und die Lebensdauer des Zaunes verkürzen. Denn holzige Kletterpflanzen können zum Beispiel zu Rissbildung und Schädigungen der Holzstruktur beitragen.

Für den Holzzaun bieten sich deshalb einjährige krautige Pflanzen an. Die Stängel der nicht holzigen Pflanzen winden sich am Zaun empor, ohne diesen nachhaltig zu schädigen. Diese Kletterpflanzen sind beispielsweise ideal für den Holzzaun:

Die leichte und luftige Beschaffenheit der Gewächse sorgt dafür, dass sich die Feuchtigkeit nicht staut und Verwitterungserscheinungen die Folge sind. Die Pflanzen können Sie leicht selbst aus Samen ziehen. Die Blüten werden im Sommer Vögel und Insekten in Ihren Garten locken. Da es sich um einjährige Pflanzen handelt, sind diese im Herbst vom Holzzaun zu entfernen.

• Kunststoffzäune begrünen:

Ein Zaun aus Kunststoff ist besonders robust und langlebig. Zudem verfärben sie sich nicht und lassen sich einfach reinigen. Optisch passen sich diese Begrenzungen jedoch weniger der natürlichen Umgebung an. Bei der Wahl der Begrünung ist der Hobbygärtner relativ frei. Es lassen sich auch holzige Pflanzen verwenden. Zu bedenken gilt es jedoch, dass ein dichter Bewuchs auch bei Zäunen aus Kunststoff zu einem Feuchtigkeitsstau führen kann. Grünalgen und Schimmel können die Folge sein. Diese Kletterpflanzen sind z.B. ideal für den Kunststoffzaun:

  • Rotes Geißblatt
  • Clematis
  • Feuerdorn
  • Wilder Wein

Durch den Einsatz der genannten Pflanzen kann ein zuverlässiger Sichtschutz erreicht werden. Innerhalb eines Sommers wachsen die Kletterpflanzen meist auf die Höhe des Zaunes heran.

• Aluminiumzäune begrünen:

Ein Metallzaun ist geradezu ideal für die Begrünung, denn die senkrechten Stäbe bieten eine ideale Rankhilfe. An einem Aluminiumzaun können auch holzige und schwere Gewächse emporwachsen. Diese Kletterpflanzen sind ideal für den Aluminiumzaun:

Die begrünten Metallzäune bieten einen romantischen und verspielten Anblick und eignen sich auch als Begrenzung von Sitzgelegenheiten und Terrassen.

Eine Alternative: die indirekte Zaunbegrünung

Indirekte Zaunbegrünung
© Erika / stock.adobe.com

Wer seine Zäune nicht direkt begrünen möchte, kann sich alternativ dazu einen attraktiven Grünstreifen unmittelbar vor dem Zaun anlegen. Damit lässt sich der Blick auf den Zaun verschönern und es kann ein Sichtschutz geschaffen werden. Für die Schaffung dieser grünen Grenze muss zunächst jedoch ein Beet unmittelbar vor dem Zaunfeld angelegt werden. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. Boden umgraben.
  2. Unkraut, Wurzeln und Steine entfernen.
  3. Boden aufwerten.
  4. Fläche einebnen.
  5. Pflanzen auswählen.
  6. Pflanzlöcher ausheben.
  7. Pflanzen einsetzen.
  8. Substrat auffüllen.
  9. Erde gut andrücken.
  10. Pflanzen angießen.

Ein sonniger Standort der Zaunfläche ist für die meisten Blühpflanzen eine Voraussetzung. Einige Stunden Sonnenlicht täglich sind die Basis für eine üppige Blüte und ein gesundes Wachstum. Zudem sollten Sie entsprechend der Zaunhöhe die Wuchshöhen der Pflanzen auswählen.

PflanzeWuchshöheBlütenfarbe
Bauernjasminzwei bis drei Meterweiß
Brautspiere1,5 bis zwei Meterweiß
Berberitze50 bis 80 Zentimetergelb
Forsythiezwei bis drei Metergelb
Sommerfliederein bis zwei Meterweiß, gelb, lila, rosa
Schneeballzwei bis vier Meterweiß, rosa
Perlmuttstrauchzwei bis 3,5 Meterrötlich

Die Anpflanzung von Sträuchern besitzt den Vorteil, dass sich innerhalb kurzer Zeit ein natürlicher Sichtschutz aufbauen lässt. Sträucher sind gut schnittverträglich und können in Form und Ausdehnung individuell angepasst werden.

Wer sich für die Begrünung mit Blühpflanzen entscheidet, kann auch auf folgende Arten zurückgreifen:

  • Sonnenblume
  • Stockrose
  • Rittersporn

Aber auch Ziergräser wie Bambus oder Schilf sind eine Möglichkeit, um Zäune zu kaschieren und vor neugierigen Blicken geschützt zu sein.

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