Pflanzen Bodendecker

Fächer-Zwergmispel – Pflanz- und Pflegetipps

Die Fächer-Zwergmispel wächst niederliegend und breitet ihre Zweige horizontal aus. Der Bodendecker ist winterhart und verträgt auch Trockenheit und Hitze.

Fächer-Zwergmispel
© agneskantaruk / stock.adobe.com
Bereits die botanische Fachbezeichnung Cotoneaster horizontalis verweist darauf, dass es sich bei der Fächer-Zwergmispel um ein niederlegendes Gehölz handelt. Die bis zu 1 m langen Triebe breiten sich horizontal und fächerförmig aus. Das macht aus dem Ziergehölz einen wunderbaren Bodendecker.

Mispeln und Zwergmispeln gehören zu den beliebtesten Vogelweiden im Garten. Meist bilden die Gehölze hohe Sträucher oder kleine Bäume von bis zu 15 m. Es gibt jedoch auch kleinwüchsige Arten, die sich eher für niedrigwüchsige Pflanzkonzepte eignen. Eine davon ist die Fächer-Zwergmispel (Cotoneaster horizontalis). Sie wird gerade einmal 50 bis 100 cm hoch und ist somit wunderbar für kurz gehaltene Pflanzenarrangements geeignet.

Fächer-Zwergmispel im Garten

Sehr häufig findet man Cotoneaster horizontalis als Lückenfüller in Rabatten oder am Gehölzrand. Ebenfalls geeignet ist die Fächer-Zwergmispel zur Aufwertung kahler Stellen im Garten. Sie werden ausgezeichnet von dem niederlegenden Gehölz kaschiert. Die dekorativen roten Früchte des Zierstrauchs spicken den grünen Blatt-Teppich nach der Fruchtreife im Spätsommer dann eventuell sogar bis in den Dezember hinein. Besonders attraktiv ist außerdem das Herbstlaub der Pflanze, das in einem zur Jahreszeit passenden orange-rot aufwartet.

Das dichte Geäst des Strauches ist ein wunderbares Versteck für Vögel und kleine Wildtiere. Sie ernähren sich auch gerne von den roten Früchten des Strauches, doch Vorsicht. Wenngleich Zwergmispeln zusammen mit Äpfeln und Birnen zu den Kernobstgewächsen gehören, sind sie für den Menschen giftig. Pflanzen Sie Cotoneaster horizontalis daher nur außer Reichweite von Kindern.

Ein Gartenkonzept, das besonders von der Kultur der Fächer-Zwergmispel profitiert, ist der Steingarten. Hier verleiht das Ziergehölz Steinwänden und Kiesbeeten einen originellen farblichen Akzent. Doch auch an herkömmlichen Hängen, Böschungen oder Mauern breitet sich Cotoneaster horizontalis sehr dekorativ aus. An der Hauswand lässt sich bei großflächiger Pflanzung ein ziervoller Saum um das Fundament legen. Und auch im Pflanzwall kommt die Fächer-Zwergmispel als Fassadenbegrünung ausgezeichnet zur Geltung.

» Tipp: Sehr gerne werden Zwergmispeln auch als Bonsai gezogen. Die niedrige Wuchshöhe des Gehölzes erlaubt dabei eine gute Formgebung durch nur wenige Aufbauschnitte.

Fächer-Zwergmispel (Cotoneaster horizontalis)
Wuchsgeschwindigkeit: 10 – 15 cm im Jahr
Wuchshöhe: 80 – 100 cm
Wuchsbreite: 150 – 200 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: normal, durchlässig, sauer bis alkalisch
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Fächer-Zwergmispel – Standort und Pflanzvorgang

Dass die Fächer-Zwergmispel gerne als Bonsai kultiviert wird, hat seinen Grund. Denn das Ziergehölz stammt ursprünglich aus Ostasien, wo es vor allem in den kühl-feuchten Wäldern Japans und Chinas wächst. Dementsprechend wünscht sich das Gehölz auch im Garten einen frisch feuchten Standort im hellen Halbschatten, der an das Standort-Terrain des Herkunftsgebiets erinnert. Ideal ist ein sandig-lehmiger oder sandig-kiesiger Boden mit sauren bis neutralen pH-Werten zwischen 5,5 und 7 Punkten.

Ein Winterschutz wird für Cotoneaster horizontalis nicht benötigt. Die Pflanze ist herkunftsbedingt sehr kalte Höhenlagen von bis zu 3500 m gewöhnt. Die Kälteresistenz der Fächer-Zwergmispel ist daher erstaunlich gut und reicht bis -35 °C. Lediglich eine frostfreie Periode von 14 pro Jahr muss gewährleistet sein.

