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Katzenminze vermehren – 4 Möglichkeiten und wie Sie vorgehen

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Sie lieben Katzenminze in Ihrem Garten und können nicht genug davon bekommen? Mit diesen Methoden vermehren Sie die Pflanze blitzschnell.

Katzenminze vermehren
© fotokate – Fotolia.com

Nicht nur die Katzen sind begeistert von diesem vielseitigen Lippenblütengewächs, welches sich als Beeteinfassung besonders gut macht oder auch Steingärten und Trockenmauern begrünen kann. Katzenminze (Nepeta) blüht ausdauernd und die Blätter verströmen einen aromatischen Duft. Clevere Hobbygärtner pflanzen die Katzenminze zusammen mit Rosen ins Beet. Die ätherischen Öle der Katzenmelisse halten Schädlinge von den Rosen ab. Ganz gleich, was Sie mit den hübschen Pflanzen vor haben, hier kann nachgelesen werden, wie sich die Katzenminze vermehren lässt und was es bei der Kultivierung der Jungpflanzen zu beachten gilt.

Die Vermehrung ist auf diesen Wegen möglich

  • Selbstaussaat
  • Stecklinge
  • Teilung
  • Aussaat

❶ Alles geht von allein – die Selbstaussaat

Wer sich keine Gedanken über eine gezielte Vermehrung machen möchte, der lässt der Natur einfach ihren Lauf, muss dann allerdings auch aufpassen, dass ihm die Katzenminze nicht förmlich über den Kopf wächst. Wird ihnen die Gelegenheit dazu geboten, dann breiten sich die Pflanzen sehr gerne aus und bilden stattliche Polster. Werden die Blüten nicht rechtzeitig zurückgeschnitten, bilden sich Samen. Lässt man diese ausreifen, beginnt die Selbstaussaat.

Besonders bei den Sorten mit grauem Laub, welche anspruchsloser sind als die grünblättrige Katzenminze, kann die Selbstaussaat zum Problem werden. Ohne unser Zutun wachsen die Pflänzchen praktisch in jeder Mauerritze. Doch es kann auch ein Stück weit Entwarnung gegeben werden, die kleinen Pflanzen lassen sich mühelos entfernen.

➔ Tipp: Durch rechtzeitiges Zurückschneiden der Blüten, lässt sich nicht nur die Selbstaussaat verhindern. Die Pflanze wird auch zu einer zweiten Blüte animiert.

Die Selbstaussaat in Stichworten:

  • kein Zutun nötig
  • reife Samen fallen zu Boden
  • neue Pflänzchen entstehen
  • Entfernung unkompliziert

❷ Gute Anwachsgarantie – Vermehrung durch Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung ist eine besonders zuverlässige Methode, welche auch Anfängern empfohlen werden kann. Die Stecklinge werden bevorzugt im Frühling geschnitten. Wer dies versäumt hat, kann sich auch im Herbst noch neue Pflänzchen heranziehen, sollte diese dann aber im Haus überwintern und erst im kommenden Frühling ins Freiland setzen.

Als Stecklinge können etwa zehn Zentimeter lange Triebe dienen. Diese werden mit einem scharfen Messer oder einer Schere von der Pflanze abgetrennt. Damit die Pflanze nicht zu faulen beginnt, wenn die Blätter in Kontakt mit Wasser kommen, sind die unteren Blätter zu entfernen. Der Steckling wird nun in ein Gefäß gestellt und am warmen Blumenfenster platziert.

➔ Tipp: Das Wasser sollte regelmäßig ausgetauscht werden.

Nach einigen Wochen sollten sich zarte Wurzeln gebildet haben. Ist die Wurzel ausreichend entwickelt, kann der Steckling ins Freie ausgepflanzt werden. Dies gilt für im Frühling geschnittene Stecklinge. Stecklinge, die im Herbst geschnitten wurden überwintern, wie bereits erwähnt, im Haus. Hierzu sind sie in ein geeignetes Pflanzgefäß zu setzen.

Die Stecklingsvermehrung in Stichworten:

  • Steckling im Frühling oder Herbst schneiden
  • Länge des Stecklings zwischen acht und zehn Zentimeter
  • scharfes Schnittwerkzeug verwenden
  • Steckling in einem Wasserglas bei Zimmertemperatur bewurzeln
  • Steckling auspflanzen

❸ Kinderleicht erledigt – die Vermehrung durch Teilung

Wer gesunde und kräftige Pflanzen besitzt, kann die Vermehrung durch Teilung in Angriff nehmen. Der beste Zeitpunkt, um den Wurzelstock zu teilen, ist das Frühjahr. Eine Teilung ist bis in den Frühsommer hinein möglich. Wenn die Pflanze blüht, sollte sie möglichst nicht mehr geteilt werden. Dies könnte die Blüte beeinträchtigen.

