Pflanzen Bodendecker

Pfennigkraut pflanzen, pflegen und vermehren

Das Pfennigkraut fühlt sich fast überall wohl. Sie verträgt jedoch keine Trockenheit. Wir zeigen ihnen, worauf es bei der Kultivierung dieser Pflanze ankommt.

Pfennigkraut
© K. Thalhofer / stock.adobe.com

Das Pfennigkraut, oder auch Münzkraut, ist eine wasserliebende Pflanze, welche sich binnen kurzer Zeit rasant ausbreiten kann und mit ihren leuchtend gelben Blüten hübsche Teppiche bildet. Die Pflanzen sind in Europa wie im Kaukasus heimisch und sehr robust und anpassungsfähig. Im Steingarten macht das Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) ebenso eine gute Figur, wie es sich als Randbepflanzung einsetzen lässt oder als Teichpflanze die Blicke auf sich zieht.

Kleine Pflanzenbeschreibung

Pfennigkraut (Lysimachia nummuralia)
Wuchsbreite: 30 – 40 cm im Jahr
Wuchshöhe: 5 – 10 cm
Verwendung: Gehölzrand, Freifläche, Wasserrand
Pflanzenbedarf: 35 cm Pflanzabstand, 8 bis 10 Stück pro m²
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: frisch bis feucht, durchlässig, normaler Gartenboden
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In der Gattungsbezeichnung versteckt sich der Entdecker der Pflanze. Dabei soll es sich um den antiken Feldherren Lysimachos gehandelt haben. Während es sich hierbei um eine Legende handelt, spielt die Artbezeichnung „nummularia“ auf die an eine Münze erinnernde Form der Blätter an.

Das Pfennigkraut ist eine immergrüne, wuchsfreudige Pflanze, welche bis zu einem halben Meter lange kriechende Ausläufer bildet. An den Blattknoten entwickeln sich Wurzeln und dadurch kann sich die zur Gattung Gilbweiderich zählende Pflanze rasant über den Boden ausbreiten.

Die kleinen gelben Blüten befinden sich an den Blütenstielen, welche bis zu drei Zentimeter lang werden können. Eher selten werden Kapselfrüchte ausgebildet, welche über das Wasser und durch den Menschen verbreitet werden.

Verbreitung und Verwendung

Das Pfennigkraut ist in den gemäßigten Klimazonen in Europa und Asien heimisch. Als Zierpflanze wird der Pfennig-Gilbweiderich heute auf der ganzen Welt vertrieben. Das Pfennigkraut kommt in ganz Deutschland vor und ist zum Teil verwildert. In den Allgäuer Alpen wächst die Pflanze bis in eine Höhenlage von 1.300 Metern.

Als Gartenpflanze findet sich das Pfennigkraut häufig am Teichufer und gilt als beliebter Bodendecker. Im Mittelalter wurde das Pfennigkraut „Egelkrut“ genannt und zur Unterstützung der Wundheilung verwendet und auch bei der Behandlung von Lungenkrankheiten eingesetzt. Im Osten Europas ist die Bedeutung des Pfennigkrautes als Heilpflanze bis heute erhalten geblieben.

Die Heilwirkung der Pflanze gilt allgemein als umstritten. Die enthaltene Kieselsäure soll gegen Entzündungen helfen. Außerdem soll die Pflanze auch bei Rheuma Hilfe versprechen. Für die Verwendung als Heilmittel werden die Blätter und Blüten getrocknet und als Tee aufgebrüht oder als Sud verwendet.

Pfennigkraut pflanzen

Passenden Standort finden

Pfennigkraut - Standort
Pfennigkraut fühlt sich auch in der Flachwasserzone im Gartenteich wohl – © bigemrg / stock.adobe.com
Das Pfennigkraut bevorzugt einen hellen Standort. In der prallen Sonne steht die Pflanze nur ungern. Ein Platz im Halbschatten ist ideal. Am wohlsten fühlt sich das Pfennigkraut, wenn Wasser in der Nähe ist. Auch als Aquarienpflanze lässt sich das Pfennigkraut einsetzen und kann im Wasser zur Regulierung des Nährstoffhaushalts beitragen. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass andere Wasserpflanzen nicht verdrängt und in ihrem Wachstum gehindert werden.

Achtung: Das Pfennigkraut sollte als Aquarienpflanze nur bis zu einer Wassertemperatur von 25 Grad Verwendung finden.

Im Beet oder Balkonkasten findet das Pfennigkraut mit Astilbe, Rittersporn, Ehrenpreis, Wolfsmilch oder Purpurglöckchen geeignete Nachbarn.

