Bei der Nachtviole, die am Abend wunderbar duftet, handelt es sich um einen pflegeleichten Zeitgenossen, der sich kinderleicht im Garten anpflanzen lässt.

Die Nachtviole (Hesperis matronalis) ist ein Kreuzblütengewächs und trägt ihren Namen, da ihre Blüten am Abend einen intensiven Duft versprühen. Der Duft der kleinen Blüten, die meist lila gefärbt sind, erinnert an Veilchen und einen Hauch von Nelken, der Nachtfalter anzieht. In Potpourris machen sich die Nachtviolen-Blüten aber auch hervorragend. Allerdings handelt es sich um eine eher kurzlebige, zweijährige Staude. Das krautartige Gewächs zieht mit seinen üppigen Blütentrauben trotzdem Blicke auf sich. Zu Rosen passt diese Pflanze ebenso gut wie zu einem Bauerngarten.

Steckbrief der Nachtviole

Nachtviole (Hesperis matronalis)
Wuchshöhe:60 – 70 cm/Jahr
Wuchsbreite:30 – 50 cm
Blütezeit:Juni – August
Standort:absonnig bis halbschattig
Boden:frisch, durchlässig, humusreich
Besonderheit:Duftender Nachtblüher (Mondscheinduftler)
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Die Nachtviole zeigt kreuzförmige Blüten aus vier Blütenblättern, jede nur 2 bis 2,5 Zentimeter groß, dafür in kräftigem Violett, zartem Rosa oder klarem Weiß. Am Ende der Stängel sitzen viele dieser Blüten dicht gedrängt in traubenförmigen Ständen zusammen. Die Blätter sind schmal, lanzenförmig, spitz zulaufend und fein gezähnt, dunkelgrün und auf beiden Seiten rau behaart.

Im ersten Jahr wächst nur eine flache Blattrosette am Boden, erst im zweiten Jahr schieben sich die Blätter wechselständig am Stängel nach oben. Die aufrecht wachsende Staude kann nach der Blüte schlanke, aufrecht stehende Schoten von 4 bis 10 Zentimetern Länge mit den Samen darin bilden.

💡 Tipp: Ist die Nachtviole giftig?
In alten Kräuterbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts wurde die Nachtviole oft als schweißtreibendes Mittel erwähnt und bei Husten oder Brustleiden empfohlen. In der modernen Medizin und Naturheilkunde findet sie jedoch keine Verwendung mehr. Vom Verzehr von Pflanzenteilen ist abzuraten, da die Nachtviole als gering bis schwach giftig gilt. Wer kleine Kinder oder neugierige Haustiere (wie Welpen) hat, die alles in den Mund nehmen, sollte im Garten generell vorsichtig sein.

Herkunft

Diese Art ist nicht nur in Südwest- und Zentralasien, sondern auch in Europa heimisch. Vor allem in höheren Lagen ist die Nachtviole anzutreffen, während dies im Tiefland eher seltener der Fall ist. Bauerngärten in der Mitte Europas schmückt die Nachtviole schon seit mehreren Jahrhunderten. Dies hat auch zu einer Verwilderung und Einbürgerung der Nachtviole in Deutschland geführt, die vorwiegend in Bach- und Flusstälern zu finden ist.

Nachtviole pflanzen

Pflanzzeit

Topfware der Nachtviole kann dank des geschützten Wurzelballens ganzjährig (frostfreie Tage vorausgesetzt) in den Boden gesetzt werden. Im Sommer trocknet die Erde jedoch schneller aus, daher ist eine Pflanzung im Frühjahr oder Herbst besonders empfehlenswert.

Standort

Am üppigsten wächst die Nachtviole an einem absonnigen bis halbschattigen Standort.

Boden

Aufgrund ihres natürlichen Vorkommens lässt sich einfach ableiten, dass ein frischer, nährstoffreicher, humoser und durchlässiger Gartenboden bevorzugt wird. Ein steinig-sandiger Lehmboden gilt daher zum Anpflanzen der Gewöhnlichen Nachtviole als ideal. Nur zu Staunässe darf der Boden nicht neigen.

Pflanzpartner

Neben der Duft- und Schnittpflanze machen sich diese Beetnachbarn besonders gut:

Nachtviole pflegen

Blühende Nachtviolen im Staudenbeet.
Blühende Nachtviolen vermehren sich dank Selbstaussaat. | © Vladimir Arndt / stock.adobe.com

Bei der Nachtviole handelt es sich um einen eher pflegeleichten Zeitgenossen. Für Hobbygärtner bedeutet das also, dass der Pflegeaufwand sehr gering ausfällt. Sie dürfen lediglich nicht die folgenden Pflegemaßnahmen vernachlässigen.

Gießen

Im ersten Jahr nach der Pflanzung benötigt die Nachtviole eine gleichmäßigere Wasserversorgung, um sich einzuwurzeln. Doch auch danach darf regelmäßig gegossen werden. Zwischen den Wassergaben einfach den Boden etwas abtrocknen lassen, denn Staunässe bekommt der Staude nicht.

Düngen

In einem nährstoffreichen Boden benötigt die Nachtviole keinen zusätzlichen Dünger.

Rückschnitt

Fällt die Staude nach der Blüte auseinander, lohnt sich ein Rückschnitt, zumal er gleichzeitig die Versamung verhindert. Wird die Nachtviole direkt im Anschluss an die erste Blüte zurückgeschnitten, treibt sie sogar ein zweites Mal, und der liebliche Veilchen-Duft erfüllt die Abende noch einmal von Neuem.

Überwinterung

Winterschutz braucht die Nachtviole hierzulande nicht, da sie an das Klima gewöhnt ist, und selbst in der kalten Jahreszeit bleibt ihr Laub grün. Nur die Blüten ziehen sich zurück und zeigen ihre Farben erst wieder, wenn der Sommer kommt.

Krankheiten und Schädlinge

Hesperis matronalis ist eine recht robuste Pflanze, wird jedoch gelegentlich von echtem Mehltau, Schnecken an jungen Blättern sowie von den Raupen des Kohlweißlings oder anderer Schmetterlinge befallen. Betroffene Pflanzenteile werden im Restmüll entsorgt.

Nachtviole vermehren

Am unkompliziertesten gelingt die Vermehrung über Samen, denn die Nachtviole sät sich an geeigneten Standorten von selbst aus. Wer die Aussaat lieber steuert, sammelt im Spätsommer die reifen, braunen Schoten und streut die Samen direkt ins Beet, entweder gleich im August oder September, oder erst im folgenden Frühjahr zwischen März und April. Bei der Spätsommeraussaat überwintert die junge Pflanze als kleine Rosette und dankt es im Jahr darauf mit einer besonders kräftigen Blüte.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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