Wenn Sie Peperoni einlegen, machen Sie sie damit nicht nur haltbar, Sie können sich auf diesem Wege auch kreativ austoben. Hier 3 köstliche Rezepte dafür.

Peperoni sind in vielen deutschen Gärten längst ein fester Bestandteil der Gemüsebeete. Sie bringen nicht nur Farbe ins Beet, sondern auch ordentlich Pep auf den Teller. Wer schon einmal im Spätsommer vor einer üppigen Peperoni-Pflanze gestanden hat, weiß: Die Früchte reifen plötzlich schneller, als man sie frisch verarbeiten kann. Und genau dann ist der perfekte Moment gekommen, um sie einzulegen. Das Beste daran: Sie holen sich damit nicht nur den Sommer ins Glas, Sie können obendrein noch im Winter würzige Antipasti, scharfe Beilagen oder pikante Snacks genießen.

Wo liegt der Unterschied zwischen Peperoni und Chili?

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Die Begriffe Peperoni und Chili werden im Alltag oft durcheinander geworfen – und das nicht nur in Deutschland. Je nach Region und Sprachgebrauch meint man nämlich manchmal dasselbe, manchmal aber auch etwas völlig anderes.

Sowohl Peperoni als auch Chili gehören zur Pflanzengattung Capsicum, also zu den Paprikapflanzen. Innerhalb dieser Gattung gibt es zahlreiche Arten und Sorten – von mild-süß bis feurig-scharf. Der Unterschied liegt also nicht in der Pflanze selbst, sondern in der Bezeichnung und im Schärfegrad.

In Deutschland wird mit Peperoni meistens eine längliche, oft grüne oder rote Paprikasorte bezeichnet, die mild bis leicht scharf schmeckt. Diese Früchte findet man häufig eingelegt im Glas, beispielsweise auf Pizza oder als Antipasti. Chili hingegen steht bei uns eher für die wirklich scharfen Vertreter der Paprikafamilie, die klein, dünnwandig und sehr aromatisch sind. Getrocknet und gemahlen wird daraus das bekannte Chilipulver. Wie Peperoni, so kann man aber auch Chili einlegen.

Internationale Unterschiede

Hier wird es spannend:

  • In Italien bedeutet „Peperoni“ schlicht „Paprika“ – und zwar egal, ob süß oder scharf. Wer dort „Peperoncino“ sagt, meint die kleinen, scharfen Chilischoten.
  • In der Türkei versteht man unter „Biber“ (oft als „Peperoni“ ins Deutsche übernommen) ebenfalls längliche Paprikaschoten, die nicht immer scharf sein müssen.
  • In den USA spricht man generell von „Chili peppers“, egal ob mild oder scharf. Auch die große Gemüsepaprika fällt unter diesen Begriff.

Schärfe als Unterscheidungsmerkmal

Im Alltag ist also die Schärfe der wichtigste Unterschied:

  • Peperoni: eher mild bis mittelscharf, gut zum Einlegen oder als frische Beilage
  • Chili: klein, dünnwandig, meist deutlich schärfer und intensiver im Geschmack

Zur Einordnung nutzt man die sogenannte Scoville-Skala, die den Schärfegrad in Scoville-Einheiten misst. Während Peperoni oft im Bereich von 100 bis 1.000 Scoville liegen, können Chilischoten von 2.500 (Jalapeño) bis weit über 1.000.000 (Carolina Reaper) Scoville erreichen.

Warum lohnt es sich, Peperoni einzulegen?

Das Einlegen von Peperoni hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen können Sie dadurch die Haltbarkeit erheblich verlängern, sodass Sie die Schoten auch noch im Winter genießen können. Zum anderen können Sie durch das Einlegen das Aroma verstärken. In Essig werden Peperoni zum Beispiel herrlich frisch und knackig, in Öl entwickeln sie ein mediterranes Flair wie im Italienurlaub, und in Salzlake entstehen durch die Fermentation richtig spannende Geschmacksnoten.

Darüber hinaus ist das Einlegen der Peperoni eine nachhaltige Methode, um die eigene Ernte optimal zu nutzen, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und jederzeit auf ein würziges, hausgemachtes Produkt zurückgreifen zu können. Nicht zuletzt ist selbst Eingelegtes ein geschmackliches Highlight, das Sie Gästen als selbstgemachtes Geschenk aus dem Garten anbieten können. Außerdem macht es ein gutes Gefühl, die eigene Ernte im Regal stehen zu haben – selbstgemacht schmeckt eben immer am besten.

Der richtige Erntezeitpunkt

Peperoni einlegen
Peperoni können zwischen Juli und Oktober geerntet werden – © Steidi / stock.adobe.com

Der richtige Erntezeitpunkt ist entscheidend für Geschmack und Haltbarkeit. Prinzipiell können Sie Peperoni ernten, sobald sie eine kräftige Farbe haben und sich fest anfühlen. Grüne Schoten sind meist etwas herber und knackiger, während rote Früchte durch die längere Reifezeit süßer und aromatischer schmecken.

