Gartenpflege Unkraut & Moos

Unkraut auf Gehweg entfernen mit Salz

545.663 views
25
Sag's weiter:
Salz hilft gegen Unkraut
Salz hilft gegen Unkraut

Gartenfreunde oder Grundstückbesitzer werden jedes Jahr von dem gleichen Unkraut (oder besser gesagt Wildkraut) geärgert. Unkraut auf dem Gehweg ist besonders schwer zu entfernen, da man nur wenig Freiraum zwischen den Fugen hat. Es gibt jedoch einfache Hausmittel, die hier schon weiterhelfen können.

Vielfach eingesetzt und praktisch immer verfügbar ist Salz. Doch was hat es mit diesem Hausmittel auf sich? Wir erklären, wie Salz als Unkrautvernichter wirkt, aber auch, welche Risiken damit einhergehen.

Mit Salz gegen Unkraut – so funktioniert’s

Wenn Sie dem Unkraut vor Ihrem Haus mit Salz zu Leibe rücken möchten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Legen Sie eine Salzlösung aus Wasser an, bei der der Salzgehalt etwa zehn Prozent beträgt
  2. Danach geben Sie die Lösung auf die betroffenen Stellen auf dem Gehweg
Das gelöste Salz wird dann umgehend von den Pflanzen aufgenommen. Es entzieht der Pflanze die Flüssigkeit und somit hat sie keine Chance mehr zu wachsen. Ebenso werden die Wurzeln durch die Salzlösung komplett zerstört, sodass ein neues Austreiben des Unkrauts nicht möglich ist.

Der Gehbereich im Garten bleibt frei von Unkraut und sieht zudem sehr gepflegt aus. Die Salzlösung kann selbst in die kleinsten Spalten der Gehwegplatten gestreut werden, ohne diese zu beschädigen.

Es gibt aber auch Risiken, die mit dem Salz-Einsatz einhergehen. Nachfolgend stellen wir diese dar und zeigen einige Alternativen auf.

Salz als Unkrautvernichter: Wirksam, aber nicht empfehlenswert

Ja, die Salzlösung wirkt, das ist unbestritten. Trotzdem raten Experten und auch wir Autoren von Gartentipps.com, von Salz ab. Das Salz dringt in den Boden ein und verändert die Bedingungen in der Erde und im Grundwasser. Dazu kommt: Offiziell fällt Salz unter die verbotenen Mittel. Das Pflanzenschutzgesetz regelt in § 6, welche Mittel erlaubt und verboten sind. Für Haus- und Gartenbesitzer gilt, dass auf allen Freiflächen, die nicht gärtnerisch genutzt werden, Pflanzenschutzmittel nicht erlaubt sind. Das betrifft alle Wege und Plätze rund um das Haus. Salz und andere Hausmittel, zum Beispiel Essig, fallen ebenfalls unter das Verbot. Es können sogar hohe Geldbußen fällig werden.

Alternativen zu Salz als Unkrautvernichter

Was hilft, wenn zwischen den Pflasterfugen und am Wegesrand Unkraut sprießt, Sie aber auf das schädliche Salz verzichten möchten? Jäten ist eine mühsame Arbeit, außerdem entfernen Sie damit Unkraut nicht dauerhaft, die Wurzeln sitzen oft sehr tief und lassen sich nur schwer herausziehen.

» Unkraut zwischen Steinplatten entfernen – 6 effektive Tipps

Völlig unschädlich für Boden und Grundwasser ist möglichst heißes, am besten kochendes Wasser. Damit zerstören Sie die Wurzeln der Pflanzen vollständig. Die diversen Unkräuter gehen ein und können komplett aus dem Boden entfernt werden. Gießen Sie das heiße Wasser einfach auf das Unkraut. Anschließend gut trocknen lassen, dann die Pflanzen herausziehen.

Ebenso gut funktioniert das Abflämmen. Die sogenannte „thermische Unkrautvernichtung“ machen Sie mit einem Flammenwerfer, auch Unkrautbrenner genannt. Das Abflämmen zerstört Pflanzen und Wurzeln nachhaltig, sodass Sie auf lange Zeit unkrautfreie Wege und Sitzplätze haben.

