Eidechsen leisten einen wertvollen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung – verschwinden aber immer mehr aus unseren Gärten. Hier deshalb Tipps, wie Sie sie anlocken können.

Wenn Eidechsen durch den Garten huschen, ist das für Groß und Klein ein kleines Highlight. Schließlich bekommt man die kleinen, flinken Tierchen heutzutage immer seltener zu sehen. Das liegt leider am durch Bebauung und intensive Landwirtschaft mehr und mehr bedrohten Lebensraum. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir in unseren Gärten nicht nur nützliche Insekten, Schmetterlinge und Vögel anlocken, sondern daraus auch eine grüne Oase für Eidechsen zaubern. Wie Ihnen das gelingt und wie Sie die kleinen Tierchen erfolgreich in Ihren Garten locken, verraten Ihnen die nachfolgenden Tipps.

Eidechsenarten in Deutschland

In Deutschland gibt es verschiedene einheimische Arten, die in einem gut gestalteten Garten ein ideales Zuhause finden können. Die wohl am häufigsten gesichtete unter ihnen ist die Zauneidechse. Sie gilt bisher nicht als gefährdet, steht in Deutschland aber auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Die Mauereidechse kommt hingegen seltener vor und ist sogar stark gefährdet. Ebenso in Deutschland anzutreffen, sind die Waldeidechse und die Gebirgseidechse. Die Smaragdeidechse ist eine der farbenprächtigsten Erscheinungen in der Familie der Eidechsen. Daher wohl auch der elegante Name „Smaragdeidechse“.





All diese Arten zeichnen sich durch ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume und ihre vielfältigen Farbvarianten aus. Sie sind in vielen Teilen Deutschlands anzutreffen, jedoch wird ihr Lebensraum durch Urbanisierung, sprich der Ausbreitung städtischer Lebensformen, und der Landwirtschaft zunehmend eingeschränkt. Es ist daher umso wichtiger, den Eidechsen einen Unterschlupf zu bieten, um die Population hoffentlich mit der Zeit wieder zu vergrößern.

Wie leben Eidechsen?

Bevor Sie Eidechsen in Ihren Garten locken, müssen Sie zunächst einmal verstehen, wie Eidechsen leben. Prinzipiell bevorzugen sie trockene Lebensräume und sonnige Plätze, an denen sie sich warm halten können. Außerdem benötigen sie Versteckmöglichkeiten, um sich vor zu viel Hitze und Gefahren schützen zu können. Stehen keine zur Verfügung, graben sich die kleinen Reptilien selbst Höhlen.

Eidechsen sind generell nur in den wärmen Monaten des Jahres zu sehen, denn bereits im August suchen die Männchen ihr Winterquartier auf. Weibchen erst im September und Jungtiere im Oktober. Die Eidechsen gehen dann in eine Winterstarre, aus der sie erst wieder „erwachen“, wenn die Außentemperaturen steigen. Meist ist das im März der Fall.

Übrigens:
Eidechsen haben einen guten Trick auf Lager. Werden sie gejagt, können sie ihren Schwanz an einer bestimmten Stelle abwerfen. Dieser zuckt dann noch eine ganze Weile weiter und soll Fressfeinde ablenken, während die Eidechse flüchtet. Der Schwanz wächst zwar nach einigen Monaten wieder nach, die Eidechsen verlieren dadurch aber ein wichtiges Fettdepot für den Winter. Außerdem wächst der Schwanz ohne Knochen nach, wodurch die Eidechse nicht mehr so schnell ist wie vorher.

Warum macht es Sinn, Eidechsen im Garten anzusiedeln?

Eidechsen im Garten anzusiedeln, hat gleich mehrere Vorteile. Sowohl für Gartenbesitzer als auch für die Tierchen.

Natürlicher Schädlingsbekämpfer:

Eidechsen ernähren sich von Insekten wie Mücken und Fliegen. Aber auch Pflanzenschädlinge wie Kohlweißlinge und Gemüsefliegen stehen auf ihrem Speiseplan. Indem Sie Eidechsen in Ihren Garten locken, helfen Sie also dabei, das natürliche Gleichgewicht zu bewahren und den Einsatz von Chemie im Garten zu reduzieren.

