Zecken wirken zwar harmlos, können aber ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen. Erfahren Sie deshalb hier, welche Pflanzen die Tiere fernhalten.

Wenn man in den wärmeren Monaten durch hohes Gras geht, fliegen einem meist nicht nur Unmengen an Mücken entgegen. Oftmals findet man auch gleich die eine oder andere Zecke an den Beinen. Obwohl diese ziemlich klein sind und somit recht harmlos wirken, kann ein Biss großen Schaden anrichten. Und das nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Menschen. Deshalb ist es wichtig, sich richtig zu schützen. Sie können sich zum Beispiel impfen lassen, Insektenschutzmittel verwenden oder aber auch Ihren Garten vor einem Befall schützen. Mit welchen Pflanzen Ihnen das gelingt, erkläre ich nachfolgend etwas genauer.

Was sind Zecken und wie sehen sie aus?

Zecken (Ixodida) sind spinnenartige Ektoparasiten, die auf der Haut ihres Wirtes leben und sich von seinem Blut ernähren. Wirte können dabei nicht nur Säugetiere sein, sondern auch Vögel, Reptilien und manchmal sogar Amphibien. Sie durchlaufen dabei generell vier Lebensstadien: Ei, Larve (weniger als 1 mm groß), Nymphe (etwa 1 und 2 mm groß) und adulte Zecke (zwischen 3 und 5 mm groß). Jede Entwicklungsstufe benötigt eine Blutmahlzeit, um zur nächsten zu gelangen. Bleiben sie dabei unentdeckt und werden nicht vom Wirt entfernt, können sie bis zu drei Jahre leben.

Optisch erinnern Zecken an Spinnen, denn sie besitzen acht Beine. Diese sind relativ kurz und besitzen kleine Krallen am Ende. Sie helfen den Zecken, sich an der Haut ihres Wirtes festzuhalten. Das Besondere an der Zecke ist jedoch das Mundwerkzeug. Es besteht aus

  • einem scherenartigen Werkzeug, das zum Durchtrennen der Haut des Wirtes verwendet wird
  • einem harpunenartigen Organ, das Rückenhaken besitzt und dafür sorgt, dass sich die Zecke fest in der Haut des Wirtes verankern kann
  • Taster, die die Mundwerkzeuge umgeben und eine sensorische Funktion haben

Der Körper ist flach und eiförmig sowie braun, rötlich-braun oder schwarz. Saugen sich Zecken mit Blut voll, wird der Hinterkörper nicht nur deutlich praller, er nimmt auch eine grau-blaue Farbe an.

Warum sind Zecken gefährlich für Mensch und Tier?

Zecken im Garten - Diese 5 Pflanzen vertreiben sie
Zecken übertragen beim Blutsaugen Krankheiten – © Jürgen Kottmann / stock.adobe.com

Zecken sind bekannt dafür, Krankheiten zu übertragen. Die häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten sind in Europa die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Lyme-Borreliose kann zu chronischen Gelenk-, Herz- und Nervenschäden führen, während FSME eine entzündliche Erkrankung des Gehirns und der Hirnhäute ist, die schwerwiegende neurologische Schäden verursachen kann. Nicht jeder Zeckenbiss bedeutet jedoch gleich, dass man an Lyme-Borreliose oder FSME erkrankt. Dennoch ist es wichtig, sich davor zu schützen.

Wo leben Zecken und wie kommen sie in den Garten?

Zecken bevorzugen feuchte, bewaldete und grasige Gebiete. Deshalb kommen sie häufig in Laubwäldern, an Waldrändern, in hohem Gras und in Sträuchern vor. Dort lauern sie regelrecht auf ihre Beute und klammern sich an diese, sobald sie vorbei kommt. Auf diesem Wege gelangen sie dann auch zu uns in den Garten. Vor allem Wildtiere wie Hirsche, Füchse, Igel und Vögel können Zecken in Wohngebiete einschleppen. Aber auch Haustiere wie Hunde und Katzen können Zecken mit nach Hause bringen. Legt ein Weibchen dann ihre ca. 2000 Eier ab, ist der Garten schnell besiedelt von den kleinen Tieren.