Ideales Substrat auswählen

Ein normaler Gartenboden ist in der Regel ausreichend. Das Pfennigkraut ist recht genügsam. Mit einem trockenen Boden kommt die Pflanze allerdings nicht zurecht. Das Pfennigkraut ist zu den Sumpfpflanzen zu zählen und verträgt daher auch einen dauerhaft erhöhten Wasserstand.

Die Flachwasserzone des Gartenteiches wäre ein idealer Ort. Zudem ist ein frischer und durchlässiger Boden von Vorteil. Schwere Lehmböden sollten mit Sand vermischt werden.

Pfennigkraut pflanzen – Schritt für Schritt

1. Standort auswählen
2. Substrat vorbereiten
3. Pflanzloch ausheben
4. Substrat aufwerten
5. Pflanze einsetzen
6. Substrat auffüllen
7. Erde gut festtreten
8. Pflanze angießen
9. Erde auffüllen, falls sich der Boden gesetzt hat

Das Pfennigkraut kann im Frühling und Herbst gepflanzt werden. Bei der Wahl des Standortes sollte beachtet werden, dass das Pfennigkraut schnell wächst und dabei auch entsprechend in die Breite geht. Der Abstand zu anderen Pflanznachbarn sollte daher mindestens 30 Zentimeter betragen.

Tipp: Pro Quadratmeter sollten nicht mehr als zehn Pflanzen gesetzt werden.

Nach Ausheben des Pflanzloches wird das Substrat mit Kompost oder Hornspänen gemischt und dadurch aufgewertet. Nach der Pflanzung kann es vorkommen, dass sich die Erde setzt und nochmals etwas Substrat aufgefüllt werden muss.

Das Pfennigkraut lässt sich auch im Kübel kultivieren, wird sich dabei aber weniger rasant ausbreiten. Wird die Pflanze im vorderen Bereich von Kübel oder Blumenkasten platziert, erscheinen die hängenden Triebe besonders attraktiv.

Tipp: Die Sorte „Aurea“ macht auch als Zimmerpflanze in der Hängeampel eine gute Figur.

Die wichtigsten Pflanztipps im Überblick

TätigkeitErläuterung
Standort auswählen
  • Halbschatten bis Schatten
  • Teichrand
  • Flachwasserzone
  • Aquarium
Boden vorbereiten
  • frisch
  • sandig
  • feucht
  • nährstoffreich
Pflanzung vornehmen
  • Pflanzzeit Frühjahr und Herbst
  • Pflanzabstand beachten
  • Erdaushub mit Kompost mischen

Pfennigkraut pflegen

Pfennigkraut richtig gießen

Der Wasserbedarf des Pfennigkrautes ist hoch. Die wasserliebende Pflanze darf nicht austrocknen und sollte daher regelmäßig gegossen werden. Die Bewässerung kann eingespart werden, wenn man sich für eine Pflanzung am Teichrand entscheidet oder das Münzkraut als Aquarienpflanze nutzt.

Ideal ist ein halbschattiger Standort am Teichrand. Hier kann das Pfennigkraut seine Triebe bis in die Flachwasserzone ausstrecken und so selbst für die Deckung seines Wasserbedarfs sorgen.

Pfennigkraut richtig düngen

Für die Deckung des Nährstoffbedarfs des Pfennigkrautes kann bereits bei der Pflanzung gesorgt werden. Unter das Substrat werden Kompost oder Hornspäne gemischt. Im folgenden Frühjahr kann eine Nachdüngung erfolgen. Wer nicht über organischen Dünger verfügt, kann einen Staudendünger verwenden.

Tipp: Wer einen Langzeitdünger nutzt, muss nur alle drei Jahre nachdüngen.

Pfennigkraut schneiden

Das Pfennigkraut muss nicht zwingend geschnitten werden. Um die wuchsfreudige Pflanze etwas in ihrem Drang zu bremsen, bietet sich das Beschneiden jedoch an. Ein Schnitt ist jederzeit möglich. Das Pfennigkraut wird es dem Hobbygärtner nicht übelnehmen, wenn die langen Ausläufer etwas gekürzt werden, bevor sie das Beet oder den Rasen überwuchern und andere Pflanzen verdrängen. Ein Rückschnitt führt zudem dazu, dass die Pflanze einen buschigen Wuchs entwickelt.

Tipp: Die gekürzten Triebenden lassen sich als Kopfstecklinge für die Vermehrung nutzen.

