Niemand lässt sich gern seine Kirschernte verderben, weder von Staren noch von Blattläusen. Wie Sie letztere an Ihrem Kirschbaum bekämpfen, erfahren Sie hier.

Kirschbäume sind aufgrund ihrer ansprechenden Optik und süßen Ernte in besonders vielen Gärten zu finden. Allerdings heißt dies nicht, dass sie vor Schädlingen geschützt sind. Denn ein Befall mit Blattläusen tritt leider recht häufig auf.

Am häufigsten ist dabei die ‚Schwarze Kirschenblattlaus‘ (Myzus cerasi).

Im schlimmsten Fall kann ein starker Befall mit Blattläusen bedeuten, dass die Früchte des Baumes unterentwickelt und somit nicht genießbar sind. Dann wäre womöglich die komplette Ernte dahin.

Bei größeren Bäumen ist es hingegen so, dass diese den Befall mit Läusen meist recht gut verkraften. Ob tatsächlich Gegenmaßnahmen zur Lausbekämpfung ergriffen werden müssen, hängt also vom Ermessen des Gärtners, sowie der Größe, Beschaffenheit und Resistenz des jeweiligen Kirschbaumes ab.

Die Schwarze Kirschblattlaus (Myzus cerasi) im Porträt

Lebenszyklus

Die schwarze Kirschenblattlaus überwintert als Ei an den Knospen der Kirschbäume. Im Frühjahr schlüpfen sie aus den Eiern und die jungen Blattläuse (Stammmütter) beginnen sich ungeschlechtlich zu vermehren. Sie bringen ohne Befruchtung lebende Nachkommen zur Welt. Dieser Vorgang kann sich im Laufe des Sommers mehrmals wiederholen, so dass die Population der Blattläuse explosionsartig anwächst.

Ab Juni entwickeln sich geflügelte Blattläuse, die auf andere Wirtspflanzen, wie Labkräuter und Ehrenpreis, abwandern. Im Herbst kehren die geflügelten Läuse zur Kirsche zurück und legen dort wieder Eier ab, um den Winter zu überleben.

Ernährung

Die schwarze Kirschenblattlaus ernährt sich vom Phloemsaft der Kirschbäume. Sie sticht die Blätter mit ihrem Rüssel an und saugt den Saft aus. Dies kann zu verschiedenen Symptomen führen, wie:

  • Vergilbung der Blätter
  • Einrollen der Blätter
  • Verkümmerung der Triebe
  • Fruchtfall

In schweren Fällen kann die schwarze Kirschenblattlaus zum Absterben von Kirschenbäumen führen.

Blattläuse am Kirschbaum mit biologischen Mitteln bekämpfen

Brennnesseljauche gegen Blattläuse

Wer eine sanftere Methode der Schädlingsbekämpfung ausprobieren möchte, setzt auf biologische Mittel. In diesem Zusammenhang wird Brennnesseljauche sehr gern verwendet. Die lässt sich ganz einfach aus Brennnesseln und Wasser zubereiten.

Je fünf bis zehn Liter Wasser sollte circa ein Kilogramm Brennnesseln verwendet werden. Indem die Nesseln in dem Wasser eingeweicht werden, tritt Silizium aus ihren Blättern aus. Dieser Wirkstoff eignet sich wiederum wunderbar, um den lästigen Läusen an den Kragen zu gehen.

Denn wenn der Kirschbaum von oben bis unten mit der fertigen Brennnesseljauche eingesprüht wird, führt dies dazu, dass seine Blätter härter werden. Dies wiederum wird für die Blattläuse zu einem echten Problem. Denn widerstandsfähige Blätter können sie nicht so gut aussaugen.

Kirschbaum komplett einsprühen. Auch an den nicht betroffenen Stellen – Bild: vallefrias / stock.adobe.com

Damit die Blattläuse gar nicht erst die Möglichkeit haben, an eine andere Stelle auf dem Kirschbaum abzuwandern, ist es extrem wichtig, dass der komplette Baum mit der Jauche eingesprüht wird. Es reicht also keinesfalls, allein die betroffenen Stellen zu behandeln, da dann ein Befall an einer anderen Stelle zeitnah zu befürchten wäre.

