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Oleander: Pflegefehler erkennen und behandeln

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Der Oleander kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist in seiner Heimat sehr robust. Pflegefehler machen ihm bei uns hingegen schnell zu schaffen.

Oleander Pflegefehler
© Shchipkova Elena – Fotolia.com

Der Oleander (Nerium oleander) ist eine Pflanze aus dem Mittelmeerraum, welche auch in unseren Breiten mit ihrer Blüte erfreut und dabei größtenteils in Kübeln gehalten wird. In seiner Heimat ist der Oleander eine robuste Pflanze, welche kaum Pflege benötigt. Die Kübelpflanzen im Garten und auf der Terrasse sind jedoch weniger widerstandsfähig. Pflegefehler schaden der Pflanze und machen sich anhand unterschiedlicher Symptome bemerkbar. Rechtzeitig erkannt, lassen sie sich gut behandeln.

Der richtige Standort – Oleander ist ein Sonnenkind

Für die mediterrane Pflanze ist ein sonniger Standort besonders wichtig. Die Pflanze liebt direktes Sonnenlicht und damit einen nach Süden ausgerichteten Garten oder Balkon. Welken die Blätter oder bleiben die Blüten aus, kann es am falschen Standort liegen. Dabei ist zu beachten, dass die Pflanze vor Wind und Regen geschützt werden sollte. Verliert der Oleander seine Blüten, war er vermutlich den Wettereinflüssen ausgesetzt und sollte schnellstmöglich an einen geschützten Standort umziehen. Eine Überdachung oder ein Standort direkt an einer Hauswand bieten sich an.

Gießfehler vermeiden – Oleander sind durstig

Nicht zuletzt bedingt durch den sonnigen Stand, benötigt die Pflanze ausreichende Wassergaben. Besonders Kübelpflanzen dürfen nicht austrocknen. Beetpflanzen zeigen sich etwas robuster, werden aber ebenfalls schnell welken und sich blühfaul zeigen, wenn nicht mindestens zwei Mal täglich ausreichend Wasser gegeben wird. An besonders heißen Tagen sollten Sie drei Mal täglich gießen. Bei Kübelpflanzen lässt sich der Wasserbedarf besser kontrollieren, wenn Sie den Pflanztopf in einen Untersetzer stellen. Ansonsten hilft ein einfacher Trick: einfach den Finger in die Erde stecken. Bleibt dieser trocken, braucht die Pflanze dringend Wasser.

Viele Pflanzen lieben das Gießen mit Regenwasser. Der Oleander bildet hier eine Ausnahme. Wird der Oleander als Kübelpflanze gehalten, können permanente Gaben von Regenwasser das Gleichgewicht des Bodens stören und die Erde sauer werden lassen. Will die Pflanze nicht wachsen und zeigt blasse Blätter, deutet dies auf einen Nährstoffmangel hin. Dieser entsteht, wenn der saure Boden die Nährstoffaufnahme verhindert. Dieser Mangel lässt sich ausgleichen, wenn stattdessen mit temperiertem, kalkhaltigen Brunnenwasser gegossen wird. Temperiertes Wasser sorgt zudem für eine reiche Blütenfülle. Wer dennoch Regenwasser verwendet, sollte den Boden regelmäßig kalken, um diesen Pflegefehler zu vermeiden.

Vorsicht beim Rückschnitt – weniger ist mehr

Viele Pflanzenarten vertragen einen radikalen Rückschnitt. Der Oleander gehört nicht dazu. Erfolgt im Herbst ein kräftiger Rückschnitt, wird die Blütenpracht im kommenden Sommer vermutlich ausbleiben, denn die Pflanze bildet nur an zweijährigen Ästen Blüten aus. Gegen einen gelegentlichen Formschnitt hat der Oleander jedoch nichts einzuwenden, im Gegenteil, er wird robuster und widerstandsfähiger. Versäumen Sie den Rückschnitt dagegen komplett, werden ältere Pflanzen kahl und unansehnlich. Blätter bilden sich lediglich noch an den Triebspitzen aus. In diesem Fall empfiehlt sich ein Rückschnitt aller Triebe bis in etwa auf Fingerstärke. Sie benötigen etwas Geduld, aber es werden sich bald frische Triebe zeigen.

Ein Pflegefehler besteht auch darin, alte Blütenstände abzuschneiden. Damit entfernen Sie auch die Basis für die neue Blüte. Alte Blütenstände werden von der Pflanze selbstständig abgestoßen.