Die Haupterntezeit liegt in Deutschland zwischen Juli und Oktober, abhängig von der Sorte und dem Klima. Wichtig ist, dass Sie nicht zu lange warten, da die Schoten sonst weich werden. Bevor der erste Frost kommt, sollte zudem alles abgeerntet sein, denn Kälte mögen die kleinen Schoten überhaupt nicht.

Wie werden Peperoni richtig geerntet?

Bitte nicht einfach die Schoten von der Pflanze reißen! Damit verletzen Sie die Pflanze und zudem riskieren Sie, dass sie weniger nachreift. Am besten benutzen Sie eine scharfe Gartenschere oder ein kleines Messer, um die Schoten samt kurzem Stiel abzuschneiden. Das verhindert Verletzungen an der Pflanze und fördert das Nachreifen weiterer Früchte. Achten Sie darauf, nur feste und unverletzte Früchte zu ernten. Die eignen sich perfekt fürs Einlegen. Weiche oder angeschlagene Schoten eignen sich nicht, da sie schnell verderben.

Die besten Methoden zum Einlegen

Es gibt unterschiedliche Methoden, um Peperoni haltbar zu machen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Einlegen in Essig, Öl oder Salzlake. Während Essig für einen frischen, leicht säuerlichen Geschmack sorgt, verleiht Öl den Schoten ein besonders mediterranes Aroma. Die Salzlake wiederum ist eine klassische Methode der Fermentation, die ein besonders intensives Aroma entstehen lässt. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt ganz von Ihrem Geschmack ab. Alle Methoden haben ihren Reiz.

3 Rezepte für eingelegte Peperoni

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Rezept 1 – Klassisch eingelegte Peperoni in Essig

Zutaten:

  • 500 g frische Peperoni
  • 500 ml Weißweinessig
  • 250 ml Wasser
  • 2 EL Zucker
  • 1 EL Salz
  • 2 Lorbeerblätter
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 TL schwarze Pfefferkörner

Zubereitung:

  1. Die Peperoni gründlich waschen und mit einer Gabel mehrmals einstechen, damit sie den Sud besser aufnehmen.
  2. Essig, Wasser, Zucker, Salz und Gewürze aufkochen lassen.
  3. Die Schoten in sterilisierte Gläser füllen, mit dem heißen Sud übergießen und sofort verschließen.
  4. Anschließend mindestens zwei Wochen durchziehen lassen.

Rezept 2 – Mediterrane Peperoni in Olivenöl

Zutaten:

  • 500 g rote Peperoni
  • 300 ml Weißweinessig
  • 300 ml Wasser
  • 1 EL Salz
  • 1 EL Zucker
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 1 Bund frischer Thymian
  • 300 ml hochwertiges Olivenöl

Zubereitung:

  1. Die Peperoni längs halbieren und entkernen.
  2. In Essig, Wasser, Salz und Zucker etwa fünf Minuten blanchieren.
  3. Anschließend abtropfen lassen und in Gläser schichten.
  4. Mit Kräutern und Olivenöl auffüllen, bis die Schoten vollständig bedeckt sind.

Kühl und dunkel gelagert halten die eingelegten Peperoni mehrere Monate.

Rezept 3 – Fermentierte Peperoni in Salzlake

Zutaten:

  • 500 g frische Peperoni
  • 1 Liter Wasser
  • 30 g Salz
  • 1 Knoblauchknolle
  • 1 TL Senfkörner

Zubereitung:

  1. Das Salz im Wasser auflösen.
  2. Peperoni gründlich waschen, gegebenenfalls halbieren und entkernen.
  3. Mit Knoblauch und Senfkörnern in ein Gärgefäß oder Glas geben.
  4. Mit der Salzlake vollständig übergießen, sodass die Schoten bedeckt sind.
  5. Mit einem Gärgewicht beschweren und 2 bis 3 Wochen bei Zimmertemperatur fermentieren lassen.
  6. Danach im Kühlschrank aufbewahren und nach Belieben genießen.

Tipps zur Verfeinerung

Wenn Sie in der Küche gerne experimentieren, können Sie sich beim Einlegen richtig austoben. Orientalisch wird es zum Beispiel mit Kreuzkümmel, Zimtstangen oder Koriandersamen, mediterran mit Kräutern wie Basilikum, Thymian, Rosmarin und Oregano. Für eine süßlich-scharfe Note eignen sich Honig oder brauner Zucker im Essigsud. Und wenn Sie es so richtig bunt treiben wollen, mischen Sie doch einfach verschiedene Sorten – von mild bis kräftig scharf. So wird jedes Glas zum Überraschungspaket. Wichtig ist nur, dass Sie immer frische und unbeschädigte Früchte sowie saubere und sterile Gläser verwenden, damit die eingelegten Schoten lange haltbar bleiben.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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