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Chinesischer Bleiwurz – Pflanzen, pflegen und überwintern

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Sie lieben blaue Blumen? Dann ist der Chinesische Bleiwurz genau das Richtige für Sie. Die Blühpflanze hat nur wenige Ansprüche und ist deshalb sehr pflegeleicht.

Chinesischer Bleiwurz
© Mathias Karner – Fotolia.com

Der Chinesische Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides) zählt zur Familie der Bleiwurzgewächse und wird auch als Hornkraut oder Hornnarbe bezeichnet. Der Bodendecker sorgt mit seiner späten Blüte für farbliche Akzente im herbstlichen Garten. Die blauen Blüten stehen dabei in Kontrast zur eindrucksvollen, tiefroten Herbstfärbung. In sonnigen und trockenen Lagen fühlt sich der Chinesische Bleiwurz besonders wohl. Es handelt sich um eine Pflanze, die wenig Pflege benötigt und deshalb sehr beliebt ist.

Herkunft der Pflanze

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Pflanze liegt im ostasiatischen Raum und im Himalayagebiet. Erstmals gesichtet wurden die Pflanzen in den chinesischen Provinzen Sichuan, Gansu, Xizang und Guizhou. Der Bleiwurz ist dabei bis in Höhenlagen von 3.500 Metern anzutreffen. In Tibet verehren die Einheimischen die Pflanze sogar als ein Symbol der Weisheit.

Heute ist der Chinesische Bleiwurz auch in Europa heimisch geworden. Der Bodendecker wächst bevorzugt an warmen und sonnigen Standorten, an Gehölzrändern, Böschungen oder Trockenmauern.

Übrigens:
Die Pflanze sollten Sie nicht mit dem Kap-Bleiwurz verwechseln. Diese Pflanze stammt aus Südafrika, wächst strauchförmig, blüht bereits im Mai und ist in der Lage, mit ihren klebrigen Kelchblättern Insekten zu fangen. Beide Pflanzenarten sind nicht miteinander verwandt.

Verwendung des Chinesischen Bleiwurz

Der Chinesische Bleiwurz ist zu einer beliebten Kulturpflanze in unseren Gärten geworden. Das ist nicht zuletzt auf die attraktive und recht späte Blüte zurückzuführen. Geschätzt wird die Pflanze auch aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und ihres geringen Pflegeaufwandes. Die Pflanze bildet hübsche Polster aus, verbreitet sich dabei aber eher langsam. Besonders in Staudenbeeten oder Steingärten ist der Chinesische Bleiwurz anzutreffen und auch im Blumenkasten oder Pflanzkübel setzt die Pflanze farbliche Akzente.

Wann blüht der Chinesische Bleiwurz?

Bis die Blütezeit des Chinesischen Bleiwurz beginnt, benötigen Sie etwas Geduld, denn frühestens Ende August werden die kleinen, enzianblauen Blüten sichtbar. Bis in den Oktober hinein schmückt die Pflanze dann den herbstlichen Garten. Dabei trifft die Blüte mit der rotbraunen Herbstfärbung der Blätter zusammen, was für zusätzliche Blickfänge sorgt. Entfernen Sie die verblühten Pflanzenteile regelmäßig, zeigen sich vermehrt neue Blüten.

So pflanzen Sie den Chinesischen Bleiwurz richtig

Beachten Sie einige Pflegehinweise, ist der Chinesische Bleiwurz eine ausdauernde Blühpflanze mit geringen Ansprüchen. Die Pflanze können Sie im Frühjahr pflanzen. Sie bevorzugt einen trockenen und sonnigen Stand, kann aber auch an Gehölzrändern oder am Fuß von Trockenmauern gepflanzt werden, da sie längere Trockenperioden verkraftet.

Da sich der Chinesische Bleiwurz nur langsam ausbreitet, können Sie ihn auch in Kolonien mehrerer Pflanzen kultivieren. Er bildet mit seinen azurblauen Blütenköpfen und der rötlichen Herbstfärbung zum Beispiel einen hübschen Kontrast zu Fingerkraut, Rosen oder Sommermargeriten.

