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Kugelrobinie – Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Eigentlich ist die Kugelroninie pflegeleicht. Pflegefehler können aber trotzdem vorkommen und den Baum anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen.

Kugelrobinie pflanzen
© osiris59 – Fotolia.com
Die Kugelrobinie (Robinia pseudoacacia ‘Umbraculifera’) wird mit ihrem bizarren Wuchs schnell zum Mittelpunkt in jedem Garten. Die Gewächse benötigen wenig Pflege und gedeihen ohne großartigen Einsatz des Hobbygärtners recht zuverlässig. Doch dabei bleibt die Scheinakazie leider nicht von Krankheiten und Schädlingen verschont. Welche Krankheiten und Schädlinge auftreten können, wie Sie diese erkennen, wirkungsvoll bekämpfen oder deren Ausbreitung durch entsprechende Pflegemaßnahmen zu verhindern wissen, erfahren Sie im Folgenden.

Welche Krankheiten und Schädlinge sind häufig anzutreffen?

  • Miniermotten
  • Schildläuse
  • Blattläuse
  • Blattfleckenkrankheit

Miniermotten

Die Miniermotte kommt an der Kugelrobinie recht häufig vor. Die Mottenart hinterlässt ein typisches Schadbild, welches vom Hobbygärtner leicht erkennt werden kann. Bereits im Frühjahr bilden die Motten ihre typischen Fressgänge, welche sich als Schlangenlinien auf den Blättern der Kugelrobinie abzeichnen.

Die Larven der Miniermotten entwickeln sich im Laub verschiedener Baumarten. Die Motten leben vom Pflanzensaft, welchen sie erreichen, indem sie die Blätter anstechen. Sind die Larven ersteinmal geschlüpft, hinterlassen sie intensive Schadbilder und fressen die gesamten Blätter. Bei Nadelbäumen machen sie übrigens auch vor den Nadeln nicht halt. Die Blätter verfärben sich und es kommt bereits im Sommer zu Blattfall. Ist die Entwicklung abgeschlossen und aus der Raupe ist eine Miniermotte geworden, wechselt diese den Standort. Auf der Suche nach einem neuen Lebensraum werden sich die Motten allerdings nicht allzu weit vom bereits befallenen Baum entfernen und nicht selten dort neue Larven zurücklassen. Somit schließt sich der Kreis und der Befall breitet sich auch auf die umliegenden Gewächse aus.

Was ist zu tun?

Da die Miniermotte kaum natürliche Fressfeinde besitzt, wird sich der Befall auf natürlichem Wege kaum minimieren. Allein Schlupfwespen sind in der Lage, auch größere Populationen der Motten zu vertilgen. Ebenso dienen die Larven und Raupen verschiedenen Vogelarten als Nahrungsquelle. Von der Miniermotte befallenes Laub sollte sofort entfernt werden.

» Achtung: Befallene Pflanzenteile gehören nicht auf den Kompost und sollten komplett verbrannt werden oder sind über den Hausmüll zu entsorgen.

Es gibt einige Möglichkeiten, der Miniermotte den Kampf anzusagen, jedoch gestaltet sich die Bekämpfung allgemein schwierig. Sie können den Baum mit einem harten Wasserstrahl behandeln oder regelmäßige Spritzungen mit Seifenlauge durchführen. Auch das Gießen oder Sprühen mit Brennnesselsud oder Rainfarntee zeigt Wirkung. Wird auf den Einsatz von Insektiziden verzichtet, wird es schwierig, die Schädlinge komplett auszurotten. Der Befall lässt sich lediglich eindämmen. Gute Ergebnisse erzielt der Hobbygärtner mit dem Aufstellen von Fallen, welche Schlupfwespen enthalten. Meist ist der Befall dann nach spätestens zwei Jahren vollständig ausgerottet und der Baum kann sich langsam wieder erholen.

Schildläuse

Schildläuse
© regenbogenfloh – Fotolia.com
Auch der Befall mit Schildläusen wird an der Kugelrobinie recht häufig festgestellt. Betrachten Sie die Blätter näher, werden sich die typischen Schilde deutlich abzeichnen. Die Schädlinge leben vom Pflanzensaft und schädigen dadurch die Robinie nachhaltig. Der Pflanze werden kontinuierlich Nährstoffe entzogen. Dabei fehlt es den Gewächsen besonders an Eiweiß. Der ausgesaugte Pflanzensaft ist besonders zuckerhaltig. Die Schildlaus scheidet sogenannten Honigtau aus. Dieser verklebt die Blätter. Doch die Schädlinge finden eine clevere Lösung, um selbst nicht an der zähen Flüssigkeit festzukleben. Der klebrige Honigtau wird von den Läusen davon geschleudert. Daher kann es durchaus vorkommen, dass sich die zähe Masse auf Fensterscheiben, Gartenmöbeln oder Autofenstern wiederfindet.

