Ob naturnah, mediterran oder modern – für jeden Gartenstil gibt es den passenden Ziersalbei. Ich stelle Ihnen hier einmal ein paar besonders schöne Sorten vor.
Wer an Salbei denkt, hat oft zuerst die bekannte Heilpflanze im Kopf, deren graugrüne Blätter in der Küche oder Hausapotheke Verwendung finden. Doch Salbei kann weit mehr, als nur Halsschmerzen lindern oder Fleischgerichten ein würziges Aroma verleihen. Der sogenannte Ziersalbei verwandelt mit seiner Blütenpracht Beete, Rabatte und naturnahe Gärten in ein wahres Farbenspiel. Mit seiner Robustheit, der langen Blühdauer und seiner Anziehungskraft auf Bienen, Schmetterlinge und Hummeln zählt er zu den Lieblingen vieler Hobbygärtner und Landschaftsplaner. Seine Vielseitigkeit macht ihn zu einem festen Bestandteil in modernen Gartenkonzepten – egal, ob im Bauerngarten, in der Steingartenanlage oder auf dem sonnigen Balkon.
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Allgemeines über Salbei
Der Salbei (botanisch Salvia) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und umfasst weltweit über 900 Arten. Ursprünglich stammen viele Arten aus dem Mittelmeerraum, Nordamerika oder Asien. Der Name Salvia leitet sich vom lateinischen Wort salvare ab, was „heilen“ bedeutet. Also ein Hinweis auf die traditionelle Verwendung der Pflanze als Heilmittel. Denn seit Jahrhunderten gilt Salbei als Symbol für Gesundheit, Reinheit und Langlebigkeit. Schon in antiken Klostergärten fand man ihn daher als festen Bestandteil der Heilkräuterbeete.
Der Echte Salbei (Salvia officinalis) ist wohl der bekannteste Vertreter dieser Gattung. Er wird in Küche und Naturheilkunde gleichermaßen geschätzt. Seine Blätter sind reich an ätherischen Ölen, Gerb- und Bitterstoffen und besitzen antiseptische Eigenschaften. In der mediterranen Küche ist er sogar kaum wegzudenken und wird besonders zu Fleisch- und Nudelgerichten verwendet. Ganz anders präsentiert sich dagegen der Ziersalbei, der weniger durch seine Blätter, sondern vor allem durch seine prachtvollen, oft leuchtenden Blüten auffällt und Gärten über viele Wochen hinweg in intensive Farben taucht.
Unterschied zwischen normalem Salbei und Ziersalbei
Während der Echte Salbei eher kompakt wächst und wegen seiner aromatischen Blätter geschätzt wird, dient der Ziersalbei in erster Linie der optischen Aufwertung des Gartens. Ziersalbei-Arten zeichnen sich durch ihre beeindruckende Blütenvielfalt aus, die von tiefem Violett über zartes Rosa bis hin zu leuchtendem Rot reicht. Sie sind meist weniger aromatisch, dafür aber äußerst langlebig, schnittverträglich und pflegeleicht.
Viele Arten blühen den ganzen Sommer über und lassen sich wunderbar mit Stauden wie Lavendel, Katzenminze, Sonnenhut oder Rosen kombinieren. Ein weiterer Vorteil: Ziersalbei ist ausgesprochen trockenheitsverträglich und somit ideal für Standorte, an denen andere Pflanzen schnell schlappmachen.
Darüber hinaus sind die nektarreichen Blüten ein Paradies für Insekten. Besonders in Zeiten, in denen Wildbienen und Schmetterlinge immer seltener werden, tragen Sie durch den Anbau von Ziersalbei aktiv zum Naturschutz bei.
Die schönsten Sorten im Porträt
🪴 Steppen-Salbei (Salvia nemorosa)

Der Steppen-Salbei ist ein echter Klassiker unter den Ziersalbei-Arten. Mit seinen dichten, kerzenförmigen Blüten in sattem Violett, Blau oder Rosa sorgt er für Farbe im Staudenbeet. Er blüht von Juni bis August und lässt sich durch einen Rückschnitt nach der ersten Blüte oft zu einer zweiten Blüte anregen. Besonders beliebt sind Sorten wie ‘Caradonna‘, ‘Ostfriesland‘ oder ‘Mainacht‘. Sie wirken besonders schön in Kombination mit Gräsern oder weißen Stauden, die den kräftigen Farbton zusätzlich betonen.
Der Steppen-Salbei bevorzugt sonnige Standorte und durchlässige Böden, auf denen er über viele Jahre hinweg zuverlässig wiederkommt.
🪴 Polster-Salbei (Salvia caespitosa)

Wenn Sie einen kompakten Bodendecker suchen, werden Sie beim Polster-Salbei fündig. Diese niedrig wachsende Art bildet dichte, flache Polster und schmückt sich im Sommer mit zarten, hellvioletten Blüten. Er ist ideal für Steingärten, Trockenmauern oder sonnige Hänge geeignet. Der Polster-Salbei ist zudem ausgesprochen hitzeverträglich und damit ideal für Standorte mit starker Sonneneinstrahlung. Durch seine Polsterform unterdrückt er sogar Unkraut und sorgt für ein gepflegtes Erscheinungsbild.
Besonders schön wirkt er in Kombination mit Hauswurz oder niedrigem Thymian, da sich die unterschiedlichen Blattformen und Texturen perfekt ergänzen.
🪴 Wiesen-Salbei (Salvia pratensis)