❍ Standort:

Der Chinesische Bleiwurz nimmt gern ein Sonnenbad. Auch bei Halbschatten gedeiht die Pflanze noch recht gut. Mindestens vier Stunden täglich sollte die Sonne jedoch auf die Pflanze treffen können. Je sonniger die Lage, desto üppiger wird die Blütenpracht ausfallen. Die Pflanze wächst an Gehölzrändern, in Steingärten, in Staudenbeeten, auf Kiesflächen oder auf Mauerkronen. Auch auf trockenen Böschungen können Sie den Bodendecker problemlos anpflanzen. Er stellt dort nicht nur eine Zierde, sondern auch einen Schutz vor Erosion dar. Da die Zweige bei Wind und Regen leicht brechen können, ist ein geschützter Standort von Vorteil.

❍ Boden:

An den Boden stellt die Pflanze allgemein wenig Ansprüche. Der Boden sollte lediglich wasserdurchlässig sein, da die Pflanze Staunässe nicht verträgt. In einem schweren Lehmboden würde sich der Chinesische Bleiwurz nicht wohlfühlen. Schwere Böden können Sie durch das Untermischen von Sand oder Kies entsprechend aufbereiten. Außerdem ist ein warmer, häufig von der Sonne beschienener Boden ideal. Auch einen leicht kalkhaltigen Boden nimmt die Pflanze gut an. Ein Überangebot an Nährstoffen muss jedoch nicht vorhanden sein. Lockere und leicht mineralische Böden bieten die ideale Wachstumsgrundlage.

❍ Pflanzen:

Jungpflanzen reagieren empfindlich auf Spätfröste. Daher liegt die beste Pflanzzeit Anfang Mai. Wir empfehlen Ihnen den Chinesischen Bleiwurz in Gruppen zu pflanzen. Pro Quadratmeter sind zwischen 10 und 15 Pflanzen ideal. Bei trockenen Böden sind sogar mehr Pflanzen notwendig. Halten Sie dabei einen Pflanzabstand von etwa 25 Zentimetern ein. Gehen Sie beim Pflanzen am besten so vor:

  1. Pflanzloch ausheben.
  2. Pflanzen einsetzen.
  3. Erdreich leicht andrücken.
  4. Pflanzen angießen.

Die Pflanzen eignen sich auch für Blumentöpfe, Blumenkübel und Balkonkästen. Dort können Sie sie in Kombination mit Frühblühern einsetzen. Sie treiben dann erst aus, wenn Narzissen und Tulpen bereits verblüht sind. Auch die Neupflanzung im Kübel sollte frühestes ab April erfolgen. Die Pflanzen gedeihen dabei in herkömmlicher Blumenerde am besten. Auch Gartenerde in Verbindung mit Torf können Sie für Kübelpflanzen nutzen.

Damit sich die Pflanze gut ausbreiten kann, sollte das Pflanzgefäß nicht zu klein sein. Die Böden der Pflanzgefäße sollten zudem mit Löchern versehen sein. Da die Pflanzen keine Staunässe vertragen ist es wichtig, das Wasser abfließen kann und sich nicht im Pflanzgefäß staut. Es ist deshalb ratsam auf dem Gefäßboden eine Drainage aus Schotter oder Kies anzulegen. Eine Lage Vlies schützt vor der Verbindung beider Komponenten.

So gießen Sie den Chinesischen Bleiwurz richtig

Befindet sich die Pflanze im Wachstum, müssen Sie für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit sorgen. Auch junge Pflanzen sollten Sie regelmäßig gießen, damit sie gut anwachsen. Hat sich die Pflanze an ihre Umgebung gewohnt, verträgt sie auch kürzere Trockenzeiten. Während der Bodendecker an einem feuchten, humosen Standort kaum zusätzliche Wassergaben benötigt, müssen Sie bei trockenen und steinigen Böden regelmäßig wässern.