Fazit: Salz ist auch nicht besser als Chemie

Wer auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten möchte, wählt besser eine andere Alternative als Salz. Zwar ist das Hausmittel wirksam, es birgt aber auch Risiken für die Umwelt in sich. Zudem ist der Salz-Einsatz offiziell sogar verboten. Setzen Sie deshalb lieber auf heißes Wasser als Hausmittel. Wenn Ihnen das zu mühsam erscheint und Sie Unkraut auf größeren Flächen bekämpfen wollen, ist Abflämmen die beste Methode.

Größere Pflasterfugen können Sie auch ganz wunderbar bepflanzen und so auf natürliche Art und Weise Wildkräuter verdrängen.


Foto1: © LoggaWiggler – pixabay

25 KOMMENTARE

  1. Diese Methode funktioniert prima, man sollte diese jedoch nur im Frühjahr, Spätherbst oder im Winter (am Besten) anwenden, da in den Fugen auch allerhand Kleintier lebt und diese dabei ziemlich elendig zu Grunde gehen. Im Winter ist das nicht so.

  2. …ich vergaß zu vermerken, dass wenn man eine gesättigte Salzlösung nimmt und diese im Winter anwendet hat man bis zum Herbst Ruhe vor Wild- und Unkräutern.

  3. Selten etwas radikaleres gegen Unkraut gehört. Bitte NICHT nachmachen!
    Salz ist Chemie pur, daher verwundert mich schon der Titel des Blogs „Salz statt Chemie“. Salz, chemische Formel NaCl, wird in den umliegenden Boden gespült und verbrennt die Wurzeln vieler Kulturpflanzen und macht sie dadurch anfällig für Infektionen. Die Bodenorganismen, allen voran Regenwürmer, gehen zu Grunde. Der Mutterboden wird fortan nicht mehr gelockert und ist nur noch minderwertig.
    Darüberhinaus ist die rechtliche Lage zu berücksichtigen. In den meisten Gemeindesatzungen sind winterstreumittel in Form von Tausalzen zu Recht verboten. Kochsalz inbegriffen!
    Bitte von solchen Ratschlägen in Zukunft absehen, bzw. sich vorher ausreichend kundig machen.

    • Das ist gesetzlich verboten und kann unter Strafe gestellt werden. Sie verunreinigen das Trinkwasser u schädigen damit am Ende des Wasserkreislaufes sich selbst mit solchen Aktionen.

  4. ACHTUNG!!! Laut Pflanzenschutzmittelgesetz ist diese bekämpfungsmethode strengstens verboten!
    Die Kochsalzlösung wird als nicht anerkanntes Pflanzenschutzmittel angesehen, der Missbrauch wird mit einem Bußgeld in höhe von 50000€ Angerechnet!!!

  5. Und was ist mit essieg gegen Unkraut ich habe eine firma und da weiß ich nicht was ich sonst so nehmen kann gegen Unkraut und gift möchte ich nicht nehmen und wer weiß was ich nehmen kann ??

    • Wenn Du eine Firma hast , dann darfst Du ohne gültigen Sachkundenachweis garnichts ausbringen!!! Im übrigen mache ich alles ob Salz , Pippi oder sonst irgendwas das ich auf Wegen , Plätzen oder Nichtkulturland ausbringe zu einem Pflanzenschutzmittel. Mit allen rechtlichen Konsequenzen….

      • Danach fragen aber Hunde nicht ob hier Pipi oder großes gemacht werden
        darf. Das ist bestimmt noch scheußlicher wie das bisschen Salz.
        Nun ich habe es noch nicht mit Salz probiert, aber oft gelesen.

  6. Ich habe 10% Essig auf die Blätter einer Distel, die zwischen 2 Treppenstufen wuchs, gespritzt. Nach ca. 3 Tagen war sie am eingehen und kam nicht wieder.

