Ein Komposthaufen ist schnell angelegt, wenn man ein paar wichtige Dinge beachtet. Hier finden Sie praktische Tipps rund um Standort, Größe, Schichtung und Pflege, damit aus Küchen- und Gartenabfällen wertvoller Humus wird.

Ein eigener Komposthaufen ist etwas richtig Feines. Warum? Weil er gleich mehrere Vorteile bietet! Wenn Sie Küchen- und Gartenabfälle in den Kompost geben, erhalten Sie nicht nur einen guten Dünger, Sie müssen auch weniger Müllgebühren bezahlen. Außerdem ist ein Komposthaufen im Nu angelegt. Doch wie gelingt das am besten?

7 Tipps, wie Sie einen Komposthaufen richtig anlegen

In diesem Beitrag teile ich meine erprobten Gartentipps, wie Sie richtig kompostieren, einen Komposthaufen im Garten anlegen und worauf es bei der Auswahl der Materialien ankommt. Die praktischen Kompostier-Tipps helfen dabei, typische Fehler zu vermeiden und die Verrottung gezielt zu fördern.

Tipp 1: Offener Komposthaufen oder Komposter

Wenn Sie einen großen Garten mit viel Platz haben, reicht oft schon ein einfacher offener Komposthaufen aus, der direkt auf offenem Boden liegt. Er lässt sich schnell anlegen und ist kostengünstig. Etwas strukturierter wird es mit einem selbstgebauten Komposter aus Holz, der für Ordnung sorgt und sich gut in jeden Garten einfügt.

Noch kompakter und besonders effektiv sind sogenannte Thermokomposter: Sie beschleunigen die Rotte durch ihre isolierende Bauweise und sind ideal für kleinere Gärten. Welche Vorteile Thermokomposter im Detail bieten, erfahren Sie in unserem Beitrag: Thermokomposter: Vorteile von Schnellkomposter im Überblick.

Tipp 2: Der richtige Standort für den Komposter

Der richtige Standort für den Komposthaufen im Garten ist windig und halbschattig. So kann der Komposter ausreichend lüften, damit keine Fäulnis entsteht und er nicht zu schnell austrocknet. Ein wenig Morgensonne ist willkommen, pralle Mittagshitze hingegen eher nicht.

Wichtig: Der Boden muss offen und durchlässig sein. Nur so können Regenwürmer, Asseln und andere fleißige Helfer von unten einwandern (Destruenten = Zersetzer). Wer den Kompost auf Pflaster, Beton oder einer Folie anlegt, versperrt den Nützlingen den Weg und verhindert damit die natürliche Zersetzung. Außerdem würde sich Staunässe bilden, die dann wiederum zu Fäulnis führt.

Auch die Nachbarschaft will bedacht sein. Ein Komposthaufen kann je nach Füllung und Pflege leicht riechen. Deshalb den Komposter besser mit etwas Abstand zum Gartenzaun oder Sitzplatz planen. Ein befestigter Weg dorthin lohnt sich ebenfalls, besonders bei Regenwetter.

Empfehlung: Der richtige Standort für einen Thermokomposter ist in der prallen Sonne.

Tipp 3: Wie groß sollte der Komposthaufen sein?

Damit die Rotte gut in Gang kommt, sollte ein Komposthaufen mindestens 1 m³ Volumen haben. Bei kleineren Mengen bleibt die Temperatur oft zu niedrig, und die Verrottung verläuft langsamer. Allerdings muss der Komposthaufen Wärme entwickeln, damit der Kompost reif wird.

Empfehlung: Wer regelmäßig kompostiert, fährt gut mit einem Drei-Kammer-System. In der ersten Kammer sammeln sich frische Abfälle, in der zweiten rottet das Material und in der dritten reift der fertige Kompost. So lässt sich der Kreislauf kontinuierlich aufrechterhalten.

Tipp 4: Komposthaufen richtig schichten

Beim Kompostieren geht es darum, Küchen- und Gartenabfälle sinnvoll zu verwerten. Und wie bei jedem guten Rezept kommt es auf die Zutaten und ihre Reihenfolge an.