Die besten Gießzeiten sind der frühe Morgen oder der spätere Abend. Gießen Sie niemals in der prallen Mittagshitze. Eine Drainage im Boden verhindert die Entstehung von Staunässe, welche vom Chinesischen Bleiwurz nicht vertragen wird. Auch ein zu feuchter Standort im Winter schadet der Pflanze.

Braucht der Chinesische Bleiwurz Dünger?

Die Pflanze ist recht anspruchslos und gedeiht am besten in einem neutralen bis kalkhaltigen Boden. Um den Bodendecker ganzjährlich mit Nährstoffen zu versorgen, können Sie im Frühling mit Kompost oder mit Hornspäne düngen. Den Langzeitdünger dazu einfach in die Erde einarbeiten. Gegen zu schwere Lehmböden hilft eine Auflockerung des Substrates mit Sand oder Kies.

Ist ein Rückschnitt notwendig?

Blüten des Chinesischen Bleiwurz
© emer – Fotolia.com

Während des Gartenjahres benötigt der Chinesische Bleiwurz keinerlei Schnittmaßnahmen. Nach der Blüte im Spätherbst können Sie die Pflanzen aber bodennah zurückschneiden. Es bietet sich jedoch an, auf einen Rückschnitt zu verzichten. Einfach, weil die attraktive rote Herbstfärbung der Blätter Farbe in den eher tristen Wintergarten bringt. Außerdem bietet das Laub der Pflanze einen natürlichen Frostschutz. Lediglich eingetrocknete Blätter sollten Sie entfernen, denn diese begünstigen einen Pilzbefall.

Wie lässt sich der Chinesische Bleiwurz vermehren?

Die Pflanze können Sie über Samen, Ableger und Stecklinge vermehren. Samen können Sie im Frühling direkt in den Boden aussäen. Die Pflanze bildet aber auch seitliche Ausläufer aus. Diese können Sie im Herbst mit einem Messer abtrennen. Da die Ableger bereits Wurzeln besitzen, können Sie sie direkt wieder einpflanzen. Die Vermehrung über Stecklinge ist hingegen etwas aufwändiger. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

❶ Schneiden Sie nach dem Austrieb Stecklinge. Diese sollten bereits mehrere Blätter besitzen und 8 bis 15 Zentimeter lang sein.

❷ Entfernen Sie die unteren Blätter. Oben herum sollten Sie jedoch einige Blätter am Trieb belassen.

❸ Nun den Steckling am unteren Ende einige Zentimeter abschaben.

❹ Dann in feuchte Erde setzen, mit Plastikfolie abdecken und an einem hellen Standort platzieren. Aber nicht in der direkten Sonne.

❺ Zeigen sich die ersten neuen Triebe, können Sie die Abdeckung entfernen und normal gießen.

❻ Im Spätsommer kann die Pflanze ins Freiland umziehen. Auch eine Überwinterung der Stecklinge im Haus, an einem hellen und kühlen Standort ist möglich.

So überwintern Sie den Chinesischen Bleiwurz richtig

Ein Winterschutz ist besonders in rauen Lagen nötig. Die Pflanze übersteht zwar leichte Fröste, gilt jedoch nur als bedingt winterhart. Besonders, wenn Sie die Pflanze im Herbst zurückgeschnitten haben, sollten Sie Laub oder Reisig als natürlichen Frostschutz um die Pflanze geben.

Kübelpflanzen sollten den Winter lieber im Haus in einem hellen Raum und bei Temperaturen um 10 Grad verbringen. Bekommt der Chinesische Bleiwurz einen dunkleren Winterstand, können die Temperaturen bis auf fünf Grad fallen. Wundern Sie sich dann jedoch nicht, denn die Blätter werden in einem dunklen Winterquartier abgeworfen.

