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Heckenmyrte „Maigrün“ – Pflanzen, pflegen & vermehren

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Die Heckenmyrte ist eine optimale Alternative für den Buchsbaum. Sie ist anspruchslos, lässt sich leicht in Form bringen und beeindruckt mit einer wandelbaren Schönheit.

Heckenmyrte Maigrün
© emer – Fotolia.com

Die Heckenmyrte „Maigrün“ präsentiert sich ihrem Betrachter äußerst vielfältig. In die unterschiedlichsten Skulpturen und Figuren verwandelt, wird die Pflanze in jedem Garten zum Hingucker. Ganzjährlich präsentiert die Heckenmyrte ihre frische, maigrüne Blattfarbe. Mit ihren weißen Blüten weiß die Heckenmyrte „Maigrün“ zusätzlich Akzente zu setzen. Suchen Sie nach einer pflegeleichten und unkomplizierten Heckenpflanze, der Sie durch einen regelmäßigen Formschnitt ein ganz eigenes Erscheinungsbild verpassen können, erfahren Sie hier alles Wissenswerte über die auch als Tischdekoration auf Hochzeiten und anderen Festlichkeiten gern verwendete Pflanze.

Pflanzenbeschreibung

Die Heckemyrte ist ein Vertreter der recht umfangreichen Familie der Caprifoliaceae. Dieser Pflanzenfamilie gehören etwa 180 verschiedene Arten an. Deren Hauptverbreitungsgebiet liegt auf der Nordhalbkugel. Als Kleinststrauch wird die Heckenmyrte nur etwa einen Meter hoch. An besonders günstigen Standorten wurden auch Wuchshöhen von bis zu 1,5 Metern beobachtet. Die Heckenmyrte zeichnet sich durch ihre eiförmigen glänzenden und saftiggrünen Blätter aus. Als Heckenpflanze kann die Heckenmyrte „Maigrün“ auf Grund ihrer Robustheit, Schnittverträglichkeit und Winterhärte punkten. Die Pflanzen gedeihen praktisch an jedem Standort und werden kaum von Krankheiten heimgesucht.

Heckenmyrte „Maigrün“ – die flexible Gartenpflanze

Wenn Sie sich eine Heckenmyrte „Maigrün“ zulegen, erwerben Sie einen kleinen Strauch. Dieser lässt in der Regel bereits zahlreiche frische Triebe erkennen und deutet damit seine Wuchsfreudigkeit an. Bevorzugt werden die Kleinsträucher als Hecken angepflanzt. Auch als Blütenpflanzen sind die Heckenmyrten nicht unattraktiv. In Einzelstellung kann sich der Bodendecker besonders gut entfalten. Hat die Pflanze eine gewisse Größe erreicht, können Sie die Heckenmyrte in attraktive Formen, Skulpturen oder Tiere verwandeln. Dabei steht die Pflanze dem Buchsbaum in nichts nach und wird gerne als Alternative genutzt.

Heckenmyrten bieten eine ganze Reihe an unterschiedlichen Möglichkeiten:

  • Bodendecker
  • Unterpflanzung
  • Begrünung von Flächen
  • kleine Hecken
  • Formschnitt bei Alleinstellung

Wann blüht die Heckenmyrte „Maigrün“?

Wie die Bezeichnung bereits ahnen lässt, fällt die Blüte der Heckenmyrte in den Monat Mai. Ist der Standort ideal gewählt, kann die Blütezeit auch bis in den Monat Juni andauern. Die kleinen weißen Blüten sind besonders beliebt bei Tischdekorationen für Hochzeiten oder anderen festlichen Anlässen. Im Spätsommer bildet die Pflanze runde rote Beeren aus. Diese sind nicht essbar, verleihen der Pflanze aber zusätzliche Attraktivität.

Beliebte Heckenmyrten-Arten

❍ Immergrüne Heckenkirsche

Die Heckenmyrte zählt zu den Geißblattgewächsen und kommt weltweit in mehr als 180 Arten vor. Ursprünglich stammen die Pflanzen aus Asien. Zu den Immergrünen Heckenkirschen zählt auch die hier beschriebene Heckenmyrte „Maigrün“.

❍ Tatarische Heckenkirsche

Die Tatarische Heckenkirsche erweist sich als besonders robust und anpassungsfähig. Diese Heckenkirschen-Art kann Wuchshöhen von bis zu vier Metern erreichen. Dabei ist ein sonniger wie ein schattiger Standort willkommen. Die rosa Blüten der Pflanze sind besonders attraktiv. Die tiefroten Beeren bilden sich im Hochsommer heraus. Ausgewachsene Pflanzen vertragen auch raues Klima und sind gut an das Stadtklima angepasst.

