Sellerie pflanzen ist nicht schwer. Sofern der Boden richtig vorbereitet ist, gelingt Ihnen die Kultur von Knollen-, Stauden- und Schnittsellerie garantiert auch im eigenen Garten.
Ein zwischen den Fingern zerriebenes Blatt genügt, und schon steigt dieser würzige, leicht erdige Duft auf, der Lust auf den Suppentopf macht. Dass Sellerie gesund ist, kommt als Bonus obendrauf. Der knackige Staudensellerie, auch Stangensellerie genannt, bringt Biss in Salate und Smoothies. Die deftige Knolle macht aus Suppen und Pürees etwas Besonderes. Der Schnittsellerie, auch Blattsellerie genannt, wandert als kräftiges Würzkraut frisch gepflückt in den Topf. Der Anbau ist zwar etwas anspruchsvoller, dafür überzeugt der Geschmack am Ende umso mehr.
Knollen-, Staudensellerie und Schnittsellerie
Sellerie (Apium graveolens) gehört zu den Doldenblütlern, mit Möhre, Fenchel, Petersilie und Dill als nahen Verwandten. Seine Wildform, der Sumpfsellerie auch als Wilder Eppich bekannt, wächst ursprünglich im Mittelmeerraum und siedelt sich bevorzugt an feuchten, nassen und salzhaltigen Standorten an, etwa an Küsten und in Salzwiesen. Als Küstenbewohner kennt der Wilde Eppich weder Trockenheit noch ausgemergelten Boden. Deshalb verlangt auch der Sellerie im Beet viel Wasser und reichlich Nährstoffe. Aus dieser Wildform entstanden im Lauf der Zeit dann unsere bekannten Züchtungen für Garten und Küche.
Kollensellerie

| Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum) | |
|---|---|
| Wuchsform | Knolle aus Wurzel und Sprossbasis, Blattschopf obenauf |
| Wuchshöhe: | Bis etwa 60 cm |
| Erntezeit: | Ab Ende Oktober |
| Standort: | Sonnig |
| Besonderheit: | Herzblatt muss beim Pflanzen frei bleiben |
| Verwendung: | Suppengrün, Püree, Schnitzel, roh oder gekocht |
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Staudensellerie

| Staudensellerie (Apium graveolens var. dulce) | |
|---|---|
| Wuchsform: | Kräftige, fleischige Blattstiele |
| Wuchshöhe: | Bis etwa 60 cm |
| Erntezeit: | Ab Juli |
| Standort: | Sonne |
| Besonderheit: | Roh als Snack, Salate, Wok-Gerichte, Smoothie |
| Verwertung: | Lässt sich durch Abdunkeln bleichen |
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💡 Tipp: Lässt sich Staudensellerie aus dem Supermarkt nachziehen?
Wie beim Regrowing typisch, kommt der abgeschnittene Strunk mit der Schnittfläche nach unten in ein Glas Wasser an einen hellen Platz und bekommt alle paar Tage frisches Wasser. Nach etwa einer Woche treiben neue Blätter aus, dann zieht der Strunk in einen Topf mit Erde um und wächst dort weiter.
Schnittsellerie

| Schnittsellerie (Apium graveolens var. secalinum) | |
|---|---|
| Wuchsform: | Feines, petersilienähnliches Laub ohne Knolle |
| Wuchshöhe: | Bis etwa 30 cm |
| Erntezeit: | 100 – 200 cm |
| Standort: | Sonne bis Halbschatten |
| Verwendung: | Würzkraut wie Petersilie, frisch oder getrocknet |
| Besonderheit: | Wächst am schnellsten, auch im Topf |
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Sellerie anbauen
Damit Sellerie später kräftig wächst, entscheiden schon Standort, Boden und der richtige Zeitpunkt über den Erfolg im Beet.
Standort
Knollen- und Staudensellerie sind auf ein wirklich sonniges Beet angewiesen, um genug Kraft für Knolle oder Stangen zu entwickeln. Ein luftiger Standort ohne dichte Nachbarpflanzen beugt zudem Krankheiten vor. Schnittsellerie zeigt sich toleranter gegenüber Halbschatten und eignet sich deshalb auch für den Kübel auf dem Balkon.
