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Japanische Lavendelheide – Pflanzenportrait

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Die Japanische Lavendelheide findet wegen den edlen Farbnuancen in der Belaubung und den schönen Blüten immer mehr Liebhaber. Ein komplettes Portrait der Pflanze, finden Sie hier.

Japanische Lavendelheide
© khomlyak – Fotolia.com

Für die Gartengestaltung sind dem Hobbygärtner einige Betrachtungsweisen besonders wichtig. Das trifft vor allem auch für Ziergehölze zu. Nicht ganz unerheblich ist die Lebensdauer der favorisierten Gehölzkulturen. Immerhin lässt sich aus der zu erwartenden Lebensdauer die Gesundheit des Gewächses erahnen. Die Gestaltungsmöglichkeit ist bei der Pflanzenauswahl ein weiteres Kriterium. Immergrüne Gehölze nehmen einen hohen Stellenwert ein, erst recht, wenn die Jungtriebe mit auffallenden Farbnuancen bestechen oder Blüten sich stilvoll entfalten.

Für die Ewigkeit ist u.a. die Japanische Lavendelheide (Pieris). Weitläufig ist der winterharte, immergrüne Zierstrauch auch als Schattenglöckchen bekannt. Der feuerrote Austrieb hebt sich edel von der grünen und  weißumrandeten Belaubung ab. Eine optische Bereicherung für den Garten ist das Gehölz allemal. Anteil daran haben ebenso die rispenförmigen Blütenstände, die mit roten oder weißen Glockenblüten übersät sind.

Ein Wermutstropfen mischt sich allerdings unter die Eigenschaften der Japanischen Lavendelheide. Ihre Pflanzenteile sind allesamt hochgiftig. Kinder sollten daher keinen Zugang zu diesem farbenprächtiges Strauch haben.

Sonnige bis halbschattige Lagen werden favorisiert

Vorzugsweise setzen Sie das Schattenglöckchen an einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Als Faustregel gilt: je mehr Sonnenstunden für die Pflanze, desto ausladender wird die Blüte. Außerdem sollte der Standort windgeschützt liegen, so werden die rispenförmigen Blütenstände weitestgehend von heftigen Windzügen verschont.

❏ Der Boden sollte wasserdurchlässig und humusreich sein

Zuhause am Rand dichter Wälder in Ostasien findet die Japanische Lavendelheide einen nicht ganz trockenen Platz. Diese Lage ist besonders humusreich und bietet die besten Voraussetzungen für das optimale Gedeihen des Strauchs. Daraus lassen sich folgende Bodenbedingungen für die Kultivierung der Lavendelheide hierzulande ableiten:

  • Mischen Sie unter ihren Gartenboden kräftig Humus drunter. Humus macht das Erdreich einerseits wasserdurchlässig und speichert zum anderen ausreichend Feuchtigkeit für das Schattenglöckchen. Hierfür können Sie feinkörniges Rindenmulch verarbeiten.
  • Schweres Erdreich wird mit Humus, Sand und grobem Kies vermischt. Somit wird der Standort durchlässig und bildet keine Staunässe nach kräftigen Niederschlägen.
  • Auch ein mäßig saurer Boden mit einem ph-Wert zwischen 4,5 bis 5,5 wird von der Lavendelheide geschätzt. Daher ist zu empfehlen, bei der Pflanzung den Erdaushub mit Rhododendronerde zu vermengen. Den pH-Wert können Sie übrigens mithilfe eines einfachen Tests ermitteln, den Sie in jedem Gartencenter erhalten.

❏ So pflanzen Sie das Schattenglöckchen

  1. Sie heben ein Pflanzloch aus, das doppelt so breit und tief ist, wie der Wurzelballen Ihres neu erworbenen Zierstrauchs.
  2. Nun mischen Sie 2/3 des Erdaushubs mit einem Drittel Rhododendronerde. Zuvor stellen Sie den Wurzelballen Ihrer Neupflanzung für 5 bis 10 Minuten ins Wasser.
  3. Füllen Sie dann das Planzloch mit etwas von der eben vermengten Erde und stellen Sie die Pflanze darauf. Achten Sie darauf, dass sie nicht zu tief oder zu hoch steht.
  4. Schließlich füllen Sie das Loch mit der restlichen Erdmischung, drücken die Erde um den jungen Strauch an und wässern die Pflanzstelle.

