Kletterpflanzen bestechen mit ihrem Blattschmuck, den betörenden Blüten und exotischen Früchten. Die folgenden 9 beliebten Kletterpflanzen zeigen, wie vielseitig sich Balkon und Ziergarten begrünen lassen.
Kletterpflanzen bringen Leben in den Garten, aber auch auf den Balkon und an jede Terrasse. Sie wachsen in die Höhe, begrünen kahle Wände, schmücken Pergolen, Rankgitter und Zäune und schaffen dabei ein Gefühl von Geborgenheit. Manche Arten schenken dichten Sichtschutz, andere duften an warmen Sommerabenden oder locken Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Gerade dort, wo wenig Platz zur Verfügung steht, nutzen Kletterpflanzen den Raum besonders geschickt, denn sie wachsen nicht in die Breite, sondern nach oben. Die folgenden 9 beliebten Kletterpflanzen zeigen, wie vielseitig sich ein Ziergarten begrünen lässt.
Inhalte
Blattschmuck-Kletterer
Blattschmuck-Kletterer sind ideal, wenn eine Fläche dauerhaft oder besonders dicht begrünt werden soll.
Selbstkletternde Jungfernrebe

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Kletterpflanzen steht die Selbstkletternde Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia), die auch unter dem Namen ‚Wilder Wein‚ bekannt ist. Dieser besonders widerstandsfähige Kletterer wächst sehr kräftig, erreicht über 12 m Höhe und 4 bis 8 m Breite. Damit ist sie keine Pflanze für enge Ecken, sondern für Flächen, die schnell und dicht begrünt werden sollen.
Besonders wertvoll ist sie im Ziergarten durch ihr leuchtend rotes Herbstlaub. Der Standort ist unkompliziert, Sonne, Halbschatten und Schatten werden vertragen. Der Pflegeaufwand bleibt gering, solange genug Platz vorhanden ist. Wichtig ist ein regelmäßiger Schnitt, damit Triebe nicht in Dachrinnen, Fensterrahmen oder in Dachöffnungen wachsen.
Gewöhnlicher Efeu

Mit seinen Haftwurzeln kann der Efeu (Hedera helix) Höhen bis zu 20 Meter erklimmen. Der immergrüne Kletterer windet sich an Fassaden hoch, ebenso an Zäunen, Mauern oder Bäumen. Drei- bis fünfeckig erscheinen die Blätter an nicht blühenden Trieben, an den blühenden Trieben sehen sie hingegen lanzettenförmig aus. Von August bis Oktober blüht der Efeu unscheinbar. Seine Blüte steht in halbkugeligen Dolden und ist grünlichgelb gefärbt.
Erst im folgenden Jahr reifen die dunkelblauen Beeren heran. Efeu ist eine wertvolle Pflanze für Vögel, Insekten und kleine Säugetiere, da er Nahrung, Schutz und Nistplätze bietet. Als typische Waldpflanze mag der Efeu keine vollsonnigen Standorte, ausgenommen die buntblättrigen Sorten wie „Goldherz“. Damit sie die Blätter richtig ausfärben, brauchen diese Sorten zwei bis drei Stunden Sonne am Tag.
Immergrünes Geißblatt