Entscheidend ist das Verhältnis von „grünen“ und „braunen“ Abfällen. Grüne Bestandteile wie Rasenschnitt oder Küchenabfälle liefern viel Feuchtigkeit und Stickstoff. Braune Bestandteile wie trockenes Laub oder zerkleinerte Äste liefern vor allem Kohlenstoff und verhindern Nässe. Ideal ist ein Verhältnis von 1 Teil grün zu 2 Teilen braun. Ist der Komposthaufen zu feucht, beginnt er schnell zu riechen oder zu faulen. Zu viel Trockenes wiederum bremst die Verrottung.

Beim Komposthaufen-Schichten starten Sie am besten mit einer Lage aus grobem Schnittgut. Diese sorgt für Belüftung und verhindert Staunässe. Darauf folgt eine dünne Lage Gartenerde oder etwas reifer Kompost. Danach folgen abwechselnd grüne und braune Materialien in dünnen, lockeren Schichten.

Empfehlung: Damit der Komposthaufen schneller verrottet, lohnt es sich, die Abfälle möglichst zu zerkleinern. Küchenreste lassen sich grob hacken, Laub kann mit dem Rasenmäher eingesammelt werden und holzige Gartenabfälle kommen idealerweise durch den Häcksler.

Tipp 5: Komposter-Zusätze

Ein gut gemischter Kompost braucht keine zusätzlichen Mittel. Die Natur regelt die Verrottung selbst, solange die Bedingungen stimmen.

Wer die Zersetzung trotzdem etwas anschieben möchte, kann auf Kompoststarter, Kompostwürmer oder pflanzliche Jauchen (wie verdünnte Brennnesselbrühe) zurückgreifen. Auch eine Handvoll reifer Kompost oder Gartenerde als „Starterkultur“ wirkt Wunder. Diese Zusätze sind zwar nicht notwendig, aber vor allem bei neu angelegten Komposthaufen oft hilfreich.

Tipp 6: Kompost feucht halten

Für die Mikroorganismen im Kompost ist Wasser lebenswichtig. Der Haufen sollte immer leicht feucht sein, aber nicht tropfnass. Ein einfacher Test: Nehmen Sie etwas Kompost in die Hand und drücken Sie ihn zusammen. Wenn sich eine lockere Kugel formen lässt, ist ausreichend Feuchtigkeit im Komposthaufen vorhanden. Ist er zu trocken, einfach mit dem Gartenschlauch leicht befeuchten.

Tipp 7: Kompost regelmäßig umsetzen

Um möglichst schnell brauchbare Komposterde zu erhalten, müssen Sie den Kompost in regelmäßigen Abständen umsetzen. Einmal im Jahr ist sogar Pflicht, denn Kompost sollte nicht länger als ein Jahr lagern. Setzen Sie den Kompost am besten im Februar um, denn dann können Sie die frisch gewonnene Erde im Frühjahr gleich für die Aussaat von Pflanzen, Gemüse und Obst verwenden.

Empfehlung: Wer ein Drei-Kammer-System nutzt, spart sich das Umsetzen größtenteils. Einfach den Kompost von Kammer zu Kammer umschichten und den fertigen Kompost sieben.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

3 Kommentare

  1. Ich habe da noch eine Frage. Nutzt du den Komposthaufen nur für Gartenabfälle oder auch für Hausabfälle (Bio-Abfall). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Mischung mit Bio-Abfall besser zersetzt. Meiner Meinung nach reicht ein Jahr auch nicht aus, um das Material ausreichend zu zersetzen. Ich benutze ein drei-Schicht-System und Schichte ca. alle 8 Monate (wie ich Lust habe) um (habe also quasi 3 Komposthaufen nebeneinander.

  2. Franz Maier on

    Mein Hund schmaust täglich an meinem neuem mehrschichtigem Prachtstück von Komposthaufen!
    Was tun???

    • Ringo von Gartentipps.com
      Ringo von Gartentipps.com on

      Das ist witzig (sorry)! Was genau frisst er denn?

      Da hilft wohl nur, dass du den Komposthaufen möglichst unzugänglich herrichtest. Mein Komposthaufen ist beispielsweise von einem Drahtgeflecht umgeben, so dass von allen Seiten Luft an das Schnittgut und die Küchenabfälle heran kann. Nach oben hin ist der Kompostbehälter offen. Ich müsste also nur oben ein zusätzliches Gitter oder eine Europalette oder ähnliches auflegen.

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