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Krötenlilie – Hinweise zu Pflanzung, Pflege und Schädlingen

Bei der Krötenlilie handelt es sich um eine pflegeleichte Staude, die an eine Orchidee erinnert. Sie kann sowohl im Beet als auch im Kübel kultiviert werden.

Krötenlilie
© Johannes / stock.adobe.com

Die Krötenlilie (Tricyrtis) sorgt für einen Hauch von Exotik im Gartenbeet. Im Herbst beleben die Liliengewächse nochmals das Staudenbeet und beeindrucken mit ihren farbenfrohen, gepunkteten Blüten.

Die Gartenorchidee ist auch als Kübelpflanze dekorativ und stellt wenige Ansprüche an Standort und Pflege. Was es im Hinblick auf die Kultivierung der exotischen Schönheit zu beachten gilt, können Sie im Folgenden nachlesen.

Besonderheiten

Krötenlilie (Tricyrtis formosana)
Wuchs: aufrecht, Blütnstiele leicht überhängend
Wuchshöhe: 50 – 80 cm
Wuchsbreite: 30 – 40 cm
Blüte: August – Oktober
Standort: Sonne und Halbschatten
Boden: frisch, durchlässig
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Zur Gattung der Krötenlilien zählen etwa 20 Vertreter. Die ursprüngliche Heimat der Pflanzen ist in den Bergen des Himalayas zu suchen. Korea und Japan zählen zu den Hauptverbreitungsgebieten.

Wer nach einem letzten Farbtupfer im herbstlichen Staudenbeet sucht, ist mit der Krötenlilie gut beraten. Die gelben, blauen, violetten oder weinroten Blüten erscheinen Ende August und halten oft bis in den Oktober hinein.

Optisch erinnert die Krötenlilie an eine Orchidee. Daher rührt die volkstümliche Bezeichnung Gartenorchidee.

Einige hübsche Sorten im Überblick

SorteBlütenfarbeWuchshöhe
Tricyrtis „Sinonome“ Hybrideweiß mit purpurnen Flecken60 cm
Tricyrtis macropodapastellgelb80 cm
Tricyrtis „Empress“weiß mit dunkelroten Flecken70 cm
Tricyrtis hirta „Miyazaki“weiß mit purpurnen Flecken30 cm
Tricyrtis hirta „Alba“weiß50 cm

Pflanzung

Passenden Standort finden

Krötenlilien stellen keine großen Ansprüche an ihren Standort. An einem halbschattigen Standplatz gedeihen die Pflanzen optimal und können je nach Sorte Höhen von bis zu 1,5 Metern erreichen.

Gut eignen sich die Pflanzen als Unterpflanzung von Gehölzen. Auch ein sonniger Standort wird toleriert. Wichtig ist, dass es am gewählten Standplatz nicht zu Staunässe kommt.

In Kürze:

  • halbschattig
  • luftig
  • hell

Das ideale Substrat auswählen

Krötenlilie - Substrat
Krötenlilien benötigen einen durchlässigen Boden – © Stefan Körber / stock.adobe.com

Krötenlinien gedeihen bevorzugt in einem durchlässigen Substrat. Ein verdichteter Boden führt zu Staunässe, welche von den Pflanzen nicht vertragen wird. Weiterhin ist ein humusreiches und leicht saures Substrat von Vorteil.

Tipp: Ein verdichteter Boden kann durch die Zugabe von Sand oder Kies durchlässiger gemacht werden.

In Kürze:

  • durchlässig
  • feucht
  • humusreich
  • leicht sauer

Krötenlilie pflanzen – Schritt für Schritt

1. Standort bestimmen
2. Boden vorbereiten
3. Pflanzloch ausheben
4. Drainage legen
5. Blumenzwiebeln einsetzen
6. Substrat auffüllen
7. Erde leicht andrücken
8. Blumenzwiebeln bewässern

Die beste Pflanzzeit für die Krötenlilie ist das Frühjahr. Der Fachhandel bietet Blumenzwiebeln an. Diese sollten möglichst frisch eingepflanzt werden.

Tipp: Es ist möglich, die Zwiebeln für kurze Zeit an einem kühlen und frischen Standort zu lagern.