Das Immergrüne Geißblatt (Lonicera henryi) ist ein schlingender Kletterer und braucht deshalb eine Rankhilfe, etwa ein Gitter, ein Seilsystem oder einen stabilen Zaun. Es wird 4 bis 8 m hoch und bleibt mit 0,5 bis 1 m Breite vergleichsweise schlank. Dadurch passt es besser in schmale Gärten als Wilder Wein oder Kletterhortensien.
Die Heckenkirsche, wie die Pflanze auch genannt wird, wächst kräftig, ist in 2 bis 5 Jahren gut eingewachsen und trägt im Sommer gelblich-rote Röhrenblüten, später schwarze Beeren. Sie bevorzugt einen hellen, halbschattigen Standort und einen feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Zwischen Juni und Ende Juli verströmt das Immergrüne Geißblatt, abhängig von der Sorte, einen betörenden Duft. Dieser schmeichelt Insekten ganz besonders.
💡 Tipp:
Auf direktes Sonnenlicht reagiert das Immergrüne Geißblatt empfindlich. Das Wachstum wird gehemmt, der Schädlingsbefall gefördert und der Kletterer verkahlt rasch von unten her. Vorbeugend können Sie Stauden vor dem Wurzelbereich pflanzen.
Kletterer mit Blütenschmuck
Kletterpflanzen im Ziergarten, mit auffällig großen oder ungewöhnlich geformten Blüten, ziehen die Blicke ihrer Betrachter unweigerlich auf sich. Ihr Blütenschmuck ist grandios.
Klettertrompete

Mit gloxinienähnlichen Blüten ist die Klettertrompete (Campsis radicans) ein außergewöhnlicher Kletterstrauch. Besonders zu empfehlen ist die Sorte „Stroboli“. Von Juli bis Oktober erscheinen die 8 Zentimeter langen, kräftig roten Blütenröhren. Sie stehen in bis zu 20 Zentimeter langen Trauben zusammen. Inmitten des frischgrünen, fiederblättrigen Laubs wirken sie sehr dekorativ und anziehend für viele Insekten.
Je nach Standort erreicht die Trompetenblume etwa 6 bis 12 m Höhe und 4 bis 6 m Breite. Der Jahreszuwachs liegt häufig bei 0,5 bis 1,5 m. Damit braucht sie Platz, Wärme und eine stabile Rankhilfe. Am besten steht sie sonnig und geschützt, zum Beispiel an einer warmen Wand oder Pergola. Der Schnitt erfolgt im späten Winter oder frühen Frühjahr, weil die Pflanze an jungen Trieben blüht. Zu starkes Einkürzen verjüngt zwar, verringert aber die Blüte.
Passionsblume

Passionsblumen (Passiflora) bringen einen exotischen Blütencharakter auf Balkon, Terrasse und in milde Gartenlagen. Besonders Passiflora caerulea wird häufig als Zierpflanze verwendet. Sie erreicht 3 bis 8 m Höhe und 2,5 bis 4 m Breite, wächst schnell und bevorzugt Sonne bis Halbschatten an einem geschützten Platz. In rauen Regionen ist sie im Kübel oft sicherer, weil sie dort frostgeschützt überwintert werden kann. Der Schnitt erfolgt bei Bedarf im zeitigen Frühjahr.
💡 Tipp:
Ihre wertvollen Inhaltsstoffe, die eine beruhigende Wirkung auf Körper, Geist und Seele haben, finden in so mancher Arznei Anwendung. Auch die Früchte des farbenprächtigen Kletterers sind als exquisite Delikatesse unter Gourmets begehrt. Mehr als 500 Arten umfasst diese Rank- und Kletterpflanze, dabei werden die meisten als Zierpflanze eingesetzt.
- ✅ Winterharte & mehrjährige Kletterpflanze – Die Passiflora Purple Haze trotzt Frost und gedeiht jedes Jahr aufs Neue, ideal für Garten, Balkon oder Terrasse.
- ✅ Exotische, violette Blüten – Die auffälligen lila Blüten sind ein echter Blickfang und verwandeln jeden Außenbereich in eine tropische Oase.
- ✅ Bienen- & insektenfreundlich – Fördert die Artenvielfalt im Garten, da die Blüten wertvolle Nahrung für Bienen und Schmetterlinge bieten.
Kletterhortensie

