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Basilikum – Hinweise zu Pflanzung, Pflege und Verwendung

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Basilikum verfeinert diverse Speisen und besitzt zudem eine heilende Wirkung. Hier erfahren Sie, wie Sie dieses universelle Kraut richtig pflanzen und pflegen.

Basilikum
© David / stock.adobe.com

Basilikum (Ocimum basilicum) ist eines der beliebtesten Küchenkräuter. Aus der mediterranen Küche sind die kleinen, aromatischen Blätter nicht wegzudenken. Für viele ist das würzige Kraut der Inbegriff für Urlaub im Süden.

Wie sich die wärmeliebende Pflanze auch in unseren Breiten erfolgreich kultivieren lässt und welche wertvollen Inhaltsstoffe in dem geschmacksintensiven Küchenkraut stecken, kann nachfolgend in Erfahrung gebracht werden.

Pflanzenkunde

Basilikum zählt zu den Lippenblütengewächsen und wird auch Basilienkraut genannt. Die Pflanzen setzen intensive Aromen frei, welche Insekten anziehen. Der Gehalt an ätherischen Ölen ist besonders hoch, da sich die Wirkstoffe im gesamten Spross befinden.

Der Pflanzengattung Basilikum gehören zirka 30 Arten an, welche weltweit in warmen bis tropischen Regionen beheimatet sind. Wir besprechen im Folgenden den einjährigen Basilikum, der in unseren Breiten weit verbreitet ist und häufig in Kräutertöpfen in Supermärkten angeboten wird.

Inhaltsstoffe

Unmittelbar vor und während der Blütezeit ist der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen am höchsten.

Folgende Inhaltsstoffe verleihen der Pflanze Geschmack und Aroma:

  • Linalol
  • Methylchavicol
  • Eugenol
  • Gerbstoffe
  • Flavonoide
  • Kaffeesäure

Basilikum strömt einen frischen Geruch aus. Der Geschmack ist kräftig und würzig und erinnert an Estragon, Thymian oder Nelken.

Herkunft

Der Ursprung der Pflanze ist in Indien zu suchen. Basilikum war den Indern heilig und wird dort seit etwa 1.000 Jahren gezielt angebaut. Bereits in der Antike war Basilikum auch im Mittelmeerraum bekannt. Im alten Rom galt die Pflanze als Synonym für Hass. Die Römer glaubten, die Blätter würden sich in Skorpione verwandeln. Der deutsche Volksglaube schätzt Basilikum dagegen als Sympathieüberträger.

Heute wird Basilikum in den Tropen wie in den gemäßigten Klimazonen angebaut. Führende Anbaugebiete befinden sich in Italien und Frankreich. Die Kultivierung im Freiland ist in Deutschland allgemein schwierig. Die Erträge sind für den kommerziellen Anbau kaum von Belang. Häufig werden auf dem deutschen Markt Pflanzen aus den Niederlanden angeboten. Diese stammen aus Unterglasanbau.

Basilikum in der Küche

Basilikum - Gewürz
Basilikum passt wunderbar zu Gerichten mit Tomaten – © lilechka75 / stock.adobe.com

Basilikum kann frisch und getrocknet verwendet werden. Getrocknetes Basilikum behält weitgehend seine Würzkraft und ist lange haltbar. Geschnittenes Kraut hält sich im Kühlschrank und in Folie verpackt mehrere Tage. Auch beim Einfrosten bleiben die Aromen weitgehend erhalten. Es können Blätter und Triebe verwendet werden. Das Kraut wird gesäubert und zerkleinert und hält sich im Tiefkühlschrank mehrere Monate.

Basilikum wird in der kalten wie warmen Küche eingesetzt. Am häufigsten werden Tomatengerichte mit Basilikum verfeinert. Tomaten mit Mozzarella oder Tomatensuppe sind die bekanntesten Gerichte, die nicht ohne Basilikum-Note auskommen. Auch Fleischgerichte oder Fisch können mit Basilikum gewürzt werden.

Das Gewürz wird eher sparsam verwendet und wenn möglich erst am Ende der Kochzeit den Speisen zugegeben. Eine Ausnahme bieten fettige Gerichte. Diese werden leichter verdaulich, wenn man Basilikum mitgart.

Basilikum in der Medizin

Seine gesundheitliche Bedeutung verdankt Basilikum dem hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Auch die heilsamen und schützenden Eigenschaften der enthaltenen Flavonoide spielen eine Rolle. Basilikum besitzt eine allgemein stärkende, krampflösende, beruhigende und appetitanregende Wirkung.