Fehlende Blütenpracht – Woran liegt es?

Oleander wird auf Grund seiner reichen Blüte geschätzt, welche zwischen Juni und September erscheint. Warten Sie dagegen vergeblich auf die Blütenpracht, können eine ganze Reihe an Pflegefehlern vorliegen. Handlungsbedarf besteht, wenn die Pflanze nicht wächst und wenige bis gar keine Blüten ausbildet. Es kommen verschiedene Ursachen in Betracht:

  • Die Pflanze steht zu kühl.
  • Die Pflanze steht zu dunkel.
  • Die Pflanze bekommt zu wenig Wasser.
  • Die Pflanze bekommt zu wenig Nährstoffe.
  • Die Pflanze ist von Schädlingen befallen.

Zunächst ist also der Standort zu kontrollieren. Die Pflanze braucht viel Sonne und muss zugleich geschützt stehen. Wärme und Sonne sind die Hauptindikatoren für eine reiche Blüte. Oleander muss zudem immer ausreichend gegossen werden. Dies lässt sich am besten kontrollieren, wenn Sie die Kübelpflanzen in einen mit Wasser befüllten Untersetzer stellen. Ein Nährstoffmangel kann mit fehlender Düngung und einer ungünstigen Bodenbeschaffenheit zusammenhängen. Schädlinge, welche den Oleander befallen können, lassen sich mit bloßen Augen ausmachen. Darauf gehen wir im Folgenden noch weiter ein.

Blattfall – Ursachen und Tipps

Verliert der Oleander seine Blätter, muss nicht immer ein Pflegefehler vorliegen. Besonders, wenn die Pflanze plötzlich gelbe Blätter bekommt, heißt es, Ruhe bewahren. Ein Oleanderblatt wird maximal zwei Jahre alt. Bevor altersschwache Blätter abgeworfen werden, werden sie gelb. Gleichzeitig setzt das neue Blattwachstum ein. Es handelt sich also meist um einen turnusmäßigen Prozess und nicht um falsche Pflege. Gelbe Blätter können aber auch die Folge eines zu trockenen Standes sein. Kontrollieren Sie bei Blattfall also zunächst, ob die Pflanze ausreichend mit Wasser versorgt ist.

Verfärben sich die Blattränder braun und fallen anschließend ab, kann sich das Sonnenkind Oleander einen Sonnenbrand geholt haben. Dies geschieht, wenn die Pflanze im Frühjahr zu schnell aus dem kühlen Winterquartier verfrachtet und der prallen Sonne ausgesetzt wird. Ein Sonnenschutz ist in den ersten Tagen am neuen Standort von Vorteil. Weitere Eingriffe sind nicht notwendig. Die Blätter werden in der Regel schnell frisch und gesund nachwachsen.

Probleme im Winterquartier

Oleanderkrebs:

Wer seinen Oleander richtig überwintern möchte, der sollte ihn in seinem Winterquartier öfters kontrollieren. Zeigen sich dunkle Stellen an den Stielen und Trieben, könnte die Pflanze von Oleanderkrebs befallen sein. Dabei kann es zu folgenden Anzeichen kommen:

  • Blütenstände werden nicht vollkommen ausgebildet.
  • Blüten und Samenkapseln verkrüppeln.
  • Triebe platzen auf.
  • Es entstehen an Blumenkohl erinnernde Wucherungen.
  • Blätter werden braun.
  • Braune Stellen an den Blättern platzen auf.

Die Anzeichen werden oft fehl gedeutet und auf zu dunklen Stand oder zu wenig Wasser zurückgeführt. Oleanderkrebs entsteht durch ein Bakterium, welches vermutlich alle in Europa vorkommenden Pflanzen in sich tragen. Ob die Krankheit letztlich ausbricht, hängt mit den äußeren Bedingungen und der allgemeinen Widerstandsfähigkeit der Pflanze zusammen. Meist bricht die Krankheit im Winterquartier aus. Oleanderkrebs lässt sich weder biologisch noch chemisch behandeln. Befallene Triebe müssen Sie schnellstmöglich zurückschneiden, da sich die Wucherungen recht schnell ausbreiten. Anschließend sollten Sie die Pflanze im Winterquartier belassen. Sorgen Sie für ausreichend Licht und lüften Sie regelmäßig!