Die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) ist ideal für halbschattige bis schattigere Gartenbereiche, in denen viele andere Blütenkletterer schwächer wirken. Sie wächst selbstklimmend, entwickelt Ende Mai weiße Blüten und erreicht über 12 m Höhe sowie 4 bis 8 m Breite.
Allerdings braucht sie Geduld, denn bis zur Endgröße vergehen 10 bis 20 Jahre. Dafür gilt sie als pflegeleicht und sie eignet sich gut für Mauern, Hauswände, große Zäune und schattige Gartenecken. Der Boden sollte feucht, aber durchlässig sein. Geschnitten wird nach der Blüte, vor allem um überlange Triebe zu kürzen und die Pflanze in Form zu halten.
Früchtetragende Klettergehölz im Ziergarten
Entspannen und naschen, etwas Besseres kann der Ziergarten als Ort der Erholung kaum hergeben. Diese Klettermaxen versüßen ihren Gartenaufenthalt und spenden Vitamine.
Fingerblättrige Klettergurke

Die Fingerblättrige Klettergurke (Akebia quinata), auch als Akebie oder Schokoladenwein bekannt, ist eine besondere Kletterpflanze für alle, die etwas Ungewöhnliches suchen. Sie wird etwa 8 bis 12 m hoch und breiter als 8 m, wenn sie nicht gelenkt wird. Ihre fünfteiligen Blätter wirken sehr dekorativ und von April bis Mai erscheinen duftende, purpurfarbene Blüten.
In günstigen Jahren bilden sich längliche, violette Früchte. Diese sind essbar, süß im Geschmack und enthalten viele Mineralien. An einer Pergola wächst die halbimmergrüne Akebie mittel bis kräftig. Sie braucht immer eine stabile Rankhilfe, weil ihre Triebe verholzen und schwer werden. Nach der Blüte lässt sie sich zurückschneiden, um Größe und Form zu steuern
WuWeiZi

Das Klettergewächs WuWeiZi (Schisandra chinensis) ist eher bekannt als Chinesisches Spaltkörbchen. Auch wenn diese Pflanze unter kletternde Obstgehölze geführt wird, so sollte sie als Zierde im Garten nicht verkannt werden.
Die ausdauernde und verholzende Kletterpflanze blüht von Mai bis Juni auffällig. Dabei zeigen sich die Blüten in Weiß-Rosa. Ihre Genussreife hat die Chinesische Beerentraube im September. Jedermanns Geschmack sind die 6 bis 8 Millimeter großen, rosa bis roten Früchte nicht unbedingt. Sie schmecken süß, sauer, scharf, bitter und salzig zugleich.
💡 Tipp:
WuWeiZi wächst als schlingendes Klettergehölz etwa 3 bis 10 m hoch und bleibt mit ungefähr 1 bis 2 m Breite meist deutlich schlanker als viele andere Kletterpflanzen. Damit eignet sich die Pflanze gut für stabile Rankgitter, Spaliere oder Pergolen.
- chinesische Heilpflanze, Früchte in fünf Geschmacksrichtungen, sehr winterhart
- Besonderheit: selbstfruchtbare Kultursorte, größere Früchte und höherer Ertrag als die Wildart
Mini-Kiwi ‘Issai’

Die Mini-Kiwi ‘Issai’ (Actinidia arguta ‘Issai’) ist für den Ziergarten interessant, weil sie schönes Laub, essbare Früchte und einen eher kompakten Wuchs miteinander verbindet. Sie gilt als selbstfruchtbar und bildet kleine, glattschalige Kiwibeeren, die mit Schale gegessen werden. Trotzdem fällt die Ernte oft besser aus, wenn eine passende männliche Befruchtersorte, wie ‘Maskulino’, in der Nähe wächst.
Mit etwa 3 bis 6 m Höhe und ungefähr 1 bis 2 m Breite bleibt ‘Issai’ kompakter als viele andere Kiwibeeren. Die Pflanze wächst schlingend und braucht deshalb ein stabiles Rankgerüst, etwa ein Spalier, eine Pergola oder kräftige Spanndrähte. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig, warm und geschützt sein. Der Boden bleibt am besten humos, nährstoffreich und gleichmäßig feucht.