Der Wiesensalbei ist in Deutschland heimisch und oft auf Magerwiesen oder an Wegrändern zu finden. Seine Blüten leuchten in tiefem Blau-Violett und bieten heimischen Insekten reichlich Nektar. Im Garten eignet er sich hervorragend für naturnahe Pflanzungen, Steppenbeete oder Trockenrasen. Auch für bienenfreundliche Gärten ist der Wiesen-Salbei eine perfekte Wahl, da er bis in den Spätsommer hinein Nahrung bietet. Zudem gilt er als ausgesprochen winterhart und pflegeleicht.
💡 Tipp:
Wenn Sie ihn regelmäßig zurückschneiden, werden Sie mit einer verlängerten Blütezeit belohnt.
🪴 Muskateller-Salbei (Salvia sclarea)

Der Muskateller-Salbei ist mit seinen großen, aromatisch duftenden Blättern und den auffälligen rosa bis violetten Hochblättern ein echter Hingucker. Er verströmt einen intensiven, leicht muskat-artigen Duft. Daher auch sein Name. In alten Zeiten wurde der Muskateller-Salbei sogar zur Aromatisierung von Wein verwendet. Heute begeistert er vor allem durch seine üppigen Blütenstände und seine Robustheit.
Die zweijährige Pflanze wird bis zu einem Meter hoch und eignet sich hervorragend als Blickfang in naturnahen Beeten. Nach der Blüte zieht er sich zurück, sät sich jedoch häufig selbst aus und sorgt so für Nachwuchs im nächsten Jahr.
🪴 Johannisbeer-Salbei (Salvia microphylla)

Dieser Salbei begeistert nicht nur durch seine leuchtend roten oder pinkfarbenen Blüten, sondern auch durch den herrlichen Duft seiner Blätter, der an Johannisbeeren erinnert. Er stammt ursprünglich aus Mexiko und ist etwas frostempfindlicher, kann aber in milden Regionen Deutschlands gut im Freien überwintern. In kälteren Gegenden empfiehlt sich die Haltung im Topf, sodass Sie ihn im Winter ins Haus holen können. Im Sommer ist der Johannisbeer-Salbei eine Bienen- und Schmetterlingsmagnet und bringt exotisches Flair in jedes Beet oder auf die Terrasse.
🪴 Quirlblüten-Salbei (Salvia verticillata)

Seinen Namen verdankt dieser Salbei den quirlförmig angeordneten Blütenkränzen entlang der Blütenstiele. Die violettblauen Blüten erscheinen von Juni bis September und locken zahlreiche Bestäuber an. Besonders attraktiv wirkt die Sorte ‘Purple Rain‘ mit ihren tiefvioletten Blütenständen.
Der Quirlblüten-Salbei liebt trockene, sonnige Standorte und ist hervorragend für naturnahe Beete geeignet. Durch seinen kompakten Wuchs und die lange Blühdauer ist er zudem eine wertvolle Strukturpflanze, die auch nach der Blüte mit ihren dekorativen Samenständen punktet.
🪴 Feuersalbei (Salvia splendens)

Der Feuersalbei macht seinem Namen alle Ehre: Mit seinen leuchtend roten, manchmal auch orangefarbenen Blüten setzt er spektakuläre Akzente im Beet oder auf dem Balkon. Er ist ein echter Sommerstar, allerdings nicht winterhart. Daher wird er meist einjährig kultiviert oder als Topfpflanze im Haus überwintert.
In Kübeln oder Balkonkästen entfaltet er seine volle Wirkung, besonders in Kombination mit hellen Blütenpartnern wie weißen Petunien oder gelben Tagetes.
Der optimale Standort und Boden für Ziersalbei
Ziersalbei liebt die Sonne. Je mehr Licht, desto üppiger fällt die Blüte aus. Der Boden sollte zudem durchlässig, nährstoffarm und eher trocken sein, damit die Wurzeln gut belüftet werden und keine Staunässe entsteht. Staunässe verträgt der Salbei nämlich gar nicht. Sie kann schließlich schnell zu Wurzelfäule führen und die Pflanze schwächen. Lesetipp: Wurzelfäule erkennen, behandeln & vorbeugen
💡 Tipp:
Schweren Boden sollten Sie am besten mit etwas Splitt auflockern, eventuell auch mit grobem Sand oder feinem Kies, um für eine bessere Drainage zu sorgen.
Tipps zur Pflege
- Gelegentliches Düngen mit Kompost oder Hornspänen reicht völlig aus, um die Pflanzen vital und blühfreudig zu halten.
- Wenn Sie regelmäßig verblühte Stängel entfernen, verlängern Sie die Blütezeit deutlich. Außerdem sorgen Sie so für eine gepflegte Optik des Ziersalbeis, die bis in den Spätsommer hinein Freude bereitet.
- Ein Rückschnitt nach der ersten Blüte im Sommer fördert nicht nur eine zweite Blühphase, sondern regt auch die Bildung neuer Triebe an, die die Pflanze dichter machen.
- Bei älteren Pflanzen ist es ratsam, alle paar Jahre eine Teilung vorzunehmen, um sie zu verjüngen. So bleibt der Wuchs kompakt und die Blüte kräftig.
- In sehr kalten Wintern empfiehlt sich bei empfindlicheren Arten ein leichter Winterschutz aus Reisig, Laub oder einer Schicht Mulch, damit die Wurzeln nicht erfrieren. Besonders in Töpfen überwinterte Exemplare sollten an geschützten Hauswänden stehen.





