Prunkwinde pflanzen, pflegen und überwintern: So wird Ipomoea mit ihren großen Blüten zum farbenfrohen Sichtschutz an Zaun und Balkon.

Herkunft und Besonderheiten

Die Prunkwinde zählt zur Familie der Windengewächse und ist auch unter der Bezeichnung Kaiserwinde dem Hobbygärtner vertraut. Die Heimat der üppig blühenden Schlingpflanze sind die Tropen. Zur Gattung der Prunkwinden zählen etwa 650 Arten. Zahlreiche Blütenfarben und Schattierungen sind möglich. Den Prunkwinden gehört übrigens auch die Süßkartoffel an.

Die Blüten der Kaiserwinde erscheinen im Juli und können bis in den Herbst hinein andauern. Eine Besonderheit bei der Prunkwinde ist die Blühdauer. Jede Blüte besteht nur einen Tag. Blüten, die am Morgen erscheinen, sind am späten Nachmittag meist bereits wieder verwelkt.

Steckbrief Prunkwinde

Prunkwinde pflanzen, pflegen und überwintern
Die Blüten der Kaiserwinde erscheinen im Juli – © wichai / stock.adobe.com
Prunkwinde (Ipomoea)
Blütezeit:Juli bis Oktober
Blütenfarbe:weiß, blau, rosa & mehrfarbig
Blattform:herzförmig
Besonderheit:zur Wandbegrünung geeignet
Standort:sonnig
Boden:nährstoffreich, feucht

Prunkwinde pflanzen

Die Prunkwinde (Ipomoea tricolor / Ipomoea purpurea) wird bei uns fast immer als einjährige Kletterpflanze kultiviert. Deshalb ist sie im Handel überwiegend als Samen erhältlich und nicht als Jungpflanze im Topf oder gar als Staude.

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Standort

Für die Prunkwinde sollten Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort auswählen.

Boden

Prunkwinden gedeihen in einem lockeren und durchlässigen Substrat, welches ausreichend Nährstoffe aufweist. Etwas Sand oder Perlite zur Durchlüftung schützen auch vor Staunässe.

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Prunkwinden vorziehen: Anleitung

Ab März wird die Prunkwinde in kleinen Pflanztöpfen auf der Fensterbank vorgezogen. Dabei gehen Sie am besten wie folgt vor:

Die Samen über Nacht in Wasser vorquellen lassen. Dann kleine Pflanztöpfe mit Anzuchterde füllen und die Samenkörner etwa einen Zentimeter tief in den Boden drücken. Bei Temperaturen um 20 Grad setzt die Keimung nach circa zwei Wochen ein. Die Jungpflanzen werden im Zimmer weiter kultiviert und können ab Mitte Mai ins Freiland gesetzt werden.

Prunkwinde am Gartenzaun
Prunkwinde am Gartenzaun – © Dmitriy Syechin / stock.adobe.com

Pflanzanleitung: Schritt-für-Schritt

Beim Aus- und Umpflanzen der Prunkwinde sollten Sie auf die empfindlichen Wurzeln Rücksicht nehmen. Heben Sie das Pflanzloch entsprechend großflächig aus, damit die Wurzeln gut aufgenommen werden können und beim Einsetzen der Pflanzen nicht brechen.

  1. Standort bestimmen
  2. Boden vorbereiten
  3. Unkraut und Wurzeln entfernen
  4. Substrat auflockern
  5. Pflanzloch ausheben
  6. Substrat mit Kompost oder Hornspäne anreichern
  7. Prunkwinde einsetzen
  8. Substrat auffüllen
  9. Erde gut andrücken
  10. Prunkwinde angießen

Wichtig für die Prunkwinde ist weiterhin eine geeignete Rankhilfe. Dicke Stäbe sind eher ungeeignet. Viel besser können sich die feinen Ranken an Schnüren, Zäunen oder straffem Draht emporwinden.

