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Tafeleibe – Pflanzen, pflegen und schneiden

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Die Tafeleibe ist robust, sehr pflegeleicht und zudem auch noch recht winterhart. Sie müssen bei der Kultur der Pflanze also gar nicht mal so viel beachten.

Tafeleibe
© bildlove – Fotolia.com

Die Tafeleibe erweist sich als wuchsfreudiger und pflegeleichter Bodendecker, der an eher unwirtlichen Standorten bereitwillig wächst und ansprechende, sattgrüne Teppiche bildet. Die Blätter der Tafeleibe lassen an Nadeln denken, sind jedoch weder hart und stachlig, noch harzig. Die Pflanzen sind besonders pflegeleicht und begleiten den Gartenfreund ein Leben lang, meist auch noch darüber hinaus.

Pflanzenbeschreibung

Die Tafeleibe wächst als Bodendecker nur maximal einen halben Meter hoch. In die Breite kann sich die Kisseneibe hingegen bis zu zwei Meter ausdehnen. Besonders auf großen Flächen kommt die Tafeleibe gut zur Geltung. Dort kann sie auch zur Begrünung von Terrains verwendet werden, welche eine Bepflanzung schwierig erscheinen lassen. Im Beet ist die Tafeleibe ein kontrastreicher Begleiter von bunten Sommerblumen. Neben Beeten und Rabatten sind aber auch Steingärten gut geeignet, um die Pflanzen in Szene zu setzen. Das dichte, dunkelgrüne Laub wird im Herbst nicht abgeworfen und bietet daher auch im eher tristen winterlichen Garten ein stimmungsvolles Bild.

Vorsicht: die Tafeleibe ist giftig!
Nicht zu unrecht wurde die Eibe im Jahr 2011 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Alle Pflanzenteile sind giftig. Daher sollten Sie bei der Arbeit immer Handschuhe tragen.

Wann blüht die Tafeleibe?

Die unscheinbaren Blüten erscheinen in den Monaten März und April. Das Hauptaugenmerk liegt auf den im Spätsommer erscheinenden roten Beeren, welche den eigentliche Schmuck für die Pflanze darstellen.

Verschiedene Arten von Eiben im Überblick

❍ Gelbe Säuleneibe:

Die Gelbe Säuleneibe beeindruckt mit ihren gelb-grünen Nadeln. Es kann eine Wuchshöhe von etwa vier Metern erreicht werden. Dabei wächst die Pflanze nur sehr langsam und erreicht etwa fünf Zentimeter pro Jahr an Zuwachs. Die Pflanzen säumen Eingänge, eignen sich für die Grabbepflanzung oder machen im Heidegarten eine gute Figur.

❍ Goldeibe Elegantisima:

Diese imposante Eibe kann bis zu zehn Meter hoch wachsen. Die Nadeln treiben zunächst gelb aus und verfärben sich in der Folgezeit gelbgrün. Für die Bepflanzung im Stein- oder Heidegarten kann die Goldeibe Elegantisima auch in Kombination mit der Tafeleibe verwendet werden.

❍ Adlerschwingen-Eibe:

Die Adlerschwingen-Eibe wächst ebenfalls eher in die Breite, als in die Höhe. Bei einer Höhe von knapp zwei Metern kann die Pflanze die doppelte Breite erreichen. Die Zweige hängen schräg herab und scheinen im Wind zu schwingen. Die Pflanzen wachsen sehr langsam und können daher auch in kleineren Gärten angepflanzt werden.

❍ Eibe „Westerstede“:

Soll in Kombination zum Bodendecker auch eine Hecke aus Eiben angelegt werden, ist diese Sorte der ideale Kandidat. Die Eibe „Westerstede“ ist besonders robust, sehr gut schnittverträglich und absolut winterhart.

❍ Zwerg-Säulen-Eibe „Micro“:

Ein weiterer Zwerg unter den Eiben kann gut in Verbindung mit der Tafeleibe angepflanzt werden. Kleine Gärten müssen schließlich nicht auf Eiben verzichten. Auch im Kübel macht sich diese Sorte gut. Das Wachstum erfordert allerdings Geduld. Bis die Pflanze etwa einen halben Meter hoch gewachsen ist, vergehen mindestens acht Jahre.