❍ Rote Heckenkirsche

Auch die Rote Heckenkirsche zählt zu den Immergrünen Heckenkirschen. Die Pflanzen vertragen extreme Hitze und dulden auch längere Trockenphasen. Im Sommer wird die Rote Heckenkirsche von zahlreichen Schmetterlingen besucht. Die Pflanzen wachsen etwa drei Meter hoch und lieben kalkhaltige Böden.

❍ Alpen-Heckenkirsche

Die Alpen-Heckenkirsche wird auch als Rote Doppelbeere bezeichnet. Der Strauch ist sommergrün und kann bis zu drei Meter hoch wachsen. In den Alpen kommt die Pflanze bis in Höhen von mehr als 2.000 Metern vor. In Deutschland findet sich ein natürliches Vorkommen der Alpen-Heckenkirsche entlang des Flusslaufs der Donau.

Heckenmyrte „Maigrün“ pflanzen – Wichtige Tipps und Hinweise

Die hier vorgestellte Sorte ist die wohl beliebteste Heckenmyrte und wird daher bevorzugt angepflanzt. Dies liegt nicht nur am Erscheinungsbild, sondern auch an der Unkompliziertheit und Wuchsfreude der Pflanze selbst.

» Tipp: Die Heckenmyrte wird auch im Kübel angepflanzt, wächst dabei aber kaum höher als einen halben Meter.

Auf Grund ihres dichten Wuchses lässt sich die Pflanze sehr gut für die Gestaltung einer Hecke einsetzen. Um eine dichte Hecke zu gewinnen, sollten nicht weniger als vier Pflanzen pro Meter gepflanzt werden.

Standort:

Der Standort kann praktisch frei gewählt werden. Die Heckenmyrte wächst auch dort, wo viele Pflanzen kapitulieren. Stehen die Pflanzen im Schatten, werden sie ebenso zügig wachsen, wie bei der Wahl eines sonnigen oder halbschattigen Standortes. Damit ist es kein Problem, mit den Pflanzen auch größere Hecken anzulegen und dabei unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu begegnen.

» Tipp: Soll eine Hecke angelegt werden, ist der recht breite Wuchs der Pflanzen bei der Standortwahl zu beachten.

Möchten Sie größere Flächen begrünen und schnell entsprechende Erfolge sehen, bietet es sich an, bis zu sieben Pflanzen pro Quadratmeter zu verwenden. Nicht nur als Heckenpflanze ist die Heckenmyrte attraktiv. Die Pflanze kann auch als Hintergrundpflanzung im Staudenbeet, in Kombination mit Phlox, Rittersporn oder Astern gut zur Geltung gebracht werden.

In Kurzform:

  • sonnig bis halbschattig
  • als Hecke
  • in Alleinstellung
  • im Staudenbeet
  • Staunässe vermeiden

Substrat:

Auch im Hinblick auf die Bodenbeschaffenheit zeigt sich die Heckenmyrte anspruchslos. Die Pflanzen gedeihen in saueren bis alkalischen Böden. Bei der Pflanzung ist zu beachten, dass keine Staunässe vertragen wird. Dem kann durch die Auflockerung des Bodens und dem Anlegen einer Drainage entgegengewirkt werden.

» Tipp: Besonders schwere Lehmböden gilt es, mit groben Sand oder Kies durchlässiger zu machen.

Wird die Heckenmyrte im Kübel angepflanzt, ist auf einen nährstoffreichen Boden zu achten. Auch laufen Kübelpflanzen eher Gefahr, von Staunässe betroffen zu sein. Eine Drainageschicht aus Kies oder Ton am Gefäßboden bietet sich daher an.

In Kurzform:

  • locker
  • durchlässig
  • feucht
  • nährstoffreich
  • neutral, leicht sauer oder leicht alkalisch

Pflanz-Anleitung:

❶ Standort auswählen
❷ Pflanzabstände beachten
❸ Pflanzgruben in doppelter Größe des Wurzelballens ausheben
❹ Substrat auflockern und mit Kompost oder Hornspänen anreichern
❺ Pflanzen in die einzelnen Pflanzlöcher einsetzen
❻ mit Substrat auffüllen
❼ Erde andrücken
❽ Pflanzen reichlich bewässern

Zunächst ist der Standort entsprechend der gewünschten Pflanzung auszuwählen. Dabei kann es sich um einen Einzelstand im Beet oder auch um eine meterlange Hecke handeln. Der Boden ist von Unkraut und Steinen zu befreien. Anschließend können die Pflanzlöcher ausgehoben werden. Um eine dichte Hecke zu erhalten, sind vier bis fünf Pflanzen pro Meter notwendig. Um den Pflanzen von Beginn an einen wirkungsvollen Langzeitdünger zu bieten, ist das Substrat entsprechend aufzuwerten. Durch die Beigabe von Kompost versorgen Sie die Pflanzen nachhaltig mit Nährstoffen und fördern das schnelle Heranwachsen der Minihecke.