Um die Pflanze teilen zu können, wird sie zunächst aus dem Boden genommen. Damit das Wurzelsystem gut erkennbar ist, sollte die Erde etwas abgeschüttelt oder abgestriffen werden. Nun kann die Pflanze mit einem scharfen Spaten in einzelne Segmente geteilt werden. Je nach Größe der Katzenminze sind auch Teilungen in mehrere Stücke möglich. Wichtig ist, dass jedes Segment über ausreichend Wurzelwerk verfügt, ansonsten wird die Pflanze nicht gut anwachsen und kann sich über den Boden nicht ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Nach der Teilung sind die einzelnen Pflanzen gründlich zu wässern. Anschließend können Sie sie direkt wieder in die Erde setzen und wie gewohnt kultivieren.

Die Vermehrung durch Teilung in Stichworten:

  • Pflanze aus dem Boden nehmen
  • Wurzel von Erde säubern
  • Wurzelstock mit einem scharfen Spaten teilen
  • neu gewonnene Pflanzen gründlich wässern
  • Katzenminze einpflanzen und wie gewohnt kultivieren

❹ Braucht etwas Geduld – die Vermehrung durch Aussaat

Diese Methode ist wahrscheinlich nur interessant, wenn noch keine eigenständige Katzenminzepflanze vorhanden ist. Der Samen muss nicht zwingend käuflich erworben werden. Andere Hobbygärtner sind sicher bereit, Samenkörner abzugeben, da ihnen ihre Pflanzen ansonsten schnell über den Kopf wachsen.

Die Aussaat kann direkt ins Freiland erfolgen. Nichts anderes tut die Katzenminze bei ihrer Selbstaussaat. Es bedarf keiner weiteren Pflegemaßnahmen. Nach zwei bis vier Wochen werden die ersten Keime sichtbar. Die jungen Pflanzen sind nach einigen Wochen zu pikieren. Die kräftigsten Jungpflanzen benötigen Platz, um sich entsprechend entwickeln zu können.

Die Vermehrung durch Aussaat in Stichworten:

  • jederzeit direkt ins Freiland möglich
  • Keimdauer zwei bis vier Wochen
  • junge Pflanzen pikieren und wie gewohnt kultivieren

Die einzelnen Methoden der Vermehrung mit ihren Vor- und Nachteilen

MethodeVorteileNachteile
Selbstaussaat▶ Es ist kein Zutun nötig.
▶ Die Blüten sind voller Samenkörner.
▶ Die Blüten dürfen nicht abgeschnitten werden, bis sich der Samen voll ausgebildet hat.
▶ Dies geht zu Lasten einer zweiten Blüte.
▶ Die unkontrollierte Selbstaussaat kann zum Problem werden, da die anspruchslosen Pflanzen quasi überall wachsen.
Stecklinge▶ Die Methode ist einfach und zuverlässig.▶ Die Pflanzen müssen ausreichend entwickelt sein.
▶ Es dauert einige Zeit, bis die Stecklinge bewurzeln und ausgepflanzt werden können.
▶ Es ist darauf zu achten, das Wasser während der Bewurzelung täglich zu wechseln.
Teilung▶ Man erhält sofort eine vollwertige Pflanze, welche wie gewohnt kultiviert werden kann.▶ Es muss sich um gut entwickelte Pflanzen handeln.
▶ Das Wurzelwerk könnte bei der Teilung verletzt werden.
Samen▶ Samen lassen sich leicht gewinnen.
▶ Es können zahlreiche Pflanzen herangezogen werden.
▶ Es braucht etwas Geduld, bis fertige Jungpflanzen entstanden sind.

Was ist bei der Kultivierung der Jungpflanzen zu beachten?

Die Jungpflanzen sollten erst ins Freiland umziehen, wenn sie ausreichend entwickelt sind. Die zarten Wurzeln könnten beim Umpflanzen verletzt werden, was ein Absterben der Pflanzen zur Folge hätte. Sind die jungen Pflanzen noch nicht kräftig genug entwickelt, sollten sie im Herbst nicht ins Freiland gesetzt werden. Die Katzenminze ist zwar winterhart, aber Jungpflanzen sind weniger robust und daher an einem hellen Standort im Zimmer besser aufgehoben.

Vorsicht Katzen!

Katzenminze ist nicht nur für den Hobbygärtner hübsch anzusehen, sondern auch ein Fest für Katzen. Beinahe die Hälfte aller freilaufender Katzen wird von der Katzenmelisse magisch angezogen – nicht immer zur Freude des Hobbygärtners. Dieser legt die Stirn in Falten, wenn sich Mieze im Beet räkelt, Pflanzen abreißt oder sogar vollständig ausgräbt. Besonders junge Pflanzen sind gefährdet. Wer seine Pflanzen schützen möchte, stülpt einen Drahtkorb darüber oder spannt ein Drahtgeflecht um die Pflanzen.

➔ Tipp: In Gruppenpflanzung ist die Katzenminze weniger gefährdet, als einzeln stehende Pflanzen.


Foto1: © fotokate - Fotolia.com

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