Seifenlösung gegen Blattläuse

Wer keine Brennnesseln zur Hand hat, kann auch eine Seifenlösung herstellen, um den Kirschbaum damit einzusprühen. Folgende Zutaten werden zum Anrühren dieser Lösung benötigt:

  • wahlweise 100 Gramm Kern- oder Schmierseife
  • zwei Liter Wasser
  • 150 Milliliter Spiritus

Nun müssen diese Zutaten nur noch vermischt werden. Dann den Baum einfach besprühen und dabei darauf achten, dass nur die Blattunterseiten mit der Lauge in Kontakt kommen. Noch dazu sollte die Besprühung nicht an heißen Tagen erfolgen. Denn das würde dem Kirschbaum, den es vor dem Schädlingsbefall zu retten gilt, sonst zusätzlichen Schaden zufügen.

Selbstgemachter Tabaksud

Wer nach einer weiteren Alternative zu den eben beschriebenen Methoden der Schädlingsbekämpfung sucht, kann sich auch für Tabaksud entscheiden. Dazu sollten Sie unbedingt einen alten Topf verwenden, in den sie Tabakpflanzen geben, um den Sud aus ihnen heraus zu kochen. Bevor die Blattunterseiten dann mit dieser Lösung besprüht werden können, muss der Sud erst noch sorgfältig gefiltert werden.

Ob Sie sich nun für Brennnesseljauche, die beschriebene Seifenlösung oder doch für Tabaksud entschieden haben, bei einem hartnäckigen Befall mit Blattläusen reicht die einmalige Besprühung meist nicht aus. Es wird also erforderlich sein, den Kirschbaum mehrfach einsprühen, um die Kirschblattläuse endgültig zu bekämpfen.

Weitere effektive Methoden der Blattlausbekämpfung

Wer seinen Kirschbaum aufmerksam, sorgsam und regelmäßig pflegt, wird einen Blattlausbefall womöglich schon sehr früh bemerken. Dann ist es sinnvoll, gegen die Blattläuse direkt mit einem scharf gebündelten Wasserstrahl vorzugehen. Die Kirschblattläuse lassen sich somit gezielt von den Blättern entfernen.

Noch dazu können Sie auf Nummer sicher gehen, indem Sie Triebspitzen, die bereits stark geschädigt wurden, einfach abschneiden. Diese sollten dann mitsamt den Blattläusen fachkundig entsorgt werden. Die fachkundige Entsorgung ist deshalb so wichtig, damit sich die Blattläuse nicht von ihrem Entsorgungsort aus im eigenen Garten weiter ausbreiten können.

Wenn biologische Mittel nicht helfen

Bei einem zu starken Befall bietet sich die eben näher beschriebene Methode allerdings nicht an. Wenn weder dieser Tipp noch die biologischen Methoden der Blattlausbekämpfung Abhilfe versprechen, helfen nur spezielle Präparate, die entweder auf Basis von Rapsöl oder mithilfe von Kaliseife hergestellt wurden. Damit gilt es, den Kirschbaum ebenfalls gründlich einzusprühen, um der Blattlausplage Herr zu werden.

Bei der Auswahl der geeigneten Mittel zur Blattlausbekämpfung sollten Sie jedoch mit Bedacht vorgehen. Schließlich geht es allein darum, die lästigen Schädlinge zu eliminieren, ohne jedoch den Nützlingen neben den Kirschblattläusen ebenfalls an den Kragen zu gehen.

Im gut sortierten Fachhandel sind darüber hinaus auch spezielle Pflaster erhältlich, die am Kirschbaum angebracht werden können. Diese wurden mit einer Substanz getränkt, die gegen Blattläuse wirkt. Nachdem die Pflaster an den Ästen des Kirschbaumes angebracht wurden, können sie für maximal zwei Monate zur Schädlingsbekämpfung verwendet werden.

