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Europäischer Straußenfarn – alle Pflanz- und Pflegetipps auf einen Blick

Der Straußenfarn bevorzugt einen schattigen Standort, gern auch in Teichnähe. Gegen Krankheiten und Schädlinge ist der Matteuccia struthiopteris resistent.

Europäischer Straußenfarn
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Der Europäische Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris) ist eine imposante Erscheinung und gilt nicht ohne Grund als einer der attraktivsten heimischen Farne. Die anmutigen Wedel sind eine Bereicherung für jeden Schattengarten und wirken in der Nähe von Teichen und Bächen besonders gut. Als eine der größten Farnarten erreicht der Straußenfarn Wuchshöhen von bis zu 120 Zentimetern. Aus der braunen Rosette wachsen im Frühling die aufrechten Wedel empor. Erfreuen Sie sich an diesem eleganten Erscheinungsbild und geben einer bedrohten Pflanzenart in Ihrem Garten ein neues Zuhause.

Straußenfarn – Herkunft

Die Heimat der auch als Trichterfarn oder kurz Straußfarn bezeichneten Pflanze liegt in Mitteleuropa. Der Gattung Matteuccia gehören weiterhin der Japanische und der Amerikanische Straußenfarn an. Die Pflanzen zählen zur Familie der Tüpfelfarnartigen.

Am weitesten verbreitet ist der Straußenfarn im kühleren Skandinavien. Das südliche Verbreitungsgebiet reicht bis nach Rumänien und Italien. In Deutschland sind die Vorkommen stark rückläufig und die vom Aussterben bedrohte Pflanze steht unter Naturschutz.

Der Straußenfarn wächst bevorzugt an schattigen Bach- und Flussufern. Für die Gartenkultur eignen sich auch die im Fachhandel angebotenen Japanischen Straußenfarne, welche allerdings etwas mehr Pflegeaufwand bedürfen und im Winter auf einen zusätzlichen Schutz angewiesen sind.

Europäischer Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris)
Wuchs: trichterartig, bildet Horste, mit der Zeit bodendeckend durch kräftige Ausläufer
Wuchshöhe: 80 – 120 cm
Wuchsbreite: 80 – 100 cm
Verwendung: Gehölzrand, nicht für kleine Gärten geeignet
Standort: Halbschatten bis Schatten
Boden: frisch bis feucht, gut durchlässig, humos
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Straußenfarn – Besonderheiten

Der Straußenfarn treibt früh aus. Bereits im April stellen die elegant wirkenden Wedel eine attraktive Begleitung für Frühblüher dar. Die äußeren Farnblätter sind steril und werden nur für die Photosynthese gebraucht. An den Innenblättern befinden sich Sporen. Diese Blätter sind schmaler und erinnern an Straußenfedern. Diesem Umstand verdanken die Pflanzen ihren Namen. Die Sporen reifen im Spätsommer. Dann erscheinen die Blätter bräunlich und sind von zweireihigen Sporenbehältern besetzt.

Den passenden Standort finden

Straußenfarn Standort
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Beim Standort im Garten können Sie sich an den natürlichen Wachstumsbedingungen der Pflanze orientieren. Der Straußenfarn wächst bevorzugt in Auwäldern in Wassernähe. Im Garten sollte ein Platz im Halbschatten bis Schatten gewählt werden. Eine hohe Luft- wie Bodenfeuchte ist von Vorteil.

Der ideale Standort befindet sich an einem Schattenplatz in Teichnähe. Passende Pflanznachbarn sind Astilben, Schwertlilien oder Blutweiderich. Die Gruppenpflanzung ist von Vorteil. Als Unterpflanzung von Gehölzen ergibt sich ein malerisches und uriges Gartenbild.

» Tipp: Der Straußenfarn breitet sich stark aus. Soll dies verhindert werden, kann die Pflanze in einen Kübel gesetzt und damit in der Erde versenkt werden.