Besonders aktiv sind Zecken dabei generell im Frühjahr und im Herbst, wenn die Temperaturen mild sind. Denn sie bevorzugen Temperaturen zwischen 8 und 25 Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Diese Pflanzen halten Zecken aus dem Garten fern

Möchten Sie verhindern, dass sich Zecken in Ihrem Garten ausbreiten, können Sie einige Maßnahmen ergreifen. Unter anderem können Sie:

  • Rasen und Laub entfernen: Halten Sie den Rasen kurz und entfernen Sie Laub, um so die Lebensräume für Zecken zu reduzieren.
  • Barrieren schaffen: Errichten Sie Barrieren aus Kies oder Mulch zwischen Rasenflächen und Sträuchern. Diese sollte am besten einen Meter breit sein.
  • Wildtiere fernhalten: Ziehen Sie einen Zaun um Ihr Grundstück, damit Wildtiere nicht Ihren Garten betreten können.

Alternativ dazu können Sie aber auch einige Pflanzen verwenden, um die Tierchen aus dem Garten fernzuhalten. Denn vor allem die folgenden Gewächse besitzen natürlich abwehrende Eigenschaften gegen Zecken und andere Insekten:

1. Dalmatinische Insektenblume (Chrysanthemum cinerariifolium):

Zecken im Garten - Diese 5 Pflanzen vertreiben sie
Schon die Römer bekämpften mit dieser Pflanze Insekten – © KarinD / stock.adobe.com

Mit ihren margaritenähnlichen Blütenköpfen ist die Dalmatinische Insektenblume nicht nur ein kleiner Blickfang im Garten, sie bilden auch den Wirkstoff Pyrethrin. Dieser wirkt neurotoxisch auf Insekten, einschließlich Zecken, und führt dazu, dass Zecken entweder schnell sterben oder vertrieben werden. Deshalb wird die Dalmatinische Insektenblume auch schon seit Jahrhunderten zur Schädlingsbekämpfung verwendet. Schon die Römer sollen aus den getrockneten Blüten Mittel hergestellt haben, um damit Flöhe und Läuse zu bekämpfen.

Wichtig ist, die Dalmatinische Insektenblume wirklich nur als Pflanze im Garten einzusetzen. Als Pulver eingesetzt, würden Sie damit nicht nur Zecken schaden, sondern auch Nützlinge und sogar Fische.

2. Rainfarn (Tanacetum vulgare):

Zecken im Garten - Diese 5 Pflanzen vertreiben sie
Rainfarn duftet sehr intensiv – © Valemaxxx / stock.adobe.com

Beim Rainfarn handelt es sich um eine sonnengelb blühende Wildpflanze, die in Deutschland fast überall vorkommt und sich unter anderem auch gut im Garten macht. Denn Rainfarn enthält verschiedene ätherische Öle, darunter Thujon, Campher und Eukalyptol. Diese haben starke abweisende Eigenschaften gegen eine Vielzahl von Insekten – einschließlich Zecken. Dabei ist es vor allem der starke, scharfe Geruch des Rainfarns, der für Zecken sehr unangenehm ist und sie davon abhält, sich in der Nähe der Pflanze aufzuhalten.

3. Katzenminze (Nepeta):

Zecken im Garten - Diese 5 Pflanzen vertreiben sie
Wildbienen und Katzen lieben den Duft der Katzenminze – © Shawn.ccf / stock.adobe.com

Die lila blühende Katzenminze enthält in den ätherischen Ölen eine chemische Verbindung namens Nepetalacton. Diese verabscheuen Zecken nicht nur, sie ist für die Tierchen sogar giftig. Der starke Duft von Katzenminze wirkt also als natürlicher Abwehrstoff gegen Zecken und hält nebenbei auch noch ganz andere beißende Insekten fern. Wildbienen und Katzen hingegen lieben den Duft, den die blühende Katzenminze von Juli bis September verströmt.