➔ Fächer-Zwergmispel pflanzen – so geht’s

  1. Pflanzen können Sie die Fächer-Zwergmispel sowohl im Herbst, als auch im Frühling. Eine Herbstpflanzung ist allerdings empfohlen, da das Gehölz so noch genügend Zeit hat, sich bis zur nächsten Wachstumsphase am Standort zu etablieren.
  2. Grundsätzlich ist gewöhnliche Blumenerde für Cotoneaster horizontalis völlig ausreichend. Für eine gute Bodenoptimierung ist es aber sinnvoll, das Substrat mit etwas Kies oder Sand anzureichern. Da das Gehölz keine Staunässe mag, ist zusätzlich eine Kiesdrainage empfehlenswert. Im Topf entfällt diese Pflegemaßnahme. Stellen Sie hier aber sicher, dass der Untertopf Abflusslöcher für einen guten Wasserablauf besitzt. Zudem sollte das Pflanzgefäß dem Ziergehölz ausreichend Platz für das Wurzelwachstum bieten. Breite Töpfe und Bonsaischalen sind diesbezüglich am besten für die flachwurzelnde Fächer-Zwergmispel geeignet.
  3. Fächer-Zwergmispeln wachsen verhältnismäßig langsam. Ein Pflanzloch von anderthalbfachem Durchmesser des Wurzelballens ist deshalb völlig ausreichend. Wichtiger ist ein ausreichender Pflanzabstand zwischen den einzelnen Gewächsen. Da es sich bei Cotoneaster horizontalis um einen Flachwurzler handelt, sollte ein Abstand von mindestens 50 cm eingehalten werden. Des Weiteren ist auf eine Oberbodendichte von mindestens 41 cm zu achten, damit sich das Gehölz gut entwickelt.

Fächer-Zwergmispel gießen und düngen

Auch wenn die Fächer-Zwergmispel einen feuchten Boden bevorzugt, kommt sie zeitweise mit Trockenheit zurecht. Um längere Trockenphasen im Sommer zu vermeiden, ist jedoch die Ausbringung einer Mulchschicht im Wurzelbereich ratsam. Sie schützt die Pflanze vor Austrocknung und hält zudem auch Unkraut fern. Insgesamt ist eine mäßige aber regelmäßig Bewässerung angezeigt. Das gilt auch für die Wintermonate, wo Sie Cotoneaster horizontalis an frostfreien Tagen ebenfalls mit Wasser versorgen sollten.

Gedüngt werden Fächer-Zwergmispeln am besten mit einem Flüssigdünger für Ziergehölze. Düngergranulat ist ebenfalls denkbar. Insgesamt ist das Ziergehölz nicht sonderlich nährstoffhungrig. Es reicht, wenn man sie alle zwei Jahre im Frühling mit frischen Nährstoffen versorgt. Eine Ausnahme bilden Bonsaikulturen, die regelmäßig mit einem speziellen Bonsaidünger werden müssen.

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Fächer-Zwergmispel schneiden und vermehren

Aufgrund ihres geringen Jahreszuwachses von gerade einmal 10 bis 15 cm pro Jahr muss man eine standardmäßig im Garten gepflanzte Fächer-Zwergmispel nur selten schneiden. Eine finale Wuchsbreite von bis zu 2 m legt jedoch gelegentliche Formschnitte nahe. Kleinere Korrekturschnitte können erfolgen, wenn die Pflanze anfängt, zu stark über das Beet oder die Rabatte hinaus zu ragen. Ansonsten tut es ein Auslichten der Triebe im Frühling.

➔ Fächer-Zwergmispel als Bonsai schneiden

Etwas anders sieht es mit dem Schnitt aus, wenn Sie Cotoneaster horizontalis als Bonsai halten. Hier sind sehr gezielte Schnittmaßnahmen erforderlich, um das Gehölz zum Bonsaibaum zu erziehen.

➔ Rückschnitt

Vor allem junge Bonsais müssen von Beginn an so zurückgeschnitten werden, dass sie von einer Strauch- in eine Baumform übergehen. Das gelingt, indem man die Junggehölze jährlich um die Hälfte zurückschneidet.

➔ Formschnitt

Zur Formgebung schneidet man die Triebe des Fächer-Zwergmispel Bonsais bis auf zwei Knoten zurück. Das fördert die Verzweigung zu einer kompakten Baumkrone. Behalten Sie hier über die Jahre die finale Baumform des Bonsais im Blick.

➔ Verjüngungsschnitt

Um den Bonsai regelmäßig zu verjüngen, entfernen Sie zusätzlich im Frühling alle toten und älteren Äste. Es sollten nur Triebe stehen bleiben, die sie für das weitere drahten des Bonsais benötigen. An Cotoneaster horizontalis können das alle bis zu dreijährigen Triebe sein. Sie sind noch relativ leicht formbar und dürfen darum am Gehölz verbleiben.