Das ideale Substrat auswählen

Der Straußenfarn darf nicht zu trocken stehen. Am besten gedeihen die Pflanzen in einem feuchten und nährstoffreichen Substrat. Kalk vertragen die Farne ebenso wenig wie Bodentrockenheit. Mit einem sandigen Schwemmboden, dessen pH-Wert im leicht sauren Bereich liegt, schaffen Sie die idealen Wachstumsbedingungen für Farne.

Straußenfarn pflanzen – Schritt für Schritt

Der Straußenfarn sollte möglichst im Frühling gepflanzt werden. Dann haben die Pflanzen genügend Zeit, sich bis zum Winter einzuwurzeln. Damit der Straußenfarn gut zur Geltung kommt, ist auf ausreichend Pflanzabstand zu achten. Ein Mindestabstand von 80 Zentimetern zum Pflanznachbarn stellt sicher, dass sich die Wedel optimal ausbreiten können. Setzen Sie pro Quadratmeter nicht mehr als drei Pflanzen in den Boden.

Die Pflanzung Schritt für Schritt

  1. Standort auswählen
  2. Boden säubern und lockern
  3. Rhizom in Wasser tauchen
  4. Pflanzloch graben
  5. Rhizomsperre einsetzen (um die unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern)
  6. Rhizom einsetzen (tiefer als es im Topf gestanden hat)
  7. Substrat auffüllen
  8. Pflanze gut angießen

Wie bereits erwähnt, ist auch die Kübelpflanzung möglich. Der Kübel kann dekorativ aufgestellt werden oder lässt sich auch direkt in den Boden setzen. Damit wird das Anlegen einer Rhizomsperre überflüssig.

Straußenfarn richtig pflegen

Straußenfarn Pflege
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Hier müssen Sie nicht viel beachten. Wichtig ist, dass der Straußfarn nicht zu trocken steht. Gießen Sie den Straußenfarn regelmäßig. Bei anhaltender Trockenheit tut der Pflanze auch eine Dusche aus dem Sprengler oder Gartenschlauch gut.

Der Straußenfarn benötigt keine Düngung. Auch geschnitten werden muss die Pflanze nicht. Bei Bedarf lassen sich die Wedel einkürzen, wenn sie zu üppig wachsen und andere Beetnachbarn behindern.

Die wichtigsten Pflanz- und Pflegetipps im Überblick

Tätigkeit Erläuterung
Standort auswählen Halbschatten bis Schatten
hohe Luftfeuchtigkeit
Teichnähe bevorzugt
Boden vorbereiten feucht
nährstoffreich
sandig
leicht sauer
sonstige Pflegemaßnahmen regelmäßig gießen
keine Düngung erforderlich
Wedel können gekürzt werden

Straußenfarn vermehren

Der Straußenfarn lässt sich durch Teilung vermehren. Dies sollte im Frühjahr vor dem Austreiben geschehen.

Dabei gehen Sie wie folgt vor:

  1. Rhizom ausgraben
  2. Rhizom von Erde befreien
  3. Rhizom teilen
  4. mindestens eine Triebknospe am Rhizom belassen
  5. Teilstücke in Töpfe pflanzen
  6. Töpfe mit Aussaaterde füllen (auf nährstoffarme Erde achten)
  7. Töpfe feucht halten
  8. Töpfe frostfrei im Haus überwintern
  9. Straußenfarn im Frühling auspflanzen

Krankheiten und Schädlinge am Straußenfarn erkennen

Hier kann Entwarnung gegeben werden. Der Straußenfarn gilt als resistent gegenüber Krankheiten. Auch Schädlinge zeigen kein Interesse am Farngewächs und selbst Schnecken lassen den Straußenfarn links liegen.

Straußenfarn überwintern

Der Straußenfarn ist winterhart und zieht sich im Herbst in sein Rhizom zurück. Lediglich die geteilten Rhizome sollten hell und frostfrei überwintern und erst im Frühling ausgepflanzt werden. Einige im Handel angebotene Farnarten sind weniger winterhart und sollten mit einer Schicht aus Laub oder Reisig vor Frost geschützt werden.

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