Japanische Lavendelheide – Tipps zur Pflege

Die Japanische Lanvendelheide kann ein Alter von bis zu 70 Jahren erreichen. Sicher werden sich Ihre Enkel und Urenkel noch an diesem Strauch erfreuen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist allerdings die Pflanzenpflege.

❏ Gießen Sie mäßig und düngen organisch

  1. Das Erdreich, in dem Ihr exotisches Gehölz heranwächst, sollte immer erdfeucht sein. Grundsätzlich darf der Wurzelbereich unterirdisch nicht trocken werden, das würde für das Schattenglöckchen das Aus bedeuten.
  2. Anderseits ist Staunässe zu vermeiden, da die feinen Wurzeln schnell an Wurzelfäule erkranken.
  3. Mineralischen Dünger verträgt der Strauch gar nicht. Für die Nährstoffzufuhr reicht es, wenn Sie Kompost und Blattmulch vorsichtig in den Boden im Wurzelbereich einarbeiten.

❏ Japansiche Lavendelheide schneiden – nach der Blüte!

Geschnitten wird die Lavendelheide im Sommer nach der Blüte. Im Herbst darf die Ast- und Gartenschere ruhen, da zu dieser Zeit die Blütenansätze für das folgende Jahr angelegt werden.

Berücksichtigen Sie dabei,:

  • dass Sie Ihren Strauch nicht in praller Sonne schneiden.
  • dass abgestorbene und verwelkte Zweige entfernt werden. Der Schnitt erfolgt immer an der Basis des Zweiges.
  • dass Sie von den sich kreuzenden Ästen einen von beiden herausnehmen und die nach innen wachsende Triebe beseitigen.
  • dass Sie das langsam wachsende Gehölz alljährlich auslichten, weil sonst kaum noch  Licht und Luft bis an den Wurzelbereich gelangen und die Gefahr besteht, dass der Strauch verkahlt.

Ein gut gemeinter Rat: Tragen Sie bei allen Arbeiten an der Japanischen Lavendelheide Arbeitshandschuhe und eine Schutzbrille. Aufgrund der toxischen Eigenschaften der Pflanze kann es ungeschützt zu Reizungen an Hand und Augen kommen.

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Das Schattenglöckchen ist weitestgehend robust, sodass ihm Krankheiten und Schädlinge kaum zu Leibe rücken. Und dennoch kann es hin und wieder kleine Problemfälle geben.

  1. Krank wird der Strauch lediglich durch Staunässe, weil diese rasch zur Wurzelfäule führt.
  2. Blätter der Lavendelheide sind ein willkommener Schmaus für den Dickmaulrüßler. Mit einem Pflanzenschutzmittel ist diesem nachtaktiven Käfer nicht beizukommen. Lediglich eine Köderfalle kann Abhilfe schaffen. Hierbei handelt es sich um ein Holzbrett mit Nuten in denen sich SC-Nematoden-Gel befindet. Zusätzlich enthält die Falle einen Lockstoff für den gefräßigen Käfer. Schon nach 2 bis 3 Tagen ist die Plage vorbei.

Zusammengefasst:
Die Japanische Lavendelheide ist eine optische Bereicherung für den Garten. Bis zu 70 Jahre alt kann der exotische Strauch werden. Er bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit durchlässigem, humosen Boden. Ein mäßig saures Erdreich wird von der Lanvendelheide besonders geschätzt. Gegossen wird mäßig und gedüngt nur mit Kompost oder Blattmulch. Schneiden Sie den exotischen Strauch im Sommer nach der Blüte.

Vorsicht: Sämtliche Pflanzenteile der Japanischen Lavendelheide sind hochgiftig!


Foto1: © khomlyak - Fotolia.com

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