Trockenfäule:

Bei der Trockenfäule handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die ebenfalls häufig am Winterstandort um sich greift. Da sich die Pilzsporen durch Wasser verbreiten, sind auch häufig Pflanzen betroffen, die an regenreichen Sommern nicht geschützt stehen. Besonders gefährdet sind die Blütenstände und alle oberirdischen Weichteile der Pflanze. Zu erkennen ist die Trockenfäule an braunen Stellen am Trieb. Der über den befallenen Stellen liegende Trieb ist nicht mehr zu retten und stirbt ab. Da der Pilz durch Nässe rasch verbreitet wird, ist schnelles Handeln erforderlich. Nicht selten sterben die befallenen Pflanzen vollständig ab.

Von Trockenfäule befallene Pflanzen müssen radikal zurückgeschnitten werden. Die abgeschnittenen Triebe gehören nicht auf den Kompost. Entsorgen Sie diese über den Hausmüll oder verbrennen Sie die befallenen Pflanzenteile. Der Rückschnitt muss bis in das gesunde Holz erfolgen. Die entstandenen Wunden sollten Sie mit Baumwachs versiegeln. Dies ist besonders wichtig, wenn der Rückschnitt vor dem Umzug in das Winterquartier erfolgt ist.

Schädlinge am Oleander erkennen und bekämpfen

Die Pflanze ist anfällig für eine ganze Reihe von Schädlingen. Dazu zählen Schildläuse, Blattläuse, Spinnmilben und Wollläuse. Stehen die Pflanzen im Winter zu warm, sind sie besonders anfällig für Schädlinge.

Schild- und Blattläuse:

Besonders anfällig ist die Pflanze für Schildläuse. Daher ist es ratsam, regelmäßig nach den Unterseiten der Blätter zu schauen. Zeigen sich dort klebrige Stellen, werden bei näherem Hinsehen auch die festen Rückenpanzer der Schildläuse zu erkennen sein. Die Schädlinge passen sich der Blattfärbung an und sind nur auszumachen, wenn eine sorgfältige Blattkontrolle durchgeführt wird. Gleiches gilt für Blattläuse. Oleander wird jedoch allgemein weniger häufig von Blattläusen befallen.

Spinnmilben:

Eine echte Gefahr für die Pflanze stellt die Spinnmilbe dar. Spinnmilben werden mit dem bloßen Auge leicht übersehen. Besonders Pflanzen, die eigentlich einen idealen Standort besitzen, nämlich geschützt an Hauswänden, werden verstärkt von Spinnmilben befallen, da diese durch den Wind herangetragen werden. Steht die Pflanze frei und zugiger, wird der Befall mit Spinnmilben eher weniger zum Problem.

Das erste Anzeichen für Spinnmilben ist eine hell gefleckte Mittelrispe der Blätter. Die Spinnmilben sitzen vermehrt an der Unterseite der Blätter. Dort wird ein an Spinnweben erinnernder Flaum sichtbar. Im fortgeschrittenen Stadium färben sich die kompletten Blätter silbrig und fallen ab. Der Handel bietet wirksame Präparate gegen Spinnmilben an, darunter unschädliche Mittel auf der Basis von Rapsöl. Es sollte dabei immer die komplette Pflanze behandelt werden. Ist die Pflanze stark befallen, bietet es sich an, die Behandlung nach etwa zwei Wochen zu wiederholen.

Hausmittel gegen einen Schädlingsbefall

  • Schildläuse lassen sich mit einer alten Zahnbürste beseitigen.
  • Gegen Wollläuse und Spinnmilben hilft ein harter Wasserstrahl.
  • Schädlinge können mit einer Lauge aus Schmier- oder Kernseife beseitigt werden.
  • Insektenhotel aufstellen und Fressfeinde anlocken (Anleitung Insektenhotel bauen).
  • Pflanze mit Brennnesseljauche behandeln (Rezept für Brennnesseljauche).

Wichtig: Alle Pflanzenteile des Oleanders sind giftig! Tragen Sie bei der Arbeit Handschuhe, damit der Pflanzensaft nicht in Kontakt mit der Haut kommt.

Das beste Rezept für gesunde Oleander-Pflanzen

  • vollsonniger und geschützter Standort
  • reichlich gießen
  • alle 14 Tage düngen
  • Kübelpflanzen in einem Blumenerde-Torf-Sandgemisch pflanzen
  • kühl und hell überwintern, dabei gelegentlich lüften und düngen

Foto1: © Shchipkova Elena - Fotolia.com

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