Den passenden Standort finden

Obwohl die Pflanzen ein recht niedriger Wuchs kennzeichnet, sollte die Standortwahl gut überlegt sein, denn die Tafeleibe wächst gern in die Breite. Mehr als zwei Meter breit können die Pflanzen werden. Dabei nimmt die Kisseneibe jährlich etwa 20 Zentimeter an Wuchs zu.

Einzel- und Gruppenpflanzungen sind möglich. Dabei ist der Bodendecker besonders gut geeignet für Rabatte, Steingärten, Heidegärten oder zur Grabbepflanzung. Tafeleiben passen sich dabei sehr gut an ihre Umgebung an. Sehr gut entwickeln wird sich die Pflanze vor allem an einem sonnigen Standort. Aber auch im Halbschatten fühlen sich die Bodendecker wohl und selbst ein schattiger Standort wird toleriert. Doch bedenken Sie: Je schattiger die Tafeleibe steht, desto langsamer wächst sie. Der ideale Standort für Tafeleiben liegt im Halbschatten, denn ein vollsonniger Standort könnte im Winter zum Problem werden. Auch Jungpflanzen sind starker Sonneneinstrahlung oft nicht gewachsen.

Der ideale Standort in Stichworten:

  • Halbschatten
  • geschützt
  • Einzelstellung

Das ideale Substrat auswählen

Es ist wichtig, für einen durchlässigen und lockeren Boden zu sorgen, denn die Tafeleibe ist ein Tiefwurzler und möchte ihre Wurzeln mehr als einen halben Meter in die Tiefe ausstrecken. Ansonsten stellt die Tafeleibe keine großen Ansprüche an den Boden. Der Boden sollte jedoch nicht zu feucht sein, denn die Kisseneibe holt sich nicht gern nasse Füße. Mit einem leicht sauren oder kalkhaltigen Substrat haben die Pflanzen ebenfalls kein Problem. Ist der Boden stark sandig, hilft die Beimengung von Kompost das Gleichgewicht des Bodens wieder herzustellen.

Das passende Substart in Stichworten:

  • locker
  • durchlässig
  • kalkhaltig
  • lehmig

Tafeleibe im Kübel anpflanzen

Aufgrund ihres geringen und leicht überhängenden Wuchses ist die Tafeleibe auch sehr gut für die Kultivierung im Pflanzgefäß geeignet. Bei der Kultivierung im Kübel gibt es jedoch Einiges zu beachten:

  • Kübelpflanzen brauchen mehr Wasser.
  • Kübelpflanzen brauchen mehr Nährstoffe.
  • Kübelpflanzen brauchen einen Winterschutz.

Damit die Tafeleibe nicht in ihrem Wachstum eingeschränkt wird, ist eine ausreichende Größe des Pflanzgefäßes wichtig. Kisseneiben bilden schließlich lange Pfahlwurzeln aus, die tief in das Erdreich hineinreichen. Im Idealfall ist das Pflanzgefäß einen halben Meter tief.

Kübelpflanzen benötigen zudem häufiger Wassergaben, als die Tafeleibe im Freiland beansprucht. Gleichzeitig steigt im Pflanzkübel die Gefahr der Bildung von Staunässe. Die Durchlässigkeit des Bodens lässt sich mit einer Drainage aus Tongranulat oder Kies verbessern.

Wann ist die richtige Pflanzzeit?

Tafeleiben können ganzjährig gepflanzt werden. Jeder frostfreie Tag ist also geeignet, die Kisseneibe in den Boden zu bringen. Auch im Sommer oder Herbst gepflanzte Exemplare werden sich vor dem Winter noch gut anwurzeln und entwickeln können. An sonnigen Tagen sollten Sie die Tafeleibe jedoch möglichst nicht pflanzen.

Tafeleiben pflanzen – Schritt für Schritt Anleitung

❶ Standort auswählen:

Bei der Einzelpflanzung ist auf ausreichend Abstand zu den Pflanznachbarn zu achten. Die Tafeleibe kann schließlich bis zu zwei Meter in die Breite wachsen und damit ein recht großes Areal bedecken. Um eine gezielte Bodendeckung in den ersten beiden Standjahren zu erzielen, sollten Sie zudem drei bis vier Pflanzen auf einen Quadratmeter setzen.

❷ Boden lockern und aufbereiten:

Nach der Lockerung des Bodens kann dieser mit Kompost oder Hornspänen versehen werden. Dies versorgt die Pflanze zusätzlich mit Nährstoffen.

