Gartengestaltung

Papierknöpfchen pflegen – Gießen, Düngen und Krankheiten vorbeugen

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Papierknöpfchen sind recht pflegeleicht. Wir zeigen Ihnen, was Sie trotzdem beachten sollten, damit Sie länger Freude an Ihren Pflanzen haben.

Papierknöpfchen pflegen
© KHBlack – Fotolia.com

Das Papierknöpfchen (Ammobium alatum) ist eine attraktive Sommerblume, welche sich in Steingärten besonders gut macht. Sie können sich an der einjährigen Pflanze aus der Familie der Korbblütengewächse aber auch über die Gartensaison hinaus erfreuen, denn das Papierknöpfchen lässt sich als Trockenblume verwenden und zu attraktiven Sträußen und Gestecken verarbeiten. Dabei benötigen die genügsamen Pflanzen nur wenig Pflegeaufwand. Was es bei der Pflege zu beachten gibt, haben wir nachfolgend zusammengestellt.

Korrektes Gießen

Der Wasserbedarf des Papierknöpfchens ist eher mäßig. Die Pflanze verträgt auch längere trockene Abschnitte. Wird das Gießen einmal vernachlässigt, ist dies weniger tragisch, als es mit der Bewässerung zu übertreiben. Feuchte Böden vertragen die aus Australien stammenden Pflanzen nicht. Hält die Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum an, führt dies zu Staunässe. Die Wurzeln werden angegriffen und die Pflanze beginnt zu faulen.

Besonders betroffen von Staunässe in Folge von Gießfehlern sind Kübelpflanzen. Daher ist bei der Wahl des passenden Pflanzgefäßes darauf zu achten, dass sich im Gefäßboden genügend Abflusslöcher für die Flüssigkeit befinden. Eine Drainage kann zusätzlich vor Staunässe schützen. Hierfür geben Sie einfach Tonscherben oder Kies auf den Gefäßboden, bevor Sie die Pflanze eintopften.

» Tipp: Die Pflanze erst bewässern, wenn das Substrat angetrocknet ist.

Papierknöpfchen gießen:

  • mäßig gießen
  • Erde darf antrocknen
  • Staunässe vermeiden

Richtiges Düngen

Um die Blüte zu fördern, bietet es sich an, das Papierknöpfchen während der Wachstumsperiode hin und wieder mit Dünger zu versorgen. Dabei wird bevorzugt Flüssigdünger für Blühpflanzen verwendet. Dieser lässt sich leicht dosieren und kann einfach dem Gießwasser zugegeben werden.

Wer bei der Pflanzung der Erde Kompost untermischt, versorgt das Papierknöpfchen mit einem organischen Langzeitdünger, welcher die Pflanze über den ganzen Sommer mit Nährstoffen versorgt. Eine zusätzliche Düngung ist dann in der Regel nicht notwendig.

» Achtung: Die Pflanze sollte nicht überdüngt werden. Ist das Nährstoffangebot zu hoch, besteht die Gefahr, dass die Blüten regelrecht auseinander fallen.

Papierknöpfchen Düngen:

  • während der Blütezeit Flüssigdünger verabreichen
  • dem Substrat Kompost untermischen
  • Überdüngung vermeiden

Papierknöpfchen vermehren

Das Papierknöpfchen kann durch Samen vermehrt werden. Samen sind ganzjährig im Handel erhältlich. Sie können sie auch von bestehenden Samen Pflanzen gewinnen. Dann können die Blütenköpfe allerdings nicht als Trockenblume Verwendung finden, bzw. Sie behalten einige Blüten zurück und lassen diese auf- bzw. verblühen.

» Tipp: Sollen die Papierknöpfchen als Trockenblumen verwendet werden, müssen diese geschnitten werden, bevor die Blütenköpfe vollständig geöffnet sind.

Die Samen werden im Haus vorgezogen. Damit kann bereits im März begonnen werden. Hierfür füllen Sie ein Pflanzgefäß mit Anzuchterde und verteilen die Samenkörner darauf. Diese werden mit einer dünnen Erdschicht bedeckt und keimen bei Temperaturen um 15 Grad. Nach den Eisheiligen können Sie die Jungpflanzen ins Freiland setzen.

Pflegemaßnahmen im Überblick

PflegemaßnahmeErläuterung
Gießen Es wird nur mäßig gegossen. Ein trockener Boden wird besser vertragen als Staunässe. Wird die Pflanze im Kübel gehalten, benötigt sie regelmäßig Wassergaben. Es ist auf eine gute Durchlässigkeit des Pflanzgefäßes zu achten.
Düngen Um die Blüte zu fördern, bietet sich die Gabe von Flüssigdünger an. Eine Überdüngung ist zu vermeiden.
Schneiden Das Papierknöpfchen muss nicht geschnitten werden.
Überwintern Die Pflanze ist einjährig und wird im Herbst entsorgt. Eine Überwinterung ist nicht notwendig. Allein in ihrer Heimat Australien sind die Pflanzen mehrjährig.

Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

Das Papierknöpfchen wird nur selten von Krankheiten und Schädlingen befallen.