Das Pflanzloch sollte eine Tiefe von 25 bis 30 Zentimeter besitzen. Damit das Gießwasser besser abfließen kann und es nicht zu Staunässe kommt, ist eine etwa zehn Zentimeter hohe Kiesschicht hilfreich, welche als Drainage in das Pflanzloch eingefüllt wird. Als Substrat eignet sich ein Gemisch aus Blumenerde, Sand und Kompost.

Tipp: Die Krötenlilie kann im Beet wie im Kübel kultiviert werden.

Pflege

Krötenlilie richtig gießen

Krötenlilie gießen
Die Krötenlilie benötigt nicht viel Wasser, darf aber nicht austrocknen – © eugenegg / stock.adobe.com

Der Wasserbedarf der Krötenlilie ist eher mäßig. Austrocknen sollte der Boden jedoch nicht. Vor und während der Blüte benötigen die Pflanzen ausreichend Wasser. Ein Wassermangel wird durch welke Blüten und Blätter angezeigt.

Tipp: Damit es nicht zu Staunässe kommt, sollte mäßig und eher sporadisch bewässert werden.

Krötenlilie richtig düngen

Soll der Nährstoffbedarf der Pflanzen sichergestellt werden, bietet es sich an, bereits bei der Pflanzung Kompost in das Substrat einzuarbeiten. Der Naturdünger besitzt eine Langzeitwirkung und fördert Wachstum und Blüte.

Wer keinen Langzeitdünger verwendet, sollte die Stauden drei- bis viermal jährlich mit herkömmlichem Flüssigdünger versorgen.

Pflanz- und Pflegetipps im Überblick

TätigkeitErläuterung
Pflanzen
  • frische Blumenzwiebeln verwenden
  • Drainage anlegen
Gießen
  • mäßig gießen
  • hoher Feuchtigkeitsbedarf vor und während der Blüte
  • Boden darf nicht austrocknen
  • Staunässe vermeiden
Düngen
  • Kompost als Langzeitdünger
  • Flüssigdünger mehrmals jährlich

Krötenlilie schneiden

Krötenlilien sind gut schnittverträglich, müssen aber nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden. Nach der Blüte können die Stauden etwa Hand hoch gekürzt werden. Dies sorgt für einen kräftigen Austrieb im kommenden Gartenjahr.

Krötenlilie vermehren

Für die Vermehrung der Krötenlilie gibt es verschieden Möglichkeiten:

  • Stecklinge
  • Teilung
  • Absenker
  • Samen

Vermehrung durch Stecklinge

Stecklinge werden geschnitten, bevor die Krötenlilie mit der Blütenbildung beginnt. Der Frühsommer ist der ideale Zeitpunkt für diese Methode der Vermehrung.

Als Steckling dienen kräftige Triebe, welche eine Länge von etwa 15 Zentimeter aufweisen sollten. Die Stecklinge werden möglichst mit einem scharfen Messer abgetrennt, damit glatte Schnittkanten entstehen.

Tipp: Tritt aus den Schnittwunden verstärkt Pflanzensekret aus, hilft der Auftrag von Holzasche.

Jeder Steckling sollte im oberen Bereich drei bis vier Blätter aufweisen. Die Stecklinge können in einzelnen Pflanzgefäßen kultiviert oder direkt ins Freiland gesetzt werden. Werden sie gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass gehalten, werden die Stecklinge innerhalb kurzer Zeit bewurzeln und neu austreiben.

Vermehrung durch Teilung

Krötenlilie vermehren
Kräftige Pflanzen können Sie im Frühjahr vor dem Austrieb teilen – © Maria / stock.adobe.com

Im Frühling, wenn die Pflanzen noch nicht mit dem Austrieb begonnen haben, kann die Krötenlilie geteilt werden. Eine Voraussetzung für diese Art der Vermehrung ist eine kräftige und gut entwickelte Mutterpflanze.

Die Pflanze muss zunächst komplett ausgegraben werden. Der Wurzelfilz wird vorsichtig zerteilt. Die kräftigsten Teilstücke werden zurück ins Pflanzloch gesetzt. Es bietet sich an, den Boden bei dieser Gelegenheit mit Kompost aufzuwerten.

Die schwächeren Teilstücke werden in Pflanzgefäße gesetzt und dort kultiviert, bis sie kräftig genug zum Auspflanzen im Freiland geworden sind.

Tipp: Jedes Teilstück sollte mindestens ein Auge besitzen.

