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Massive Holzbank selber bauen – Material, Anleitung & Tipps

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Massive Holzbänke haben ihren ganz eigenen Charme. Wenn Sie dann auch noch selbst gebaut sind, können Sie mächtig stolz sein. Mit unserer Anleitung klappt es garantiert.

Massive Holzbank selber bauen - Material, Anleitung & Tipps
© nidafoto – Fotolia.com

Kunststoffbänke sind gut, ohne Frage. Aber je nach Verarbeitungsqualität können sie wackeln, ausbleichen und das Material sogar spröde werden. Wer auf langlebige Lösungen setzt, die zudem noch deutlich sicherer sind, sollte unbedingt den Bau einer Holzbank in Erwägung ziehen. Welche Materialien dafür benötigt werden, wie das geht und was es beim Bau zu beachten gibt, verraten wir Ihnen jetzt.

Warum es sich lohnt auf Holz zu setzen

In Zeiten von günstigen Gartenbänken aus Kunststoff oder modernen Modellen aus Metall, mag sich der ein oder andere vielleicht fragen, warum es sich überhaupt lohnt den Aufwand zu betreiben, eine massive Holzbank selbst zu bauen. Die Antwort ist ganz einfach: Holz hat einen ganz besonders rustikalen Charme, an den kein anderes Material herankommt. Darüber hinaus sind derartige Holzbänke mit einem geringen Pflegeaufwand deutlich stabiler und sicherer.

Wichtige Vorüberlegungen

Überzeugt? Dann geht es nun an die Planung. Hierzu sollte man sich zunächst folgende Fragen stellen:

» Welches Holz soll verwendet werden?
Äußerst praktisch ist Lärchenholz, da das Hartholz seltener als andere Holzsorten von Insekten und Pilzen befallen wird. Darüber hinaus ist es sehr säurebeständig und weniger empfindlich gegenüber schlechten Witterungsbedingungen. Aber auch Teak-, Eukalyptus-, Robinien- oder Zedernholz ist aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle bestens für Gartenmöbel geeignet.

» Wie breit und tief soll die Sitzfläche sein?
Eine Tiefe von 43 bis 50 Zentimeter wird von vielen als angenehm empfunden. Pro Person sollte zudem eine Sitzflächenbreite von mindestens 45 Zentimeter eingeplant werden – je mehr Platz, desto bequemer.

» Welche Sitzhöhe ist angenehm?
Soll die Sitzfläche etwas gewölbt sein? Falls ja muss die diese entsprechend gehobelt werden.

» Werden Armlehnen bevorzugt?
Je nach persönlichem Geschmack ist hier eine Höhe von 20 bis 28 Zentimeter sinnvoll.

» Wie breit sollen diese sein?
5 bis 10 Zentimeter gelten als gängig.

» Soll die Armlehne etwas angeschrägt sein?
Ein Winkel von etwa 15 Grad ist durchaus bequem.

» Wie hoch soll die Rückenlehne sein?
Sofern die Bank nicht speziell für Kinder gebaut wird, sollte sie höher als 50 Zentimeter sein.

Benötigtes Material

Im Folgenden haben wir eine Einkaufsliste zusammengestellt:

MaterialHinweise
1 Baumstamm
  • als Sitz- und Lehnfläche
  • aus Teilen können auch die Füße gebaut werden
  • falls genug Holz übrig bleibt kann daraus auch die Halterung für die Rückenlehne gefertigt werden.
» Hinweis: Die Länge des Baumstamms variiert nach der Wunschgröße der Bank. Je länger der Stamm, desto mehr Sitzfläche ergibt sich entsprechend daraus. Weitere Informationen hierzu geben wir hierzu unter dem Punkt „Wichtige Vorüberlegungen“.

Beispiel: Zweisitzer
  • 1 Meter Baumstamm als Sitzfläche und Rückenlehne
  • 50 Zentimeter für die beiden Füße (sofern der Baumstamm für die Füße geteilt wird. Ansonsten zwei Mal 50 Zentimeter, falls daraus Blöcke gesägt werden sollen
  • vier Kanthölzer für den Bau von zwei Armlehnen
Schäleisen, auch Rindenschäler bzw. Baumschäler genanntzum Entfernen der Rinde
Kettensägezum Teilen des Baumstamms
Hand- oder ElektrohobelZum Glätten der Oberflächen
Winkelschleifer samt passender Frässcheibezum Ausfräsen von Aussparungen
Bohrmaschine mit Holzbohrer und Forstnerbohrer (z. B. 50 mm)zum Vorbohren von Löchern
lange Holzschraubenzum Befestigen der Füße und Rückenlehne
Hammerzum Einschlagen der Schrauben
Ratschezum Festdrehen der Schrauben
Winkelmesserzum Prüfen der Winkel von Armlehne und Rückenlehne
2 Kanthölzer (z. B. 55 x 55 mm)als Halterung für die Rückenlehne
Holzschutz bzw. ÖlLasur zum Schutz des Holzes – farblos, in natürlichen Holzfarbtönen oder kräftigen Farben (wie weiß, rot oder blau) erhältlich