Boden
Als Starkzehrer benötigen Selleriepflanzen einen humosen, nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Boden. Deshalb lohnt es sich, das Beet bereits im Herbst intensiv vorzubereiten:
- Nährstoffdepot im Herbst anlegen:
Neben einer kräftigen Kompostgabe ist das Einarbeiten von gut verrottetem Mist im Herbst ideal. Bis zum Frühjahr setzen sich die Nährstoffe perfekt im Boden um, ohne die empfindlichen Jungpflanzen später zu verbrennen. - Gründüngung als Alternative:
Wer keinen Mist zur Hand hat, kann im Spätsommer eine geeignete Gründüngung (wie Bienenfreund oder Hülsenfrüchtler) einsäen. Sie lockert den Boden tiefgründig und liefert nach dem Einarbeiten wertvollen Humus. - Steinfreiheit garantieren:
Für das Wachstum des Knollenselleries ist zudem ein absolut steinfreier Boden nötig, da sich Knollensellerie beim Wachsen sonst stark verformt oder teilt.
💡 Tipp: Pflanzpause beachten
Sellerie ist ausgesprochen selbstunverträglich. Werfen Sie deshalb schon bei der Standortplanung einen Blick auf die Fruchtfolge im Gemüsebeet. Vier Jahre Abstand zur letzten Selleriekultur haben sich bewährt.

Autoren-Kommentar von Ringo Dühmke
💡 Alternativ Boden im Frühjahr vorbereiten
Auch ohne Vorbereitung im Herbst lässt sich das Beet im Frühjahr noch gut für den Sellerieanbau vorbereiten. Säen Sie Mitte März großzügig Bienenfreund aus und harken Sie den Dunkelkeimer etwa 1 bis 2 cm tief ein. Im März und April wächst die Phacelia zügig, unterdrückt aufkommendes Unkraut und durchwurzelt den Boden mit ihren feinen Wurzeln.
Ende April mähen Sie den Bestand ab und arbeiten die noch weichen Pflanzenreste flach in den Boden ein. Nach den Eisheiligen, sobald keine stärkeren Nachtfröste mehr zu erwarten sind, pflanzen Sie den Sellerie in das vorbereitete, feinkrümelige Beet.
Wann Sellerie pflanzen
Wann Sellerie ins Beet darf, hängt von der Art ab. Knollen- und Staudensellerie benötigen einen warmen Boden. Nach den Eisheiligen, Mitte Mai, ist es warm genug. Schnittsellerie lässt sich dagegen direkt von Mai bis Juni ins Freiland aussäen. Wandern die Jungpflanzen zu früh ins Beet, lässt sie die Kälte vorzeitig schossen, also blühen, statt Gemüse auszubilden.
💡 Tipp: Sellerieblüte abschneiden
Zeigt sich trotz aller Vorsicht ein Blütentrieb, schneiden Sie ihn ab. Durch das Entfernen der Blüte stoppen Sie den Samenstand. Die Pflanze steckt ihre Energie wieder in das Wachstum der Blätter und der Knolle statt in die Blütenbildung.
Sellerie vorziehen
Aussaattermine:
• Knollensellerie Vorkultur Februar/März/April
• Stangensellerie Vorkultur März/April
• Schnittsellerie Vorkultur März, Freiland Mai/Juni
So gelingt die eigene Anzucht auf der Fensterbank:
- Füllen Sie die Anzuchtschale mit nährstoffarmer Aussaaterde. Die feinen Samen nur andrücken, nicht mit Erde bedecken, denn Sellerie gehört zu den Lichtkeimern.
- Bei konstant 18 bis 22 °C keimen Ihre Samen dann innerhalb von zwei bis drei Wochen.
- Sobald sich nach den Keimblättern die ersten gezackten Sellerieblätter zeigen, pikieren Sie die Sämlinge und setzen sie einzeln in kleine Töpfe mit normaler Pflanzerde.
- Danach bei kühleren 16 bis 18 °C weiterziehen, damit sie kompakt bleiben statt zu vergeilen. Gießen Sie regelmäßig, aber nur leicht, damit keine Staunässe entsteht.