4. Rosmarin (Salvia rosmarinus):

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Rosmarin ist nicht nur ein gutes Küchenkraut – © Amelia / stock.adobe.com

Rosmarin macht sich nicht nur gut in Speisen und Getränken, das aromatische Küchenkraut hält auch Zecken effektiv fern. Grund hierfür sind die ätherischen Öle wie Rosmarinsäure und Cineol. Der kräftige, holzige Duft der Pflanze stört die Sinnesorgane der Zecken und kann bei ihnen sogar Reizungen hervorrufen. Wenn Sie also Rosmarin anpflanzen, haben Sie damit nicht nur jederzeit ein tolles Gewürz für die Küche parat, sondern auch eine gute Abwehr gegen Zecken.

5. Lavendel (Lavandula):

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Lavendel duftet für Zecken sehr unangenehm – © asife / stock.adobe.com

Im mediterranen Garten darf neben Rosmarin natürlich Lavendel nicht fehlen. Denn die herrlich duftende und lila blühende Pflanze kann nicht nur in der Küche und zur Herstellung von Kosmetik verwendet werden, sie hält auch Zecken fern. Während Lavendel auf uns Menschen eine beruhigende Wirkung hat, sorgen die ätherischen Öle wie Linalool und Linalylacetat dafür, dass Zecken das Weite suchen. Das Tolle: Lavendel zählt auch zu den effektivsten Pflanzen gegen Mücken.

Fazit

Sich gegen Zecken zu schützen, ist wichtig. Schließlich können die kleinen Krabbeltiere Krankheiten übertragen, die einen schweren Verlauf annehmen können. Versuchen Sie es deshalb ruhig mit den genannten Pflanzen. Ihre ätherischen Öle und die daraus resultierenden Düfte sind nicht nur für Zecken abschreckend, mit ihren attraktiven Blüten sind sie auch eine Bereicherung für Ihren Garten. Obendrein lassen sich Lavendel und Rosmarin sogar in der Küche und zur Herstellung von Kosmetik verwenden. Rainfarn hingegen als Mottenschutz. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, um das Risiko, von Zecken gebissen zu werden, zu reduzieren.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

Ein Kommentar

  1. Wissenschaftlich spricht man von Zeckenstich, nicht einem Biss.
    Gegen FSME kann man impfen und man sollte es auch, v.a. als Frau da Frauen ca. 7x häufiger schwere Verläufe haben. Neben Borreliose gibt es leider noch viele andere Krankheiten, die bei Mensch und Tier ausbrechen können nach einem Zeckenstich. Ehrlichien, Babesien, Bartonellen wie auch zahlreiche Viren sind in den Viechern drin.
    Dass man Pflanzen gezielt gegen Zecken nutzen kann ist mir neu, v.a. da viele Hausmittel wissenschaftlich einfach unwirksam sind wie Kokosöl, etc… da habe ich auf jeden Fall viel zu lesen und recherchieren, vielen Dank für die Anregungen.
    Persönlich kann ich nur Zeckenrollen empfehlen. Das sind Papprollen mit Nestmaterial für u.a. Mäuse drin, die viel zu viel kosten. Die Zecken verbreiten sich im Garten dann v.a. durch Mäuse, das sind die ersten Wirte für den Zeckennachwuchs. Das Nestmaterial in den Zeckenrollen ist für Zecken giftig, ansonsten recht problemlos verwendbar. Sobald die Mäuse ins Nest gehen, sterben die Zecken. Damit unterbricht man nachhaltig die Entwicklung der Zecken.
    Da ich selbst ein paar Jahre „verloren“ habe durch Krankheiten nach Zeckenstich, ist mir jedes Mittel recht.

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