Holzbank bauen – Schritt für Schritt Anleitung

Schritt 1: Baumrinde bearbeiten

Sofern nicht bereits vorbereitet gekauft: Zunächst wird der Baumstamm von der Baumrinde mit einem Schäleisen befreit. Besonders leicht von der Hand geht dies bei Baumstämmen, die bereits sechs bis 12 Monate schattig gelagert wurden. So fällt die Kambiumschicht schon fast von alleine ab. Wer es ganz sauber möchte, sollte hier vor allem an den Kanten sauber arbeiten. Eine hauchdünne Restschicht Rinde kann aber auch sehr natürlich und schick wirken.

Schritt 2: Baumstamm durchsägen

Im nächsten Schritt wird der Baumstamm mithilfe einer Kettensäge durchgesägt, um das Holz für die Sitzfläche und Rückenlehne vom Rest des Stammes, der für die Füße verwendet werden soll, zu trennen.

Schritt 3: Sitzbank zurecht sägen

Nun muss der Teil des Stammes für die Sitzbank auch nochmal durchgesägt werden. Je langsamer die Schnitte, umso gleichmäßiger die Schnittkanten. Optimal wäre ein mittiger Schnitt, da die fertige Sitzbank so sehr gleichmäßig wirkt.

Schritt 4: Oberflächen abschleifen

Damit die Oberflächen schön eben sind, werden diese mit dem Hobel Stück für Stück abgeschliffen. Testen ob alles schön glatt ist kann man, in dem vorsichtig mit der Handfläche darüberfährt – aber Achtung: Arbeitshandschuhe dabei tragen!

Schritt 5: Rückenlehne abflachen

Optional: Als nächstes sollte die Rückenlehne mit dem Winkelschleifer oder Elektrohobel etwas abgeflacht werden – so wirkt das Ganze nicht so wuchtig und benötigt weniger Platz.

Schritt 6: Aussparungen fräsen

Nun werden in die untere Baumstammhälfte mit einem Winkelschleifer Aussparungen ausgefräst. In diese werden später die runden Füße eingeschraubt. Während des Fräsens sollte der Fuß regelmäßig in die Aussparung gehalten werden um zu sehen, ob das ganze bündig ist.

Schritt 7: Kanten säubern

Bevor die Sitzbank gleich zusammengeschraubt wird, sollten unbedingt noch mal alle harten Kanten gebrochen und gesäubert werden, um das Verletzungsrisiko zu minimieren und das Lackieren später zu erleichtern.

Schritt 8: Füße vorbereiten

Spätestens jetzt sollten die Füße der Sitzbank vorbereitet werden. Praktischerweise werden diese aus einem Stück des Baumstammes gefertigt, indem zwei Seiten mit einer Kettensäge entfernt werden.

Schritt 9: Bank zur Probe aufstellen

Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um die Bank schon mal probeweise aufzustellen. Achten Sie dabei auf folgende Punkte:

  • Wirkt das Gesamtbild optisch stimmig?
  • Ist der Abstand der Füße optimal?
  • Ist der seitliche Abstand zwischen den Füßen und der Sitzfläche gleich?
  • Falls nicht, kann jetzt noch mal nachgemessen und -gearbeitet werden.

Schritt 10: Füße montieren

Wenn alles passt, können anschließend die Füße von unten an der Sitzfläche montiert werden. Nachdem die Löcher vorgebohrt wurden, werden die Holzschrauben oder Metallstangen mit einem Hammer fester in das Holz geschlagen und anschließend mit einer Ratsche festgedreht.

Schritt 11: Löcher vorbohren

Nun können die Löcher für die Rückenlehne vorgebohrt werden. Hierfür ist ein Forstnerbohrer bestens geeignet, um ausreichend große Löcher für die Kanthölzer zu schaffen.

Schritt 12: Rückenlehne montieren

Im Anschluss werden die Kanthölzer zur Halterung der Rückenlehne umfunktioniert. Ein Ende wird mit dem Winkelschleifer so angeschnitzt, dass diese in die eben vorbereiteten Löcher passen. Wie oben erwähnt ist es deutlich bequemer, wenn die Rückenlehne nicht im 90 Grad Winkel zur Sitzfläche montiert wird, sondern etwas geneigt ist. Damit der Neigungswinkel bei beiden Kanthölzern gleich ist, sollte nicht nach Gefühl gearbeitet werden, sondern das Maß mit einem Winkelmesser geprüft werden.

Schritt 13: Rückenlehne befestigen

Sobald die Kanthölzer in die Vorbohrungen passen, kann die Rückenlehne mit ausreichend langen Holzschrauben befestigt werden.