In der Naturmedizin wird Basilikum empfohlen bei:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Fieber
  • Migräne
  • Angstzuständen
  • Schlaflosigkeit
  • Gallenbeschwerden

Abkochungen können als Gurgellösung bei Mund- und Rachenentzündungen verwendet werden. Äußerlich angewendet kann das Kraut zur Linderung von Insektenstichen beitragen.

Achtung: Wer auf Lippenblütler wie Pfefferminze, Majoran oder Thymian allergisch reagiert, muss beim Verzehr von Basilikum mit Kreuzreaktionen rechnen.

Einige hübsche Sorten

Aus dem Basilikum wurden verschiedene Sorten herausgezüchtet. Diese unterscheiden sich in der Form des Laubes wie im Aroma.

SorteBesonderheit
Mammut
  • kräftiger, kompakter Wuchs
  • große Blätter
Chianti
  • besonders aromatisch
  • rote Blätter
Zitronenbasilikum
  • kräftig im Geschmack
  • typisches Zitronenaroma
African Blue
  • robust
  • ideal für Freilandkultur
  • Blätter besitzen rote Adern
Aristotle
  • klassische Laubfärbung
  • Aroma an Gewürznelken erinnernd
Wildis Purpur
  • robust
  • ideal für Freilandkultur
  • Blätter purpurfarben
Italian Star
  • große Blätter
  • intensives Aroma

Basilikum pflanzen

Den passenden Standort finden

Basilikum benötigt einen warmen und sonnigen Standort. Im Schatten werden die Pflanzen weniger gut gedeihen, denn sie reagieren sensibel auf eine feuchte und kühle Umgebung. Die Kultivierung ist im Pflanztopf wie im Freiland möglich.

Tipp: Fallen die Umgebungstemperaturen unter zwölf Grad sind Wachstumsprobleme die Folge und das Wachstum wird häufig sogar komplett eingestellt.

Bei entsprechenden klimatischen Voraussetzungen ist die Kultivierung im Freiland der Haltung auf der Fensterbank vorzuziehen.

In Kürze:

    • hell
    • warm
    • sonnig
    • geschützt

Das ideale Substrat auswählen

Wählen Sie einen lockeren und durchlässigen Boden. Die Erde der im Kräutertopf angebotenen Pflanzen sollte nach dem Kauf möglichst ausgetauscht werden, denn sie ist häufig von minderwertiger Qualität.

Basilikum benötigt ausreichend Nährstoffe und reagiert empfindlich auf Staunässe. In einem schweren und feuchten Boden werden die Pflanzen schnell von Krankheiten befallen und verkümmern.

Es bietet sich an, spezielle Kräutererde zu verwenden. Das Substrat ist durchlässiger und gewährleistet einen besseren Wasserabzug. Allerdings sind kaum Nährstoffe enthalten. Daher ist Kräutererde vor der Verwendung mit Dünger anzureichern.

In Kürze:

    • locker
    • durchlässig
    • humushaltig
    • nährstoffreich
    • schnell erwärmbar

Pflanzanleitung

Hierbei ist zu unterscheiden, ob Basilikum im Freiland angebaut oder im Pflanztopf kultiviert werden soll.

Einjähriger Basilikum kann nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, direkt ins Freiland gesät werden. Die Vorkultur im Frühbeet ist ab Mitte April möglich. Bei der Aussaat ist darauf zu achten, einen entsprechenden Pflanzabstand einzuhalten. Hierfür werden die Jungpflanzen nach der Keimung pikiert. Ein zu enger Pflanzabstand kann bei feuchtem Klima zu Pilzbefall führen und die Pflanzen vernichten.

Basilikum kann auch direkt in Pflanzgefäße ausgesät werden. Dies ist bereits möglich, wenn die Frostgefahr noch nicht komplett gebannt ist, denn die Pflanztöpfe können bei drohenden Nachtfrösten ins Haus geholt werden.

SOS für Topfbasilikum

Basilikum m Topf
© Olga Romankova/ sstock.adobe.com

Wird Basilikum im Pflanztopf im Supermarkt erworben und auf der Fensterbank platziert, erleben Pflanzenfreunde nicht selten eine böse Überraschung. Das Kraut wird welk, verliert die Blätter und bietet einen traurigen Anblick.

Die Pflanzen wurden im Gewächshaus angebaut und erleiden meist bereits durch den Transport teils irreparable Schäden. Dies ist besonders im Winter der Fall. Ein weiteres Problem ist, dass die Halme im Pflanztopf meist viel zu dicht stehen und sich gegenseitig im Wachstum hemmen und die Nährstoffe entziehen.