Einige größere Arten können jedoch auch andere Tiere oder pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. Ihre Ernährung passt sich oft an die Verfügbarkeit von Nahrung in ihrem Lebensraum an.

Übrigens:
Eidechsen können nicht nur über die Nase Gerüche von Beutetieren aufnehmen, sondern auch mit der Zunge bzw. dem Gaumen. Denn im Gaumen sitzt ein Geruchsorgan, das sogenannte Jakobson-Organ. Gleitet die Zunge in schnellen Bewegungen aus dem Maul raus und rein, nimmt die Eidechse also Duftstoffe auf und leitet sie an den Gaumen weiter.

Biodiversität fördern:

Eidechsen tragen zur biologischen Vielfalt in Ihrem Garten bei. Ihr Vorhandensein kann demnach ein Zeichen für eine gesunde Umwelt sein.

Beobachtungsmöglichkeiten:

Eidechsen bieten eine wunderbare Möglichkeit, um Wildtiere aus nächster Nähe zu beobachten. Besonders Kinder sind immer wieder begeistert, wenn sie die kleinen Tiere durch den Garten huschen sehen können.

So gestalten Sie Ihren Garten eidechsenfreundlich

Eidechsen im Garten ansiedeln
Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah – © Osterland / stock.adobe.com

Um Eidechsen erfolgreich in Ihren Garten zu locken, müssen Sie nicht viel Aufwand betreiben. Achten Sie nur auf die folgenden Punkte:

• Tipp 1 – Naturnahe Gestaltung:

Eidechsen bevorzugen natürliche, ungestörte Bereiche. Lassen Sie bestimmte Teile Ihres Gartens deshalb am besten wild wachsen, um ihnen Unterschlupf und Jagdreviere zu bieten. Eine Mischung aus niedrigen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen ist ideal für die kleinen Tierchen.

• Tipp 2 – Unterschlüpfe anbieten:

Haufen aus Steinen und Ästen bieten perfekte Verstecke und Brutplätze für Eidechsen. Ebenso können Sie Herbstlaub sinnvoll verwenden, indem Sie es in einer Ecke im Garten zusammenharken und liegen lassen. So sorgen Sie gleichzeitig für einen igelfreundlichen Garten. Bei Eidechsen beliebt sind aber auch Natursteinmauern mit tiefen Spalten und Hecken.

• Tipp 3 – Sonnenplätze schaffen:

Diese Reptilien sind wechselwarm und benötigen sonnige Plätze, um sich aufwärmen zu können. Steinhaufen, Trockenmauern oder Holzstapel sind zum Beispiel ideal, um ihnen solche Plätze zu bieten.

• Tipp 4 – Wasserquellen bereitstellen:

Obwohl Eidechsen nicht viel trinken, benötigen sie Zugang zu Wasser. Eine flache Wasserstelle oder ein kleiner Teich im Garten kann hilfreich sein. Sie können im Garten aber auch natürlich aussehende Reptilien-Futterschalen mit Wasser füllen.

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• Tipp 5 – Insektenreiche Umgebung:

Eine Vielfalt an Pflanzen lockt Insekten an, die wiederum als Nahrungsquelle für Eidechsen dienen. Einheimische Pflanzenarten sind hier besonders zu empfehlen.

• Tipp 6 – Auf Chemie verzichten:

Verzichten Sie auf Pestizide und chemische Düngemittel, da diese die Nahrungsquelle der Eidechsen vergiften können. Setzen Sie lieber auf organischen Dünger. Sie können aber auch Naturdünger selber machen.

Wichtig:
Bitte fangen Sie Eidechsen nicht ein, um sie in Ihrem Garten anzusiedeln. Da sie ortstreu sind, überleben sie das meist nicht. Achten Sie lieber darauf, dass Ihr Garten eidechsenfreundlich ist, denn dann siedeln sich die kleinen Reptilien von ganz alleine an.

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Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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