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Wer möchte, kann im Kampf gegen die Blattläuse aber auch auf die sogenannte Austriebsspritzung zurückgreifen. Dieser Schritt muss dann ergriffen werden, wenn sich die ersten Spitzen der Kirschbaumblätter zeigen. Das Austriebsmittel wird auf dem Baum aufgebracht, um den Baum dann mit einer schützenden Ölschicht aus Rapsöl zu überziehen. So lassen sich die lästigen Blattläuse ebenfalls entfernen.

Tipps, wie sich ein Blattlausbefall verhindern lässt

Süß- und Sauer- sowie andere Kirscharten sind ab dem Zeitpunkt des Austriebs bis in den August hinein am meisten gefährdet, wenn es um einen potenziellen Befall mit Blattläusen geht. Aufmerksame Hobbygärtner werden einen Blattlausbefall daher am besten vermeiden wollen, anstatt diesen später mühsam und nicht immer erfolgreich bekämpfen zu müssen. Die folgenden Tipps haben sich dabei als vorbeugende Maßnahmen im Kampf gegen die Schwarze Kirschblattlaus bewährt:

  1. Eine naturnahe Bewirtschaftung des eigenen Gartens ist ratsam.
  2. Der Garten sollte aus einer möglichst großen Pflanzenvielfalt, sowie einer Reihe von Mischkulturen bestehen, damit Schädlinge unterm Strich weniger Chancen haben. Somit wird sichergestellt, dass möglichst viele Fressfeinde der Blattlaus Einzug im Garten halten.
  3. Es sollte nicht übermäßig mit Stickstoff gedüngt werden. Denn davon profitiert die Blattlaus, da die Fressfeinde dieses Schädlings durch eine vermehrte Düngung leicht Schaden nehmen können.
  4. Um die Fressfeinde der Schwarzen Kirschblattlaus gezielt in den eignen Garten zu locken, bietet sich ein Insektenhotel an. Auch Totholzhecken und Fliegenkästen, die bewusst im Garten positioniert werden, erfüllen diesen Zweck sehr gut. Von Maikäfern über Schlupfwespen bis hin zu Schweb- und Florfliegen ziehen die Fressfeinde der Laus dann zuhauf im Garten ein.

Wer diese Tipps beherzigt, kann also für eine so große Vielzahl an Nützlingen im Garten sorgen, dass Saugschäden durch die Läuse gar nicht erst entstehen können. Die Pflanzenvielfalt im Garten sorgt zudem für einen ansprechenden Gesamteindruck und ist optisch überaus reizvoll.

Es kann ergänzend auch sinnvoll sein, wenn Ameisen von dem betroffenen Kirschbaum ferngehalten werden. Denn sie fungieren als Beschützer der Blattläuse. Ein Leimgürtel kann verhindern, dass Ameisen dieser Rolle nicht mehr nachkommen können.

Alle Methoden der Blattlausbekämpfung beim Kirschbaum im Überblick

Nachfolgend haben wir alle Methoden der Blattlausbekämpfung am Kirschbaum noch einmal übersichtlich aufgelistet:

∎ Bei jungen Bäumen: Besprühung mit seifenhaltigen Präparaten, Wermut-, Rainfarn- oder Rhabarbertee
∎ Austriebsspritzung
∎ Ameisen vom befallenen Kirschbaum fernhalten
∎ Besprühung mit Brennnesseljauche, Seifenlösung (auf Basis von Schmier- oder Kernseife) oder Tabaksud
∎ Bekämpfung mit einem starken Wasserstrahl
∎ Spezielle Klebetafeln gegen Blattläuse
Nützlinge wie Marienkäfer, die als Fressfeinde der Blattlaus gelten, im Garten kultivieren
∎ Besprühung mit speziellen Präparaten auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl
∎ Befallene Triebspitzen entfernen
∎ Mischkulturen anpflanzen sowie eine naturnahe Bepflanzung des eigenen Gartens

Gartentipp des Tages!

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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