Gartenpflege Boden & Kompost

Torffreie Erde: Was Sie beim Kauf beachten sollten

Torffreie Erden können das Gießen und Düngen erschweren, wenn sie nicht die richtigen Rohstoffe und Dünger im passenden Verhältnis enthalten.

Torffreie ErdeJahrzehntelang war Torf ein Generalist in Erden für Profi- und Hobbygärtner. Nicht ohne Grund, denn der Rohstoff Torf lässt sich relativ einfach an die Anforderungen verschiedener Pflanzenarten in Sachen Nährstoffe und pH-Wert anpassen. Zudem kann er viel Wasser speichern und lässt sich sehr gut mit anderen Rohstoffen kombinieren. Fällt Torf als basisbildendes, ausgleichendes Element weg, müssen mehrere Rohstoffe mit teilweise sehr unterschiedlichen Eigenschaften miteinander kombiniert werden. Denn derzeit gibt es keinen Ersatzstoff, der allein die einzigartigen physikalischen und chemischen Eigenschaften von Torf 1 zu 1 ersetzen kann. Torffreie Erden zu mischen setzt daher ein hohes Maß an technischem, naturwissenschaftlichem und gartenbaulichem Know-how voraus.

Im Gartenfachhandel kaufen

Erden sollten Sie am besten im Gartenfachhandel, also in Gärtnereien, Baumschulen und Gartencentern kaufen. Das gilt ganz allgemein natürlich für konventionelle, aber im Besonderen auch für torffreie Erden. Der Fachhandel hat noch den direkten Draht zur gärtnerischen Praxis und der Pflanzenproduktion, aber auch zu den professionellen Herstellern von Erden. Er bindet langjährige Erfahrungen, wenn es um Erden und Substrate geht, mit in sein Angebot ein, wie zum Beispiel bei den Erden von frux. Damit sind Sie im Fachhandel, was Qualität, Service und Beratung angeht, bestens aufgehoben.

Hochwertige Erde im Fachhandel zu kaufen ist auch deshalb sinnvoll, weil in Gärtnereien, Baumschulen und Gartencentern erhältliche Pflanzen bereits in hochwertiger Erde angezogen worden sind. Beim Umtopfen bzw. Auspflanzen sollten Sie diese auch wieder in eine solche Erde setzen. Das erleichtert den Pflanzen das Anwachsen am neuen Standort. Fehler, die durch mangelhafte Erden an den wertvollen Pflanzen entstehen, können in der Regel kaum rückgängig gemacht werden.

Bio heißt nicht automatisch torffrei

Bioerde ist nicht gleichzusetzen mit torffrei. Nur wenn auf Erden „ohne Torf“ o.ä. steht, enthalten sie tatsächlich keinen Torf. Zusätzlich können Sie auf ökologische Gütesiegel achten. Einige Erden von frux z.B. erfüllen die Kriterien des Gütesiegels von „Natur im Garten“. Es zeichnet sie für naturnahes Gärtnern aus, weil sie torffrei sind und organischen Dünger enthalten. Organischer Dünger wird nach und nach von Mikroorganismen umgesetzt und seine Nährstoffe den Pflanzen bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt.

Der Mix macht‘s

Eine hochwertige Erde enthält die für die jeweilige Kultur nötigen Nährstoffe in der richtigen Konzentration, sollte gut durchlüftet und krümelig sein, erdig riechen, nicht zu Staunässe neigen, bei Trockenheit sofort wieder Wasser aufnehmen und mit der Zeit nicht zusammensacken. Um diese positiven Eigenschaften zu erzielen, müssen mehrere Rohstoffe mit teilweise sehr unterschiedlichen Eigenschaften miteinander kombiniert werden.

1. Holzfasern erleichtern die Wurzelbildung

Rohstoff HolzfaserEine torffreie Erde muss locker und fluffig sein, damit die Pflanzenwurzeln mit Sauerstoff versorgt werden und gesund wachsen können. Deshalb sollte sie z.B. Holzfasern enthalten. Sie halten nicht nur die Erde luftig, sondern erleichtern auch das Wiederbenetzen nach versehentlichem Austrocknen und sorgen dafür, dass die Erde auch langfristig kaum verdichtet.

2. Frischer Naturton als natürlicher Wasser- und Nährstoffspeicher

Rohstoff NaturtonUm die Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe zu erhöhen, sollte eine torffreie Erde außerdem Ton enthalten – idealerweise frischen Naturton. Er zeigt sich als graue Farbe beim Verstreichen der Erde zwischen Daumen und Zeigefinger. Weil frischer Naturton das gespeicherte Wasser und die Nähstoffe bedarfsgerecht an die Pflanzen abgibt, gleicht er Schwankungen bei langanhaltender Trockenheit bzw. Starkregen aus. Darüber hinaus verhindert er, dass Nährstoffe durch Gießen oder Regen ausgewaschen werden. So schützt er Pflanzen vor Nährstoffverarmung – und, weil er wertvolle Spurenelemente enthält – auch vor Mangelerkrankungen.

