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Rizinusstrauch – Was Sie über den Wunderbaum wissen sollten

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Der Rizinus im Garten ist ein optischer Leckerbissen und für den Hobbygärtner leicht zu pflegen. Wie Sie ihn pflanzen und groß ziehen, das erfahren Sie hier.

Rizinusstrauch
© LianeM – Fotolia.com

Die Vielfalt von Gewächsen macht den Garten erst faszinierend. Jedes einzelne Areal lädt zum botanischen Spaziergang ein, bei dem die unterschiedlichen Gewächse immer wieder unter einem neuen Blickwinkel betrachtet werden. Wenn dabei Bäume, Sträucher und Stauden aus unseren Breiten gepaart werden mit exotischen Gewächsen, dann wird der Gesamteindruck einer solchen Gartenanlage besonders imposant. So kann auch der Rizinusstrauch (Ricinus communis) erstaunliches Interesse wecken.

Viele Hobbygärtner kennen den Rizinus als Wunderbaum. Ein kleines Wunder ist das Gewächs allemal. Bodenständig ist diese Pflanze eigentlich in Nordostafrika und im Nahen Osten. Doch auch in Mitteleuropa gedeiht der Rizinus. Während er sich in seiner angestammten Heimat zu einem etwa 5 Meter hohen mehrjährigen Baum entfaltet, wächst er bei uns nur als einjährige Pflanze heran. Immerhin kann das Gewächs zwischen ein bis zwei Meter hoch werden.

Steckbrief zum Wunderbaum

Rizinusstrauch Kapselfrüchte
© 3005mario – Fotolia.com
Bis zu einer Größe von 70 Zentimeter können die großen gespreizten Blätter heran wachsen. Dabei werden sie, je nach Sorte, glänzend grün bis rötlich und tief purpurfarben. Der Rizinus blüht von August bis Oktober. Derweil hat das Gewächs große Blütenrispen gebildet. Allerdings sind die Blüten selbst unscheinbar. Was aber ins Auge fällt, das ist der Gesamteindruck des Wunderbaums.

Reizvoll sind dagegen wieder die rotbraunen, stachelbewehrten Kapselfrüchte, die später ansetzen. Die Rizinussamen sehen aus wie kleine vollgesogene Zecken. Aus ihnen wird das Rizinusöl gewonnen, das zu Heilmittel und Kosmetik weiter verarbeitet wird.

Vorsicht: die Samen sind giftig. Gegenmittel gibt es keine.

❏ Sonnigen und windgeschützten Standort wählen

Für den Rizinusstrauch wählen Sie am besten einen absolut sonnigen Standort. Zum einen wächst die Pflanze gut auf, zum anderen kommen ihre Farben schön zur Geltung und leuchten weithin. Ebenso wichtig ist ein windgeschützter Ort, damit die großen Blätter und die Triebe nicht zu schaden kommen.

❏ Der Boden soll durchlässig und nährstoffreich sein

Der Wunderbaum hat einen hohen Nähstoffbedarf. So sollte der gut durchlässige Boden etwa 2 Wochen vor dem Pflanzen tiefgründig mit Kompost oder Stalldung angereichert werden.

❏ Ab Mitte Mai wird der Rizinus gepflanzt

  • Besonders gut zu Geltung kommt der Wunderbaun, wenn Sie ihn solitär pflanzen. Warten Sie die Eisheiligen ab und pflanzen sie dieses reizvolle Gewächs erst ab Mitte Mai. Beim Pflanzen können Sie einen organischen Langzeitdünger mit einarbeiten, beispielsweise Pellets oder Horspäne.
  • Bedenken Sie, dass sich die Wurzeln sehr stark ausbreiten, deshalb darf der Rizinus nicht zu dicht an Bachläufen oder Wegen gepflanzt werden.
  • Sie können die Pflanze auch im Kübel halten, dann wird der Wunderbaum jedoch nicht so kräftig. Dekorativ wirkt der Strauch dennoch auf der Terrasse oder im Hintergrund eines Staudenbeetes.