➔ Vermehrung durch Stecklinge oder Ableger

Jeder Schnitt an der Fächer-Zwergmispel kann dazu genutzt werden, um Stecklinge zu entnehmen.

  • Schneiden Sie gesunde Triebe in einer Länge von ca. 10 cm ab und entfernen Sie die unteren Blattpaare.
  • Stecken Sie die Triebstücke in ein Gefäß mit Anzuchterde und bewässern Sie dieses gut.
  • Gegen Austrocknung kann es helfen, ein Glas oder eine Plastiktüte über das Behältnis zu stülpen. Auf diese Weise bewurzeln die Stecklinge meist schon nach ein paar Wochen.

Alternativ zur Stecklingsvermehrung lässt sich Cotoneaster auch problemlos über Ableger vermehren. Wählen Sie hierzu einen bodennahen Trieb aus und fixieren Sie ihn mit einem Stein oder Drahthaken am Boden. Der Ableger sollte, um schnell zu wurzeln, bis auf die Triebspitze mit Erde bedeckt sein. Bei regelmäßiger Bewässerung lassen sich bewurzelte Absenker nach etwa zwei Jahren von der Mutterpflanze abtrennen und neu verpflanzen.

Schadbilder an der Fächer-Zwergmispel

Gelegentlich machen sich an der Fächer-Zwergmispel Schädlinge wie die Rote Spinnmilbe oder Schildläuse zu schaffen. Einen Befall durch Spinnmilben erkennt man an feinen Spinnweben, die sich vor allem an den Blättern und Blattachseln des Gehölzes befinden. Schildläuse hinterlassen dagegen ihre klebrigen Ausscheidungsprodukte, den sogenannten Honigtau auf den Blättern der Fächer-Zwergmispeln. Entgegenwirken kann man beiden Schädlingen durch natürliche Insektizide wie Brennnessel- oder Knoblauchsud. Des Weiteren kann man Nützlinge als natürliche Fressfeinde der Plagegeister einsetzen.

➔ Feuerbrand ist hochgefährlich

Im Bereich der Pflanzenkrankheiten wird Cotoneaster horizontalis unter anderem durch Feuerbrand bedroht. Es handelt sich hierbei um eine bakterielle Erkrankung, ausgelöst durch das Bakterium Erwinia amylovora. Sie befällt neben Zwergmispeln auch Kernobstgewächse überdurchschnittlich oft. Wer also auch Apfel- oder Birnbäume im Garten hat, sollte hier besonders wachsam sein.

» Achtung: Feuerbrand ist in Deutschland meldepflichtig! Da der ursächliche Erreger äußerst aggressiv ist und mitunter ganze Pflanzenbestände bedroht, müssen Sie betroffene Pflanzen nach sehr strengen Quarantänemaßnahmen behandeln. Die Quarantänezone kann bis zu 5 m betragen. Zuständig für die Ausführung und Information sind regionale Landwirtschaftsministerien.

Erkennen kann man den Feuerbrand an verschrumpelten Früchten und welken Blättern. Sie verfärben sich im Zuge der Erkrankung braun oder schwarz, so das sie in der Tat wie verbrannt aussehen. Zur Prävention von Feuerbrand gibt es einige antibiotische Wirkstoffe wie Streptomycin und Kalialaun (LMA). Sollte ein Befall jedoch bereits erfolgt sein, könnte dem Gärtner nichts weiter übrig bleiben, als die Pflanze vorschriftsmäßig zu entsorgen.

➔ Mehltau und Pflanzenrost leicht behandeln

Deutlich leichter lassen sich an Fächer-Zwergmispeln Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Rostpilze bekämpfen. Bei Mehltau wird zwischen Echtem und Falschem Mehltau unterschieden. Echter Mehltau zeigt sich durch weißen Belag an der Blattoberseite, Falscher Mehltau manifestiert sich dagegen an der Blattunterseite. Rostpilze wiederum sorgen an Cotoneaster horizontalis für orange-gelbe bis braune Pusteln im Bereich der Sprossen und Blätter.

In beiden Fällen helfen entsprechende Fungizide, den Befall schnell einzudämmen. Zuvor müssen Sie aber alle befallenen Pflanzenteile großzügig entfernen und entsorgen. Bitte werfen Sie die Pflanzenteile nicht auf den Kompost, da es ansonsten zu einer weiteren Ausbreitung der Schadpilze kommen kann. Stattdessen ist eine separate Entsorgung im Hausmüll sinnvoll. Zur Nachbehandlung, wie auch zur Prävention, sollten Sie dann für eine gute Bodenbelüftung sorgen. Bei Mehltau kann es außerdem helfen, die Wurzeln ausreichend feucht zu halten. Das kräftigt die Pflanze und macht es Pilzerregern schwer, Fuß zu fassen.

Foto1: Bodendecker Fächer-Zwergmispel

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