Schritt 14: Holzschutz auftragen

Um das Holz zu schützen, sollte es mit einem Öl lasiert werden. In den meisten Fällen ist zudem eine Grundierung empfehlenswert, die das Holz vor Verfärbungen durch Bläue und Pilzbefall schützt. Nachdem diese ausreichend durchgetrocknet ist, sollten ein bis zwei Schichten Lack aufgetragen werden.

Diese Video-Anleitung zeigt, wie es aussehen könnte:

Tipps für den Bau einer massiven Holzbank

TippHinweise
schlanke Sitzfläche oder LehneWem die Sitzfläche oder Lehne aus einem halben Baumstamm zu wuchtig ist, kann die Stammhälften auch noch mal teilen.
weiche KantenKlassisch haben massive Holzbänke harte Kanten. Wer es aber romantisch und verspielter mag kann die Ecken aber auch in einem größeren Winkel brechen, sodass sie schön rund werden.
Metallstreben für die Halterung der RückenlehneWer wenig Vertrauen in Kanthölzer hat, kann auch Metallstreben zur Verbindung der Sitzfläche mit Rückenlehne nutzen. Dadurch geht der holzige Charme zwar etwas verloren, doch die Konstruktion ist noch robuster.
die Füße einfacher montierenFalls das Ausfräsen der Aussparungen für die Füße zu aufwendig ist, kann die Sitzfläche auch auf die Füße gelegt werden und dann mit einer langen Metallstange verbunden werden. Die dadurch sichtbaren Bohrlöcher kann man gut verstecken, indem ein Holzstab mit dem Durchmesser der Bohrlöcher hineingesteckt und entsprechend abgesägt wird. Alternativ kann man auch Pfropfen aus Holzresten des Stammes bauen. In beiden Fällen sollte überstehendes Material mit einem Hobel entfernt werden, damit die Sitzfläche schön eben ist.

Pflegetipps für Holzbänke

Der Pflegeaufwand ist sehr von der Holzsorte abhängig. Während eine Holzbank aus Weichholz (z.B. Kiefer, Buche oder Fichte) regelmäßig abgeschliffen und lackiert werden muss, sind Harthölzer deutlich pflegeleichter.

Ungeachtet dessen sollten die Gartenmöbel mindestens zum Beginn und Ende der Gartensaison ordentlich gereinigt werden. Aggressive Reiniger sind hierfür allerdings gar nicht geeignet. Stattdessen empfehlen wir Seifenlauge aus Naturseife, die dank der enthaltenen pflanzlichen Öle das Holz nicht nur pflegen, sondern auch eine Rückfettung gewährleisteten. Damit keine Seifenreste auf dem Holz verbleiben sollten die Bank anschließend trockengerieben werden.

» Achtung: Mikrofasertücher schaden dem Holz, indem sie wichtige Öle entziehen. Besser sind einfache Baumwolltücher geeignet. Aber auch Schwämme oder eine Bürste können genutzt werden.

Darüber hinaus ist nach der Grundreinigung eine Behandlung des Holzes mit einem Pflegeöl zwei bis drei Mal pro Jahr sinnvoll. Bei der Wahl des Mittels ist allerdings zu beachten, dass farblose Varianten in der Regel keinen UV-Schutz bieten. Dadurch kann die Farbe des Holzes vergrauen. Abgesehen davon sollten die Öle frei von Lösungsmitteln sein, da sonst der natürliche Schutz des Holzes geschädigt wird. Zum Auftragen eignen sich ebenfalls Baumwolltücher, aber auch Pads und Pinsel.

Oase im Alltag schaffen – unsere besten Dekotipps

Fehlt noch etwas Inspiration, wie man die Gartenbank am besten in Szene setzen kann? Dann folgen nun unsere Deko Tipps für eine Wohlfühloase im Garten.

  • Sitzkissen: Leider hat Holz eine unschöne Angewohnheit: es ist hart. Doch mit Kissen oder Sitzauflagen kann man es sich richtig gemütlich machen.
  • Rosenbogen: Wer es besonders romantisch mag, kann einen Rosenbogen hinter oder über die Gartenbank stellen. Vor allem die zweite Variante bietet so eine natürliche Schattenquelle. Zum Bepflanzen des Rosenbogens sind übrigens nicht nur Kletterrosen geeignet, sondern auch Waldreben.
  • Blumentöpfe: Falls ein Rosenbogen zu groß ist, wirken natürlich auch Blumen in rustikalen Töpfen bezaubernd.
  • Sonnenschirm: Um sich vor der direkten Sonnenstrahlung zu schützen, kann auch ein Sonnenschirm aufgestellt werden. Inzwischen gibt es auch zahlreiche Modelle, die rustikal anmuten und daher bestens zu einer massiven Holzbank passen.
  • Montierbarer Tisch: Um ein Glas abstellen oder Buch ablegen zu können, eignen sich kleine Holztische, die an die Armlehne montiert werden können. Wer sich für ein schwenkbares Modell entscheidet, kann damit auch bequem an einem Laptop oder Tablet arbeiten/ lesen.

Foto1: © nidafoto - Fotolia.com

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