Ambrosia ist eine hochgradig allergene Pflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt. In Deutschland breitet sie sich seit Jahren aus. Wer die Pflanze frühzeitig erkennt und richtig bekämpft, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch die Nachbarschaft.
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Ambrosia Arten
Ambrosia gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und umfasst rund 40 Arten. In Europa haben sich vor allem zwei Arten als Neophyten fest etabliert: das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) und das Ausdauernde Traubenkraut (Ambrosia psilostachya).
Beide gelten als hochallergen – und das ist keine Übertreibung: Schon 5 Pollenkörner pro Kubikmeter Luft reichen aus, um eine allergische Reaktion auszulösen. Zum Vergleich: Bei Gräserpollen liegt dieser Wert bei etwa 50. Das Problem dabei ist, dass die meisten Menschen Ambrosia gar nicht erkennen würden.
Wo wächst Ambrosia?

Ambrosia ist besonders in Süddeutschland verbreitet, da die klimatischen Bedingungen günstig sind – mittlerweile ist sie aber auch im Norden anzutreffen. Einer der wichtigsten Einschleppungswege war verunreinigtes Vogelfutter: Sonnenblumenkerne und Ambrosia-Früchte reifen gleichzeitig und werden beim Ernten vermischt.
Dazu kommen die Verbreitung durch Wind und auch durch Mäharbeiten an Straßenrändern. Einmal etabliert, ist Ambrosia kaum loszuwerden. Ihre Samen bleiben jahrzehntelang keimfähig. Kein Wunder also, dass Ambrosia heute an vielen Standorten auftaucht:
- Straßenränder, Bahndämme und Wegränder
- Brachflächen und Schuttplätze
- Baustellen und gestörte Böden
- Äcker und Felder (besonders Sonnenblumen- und Maisfelder)
- Gärten und Komposthaufen
- Flussufer und Kiesbanken
Ambrosia: Pollen und allergische Auswirkungen

Ambrosiapollen sind mikroskopisch klein, kugelförmig und mit feinen Stacheln besetzt – genau diese Stacheln ermöglichen es ihnen, sich an Schleimhäuten festzuhaften und dort Reizungen auszulösen.
Die Folge sind typische allergische Symptome wie Augenjucken, Niesen, Müdigkeit und Reizbarkeit, die das allgemeine Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Da die Pollen tief in die Atemwege eindringen, können sie zudem Heuschnupfen und Asthmaanfälle auslösen – bei besonders empfindlichen Menschen sogar Atemnot.
Wer direkten Kontakt mit der Pflanze hat, riskiert zusätzlich Hautreaktionen wie Ekzeme. Kreuzallergien mit Korbblütlern und Gräsern können die Beschwerden weiter verschärfen.
Schon gewusst? Hauptsächlich entstehen Ambrosiapollen an den männlichen Blüten, die am Blütenstand der Ambrosia oberhalb der weiblichen Blüten sitzen. Eine einzige Pflanze kann bis zu 1 Milliarde Pollen ausstoßen und diese sind dann sogar über mehrere Jahrzehnte keimfähig.
Ambrosia Pollenzeit
Während die meisten Allergiker im Sommer aufatmen, fängt für Ambrosia die Blütezeit erst an. Je nach Witterung beginnt die Pollenzeit ab Mitte Juli und und dauert bis in den Oktober – manchmal sogar bis zum ersten Frost. Der Höhepunkt liegt zwischen August und September.
Übrigens: Menschen, die bisher noch nie mit Allergien zu tun hatten, können auf die Ambrosia allergisch reagieren. Es ist also niemand davor gefeit und deshalb bleibt nur eine einzige Möglichkeit. Weg mit dem Unkraut!
Ambrosia erkennen: 6 wichtige Merkmale