Sellerie-Topfware einpflanzen
Ohne eigene Vorzucht lassen sich Knollensellerie und Staudensellerie ab Ende April als günstige Jungpflanzen im Tray bei Gärtnereien und Gartenmärkten kaufen. Schnittsellerie findet sich dagegen eher als Küchenkraut im Topf, ähnlich wie Basilikum oder Petersilie.
So gelingt das Einpflanzen:
- Nehmen Sie die jungen Pflanzen aus den Anzuchttöpfen vorsichtig heraus. Sitzen mehrere Pflanzen im Tray nah zusammen, trennen Sie die einzelnen Pflanzen behutsam voneinander.
- Heben Sie ein Pflanzloch in der jeweils passenden Tiefe aus. Beim Knollensellerie muss das Herzblatt, also der Vegetationspunkt, in der Mitte der Pflanze über dem Boden liegen. Staudensellerie und Schnittsellerie kommen genauso tief in die Erde, wie sie zuvor im Topf standen.
- Setzen Sie die Jungpflanze ein, drücken Sie die Erde an und gießen Sie gründlich an, damit sich die feinen Wurzeln mit dem Boden verbinden.
- Beim Pflanzabstand halten Sie 40 mal 40 Zentimeter für Knollensellerie ein, 30 mal 30 Zentimeter für Staudensellerie, 20 mal 20 Zentimeter für Schnittsellerie.
- Knollensellerie hat mit etwa 26 Wochen die längste Kulturzeit, Staudensellerie kommt mit 16 bis 20 Wochen aus und Schnittsellerie ist schon nach 8 bis 10 Wochen erntereif.
💡 Tipp: Staudensellerie bleichen
Wer ein feineres Aroma bevorzugt, deckt die unteren Stängel von Staudensellerie ab Mitte September für ein bis zwei Wochen ab, zum Beispiel mit Wellpappe oder durch Aufhäufeln von Erde. Ohne Licht bleiben die Stangen heller und milder im Geschmack.
Pflanzpartner
Manche Nachbarn tun dem Sellerie im Beet richtig gut, andere schwächen ihn eher. Mit Lauch verträgt er sich gut, weil beide einen ähnlichen Nährstoffbedarf haben und sich in der Wurzeltiefe nicht in die Quere kommen. Auch Tomaten eignen sich für die Mischkultur. Sie mögen denselben feuchten, nährstoffreichen Boden wie Sellerie und spenden ihm an heißen Sommertagen sogar etwas Schatten. Buschbohnen liefern über ihre Wurzelknöllchen sogar zusätzlichen Stickstoff für den starkzehrenden Sellerie.
💡 Tipp: Schlechte Beetpartner
Schlecht wächst Sellerie direkt neben Kartoffeln, Mais oder Paprika. Hier konkurrieren die Wurzeln zu stark um Wasser und Nährstoffe, sodass beide Pflanzengruppen geschwächt wachsen. Auch der eigene Verwandte Fenchel eignet sich als Nachbar eher nicht. Beide gehören zu den Doldenblütlern und ziehen dadurch dieselben Krankheiten und Schädlinge an.
Sellerie pflegen
Gießen
Trockenheit verursacht kleine, holzige Knollen, oder bittere, faserige Stangen beim Staudensellerie. Deshalb bleibt der Boden am besten immer leicht feucht, aber nicht staunass. Sonst wird die Erde verdichtet und der Sellerie erhält zu wenig Sauerstoff. Ein Gießrand ums Beet lässt das Wasser langsam und tief einsickern.
Düngen
Während der Wachstumszeit von Mai bis September oder Oktober bekommt Knollen- und Staudensellerie zweimal einen kalihaltigen Dünger. Alternativ eignet sich eine verdünnte Brennnesseljauche im Verhältnis 1 zu 10, etwa alle 10 bis 14 Tage. Schnittsellerie kommt dagegen mit einer schwächeren, dafür regelmäßigen Nachdüngung etwa alle acht Wochen aus. Schließlich wächst hier laufend neues Laub nach, statt einer einzelnen großen Knolle oder dicker Stangen.