Fällt Torf als basisbildendes und ausgleichendes Element in der Erde weg, kommt frischem Naturton eine weitere Schlüsselrolle zu. Er gleicht die sehr unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Torfersatzstoffe u.a. im Hinblick auf Nährstoffgehalte und pH-Wert an, puffert Spitzen ab und bildet sozusagen das Bindeglied zwischen den einzelnen Komponenten.

3. Kompost liefert Nährstoffe

frischer KompostEin wichtiger Bestandteil von Erden ist auch Kompost. Er fördert die Bodenaktivität, liefert Nährstoffe und verbessert die Struktur. Hochwertige Erden aus dem Gartenfachhandel enthalten RAL-gütegesicherten, fertig gerotteten Substratkompost. Er muss hohe Anforderungen z.B. bezüglich des Salz- und Nährstoffgehalts, der Körnung oder Plastikfreiheit erfüllen. Darüber hinaus ist Substratkompost praktisch frei von Unkrautsamen, Krankheitserregern und anderen Schadorganismen. Um seinen pH-Wert und hohen Salzgehalt in der Erde auf ein pflanzenverträgliches Niveau zu senken, bedarf es, wie gesagt, frischen Naturtons.

4. Rindenhumus erhöht Strukturstabilität und Luftvolumen

Rohstoff RindenhumusRindenhumus ist ein vierter Bestandteil insbesondere von torffreien Erden und Substraten. Er wird aus zerkleinerter und fermentierter Rinde von Nadelbäumen hergestellt. Rindenhumus bleibt lange strukturstabil und hat ein hohes Luftvolumen, kann aber kaum Wasser speichern. Das wird durch die Beimischung von Kokosmark gepuffert.

5. Kokosmark hält Wasser und verbessert Wiederbenetzbarkeit

Rohstoff KokosmarkKokosmark (auch Cocopeat) ist in torffreien Mischungen derzeit noch unerlässlich. Es nimmt sehr gut Wasser auf, setzt den Benetzungswiderstand von Erden nach starker Austrocknung herab, und bewirkt so eine gleichmäßigere Wasserverteilung in der Erde. Jedoch hat Kokosmark teilweise einen hohen Salzgehalt, der dann wiederum, z.B. durch Naturton, ausgeglichen werden muss.

In diesem Video sehen Sie, was in torffreien Erden drinsteckt.

Vorgedüngte Erden erleichtern die Pflege

Aber nicht nur die Rohstoffkombination, sondern auch der Dünger muss an die jeweilige Anwendung angepasst sein. Torffreie und konventionellen Erden aus dem Fachhandel enthalten eine Kombination von Düngern mit unterschiedlicher Wirkungsdauer bzw. -weise und sind teilweise mit speziellen Nährstoffen angereichert. Der Anfangsbedarf einer Pflanze wird mit sofort löslichen Nährsalzen gedeckt, die sehr rasch aufgenommen werden. Bei Düngern mit Langzeitwirkung werden die Nährstoffe erst nach und nach durch die Aktivität von Mikroorganismen aufgeschlossen. Die Wirkung hält mehrere Wochen an. Dünger mit Depotwirkung, als kleine Kügelchen in der Erde erkennbar, setzt seine Nährstoffe über einen langen Zeitraum von mehreren Monaten frei.

Beim Düngen spielt es weniger eine Rolle, ob man eine torffreie oder torfhaltige Erde verwendet, sondern vielmehr, ob man mit einer schwach gedüngten Vermehrungserde startet oder die Pflanzen gleich in eine stärker gedüngte Blumenerde mit Langzeitdünger setzt. Auch die Art des enthaltenen Düngers – zum Beispiel organisch oder mineralisch – entscheidet mit, wann gedüngt werden muss.

Ändert sich bei torffreien Erden etwas am Gießverhalten?

Gemüse auf dem Balkon Beim Gießen ist es so, dass feiner strukturierte Erden das Wasser besser halten können, aber auch eher zu Staunässe neigen. Strukturreiche Erden leiten dagegen überschüssiges Wasser besser ab, sorgen für einen guten Luftwechsel im Wurzelbereich, müssen mitunter aber öfter gegossen werden. Von Vorteil ist es in jedem Fall, wenn der Erde Ton zugemischt wurde. Durch die hohe Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe verleiht der Ton der Erde Anwendungssicherheit, u.a. auch mit Blick auf die zunehmend länger anhaltenden Trockenphasen.

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