  7. Au Mann! Chemie ist alles! Ist doch klar, dass hier als „Chemie“ Stoffe meint, die synthetisch hergestellt werden und gezielt gewisse Mechanismen bekämpfen, die Pflanzen zum Leben benötigen. Salz kommt nun mal ganz natürlich vor. Oder wollt ihr die Weltmeere verbieten?

    Es geht doch bei diesem Tipp nicht um die Massen an Salz, die jährlich auf die Straße gestreut werden, sondern um kleine Mengen, die gezielt an irgendeiner Ritze oder Fuge eingesetzt wird.

    Lasst mal die Kirche im Dorf! Das Betrachten dieser Seite hier schadet der Natur aktuell mehr, als eine Million Hobbygärtner, die im Winter eine Tasse Salzlösung auf ihre Hofauffahrt gießen.

    • Vollste Zustimmung !
      Wenn der „kleine Mann“ auf ein paar Meter Pflaster-Ritzen für seine Unkraut-Bekämpfung normales Auftau-Salz verwendet sowie ein paar Flaschen biologisch abbaubares und zudem mit reinem Wasser stark verdünntes Essigwasser, dann sollte man tatsächlich mal „die Kirche im Dorf lassen“ !
      Hunderttausende Tonnen Auftausalz werden im Winter in Deutschland bekanntlich zu Boden verteilt und versickern durch auftauendes Schnee- und Regenwasser in den Boden !
      Wo ist da noch eine Verhältnismäßigkeit gegeben ??? Verarschung pur verbunden mit möglicher Abzocke !

  8. Was habt ihr denn gegen Disteln und Gras zwischen den Fugen bzw. Steinplatten… ? Die Natur wird sich eh ihren Platz wieder erobern… auch die Distel und der Grashalm etc. ist aus Gottes Schöpfung und diese wollen bewundert und beachtet werden…

    • das ist schon richtig.
      Ich reiße auch nicht alles raus was zwischen den Fugen wächst,
      aber zwischen den Blumen den Löwenzahn usw. den brauche ich nicht
      unbedingt. Wenn ich entsorge, habe ich das Gefühl hinter mir wächst
      schon wieder das nächste Unkraut. Schlimm

      • Liebe Sandra, liebes Engelchen,

        ganz richtig, es sollte nicht alles „Unkraut“ (für uns Biologen gibt es sowieso keine „Unkräuter“) herausgerissen werden. Viele dieser Pflanzen erhöhen durch schöne Blüten sogar die bunte Vielfalt, oftmals auch die Bodenqualität und bieten Blüten besuchenden Insekten eine weitere Nahrungsquelle (woran liegt wohl nur das massive Bienensterben der letzten Jahre?).
        Der Löwenzahn ist ein sehr gutes Beispiel mit seinen gelben Blüten sieht er wirklich gut aus, ernährt viele Bienen und Hummeln und lässt sich zudem zu einem wirklich schmackhafter Salat zubereiten.
        Nun, im Garten, wo ich neben Blumen auch Gemüse und Obst anpflanze gehe ich sowieso auf keinen Fall mit der chemischen Keule ran (auch nicht mit Salz oder Essig). Ob der mäßige Einsatz von Salz und Essig auf öffentlichen Wegen und Straßen so sehr viel schädigender ist gefährlicher ist als die Abgase und Schadstoffe unserer Autos, kann ich nicht beurteilen. Sicherlich gilt hier wie überall: Je weniger der Mensch eingreift, um so gesünder für uns alle. Alles in Maßen und nicht in Massen.
        Viele Grüße an alle Leser.

  9. Hier wird das Naturprodukt Salz verboten und als umweltschädlich bezeichnet. Aber das Gift der Landwirtschaft auf den Mais-und Rapsfeldern das alles vernichtet ist laut Landwirtschaftsminister unschädlich. Das kann verstehen wer möchte, ich keinesfalls.