Vermehrung durch Absenker

Wer diese Methode der Vermehrung ausprobieren möchte, wählt einen kräftigen und bodennahen Trieb der Krötenlilie aus. Der Trieb wird auf den Erdboden gezogen und in einer Erdrinne entlanggeführt.

Die Triebspitze schaut aus dem Boden. Um die Bewurzelung des Ablegers zu beschleunigen, sind mehrere kleine Schnittstellen anzubringen. Hierfür kann eine Rasierklinge verwendet werden.

Nun heißt es abwarten. Beginnt der Trieb eigenständig kräftig zu wachsen und hat eigene Wurzeln ausgebildet, kann der Absenker von der Mutterpflanze getrennt werden.

Vermehrung durch Samen

Wer bereits eine Krötenlilie besitzt, kann die Samen selbst gewinnen. Verblühtes wird an der Staude belassen, bis die Samenkapseln abtrocknen. Die Samen sind nun reif und können aus den Kapseln gelöst und zur Trocknung ausgelegt werden.

Für die Anzucht eignet sich ein Gemisch aus Blumenerde und Sand. Die Krötenlilie zählt zu den Kaltkeimern. Der Samen benötigt zunächst einen Kältereiz und wird daher für zwei bis drei Monate im Kühlschrank aufbewahrt. Anschließend werden die Pflanzgefäße hell aber nicht vollsonnig aufgestellt. Die Temperatur sollte etwa 18 Grad betragen. Etwa zwei Wochen später beginnt die Krötenlilie zu keimen. Die kräftigsten Sämlinge werden pikiert und in einem separaten Pflanztopf weiterkultiviert.

Bis zur Blüte braucht es allerdings etwas Geduld. Aus Samen herangezogene Krötenlilien blühen frühestens drei Jahre nach der Aussaat.

Schädlinge erkennen und bekämpfen

Krötenlilie Schädlinge
Ein Befall mit Lilienhähnchen kann zum Kahlfraß führen – © Michael Rogner / stock.adobe.com

Einige Schädlinge haben sich auf Krötenlilien spezialisiert. Dazu zählen Wühlmäuse, die es auf die Zwiebeln und Rhizome der Pflanze abgesehen haben. Einem Befall lässt sich vorbeugen, indem die Stauden in Drahtkörbe gepflanzt werden.

Nicht zu übersehen ist auch das Lilienhähnchen. Die roten Käfer sind mit dem bloßen Auge gut zu erkennen und lassen sich mit den Händen ablesen. Überprüfen Sie die Unterseite der Blätter. Dort legen die Käfer ihre Eier ab. Bleiben die Maden unentdeckt, kann dies zum Kahlfraß der Pflanzen führen.

Gegen das Lilienhähnchen ist Gesteinsmehl als natürlicher Wirkstoff zu empfehlen. Die Pflanze wird mit dem Pulver eingestäubt. Der Wirkstoff trocknet die Schädlinge aus.

Tipp: Gesteinsmehl hilft auch bei Blattlausbefall.

Auch Nacktschnecken können der Krötenlilie gefährlich werden. Die Pflanzen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Die Schnecken können in den Abendstunden abgesammelt werden. Das Aufstellen von Schneckenkragen oder das Verteilen von Kaffeesatz, Tannennadeln oder Holzspänen hält die Schädlinge von den Stauden ab.

Krötenlilie überwintern

Alle Krötenlilien sind winterhart. Es werden Temperaturen bis -20 Grad vertragen. Ähnlich der Rosen müssen Krötenlilien allerdings einen Schutz erhalten. Vor Kälte und Schnee schützen Reisig oder Laub.

Kübelpflanzen sind empfindlicher und können bei Dauerfrost schnell durchfrieren. Infolgedessen kann die Krötenlilie über die Wurzeln keine Nahrung mehr aufnehmen und stirbt ab. Der Pflanzkübel sollte daher an einem geschützten Standplatz auf Balkon und Terrasse aufgestellt werden. Temperaturen bis etwa –5 Grad werden toleriert. Damit die Pflanzgefäße nicht durchfrieren, sind sie auf einer Unterlage aus Holz oder Styropor zu positionieren.

Foto1: © Johannes / stock.adobe.com, Foto2: © Stefan Körber / stock.adobe.com, Foto3: © eugenegg / stock.adobe.com, Foto4: © Maria / stock.adobe.com, Foto5: © Michael Rogner / stock.adobe.com

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