Folgende Maßnahmen können das Überleben von Topfbasilikum sicherstellen:

1. Pflanze austopfen
2. Pflanze in vier gleiche Teile teilen
3. altes Substrat entfernen
4. geeignetes Substrat bereitstellen
5. vier Pflanzgefäße bereitstellen
6. Pflanzen umtopfen
7. Pflanzen angießen
8. Pflanzen düngen
9. Triebspitzen kappen, um Verzweigung zu fördern

Die wichtigsten Pflanztipps im Überblick

TätigkeitErläuterung
Standort festlegen
  • hell
  • sonnig
  • warm
  • geschützt
Substrat auswählen
  • locker
  • durchlässig
  • nährstoffreich
Pflanzung vornehmen
  • Aussaat ab Mitte Mai ins Freiland
  • Vorkultur ab April im Pflanzgefäß
  • Pflanzabstand beachten

Basilikum pflegen

Basilikum richtig gießen

Das Gießen erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Basilikum holt sich ungern nasse Füße. Zuviel Nässe im Bereich der Wurzeln kann den Pflanzen schaden. Es droht Pilzbefall. Der Pilz führt dazu, dass die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen kann. Damit verdorrt Basilikum trotzt feuchtem Boden. Dies bezeichnet der Gärtner als Umfallkrankheit. Die Pflanzen erwecken optisch den Eindruck des Wassermangels, es wird folglich vermehrt nachgegossen. Das Basilikum geht ein und ist nicht mehr zu retten.

Es ist von einer mäßigen aber regelmäßigen Bewässerung auszugehen. Vor dem Gießen ist es ratsam, mit dem Finger zu erfühlen, ob sich der Boden feucht anfühlt oder bereits ausgetrocknet ist. Abhängig der Witterung ist das Gießverhalten anzupassen. Bei feuchtem Wetter brauchen die Pflanzen weniger Wasser, bei Sonnenschein entsprechend mehr Feuchtigkeit.

Tipp: Wird Basilikum in ein größeres Pflanzgefäß gesetzt, trocknet das Substrat weniger schnell aus und es muss entsprechend weniger gegossen werden.

In Kürze:

    • regelmäßig gießen
    • erst bei abgetrocknetem Substrat bewässern
    • Erde darf nicht komplett austrocknen
    • Staunässe vermeiden
    • Blätter dürfen nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommen

Basilikum richtig düngen

Bei der Düngung gilt es, die Ansprüche der Gewürzpflanze zu beachten. Basilikum wird zu den Starkzehrern gerechnet und unterscheidet sich damit von Schnittlauch, Thymian, Petersilie und anderen herkömmlichen Kräutern. Damit sind gewöhnliche Kräuterdünger nicht geeignet.

Tipp: Basilikum besitzt einen hohen Nährstoffbedarf und benötigt beispielsweise Stickstoff in ausreichender Menge.

Bei der Düngung ist in Freiland- oder Topfpflanze zu unterscheiden.

➛ Freilandpflanze:

  • Nährstoffbedarf etwas geringer als im Pflanzgefäß
  • regelmäßige Düngung notwendig
  • zwischen Mai und September Kompost oder Hornspäne verabreichen
  • gelegentlich Rinderdung oder Kaffeesatz

➛ Topfpflanze:

  • hoher Nährstoffbedarf
  • organischer Flüssigdünger einmal pro Woche
  • Kaffeesatz alle vier Wochen

Obwohl ein hoher Nährstoffbedarf besteht, sollte die Düngung nicht übertrieben werden. Blaukorn ist beispielsweise ungeeignet. Der Dünger enthält mehr Kalium als Stickstoff und es besteht die Gefahr der Überdüngung.

Kaffeesatz hat sich als Naturdünger bewährt und wird direkt auf das Substrat gegeben. So kann Basilikum nachhaltig mit Stickstoff versorgt werden. Weiterhin dient Kaffeesatz als natürliche und umweltfreundliche Schneckenabwehr im Kräuterbeet.