» Tipp: Beim Auffüllen der Pflanzlöcher ist darauf zu achten, dass die Erde nicht weiter als knapp unterhalb des ersten Blattpaares reicht.

Die beste Pflanzzeit sind der Frühling und der Herbst. Wird im Herbst gepflanzt, schützt eine Mulchschicht die Pflanzen vor dem nahen Winter und stellt ein gutes Anwachsen sicher.

Die Heckenmyrte „Maigrün“ als Kübelpflanze

Auch im Kübel lässt sich die Heckenmyrte gut kultivieren und in Form bringen. Pflanzkübel mit in Kugel- oder Pyramidenform geschnittenen Heckenmyrten können zur Gestaltung von Hauseingängen oder Toreinfahren verwendet werden. Bei der Standortwahl kann auf Sonne, Halbschatten oder auch Schatten zurückgegriffen werden. Das Substrat sollte aufgelockert werden, um Staunässe zu unterbinden.
Kübelpflanzen sollten nicht übermäßig gegossen werden. Zwischen den einzelnen Wassergaben kann die Erde ruhig etwas antrocknen. Die jungen Pflanzen sind beim Kauf meist mit ausreichend Nährstoffen versorgt, daher muss im ersten Standjahr keine Düngung erfolgen. Das Substrat kann mit Kompost angereichert werden. Dies stellt einen wirkungsvollen Langzeitdünger dar. Im Winter zeigt sich die Kübelpflanze weniger robust. Ein geschützter Standort an der Hauswand bietet sich an. Generell ist die Heckenmyrte „Maigrün“ auch im Kübel gut winterhart und verträgt Temperaturen im zweistelligen Minusbereich.

» Tipp: Steht die Pflanze im Kübel, sollte an frostfreien Tagen sporadisch gegossen werden, damit der Boden nicht komplett austrocknet.

So pflegen Sie die Heckenmyrte richtig

Heckenmyrte Maigrün Blüte
© emer – Fotolia.com

Gießen:

Wird die Heckenmyrte im Freiland angepflanzt, kann sie auch längere Zeit ohne Wasser auskommen. Während der Wachstumszeit bietet sich eine regelmäßige Bewässerung an. Bis zur nächsten Wassergabe sollte abgewartet werden, bis die obere Bodenschicht leicht angetrocknet ist. Wenn auch eine gelegentliche Austrocknung hingenommen wird, ein Dauerzustand sollte es nicht werden. Die Pflanzen werden dadurch zu sehr geschwächt.

Düngen:

Jungpflanzen, die käuflich erworben wurden, müssen im ersten Jahr nach der Pflanzung nicht gedüngt werden. Sie wurden ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Wer seine Pflanzen dagegen selbst gezogen hat, kann der Pflanzerde Kompost beimischen und so für einen Langzeitdünger sorgen. Steht die Pflanze im Kübel, sollte in den Sommermonaten alle zwei Monate ein handelsüblicher Flüssigdünger verwendet werden.

Rückschnitt:

Die Heckenmyrte ist ausgesprochen schnittverträglich. Bedingt durch die enorme Wuchsfreude kann frühzeitig mit Schnittmaßnahmen begonnen werden. Der ideale Zeitpunkt für einen Rückschnitt ist der Spätwinter. Dabei müssen Sie nicht zurückhaltend vorgehen, ein starker Rückschnitt fördert das Wachstum und die Pflanze treibt umso mehr aus.

» Tipp: Besonders junge Pflanzen sind sehr gut schnittverträglich. Wird die Pflanze älter, sollte kein radikaler Rückschnitt mehr vorgenommen werden.

Formschnitt:

Häufig dient die Heckenmyrte als Ersatz für den Buchsbaum. Viele Hobbygärtner üben sich dabei im Formschnitt und verwandeln den robusten Kleinstrauch in Pyramiden, Kugeln, Spiralen oder Tiere. Für die entsprechenden Figuren sind Schablonen im Handel erhältlich. Man kann aber auch selbst kreativ werden und zum Beispiel Kugel oder Pyramide mit Hilfe von selbst gebastelten Vorlagen realisieren.