❏ Regelmäßig wässern und wöchentlich düngen

  • Prinzipiell übersteht der Rizinusstrauch längere Trockenperioden. In seiner angestammten Heimat ist das kein Problem, denn er hat über Jahre Zeit, sich zu einem kräftigen Wunderbaum zu entwickeln.
  • Bei uns in Mitteleuropa soll er sich aber in einem Jahr zu einem wuchtigen Strauch entwickeln. Daher ist es angebracht ihn regelmäßig zu gießen. Immerhin verdunstet die Pflanze über ihre großen Blätter viel Wasser, das wieder zugeführt werden muss.
  • Je mehr Sie gießen, desto üppiger wächst die Pflanze heran. Nur Staunässe sollten Sie vermeiden, die schädigt die Pflanze im Ganzen.
  • Da der Wunderbaum ein Starkzehrer ist, muss er immer wieder mit Nährstoff versorgt werden. Zu empfehlen ist es, ihn wöchentlich mit einem flüssigen Volldünger zu versorgen. So entwickelt er sein kompaktes Wachstum.

❏ Wurzeln überwintern in der Erde

Sobald es im Herbst kalt wird, sterben, wie bei Staudenpflanzen auch, die oberirdischen Pflanzenteile der Wunderblume ab. Die Wurzeln mit ihren Anlagen zum Neuaustrieb, die sich unterhalb des Erdbodens befinden, überdauern den Winter meist unbeschadet und treiben im Frühjahr wieder aus. Lediglich sehr harte Winter können für die unterirdischen Pflanzenteile das Garaus bedeuten. Beugen Sie dieser Gefahr vor, indem Sie den Wurzelbereich mit Laub und Reisig abdecken.

❏ Rizinus im Kübel überwindern

Als Kübelpflanze können Sie den Wunderbaum immergrün über mehrere Jahre kultivieren. Dafür muss allerdings ausreichend Platz in der Höhe vorhanden sein. Außerdem braucht der Strauch für die Überwinterung genügend Licht. Der eher dunkle Keller ist dafür völlig unzweckmäßig. Am besten eignet sich ein Wintergarten, der möglichst über zwei Etagen geht, da der Rizinus tatsächlich sehr groß werden kann. Während die Pflanze im Wintergarten die kalte Jahreszeit überdauert, muss sie reichlich gegossen werden. Das ist insofern wichtig, da die großen Blätter Feuchtigkeit verdunsten. Die Erde sollte also stets feucht sein, aber nicht nass.

❏ Schnecken – Schädling für Jungpflanzen

Von Krankheiten und Schädlingen wird der Wunderbaum nicht befallen. Zwar gibt es einige Schädlinge, die in jedem Garten ihr Unwesen treiben und auch nicht vor den Strauch halt machen, doch große Schäden richten sie bei größeren Rizinuspflanzen nicht an. Lediglich Schnecken können jungen Pflanzen zur Gefahr werden. Vorbeugend legen Sie um das Pflänzchen einen Schneckenkragen herum.

Fazit: Der Wunderbaum wächst in seiner Heimat Nordafrika mehrjährig als immergrüner, großer Baum und Strauch heran. Das hiesige mitteleuropäische Klima verträgt das Gewächs lediglich als einjähriges Gewächs ganz gut. Zum Ende der Vegetation stirbt der oberirdische Teil der Rizinuspflanze ab. Jedoch können die Wurzeln mit ihren Anlagen zum Neuaustrieb in der Erde schadlos überwintern. Zur Sicherheit sollten Sie den Wurzelbereich vor extremer Kälte mit Laub und Reisig abdecken. Jungpflanzen schützen Sie am besten vor Schnecken mit einem Schneckenkragen.


Foto1: © LianeM - Fotolia.com, Foto2: © 3005mario - Fotolia.com

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