❸ Pflanzloch ausheben:

Das Pflanzloch nun in der doppelten Tiefe des Wurzelballens ausheben. Besonders wichtig ist, ausreichend in die Breite zu gehen. Daher sollte das Pflanzloch etwa dreimal so breit wie der Wurzelballen beschaffen sein.

❹ Drainage anlegen:

Anschließend sollten Sie noch eine Drainage aus grobem Sand, Kies oder Tongranulat anlegen, um den Boden durchlässiger zu gestalten und das Auftreten von Staunässe zu vermeiden.

❺ Pflanze wässern:

Vor der Pflanzung müssen Sie die Tafeleibe ausreichend wässern. Die Pflanzen können bis zu einem Tag im Wasser stehen, damit sich der Wurzelballen gut vollsaugen kann.

❻ Pflanze einsetzen:

Konnte sich der Wurzelballen lange genug mit Wasser vollsaugen, können Sie die Tafeleibe in das Pflanzloch setzen. Dieses wieder mit Erde auffüllen, den Boden vorsichtig festtreten und die Pflanze gut angießen.

Tafeleiben umpflanzen

Jüngere Pflanzen können noch recht unproblematisch umgepflanzt werden, denn die Wurzeln bilden sich zunächst eher oberflächlich aus, so dass Sie nicht Gefahr laufen beim Umpflanzen die Pfahlwurzeln zu verletzen. Da Tafeleiben aber über ein sehr dichtes Wurzelgeflecht verfügen, sollten Sie die Pflanze besonders großflächig ausheben.

Tafeleibe pflegen – So machen Sie es richtig

Tafeleibe Summergold
© 7monarda – Fotolia.com

gießen:

Die Bewässerung der Tafeleibe sollte mit Bedacht geschehen. Ist die Oberfläche angetrocknet, wird vorsichtig gegossen. Das Wasser sollten Sie dabei möglichst nicht auf die Blätter, sondern unter die dicht wachsenden Zweige geben. Die Kisseneibe sollte zudem möglichst keine nassen Füße bekommen, denn Staunässe vertragen die Pflanzen nicht.

düngen:

Wird der Boden bei der Pflanzung aufbereitet und das Substrat mit Kompost oder Hornspänen versehen, ist keine weitere Düngung notwendig. Bei sehr kargen Böden können Sie Koniferendünger in mäßiger Konzentration verabreichen. Da die Tafeleibe Kalk verträgt, können Sie auch Kalidünger verwenden.

Wichtig:
Düngungen sollten Sie im Spätsommer einstellen, damit die neuen Triebe vor dem Frost noch gut ausreifen können und keine erneute Triebbildung angeregt wird.

schneiden:

Aufgrund des langsamen Wachstums und der geringen Wuchshöhe besitzt der Rückschnitt eher eine untergeordnete Bedeutung. Tafeleiben sind jedoch generell sehr gut schnittverträglich. Sie können mehrmals pro Jahr zurückschneiden, allerdings nur an frostfreien Tagen. Im Frühling können Sie die Kisseneiben z.B. in Form schneiden.

überwintern:

Tafeleiben sind gut frosthart und überstehen in der Regel auch strenge Fröste von bis zu -20 Grad ohne spezielle Maßnahmen. Eine Gefahr können allerdings Spätfröste darstellen. Weniger robust erscheinen Jungpflanzen und Kisseneiben, die im Kübel überwintert werden sollen. Gegen die intensive Wintersonne schützt z.B. eine Abdeckung aus Reisig, Laub oder Stroh.

Da es sich um eine immergrüne Pflanze handelt, ist auch im Winter auf den Wasserhaushalt zu achten. An sonnigen Tagen wird auch im Winter ausreichend Wasser verdunstet. Damit die Tafeleibe dieses wieder aufnehmen kann, sollten Sie die Pflanze an frostfreien Tagen wässern, damit es nicht zu Trockenschäden kommt.

Krankheiten und Schädlinge an der Tafeleibe erkennen und bekämpfen

Eiben zählen nicht umsonst zu den ältesten Pflanzen überhaupt. Krankheiten und Schädlinge spielen bei der Kisseneibe eine eher untergeordnete Rolle. Lediglich Napfschildläuse, Staunässe und die Wintersonne können der Pflanze schaden.