  10. Ich weiß nicht ob Salz an solchen Plätzen in geringen Mengen so schlimm ist. Das Argument „Naturprodukt“ oder „wollt ihr die Meere verbieten“ ist aber höchst sinnlos. Auch Erdöl ist ein Naturprodukt. Sollte man auch nicht in den Garten leeren. Salz ist im Meer gut, aber auf der Wiese sicher nicht.

  11. Mir ist auch bekannt, dass Salz auf Gehwegen streng verboten ist. Drum hat mich diese Überschrift sehr gewundert. Im Garten, also da wo Erde drunter ist, darf man es anwenden, aber nicht wo nur Platten sind. Aber ich würde es auch im Garten nicht verwenden wollen, stehen doch Blumen und Sträucher daneben, denen das Salz sicher auch nicht gut tut. Kochendes Wasser habe ich schon verwendet, hilft aber auch nicht immer 100 %-ig.

  12. Bitte das Pflanzenschutzgesetz richtig lesen! Denn dort wird von chemischen Bekämpfungen gesprochen. Der Einsatz von Salz ist eine chemische Bekämpfung und somit genauso verboten wie der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln! Bitte in Zukunft vorher informieren und nicht die Leser in Gefahr bringen mit dem Gesetz zu kollidieren!!!!

  13. Das OLG Oldenburg sieht das anscheinend nicht so streng:

    Essig und Salz keine Pflanzenschutzmittel

    Weder Essig noch Salz sind Pflanzenschutzmittel und damit ist deren Einsatz zur Unkrautvernichtung nicht nach dem Pflanzenschutzgesetz verboten.

    Zum Sachverhalt

    Viele Hobbygärtner bekämpfen unliebsames Unkraut zwischen Pflastersteinen mit normalem Haushaltsessig oder einem Essig-Salz-Gemisch. Wenn man im Internet recherchiert oder bei der Landwirtschaftskammer nachfragt, heißt es aber, dies sei nach dem Pflanzenschutzgesetz verboten (§ 12 II PflSchG).

    Im konkreten Fall hatte die Verwaltungsbehörde gegen einen Mann, der das Unkraut auf der Zufahrt zu seiner Garage und auf der öffentlichen Pflasterfläche vor seinem Grundstück mit einer Essig-Salz-Lösung bekämpft hatte, ein Bußgeld von 100 Euro verhängt, das nach dem Einspruch des Mannes vom AG Oldenburg auf 150 Euro erhöht wurde.

    Entscheidung des OLG

    Das OLG Oldenburg hat den Kläger freigesprochen. Nach Auffassung des OLG handelt es sich entgegen der bundesweit einheitlichen Auffassung der Verwaltungsbehörden bei einem Essig-Kochsalz-Gemisch nicht um ein Pflanzenschutzmittel i. S. des Pflanzenschutzgesetzes, sondern um ein Lebensmittel. Denn Essig und Salz seien nach objektiven Gesichtspunkten nicht zur Pflanzenvernichtung bestimmt. Darauf aber komme es nach dem Gesetz an.

    Nicht zu entscheiden hatte das OLG, ob das Einbringen von Essig und Salz in das Grundwasser nach anderen Gesetzen strafbar oder ordnungswidrig sein könne. Hierzu fehle es im konkreten Fall an ausreichenden Feststellungen.

    OLG Oldenburg, Beschl. v. 25.4.2017 – 2 Ss OWI 70/17

    Pressemitteilung des OLG Oldenburg v. 10.5.2017

    • Lieber Michael,

      das ist ein wirklich interessanter Hinweis. Zeigt er doch, dass es nicht nur schwarz und weiß, sondern auch Grautöne gibt. Danke für den Beitrag.
      Viele Grüße.

  14. Einmal von den Umweltaspekten abgesehen. Habt Ihr mal überlegt, was die Anwendung von Salz und Essig bei Euren Gehwegplatten auf Dauer für Spuren hinterlässt?
    Oder habt ihr in Chemie nicht aufgepasst? Und Eure Nutzpflanzen in der Umgebung werden sich dafür auch bedanken. Aber immer mit dem Finger auf andere zeigen. Die machen ja auch das und das, also darf ich das auch.
    Arme Zukunft.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here