Lassen die Blüten scheinbar grundlos ihre Köpfe hängen, könnte dies einen Befall mit einem Schimmelpilz anzeigen. Sind die Pflanzen von Schimmel befallen, lässt sich dies an einer weißlichen Schicht erkennen, welche die Blätter überzieht. Die Bildung von Schimmelpilzen ist meist auf Pflegefehler zurückzuführen.

» Tipp: Hauptursachen für Schimmelbefall sind eine hohe Luftfeuchtigkeit und ein zu feuchter Standort.

Kann das Gießwasser nicht abfließen, beginnt das Substrat auf Grund der Überwässerung zu schimmeln. Dies tritt besonders häufig in Erscheinung, wenn die Papierknöpfchen im Kübel angepflanzt werden und ihnen nur wenig Substrat zur Verfügung steht. Die Schimmelsporen breiten sich dann rasend schnell aus und überziehen das Substrat und das Pflanzgefäß, einem Netz gleich. Alle befallenen Pflanzenteile sind umgehend zu entfernen. Ist der Schimmelbefall bereits weit fortgeschritten, helfen nur noch chemische Schädlingsbekämpfungsmittel. Dies sollte jedoch gut überlegt werden, denn es handelt sich um eine einjährige Pflanze. Die Entsorgung wäre in diesem Fall wohl umweltgerechter.

Gefahr Mehltau

Mehltau
© majuroan – Fotolia.com

Erscheinen die Pflanzen wie mit einem mehlartigen Belag überzogen, hat ein besonders hartnäckiger Schimmelpilz vom Papierknöpfchen Besitz ergriffen. Der Echte Mehltau ist ein “Schönwetterpilz”. Warme Temperaturen in Kombination mit einer hohen Luftfeuchte bieten dem Echten Mehltau den idealen Lebensraum. Ist es über einen längeren Zeitraum trocken, wird dies der Pflanze zwar nicht viel ausmachen, da sich das Papierknöpfchen ohnehin in einem trocknen Boden wohler fühlt als bei anhaltender Feuchtigkeit. Die Blätter haben es jedoch schwer, sich in heißen und trockenen Sommern voll zu entwickeln. Kommt es zu einem Regeneinbruch, finden die Pilzsporen eine ideale Eintrittspforte.

Wird der mehlige Belag sichtbar, sollte der Hobbygärtner sofort handeln, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreitet.

Hausmittel gegen Echten Mehltau:

  • Besprühen der befallenen Pflanzenteile mit Milch
  • Besprühen der befallenen Pflanzenteile mit Ackerschachtelhalmbrühe
  • Besprühen der befallenen Pflanzenteile mit Knoblauchsud
  • Besprühen der befallenen Pflanzenteile mit Rainfarntee

Die Tinkturen sollten möglichst an einem trockenen Tag angewendet werden, ansonsten würde der Regen den Wirkstoff schnell wieder abwaschen. Sprühen Sie die Pflanze großzügig ein, bevorzugt auf den von Mehltau befallenen Pflanzenteilen. Mit einer einmaligen Anwendung ist es meist nicht getan. Die Pflanzen sollten mehrmals wöchentlich behandelt werden, bis der charakteristische weiße Belag nicht mehr zu sehen ist.

Wie lässt sich Mehltau vorbeugen?

Wählen Sie einen geschützten Standort, damit die Feuchtigkeit der Pflanze nicht zusetzen kann. Die Papierknöpfchen sollten nicht zu eng gepflanzt werden. Die Pflanze kann sich viel besser entwickeln, wenn ein Pflanzabstand von mindestens 30 Zentimetern eingehalten wird. Weiterhin trocknen die Blätter nach dem Regenguss schneller ab und Mehltau hat keine Chance, besonders, wenn es sich um einen sonnigen Standort handelt.

» Tipp: Kräftige und gesunde Pflanze sind weniger angreifbar für Krankheiten. Sorgen Sie für einen sonnigen Standort, einen lockeren Boden und ausreichend Nährstoffe, ist dies die beste Vorbeugung gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Gründe für vermindertes Wachstum

Erscheinen die Pflanzen klein und mickrig und bilden kaum Blüten aus, kann dies mehrere Ursachen haben. Bei einer zu frühen Aussaat keimen die Samen beispielsweise nur langsam. Daher bietet es sich an, das Papierknöpfchen nicht vor April auszusäen.

Weitere Ursachen für ein vermindertes Wachstum:

  • zu dunkler Stand
  • zu wenig Nährstoffe
  • zu viel Wasser
  • zu wenig Wasser

Achtung beim Trocknen

Nicht nur im Beet ist das Papierknöpfchen gefährdet. Auch wenn die Trockenblumen bereits zu Sträußen oder Gestecken arrangiert sind, kann es vorkommen, dass sich Fäulnis bildet. Sie haben bei der Trocknung nicht genügend Geduld bewiesen. Sind die Blüten nicht komplett ausgetrocknet, werden sie sich nicht über einen längeren Zeitraum halten. Die feuchten Stängel beginnen zu faulen.


Foto1: © KHBlack - Fotolia.com, Foto2: © majuroan - Fotolia.com

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