Tipp: Honigtau fördert die Ansiedlung von Rußtaupilzen, welche zusätzlichen Schaden anrichten können.

Schildläuse sind eng mit den Blattläusen verwandt. Es gibt zirka 3.000 verschiedene Pflanzenläuse. Allein 90 Arten sind in Mitteleuropa heimisch. Die Schildlaus ist auf den Blättern der Kugelrobinie deutlich auszumachen, denn die Schädlinge werden etwa sechs Millimeter groß. Männliche Schildläuse können fliegen. Die Weibchen dagegen sind meist vollkommen unfähig, sich zu bewegen. Die Schädlinge tragen einen schildartigen Panzer, welcher etwa zwei Millimeter Dicke umfasst. Der Panzer verbirgt die weiblichen Tiere. Der aus Wachs oder Harz bestehende Panzer ist besonders stabil und kann die Schädlinge vor Fressfeinden schützen.

Tipp: Unter dem Panzer der Schildlaus werden die Eier abgelegt und es entwickeln sich die Larven.

Was ist zu tun?

Bemerken Sie die Schildläuse auf den Blättern, wird pures Abstreifen nicht genügen. Greifen Sie stattdessen zu einer kleinen Bürste, besonders gut eignen sich Zahnbürsten und streifen die Schildpanzer von den befallenen Blättern. Sie können auch zu Mitteln auf der Basis von Pflanzenöl greifen. Diese schonen die Umwelt. Der ölhaltige Film führt dabei zuverlässig zum Absterben der Schädlinge, da diese unter dem Panzer ersticken.

Tipp: Marienkäfer oder Ohrwürmer gelten als natürliche Fressfeinde der Schildläuse.

Blattläuse

Blattlaus
© gordzam – Fotolia.com
Weniger tragisch erscheint der Befall mit Blattläusen. Die kleinen grünen Läuse sind auf den Blättern und Trieben der Kugelrobinie ebenfalls gut auszumachen, richten aber an der Pflanze keinen nennenswerten Schaden an.

Was ist zu tun?

Sie können das Bäumchen mit einem harten Wasserstrahl behandeln oder mit Seifenlauge einsprühen. Bewährt haben sich auch Spritzungen mit Brennnesselsud oder Knoblauchbrühe. Der Einsatz chemischer Schädlingsbekämpfungsmittel wird nicht notwendig sein.

Die Phloespora-Blattfleckenkrankheit

Das Auftreten dieses Pilzes zeigt sich am Welken der Blätter. Die Blätter bilden weiterhin runde braune Flecken. Es können auch die Triebe befallen sein.

Was ist zu tun?

Sorgen Sie im Herbst für die komplette Entfernung der Blätter. Die Blätter gehören nicht auf den Kompost, der Pilz würde sich dort ungestört weiter ausbreiten. Verbrennen sie das Laub oder geben es in den Hausmüll. Wenn auch die Triebe befallen sind, wird ein Rückschnitt notwendig werden. Schneiden Sie die gesamte Krone großzügig zurück.

» Achtung: Unbedingt über der Veredlungsstelle zurückschneiden, ansonsten geht dem Baum seine Kugelform verloren.

Krankheiten durch Pflegefehler

Nicht selten ist falsche Pflege der Auslöser für das Welken und Verkümmern der Pflanzen. Wächst die Pflanze nicht wie gewohnt, kann dies die Folge von Staunässe sein. Ist das Substrat nicht durchlässig genug, kann die Flüssigkeit nicht abfließen und staut sich im Boden, was die Wurzen angreift und zur Fäulnis des Baumes führt. Wird dies bemerkt, kann die Pflanze gerettet werden, wenn sie in frisches und lockeres Substrat umgesetzt wird. Besonders Kübelpflanzen sind häufig von Staunässe betroffen.

Bei Jungpflanzen ist auf eine ausreichende Bewässerung zu achten. Ältere Pflanzen müssen nicht mehr gegossen werden.


Foto1: © osiris59 - Fotolia.com, Foto2: https://schulzdobrick.de/produkte/fliegengitter/fliegengitter-fuer-tueren/pendeltueren/, Foto3: © gordzam - Fotolia.com

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