» Tipp: Besonders gut gelingt der Formschnitt mit Hilfe spezieller Bonsai-Heckenscheren, wie z.B. diese hier.

Krankheiten und Schädlinge:

Nicht zuletzt wegen ihrer Robustheit wird die Heckenmyrte besonders geschätzt. Das Auftreten von Krankheiten kann quasi ausgeschlossen werden. Auch Schädlinge halten sich weitestgehend zurück.
Allein die jungen und selbst gezogenen Pflanzen können hin und wieder von Spinnmilben befallen werden. Spinnmilben sind an den Flecken, die sie auf den Blättern hinterlassen und im fortgeschrittenen Stadium auch an den Gespinsten zu erkennen.

Was ist zu tun?
Behandeln Sie bei einem Befall besonders die Unterseiten der Blätter. Diese sind kräftig abzuduschen. Bewährt haben sich auch Präparate auf der Basis von Niemsamen oder Niemöl.

» Tipp: Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig. So lässt sich ein Befall zeitnah erkennen.

Vermehrung:

Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge. Der beste Zeitpunkt, um Stecklinge zu gewinnen, ist der Frühsommer. Als Steckling geeignet sind verholzte Triebe von bestehenden Pflanzen. Diese werden auf einer Länge von 15 bis 20 Zentimetern geschnitten.

» Tipp: Beim Formschnitt anfallende Abschnitte lassen sich als Stecklinge nutzen.

Was wird für die Vermehrung durch Stecklinge gebraucht?

  • sauberes Gartenwerkzeug
  • Anzuchterde
  • Pflanzgefäße
  • Plastikfolie oder Plastikhauben

Bevor der Steckling in die Anzuchterde gesetzt wird, sind die unteren Blätter zu entfernen. Das verbliebene Blattwerk sollte nicht mit dem Substrat in Kontakt kommen, damit die Blätter nicht zu faulen beginnen. Der Steckling wird in die Erde gesetzt und leicht angegossen. Als Alternative zu spezieller Anzuchterde kann auch Blumenerde verwendet werden, die mit Sand gemischt wird.

Wie werden die Stecklinge behandelt?
Die Pflanztöpfe werden an einem geschützten Platz aufgestellt. Der prallen Sonne sollten die Pflanzen nicht ausgesetzt werden. Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad sind ideal. Halten Sie die Erde stets feucht, aber niemals zu nass. Um die Bewurzelung zu beschleunigen, werden die Pflanzgefäße mit Plastikfolie oder einer Haube aus Plastik abgedeckt. Zeigen sich neue Triebe, ist die Vermehrung gelungen und die Plastikhaube kann entfernt werden.

Haben die Pflanzen sich ausreichend entwickelt, werden sie in normale Blumenerde umgepflanzt und an einem geschützten Standort weiter kultiviert. Nach einer frostfreien Überwinterung können die jungen Pflanzen im kommenden Frühjahr am gewünschten Standort ausgepflanzt werden.

» Tipp: Wer das Anlegen einer Hecke plant, erleichtert sich die Arbeit, wenn die Stecklinge in einem Blumenkasten vorgezogen werden. So lässt sich eine gerade Reihe aus mehreren Pflanzen erzeugen, denn in einen Blumenkasten passen bis zu fünf Stecklinge.

Überwintern:

Die robuste Pflanze muss im Winter keinen speziellen Schutz erhalten. Die Pflanzen vertragen auch starke Fröste. Damit die Pflanzen nicht austrocknen, sind sie vor dem Winter nochmals gut zu bewässern. Kübelpflanzen sollten einen geschützten Standort erhalten und auch im Winter hin und wieder gegossen werden.

Die Heckenmyrte „Maigrün“ als Bonsai

Die Schnittverträglichkeit und die recht kleinen Blätter machen die Heckenmyrte zu einer idealen Bonsaipflanze. Der Bonsai sollte hell und möglichst sonnig stehen. Den Sommer können die Pflanzen im Freien verbringen. Eine gleichmäßige Bewässerung ist sinnvoll, kurze Trockenphasen werden geduldet. Mit der Heckenmyrte lassen sich die meisten üblichen Gestaltungsformen realisieren. Auch kräftige Schnittmaßnahmen werden gut vertragen. Gedrahtet werden kann unterstützend ab Juni. Dabei ist vorsichtig vorzugehen, damit der Draht nicht in die Borke schneidet.


Foto1: © emer - Fotolia.com, Foto2: © emer - Fotolia.com

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