- Behebt Kaliummangel: Der spezielle Kaliumdünger lässt sich einfach mit der Hand ausbringen und gleicht den Kaliummangel von Frühjahr bis Herbst für starke Pflanzen aus
- Für alle Gartenpflanzen: Organischer Kaliumdünger für alle Gemüse- und Obstpflanzen, Ziergehölze und Rasen im Garten, wirkt sofort und reicht für bis zu 100 m² aus
Überwintern
Im Gartenbau wachsen alle Sellerie-Arten für den Verzehr streng einjährig. Das Überwintern lohnt sich wirklich nur, um im Sommer des zweiten Jahres die feinen, weißen Blütendolden für Insekten stehen zu lassen oder die Samen für die nächste Aussaat zu gewinnen. Denn die Knollen werden holzig und die Stangen faserig, sie schmecken einfach nicht mehr. Einzig Blattsellerie übersteht milde Winter problemlos im Beet, verliert jedoch ebenfalls an Geschmack im zweiten Kulturjahr.
💡 Tipp:
Knollensellerie ist sehr frostempfindlich und fault im Beet im Winter schnell weg.
Sellerie ernten
Erntezeit je Sorte:
- Knollensellerie Ende Oktober bis Anfang November
- Staudensellerie von Juli an laufend einzelne Stangen oder im Herbst als ganze Staude
- Blattsellerie lässt sich das ganze Jahr über nach Bedarf schneiden, wie Petersilie
Beim Ernten lockern Sie mit der Grabegabel die Erde rund um die Pflanze. Danach ziehen Sie den Sellerie am Blattschopf aus dem Boden heraus. Ein Spatenstich zu dicht am Sellerie verletzt sonst leicht die Knolle oder die Wurzeln. Nur der Knollensellerie eignet sich anschließend für die Lagerung über den Winter. Größere Erntemengen lassen sich alternativ auch gut einfrieren oder trocknen.
💡 Tipp: Wie lange hält sich geernteter Sellerie im Kühlschrank?
Knollensellerie übersteht im Kühlschrank bei 5 bis 7 °C mehrere Wochen, am besten in einem feuchten Tuch gewickelt. Staudensellerie ist empfindlicher und bleibt nur etwa eine Woche frisch.
Krankheiten und Schädlinge
Sellerieschorf, Blattfleckenkrankheit und Sellerierost gehören zu den häufigsten Krankheiten. Ein luftiger, nicht zu dicht bepflanzter Standort beugt den Pilzkrankheiten wirksam vor. Zeigen sich trotzdem gelblich-braune Flecken auf den Blättern, steckt meist die Blattfleckenkrankheit dahinter. Befallene Pflanzen kommen aus dem Beet und nicht auf den Kompost, sonst verbreitet sich der Pilz weiter.
Von den Schädlingen setzen die Larven der Selleriefliege und Wühlmäuse dem Sellerie am häufigsten zu. Gegen die Selleriefliege helfen feine Kulturschutznetze direkt nach der Pflanzung, wie sie sich beim Schutz von jungem Gemüse allgemein bewähren. Ein engmaschiger Wühlmauskorb dient als Barriere und kommt schon beim Pflanzen mit in die Erde.
- Feinmaschiges Design: Feinmaschiges Design kann Pflanzen besser schützen und verhindern, Pflanzen von Insekten und Vögeln angegriffen werden. Behindert Feinmaschig nicht Durchgang von Sonnenlicht, Regen und beeinträchtigt nicht das Wachstum von Pflanzen
Fazit: Sellerie pflanzen
Schnittsellerie lässt sich nebenbei hochziehen, im Hochbeet, im Kübel, sogar in der Kräuterecke direkt neben der Küchentür. Staudensellerie und vor allem Knollensellerie benötigen dagegen einen festen Platz im Anbauplan und regelmäßige Pflege über den ganzen Sommer. Dafür lohnt sich am Ende die eigene Ernte umso mehr. Supermarktware schmeckt selten so aromatisch wie frisch aus dem Beet gestochene Knollen oder Stangen.