❍ Napfschildläuse:

Gelegentlich kann es zum Auftreten von Napfschildläusen kommen. Die Bekämpfung mit herkömmlichen Spritzmitteln schlägt dann fehl, da ein napfähnliches Schild die Brut schützt. Einen Befall bekämpfen Sie deshalb am besten mit Schlupfwespen.

❍ Staunässe:

Staunässe ist ein großer Feind der Tafeleibe, denn nasse Wurzeln machen die Pflanze angreifbar für Krankheiten und Schädlinge. Kommt es zum Auftreten der Phytophthora-Fäulnis, beginnen die Nadeln zu vergilben und die Zweige vertrocknen. Der Pilzbefall wird meist zu spät erkannt, so dass es für die Pflanzen oft keine Hilfe mehr gibt. Bei Staunässe kann nur das Versetzen an einen trockenen Standort helfen. Ältere Pflanzen lassen sich allerdings nur schwer umpflanzen, da die Wurzeln sehr weit in den Boden hineinreichen.

❍ braune Nadeln im Winter:

Durch die Wintersonne tritt häufiger eine Verfärbung der Blätter auf. Besonders gefährdet sind dabei Tafeleiben, die an einem sonnigen Standort gepflanzt wurden oder Jungpflanzen, welche noch nicht kräftig genug entwickelt sind. Dies ist jedoch keine Gefahr für die Pflanze. Im Frühling erscheint die Tafeleibe wieder in gewohnter grüner Blattfärbung. Durch die Verfärbung der Nadeln im Winter hilft sich die Pflanze lediglich selbst und versucht, den Frostschutz zu erhöhen.

So lässt sich die Tafeleibe vermehren

Die Vermehrung der Tafeleibe ist durch Stecklinge und Samen möglich. Manchmal säen sich die Kisseneiben aber auch selbst aus.

Vermehrung durch Stecklinge:

Stecklinge können während des Rückschnitts im Frühsommer gewonnen werden. Prinzipiell sollten Sie immer etwa 20 Zentimeter lange Stecklinge von zweijährigen Trieben schneiden. Dann alle Seitentriebe und Triebspitzen etwa um die Hälfte kürzen und am unteren Triebende, welches in den Boden gesteckt wird, die Nadeln und Seitentriebe komplett entfernen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten des weiteren Vorgehens:

❍ Stecklinge im Freiland bewurzeln:
Möchten Sie die Stecklinge im Freiland bewurzeln, dann pflanzen Sie sie an einem geschützten Standort in den Erdboden. Das Substrat dann gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass halten. Nach mehr als einem Jahr werden sich ausreichend Wurzeln gebildet haben und die junge Pflanze kann an den gewünschten Standort versetzt werden.

❍ Stecklinge im Pflanzgefäß bewurzeln:
Die Stecklinge können Sie auch in einem Pflanzgefäß im Haus heranziehen. Die Stecklinge dazu in ein Sand-Torf-Gemisch setzen und bei Zimmertemperatur und gleichmäßigen Temperaturen bewurzeln. Die Temperatur sollte mindestens 20 Grad betragen. Sorgen Sie zudem für eine gleichmäßige Feuchte.

Die Bewurzelung lässt sich übrigens beschleunigen, wenn Sie über das Pflanzgefäß eine Plastikabdeckung stülpen. Diese Plastikhaube müssen Sie täglich lüften, damit es nicht zu Schimmelbildung kommt.

Auch bei Zimmerkultur wird es mehrere Monate bis zu einem Jahr dauern, bis sich an einem Neuaustrieb der Pflanze erkennen lässt, dass die Vermehrung erfolgreich war. Dann werden die Pflanzen ausgetopft und am gewünschten Standort im Freiland weiter kultiviert.

Vermehrung durch Samen:

Bei der Tafeleibe handelt es sich um einen Dunkelkeimer. Bevor die Samen keimen, müssen sie für einige Wochen gekühlt werden. Dies geschieht am besten in einem verschlossenen Säckchen im Kühlschrank. Die Samen können dann wiederum wahlweise direkt ins Freiland gepflanzt werden oder wie bei der Stecklingsvermehrung bereits beschrieben in Pflanzgefäße für die Zimmerkultur gesetzt werden.


Foto1: © bildlove - Fotolia.com, Foto2: © 7monarda - Fotolia.com

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