Eine Ambrosia-Pflanze zu erkennen, ist nicht gerade einfach. Sie hat eine sehr starke Ähnlichkeit mit anderen Pflanzen aus unserer Umgebung. So gilt sie besonders als Doppelgänger des Gemeinen Beifußes (Artemisia vulgaris), aber auch die Wilde Möhre (Daucus carota) und Wermut (Artemisia absinthium) sind ihr zum Verwechseln ähnlich.
Ambrosia Steckbrief

| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Wuchshöhe | 20 bis 200 cm |
| Blätter | Tief eingeschnitten, farnähnlich, beidseitig grün |
| Stängel | Aufrecht, rötlich-grün, leicht behaart |
| Blüten | Kleine, unscheinbare grün-gelbliche Blütenähren |
| Blütezeit | Juli bis Oktober |
| Geruch | Aromatisch-würzig beim Zerreiben der Blätter |
| Wurzel | Tiefe Pfahlwurzel, schwer herauszuziehen |
| Standort | Sonnige, offene Flächen, Wegränder, Brachland |
| Besonderheit | Unterseite der Blätter silbrig-grün schimmernd |
Vergleich Gemeiner Beifuß und Ambrosia


| Merkmal | Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris) | Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia) |
|---|---|---|
| Blätter | • Oberseite dunkelgrün • Unterseite silbrig-weiß • filzig behaart | • Ober- und Unterseite gleichmäßig grün • kein Farbunterschied |
| Stängel | • Glatt • unbehaart • oft rötlich-violett gefärbt | • behaart • grün • verfärbt sich im Herbst rötlich |
| Entwicklung | • Wächst schnell • erreicht Ende Mai bereits 25 bis 50 cm | • Wächst langsam • Ende Mai meist nur 10 bis 20 cm hoch |
| Blühbeginn | • Blüht ab Juni | • Blüht ab Juli |
| Blütenstand | • Große, pyramidenförmige Rispen mit unscheinbaren Blüten | • Kleine, traubenartige männliche Blüten an den Triebspitzen • bei Pollenreife gelblich gefärbt |
Ambrosia bekämpfen: 4 Tipps
Wer Ambrosia entfernt, sollte grundsätzlich Handschuhe tragen. Denn bereits der Hautkontakt kann Hautreizungen auslösen. Fällt die Arbeit in die Blütezeit von August bis Oktober, ist zusätzlich eine Atemschutzmaske empfehlenswert, da die Pollen beim Herausreißen aufgewirbelt werden und sofort Beschwerden verursachen können.

Tipp 1: Ambrosia samt der Wurzel vor der Blüte herausreißen und anschließend im Hausmüll entsorgen. Die Pflanze nicht in den Biomüll oder auf den Kompost schmeißen, da sich die Pflanze hier ungehindert weiter ausbreiten kann.
Tipp 2: Hat die Ambrosia schon Blüten gebildet, sollten Sie zuerst den Blütenstiel abschneiden und anschließend die Pflanze ebenfalls mit Wurzel herausziehen, da sich die Pflanze sonst ziemlich schnell wieder regenerieren würde. Tragen Sie zur Sicherheit Handschuhe und eine Staubmaske, um sich vor den Pollen zu schützen.
Tipp 3: Da Ambrosiasamen wie bereits erwähnt viele Jahrzehnte keimfähig bleiben, sollten Sie die betreffenden Stellen jährlich auf Wiederaustrieb kontrollieren.
Tipp 4: Untersuchen Sie auch besonders Ihre Vogelfutterplätze auf Ambrosia Pflanzen. Am besten ist es immer, wenn die Pflanze gar nicht erst zur Blüte kommt. So verringern Sie das Risiko, dass die Pollen durch die Luft fliegen und die Pflanze somit ein neues Plätzchen zum Ausbreiten findet.
Ambrosia melden
Die Meldung der Ambrosia-Pflanze erfolgt regional unterschiedlich. In Berlin beispielsweise können Bürger Funde der Pflanze per Mail an die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz melden. In den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern stehen hierfür die Portale der Landesämter für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit oder der zuständigen Umweltämter zur Verfügung.







1 Kommentar
Ist der Fund von Ambrosia-Standorten anzeigepflichtig?
Welche Behörde wäre in Baden-Württemberg dafür zuständig?