Wichtig:
Sie müssen den Chinesischen Bleiwurz im Winter regelmäßig auf Ballentrockenheit kontrollieren. Gegebenenfalls können Wassergaben notwendig sein.

Schädlinge und Krankheiten beim Chinesischen Bleiwurz bekämpfen

Als ausgesprochen robuste Gartenpflanze wird der Chinesische Bleiwurz kaum von Schädlingen befallen. Auch Schnecken stellen keine Gefahr für den attraktiven Bodendecker dar. Im Frühling kann sich bei feuchter und kalter Witterung gelegentlich nur Echter Mehltau breit machen. Auch ein Pilzbefall kann der Pflanze mal zu schaffen machen.

❍ Echter Mehltau:

Ist die Pflanze von Echtem Mehltau befallen, bildet sich auf der Oberseite der Blätter ein weißlicher Belag. Dieser erinnert anfänglich an Mehl und lässt sich leicht abstreifen. Der Pilz breitet sich jedoch schnell auf die übrigen Pflanzenteile aus. Die Blätter werden dann braun, rollen sich ein und fallen später ab. Trockene Pflanzen sind besonders gefährdet. Der „Schönwetterpilz“ kann sich bei trockenem und bereits recht warmem Wetter am Tage und bei Taubildung in der Nacht schnell ausbreiten.

Liegt ein Befall vor, dann schneiden Sie alle betroffenen Pflanzenteile großzügig ab. Die Pflanzenteile dürfen dann nicht auf den Kompost wandern, da sich die Pilzsporen sonst weiter vermehren und auch andere Pflanzen befallen könnten. Nach dem Rückschnitt können dann diese Hausmittel zum Einsatz kommen:

Hausmittel Erläuterungen
Milch Diese Methode hat sich besonders bewährt. In Frischmilch sind nämlich Mikroorganismen enthalten, welche die Pilzsporen als Nahrungsquelle nutzen. Frischmilch einfach im Verhältnis 1:9 mit Wasser vermischen. Mit der Lösung dann die betroffenen Pflanzenteile besprühen. Die Behandlung mehrmals in der Woche wiederholen.
Knoblauch Für die Behandlung mit Knoblauch müssen Sie einen Sud herstellen (Anleitung Knoblauchsud selber machen). Mit der entstandenen Lösung sollten Sie die Pflanze dann ebenfalls mehrmals in der Woche einsprühen.
Marienkäfer Der Marienkäfer gilt als Fressfeind zahlreicher Schädlinge. Die Larven der Käfer vertilgen nicht nur den Pilz, sie ernähren sich auch von Blattläusen. Hier deshalb einige Tipps, wie Sie Marienkäfer in den Garten locken können.

❍ Pilzbefall:

Um einen Pilzbefall zu vermeiden, sollten Sie aufpassen, dass keine Staunässe entsteht. Die Pflanzen dürfen aber auch nicht austrocknen. Steht der Chinesische Bleiwurz im Kübel, sollten Sie die einzelnen Pflanzen nicht zu dicht setzen. Die Pflanzen müssen sich nämlich auch ausbreiten können. Außerdem wird ein Pilzbefall begünstigt, wenn die Pflanze sich an ihrem Standort nicht wohl fühlt. Beachten Sie deshalb beim Pflanzen die Standort- und Bodenbedingungen.

Pflegetipps für den Chinesischen Bleiwurz im Überblick

  • sonniger bis halbschattiger Standort
  • frischer, durchlässiger Boden
  • Pflanze liebt Wärme
  • regelmäßig gießen
  • Staunässe vermeiden
  • im Frühling Langzeitdünger verabreichen
  • vor Frost schützen

Übrigens:
Zeigen sich im Frühling keine frischen Triebe, liegt kein Pflegefehler vor. Die Pflanze treibt sehr spät aus und mitunter zeigen sich erst im Juni die ersten frischen Triebspitzen.


Foto1: © Mathias Karner - Fotolia.com, Foto2: © emer - Fotolia.com

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