Basilikum vermehren

Basilikum vermehren
© yakovlevadaria / stock.adobe.com

Für die Vermehrung von Basilikum sind folgende Optionen gegeben:

  • Aussaat
  • Stecklinge

Vermehrung durch Aussaat – Schritt für Schritt

1. Saatgefäß bereitstellen
2. Aussaaterde mit einem Drittel Sand vermischen
3. bis zu zehn Samenkörner in ein Pflanzgefäß geben
4. Samen nicht mit Erde bedecken
5. Substrat leicht andrücken
6. Pflanzgefäß mit Folie oder Glas abdecken
7. Pflanzgefäß hell aufstellen
8. direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
9. Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad
10. Samen leicht anfeuchten

Die Keimung erfolgt bereits nach wenigen Tagen. Die Abdeckung des Pflanzgefäßes ist regelmäßig zu lüften, damit im Inneren kein Schimmel entstehen kann. Berühren die Keimblätter die Abdeckung, sollte diese entfernt werden. Haben die Pflanzen mehrere Keimblätter gebildet, können sie in einzelne Pflanzgefäße umgetopft werden.

Vermehrung durch Stecklinge – Schritt für Schritt

1. Steckling schneiden
2. untere Blätter entfernen
3. ein bis zwei Blattpaare am Steckling belassen
4. Steckling in ein Wasserglas stellen
5. Wurzelbildung abwarten
6. Steckling einpflanzen

Als Steckling eignen sich Triebe von etwa zehn Zentimetern Länge. Damit es nicht zur Schimmelbildung kommt, sind die unteren Blattpaare zu entfernen. Nach etwa zwei Wochen beginnt der Steckling im Wasserglas mit der Wurzelbildung. Haben sich ausreichend Wurzeln entwickelt, kann der Steckling in ein Pflanzgefäß gesetzt werden.

Tipp: Verwenden Sie ein größeres Pflanzgefäß und setzen nicht mehr als zehn Stecklinge ein.

Schädlinge und Krankheiten am Basilikum erkennen und bekämpfen

Basilikum ist häufig von Pilzerkrankungen betroffen. Feuchtigkeit und Nässe schaffen das ideale Milieu für den Pilzbefall. Wird eine Pilzerkrankung rechtzeitig erkannt, können die befallenen Pflanzenteile entfernt werden. Durch Anpassung des Gießverhaltens kann das Gewürzkraut unter Umständen noch gerettet werden. Fungizide können für die Bekämpfung nicht genutzt werden, da die Pflanze zum Verzehr bestimmt ist.

Im Freiland wird Basilikum häufig von Schnecken heimgesucht. Die Pflanzen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Schnecken lassen sich bei anbrechender Dunkelheit absammeln oder durch spezielle, biologische Präparate vertreiben.

Weitere mögliche Erkrankungen im Überblick:

  • Umfallkrankheit
    ➛ Der Befall mit Bodenpilzen löst ein Wurzelsterben aus.
  • Luzernemosaikvirus
    ➛ Krankheit wird meist von Blattläusen übertragen. Dabei bilden sich mosaikförmige Vergilbungen auf den Blättern.
  • Blattfleckenkrankheit
    ➛ Hierbei handelt es sich um einen Pilzbefall, der durch kühle und feuchte Witterung begünstigt wird. Dadurch verfärben sich die Blätter gelblich bis rotbraun.
  • Fusarium-Welke
    ➛ Bei dieser Erkrankung welken die Blätter bei intakten Wurzeln. Sie kann nicht bekämpft werden, sodass Sie betroffene Pflanzen entsorgen müssen.

Basilikum überwintern

Beim hier beschriebenen einjährigen Basilikum ist der Lebenszyklus mit der Ausbildung der Samen beendet. Eine Kultivierung über den Winter ist nicht möglich. Mehrjährige Arten können im Freiland nicht über den Winter gebracht werden, da sie durchgängig Wärme benötigen. Eine ganzjährliche Kultur in geschlossenen Räumen ist möglich. Dabei ist ein heller warmer Standort zu wählen. Die Bewässerung erfordert viel Fingerspitzengefühl.

Basilikum schneiden und ernten

Basilikum sollte regelmäßig geschnitten werden, damit er keine Blüten ausbildet. Nach der Blütezeit büßen die Pflanzen einen Großteil ihres Aromas ein. Die abgeschnittenen Triebspitzen werden zum Verzehr verwendet.

Ein regelmäßiger Schnitt sorgt für einen kompakten und dichten Wuchs. Es werden nur die oberen Triebe gekürzt. Aus dem unteren Blattpaar entwickeln sich neue Triebe.

Foto1: © David / stock.adobe.com, Foto2: © lilechka75 / stock.adobe.com, Foto3: © Olga Romankova/ sstock.adobe.com, Foto4: © yakovlevadaria / stock.adobe.com

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