Prunkwinde pflegen

Prunkwinde
Die Prunkwinde darf nicht austrocknen – © Edgars / stock.adobe.com

Gießen

Der Wasserbedarf der Prunkwinde richtet sich nach deren Standort. Im Hochsommer kann tägliches Wässern notwendig werden, denn die zahlreichen Blätter verdunsten viel Feuchtigkeit. Die Prunkwinde sollte nicht austrocknen, gleichzeitig ist Staunässe zu vermeiden.

Tipp: Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt kann die Wasserspeichereigenschaften des Bodens verbessern.

Düngen

Ein humoser Gartenboden liefert den Pflanzen in der Regel ausreichend Nährstoffe. Während der Wachstumszeit können gelegentliche Düngergaben jedoch das Wachstum und die Blüte fördern. Dennoch sollten Sie bei der Düngung mit Bedacht vorgehen. Denn eine Überversorgung mit Nährstoffen geht zulasten der Blühfreude. Die Pflanze steckt dann ihre ganze Kraft in die Ausbildung des Blattwerks. Achten Sie deshalb beim Kauf auf einen Dünger, der ausreichend Kalium enthält. Außerdem: Wenn die Prunkwinde gedüngt wird, sollten Sie gleichzeitig ausreichend wässern.

Schneiden

Prunkwinden sind gut schnittverträglich. Die Triebe müssen jedoch nicht zwingend entfernt werden, sondern lassen sich auch in eine andere Richtung umleiten. Ein Rückschnitt ist also nicht notwendig. Nachdem die Pflanze verblüht ist und Sie die Samen gewonnen haben, können Sie die Prunkwinde einfach ausreißen und kompostieren.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten treten meist nur durch Pflegefehler auf. Gegen Blattläuse kann bereits ein harter Wasserstrahl Wirkung zeigen. Bei einem Befall mit Spinnmilben hilft hingegen das Besprühen mit kleinen Mengen an Speiseöl.

Prunkwinde überwintern

Prunkwinden, etwa Ipomoea nil (Blaue Prunkwinde), Ipomoea tricolor (Himmelblaue bzw. Kaiserwinde) oder Ipomoea purpurea (Purpur-Prunkwinde) stammen aus wärmeren Regionen und sind nicht frosthart. Sobald die nächtlichen Temperaturen dauerhaft unter den Gefrierpunkt fallen, sterben sie ab. Deswegen werden die meisten Prunkwinden bei uns einjährig kultiviert.

Tipp: Gartentrichterwinde ‚Blue Hardy‘
Eine Ausnahme bildet die Sorte Ipomoea indica ‘Blue Hardy’. Sie gilt als winterharte Trichterwinde und kann in geschützten Lagen mehrjährig wachsen.

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  • Liefergröße: 12 cm-Topf, ca. 20-30 cm hoch
  • Standort: Sonne bis Halbschatten, Blütezeit: Sommer
  • Wuchshöhe: , Pflanzabstand: 60-80 cm
  • Pflegeaufwand: gering – mittel, Wasserbedarf: Ja
  • Lebendsdauer: mehrjährig, Winterhart: Ja

Prunkwinde vermehren

Prunkwinden sind ausgesprochen samenfreudig. Nach der Blüte bilden sie kleine, meist dreikammerige Samenkapseln, die im Verlauf des Sommers bis in den Herbst hinein braun und papierartig trocken werden. Erst in diesem Zustand lassen sich die Samen ernten. Zu früh geerntete Kapseln reifen schlecht nach und schimmeln leicht.

Sobald die Kapseln sich von selbst öffnen oder leicht öffnen lassen, können sie abgeschnitten und in einer flachen Schale oder auf Zeitungspapier nachtrocknen. Die Samen werden anschließend herausgelöst und in Papiertütchen oder kleinen Saatgutgläsern trocken, dunkel und kühl gelagert. Die Aussaat erfolgt dann, wie bereits oben beschrieben.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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