Die wichtigsten Pflegetipps im Überblick

TätigkeitErläuterung
Gießen
  • hoher Wasserbedarf
  • regelmäßig gießen
  • Pflanzung am Teichrand ideal
Düngen
  • Kompost bei Pflanzung
  • Langzeit-Staudendünger alle drei Jahre
Schneiden
  • Rückschnitt jederzeit möglich
  • Triebe können als Kopfstecklinge verwendet werden

Sorten des Pfennigkrautes

Neben der Naturform sind einige Zuchtformen im Handel. Ausgesprochen beliebt ist das Gold-Pfennigkraut „Aurea“. Die Pflanzen wachsen weniger üppig und beeindrucken mit einer auffälligen Gelbfärbung der Blätter. Aurea ist als Balkon- und Zimmerpflanze beliebt. Besonders ansprechend sind die trichterförmigen Blüten der Sorte Goldilocks. Diese Art ist als Hängepflanze eine Zierde und kommt auch im Kübel gut zur Geltung.

Weitere Zuchtformen:

Nickender Felberich (Lysimachia Barystachys)
Der nickende Felberich besitzt weiße Blütentrauben, die leicht bogig überhängen.

Schnee-Felberich (Lysimachia Clethroides)
Die weißen Blütenähren des Schnee-Felberich biegen sich an der Spitze leicht.

Bewimperter Felberich (Lysimachia Ciliata)
Der bewimperte Felberich blüht gelb und wuchert weniger als die Naturform. Er ist für Rabatten und Beete geeignet.

Goldfelberich 'Alexander' (Lysimachia Punctata Alexander)
Der Goldfelberich 'Alexander' besitzt cremefarbende, panaschierte Blätter.

Pfennigkraut richtig vermehren

Die Vermehrung wird bei der schnell wachsenden Pflanze weniger eine Rolle spielen. Bevor der Hobbygärtner sich versieht, hat sich das Pfennigkraut derart ausgebreitet, dass eigentlich nur noch die Verjüngung der Pflanze ein Thema darstellt.

Möchten Sie das Pfennigkraut jedoch gezielt vermehren, bieten sich diese drei Möglichkeiten an:

1. Vermehrung über Ausläufer
Innerhalb weniger Minuten lässt sich das Pfennigkraut vermehren, indem ein Ausläufer, welcher bereits Wurzeln gebildet hat, von der Mutterpflanze abgetrennt und separat verpflanzt wird.

2. Vermehrung durch Teilung
Die Vermehrung der Pflanze ist auch leicht über eine Teilung der Staude möglich. Hierfür muss das Pfennigkraut zunächst ausgegraben werden. Die Erde wird abgeschüttelt und der Wurzelballen mit einem scharfen Messer geteilt. Anschließend werden die beiden Pflanzen getrennt voneinander verpflanzt.

3. Vermehrung über Stecklinge
Wird das Pfennigkraut zurückgeschnitten, fallen Kopfstecklinge an. Diese werden in Blumentöpfe gesetzt und bewurzeln dort innerhalb weniger Monate. Schließlich lässt sich die Pflanze auch durch Wurzelschnittlinge vermehren. Dies geschieht im Herbst. Die Wurzeln werden freigelegt. Der Hobbygärtner wählt im Herbst eine gesunde und kräftige Wurzel aus und schneidet diese in etwa acht Zentimeter lange Teilstücke. Die Schnittlinge werden in den Boden gesetzt und treiben im nächsten Frühjahr neu aus.

Sind Krankheiten am Pfennigkraut bekannt?

In der Tat ist das Pfennigkraut eine der wenigen Pflanzen, welche weder mit Krankheiten noch mit Schädlingen zu kämpfen haben. Sogar Schnecken interessieren sich nicht für die robuste Pflanze.

Der größte Feind des Pfennigkrautes ist Trockenheit. Ein sonniger und trockener Standort wird nicht vertragen und führt zu Blattverfärbungen. Die Blätter werden braun und brüchig. Steht die Pflanze über einen längeren Zeitraum zu trocken, droht sie, komplett abzusterben.

Pfennigkraut überwintern

Das Pfennigkraut ist robust und winterhart. Im Freiland wird kein Winterschutz benötigt. Ein zu sonniger Winterstand kann dazu führen, dass die Triebe vertrocknen. Ein Rückschnitt im Frühling macht die durch Kahlfrost entstandenen Schäden jedoch schnell wieder vergessen.

Tipp: Damit das Pfennigkraut im Winter nicht vertrocknet, sollte an frostfreien Tagen gelegentlich gegossen werden.

Wird die Pflanze im Kübel kultiviert, ist auf ein frostfestes Pflanzgefäß zu achten. Soll der Kübel im Freien überwintern, platziert man ihn am besten auf einer Unterlage aus Holz oder Styropor und umwickelt den Pflanzkübel mit einem Jutesack.

Tipp: Wird das Pflanzgefäß im Winter schräg aufgestellt, kann überschüssige Flüssigkeit besser ablaufen.

Foto1: © K. Thalhofer / stock.adobe.com

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