Seit das Getränk „Hugo“ boomt, möchten wieder viele selber Holunder anbauen. Hier deshalb Hinweise zu Anbau und Pflege und auch ein Rezept für Holunderblütensirup.
Alljährlich zwischen Mai und Juni erblühen an den bis zu 7 Meter hochwachsenden Holundersträuchern (Sambucus) weiß-gelbliche Holunderdolden. Diese Dolden können zu allerlei Leckereien verarbeitet werden, allerdings bilden sich bei einer Ernte der Dolden an dieser Stelle des Strauches im September dann keine vitaminreichen Holunderbeeren mehr. Wenn Sie allerdings mehrere Holunderblütensträucher zu Hause haben, dann dürfte das ja kein Problem sein.
💡 Tipp:
Damit Ihr Holunder, auch als Fliederbeere bekannt, prächtig gedeiht und Sie viele Beeren und auch Blüten ernten können, haben wir hier wichtige Pflegehinweise zusammengestellt. Und ein Rezept für die Herstellung von Holunderblütensirup finden Sie hier auch.
Steckbrief Holunderstrauch
Die einheimische Fliederbeere wächst als Strauch oder Kleinbaum und zeigt sich gänzlich anspruchslos und widerstandsfähig.
| Fliederbeere / Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) | |
|---|---|
| Wuchshöhe: | 300 – 700 cm |
| Wuchsbreite: | 250 – 450 cm |
| Erntezeit Blüten: | Juni – Juli |
| Erntezeit Beeren: | August bis September (gelegentlich bis in den Oktober) |
| Standort: | Sonne bis Halbschatten |
| Boden: | Normaler Gartenboden |
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Holunderstrauch pflanzen
Die beste Zeit für die Pflanzung ist der Herbst (Oktober/November) oder das zeitige Frühjahr, da der Boden dann ausreichend feucht ist und der Strauch vor dem Sommer gut anwurzeln kann.
Standort
Holunderblüten profitieren eindeutig von wärmenden Sonnenstrahlen, weshalb Sie den Holunderstrauch an einem möglichst sonnigen, bis halbschattigen Standort einpflanzen.
Boden
An den Boden stellt er kaum Ansprüche, jedoch werden Lehmböden seinerseits eindeutig bevorzugt. Zudem wächst der Holunder am liebsten in der Nähe von Gebäuden, Mauerwerken oder an dichtem Zaunwerk empor.
Achtung! Der Holunder breitet sich schnell in Höhe und Breite aus, wodurch andere Pflanzen in seiner Nähe oftmals nur noch mäßig gedeihen können. Möchten Sie den Hollerstrauch dennoch vermehren, erklären wir in diesem Beitrag mehrere Möglichkeiten: Holunder vermehren.
Pflanzanleitung Schritt für Schritt
Planen Sie ausreichend Abstand zu Nachbarbäumen oder Gebäuden ein, etwa 2 bis 3 Meter.
- Stellen Sie den Holunderstrauch vor dem Pflanzen mit dem Topfballen in einen Eimer mit Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Heben Sie ein Loch aus, das etwa doppelt so groß und tief ist wie der Wurzelballen.
- Mischen Sie den Bodenaushub mit reifem Kompost oder Hornspänen, um dem Starkzehrer einen guten Start zu ermöglichen.
- Setzen Sie den Strauch so tief in das Loch, dass die Oberkante des Ballens bündig mit der Erdoberfläche abschließt (oder minimal tiefer).
- Füllen Sie das Loch mit der Erdmischung auf und treten Sie die Erde rundherum vorsichtig fest, um Hohlräume zu schließen.
- Gießen Sie den frisch gepflanzten Holunder kräftig und durchdringend an. Ein Gießrand aus Erde hilft, dass das Wasser direkt an den Wurzeln ankommt.
Pflege des Holunder

Gießen
Nach dem Einpflanzen wird der Holunder regelmäßig und durchdringend gegossen. Der Boden darf in den ersten Monaten nicht komplett austrocknen, damit sich die Wurzeln gut im umliegenden Erdreich ausbreiten. Gießen Sie daher besser einmal kräftig, als täglich nur die Oberfläche anzufeuchten.
Ein älterer, gut eingewachsener Holunderstrauch versorgt sich in der Regel selbst über den Regen und benötigt keine zusätzliche Bewässerung.
Düngen
Der robuste Holunder benötigt kaum einmal eine Düngung. Die Blüte fällt im kommenden Jahr jedoch noch üppiger aus, wenn Sie im Herbst rund um den Pflanzenstamm etwas Kompost einarbeiten.
Rückschnitt
Des Weiteren müssen Sie auch regelmäßig einen Formschnitt vornehmen und den Holunderstamm zurückschneiden. Allerdings mag es der Holunder nicht so gerne, wenn er dabei zu stark zurückgeschnitten wird, weshalb Sie diese Arbeit lieber in mehreren Abschnitten (aufs Jahr verteilt) durchführen sollten.
💡 Mehr dazu hier: Holunder schneiden – Zeitpunkt & Anleitung
Überwintern
Holunder ist absolut winterhart und übersteht selbst strenge Frostperioden. Im Herbst wirft er sein Laub ab und begibt sich in die Winterruhe. Frostschäden an den Ästen sind extrem selten.
💡 Tipp:
Wenn Sie einen Holunderstrauch mal fällen, treiben meist schon nach kurzer Zeit an Ort und Stelle wieder neue Triebe aus. Deswegen müssen Sie bei einem notwendigen Entfernen immer die ganze Wurzel aus dem Erdreich ausheben.
Wirksamkeit von Holunder
Holunderblüten sind über Jahrzehnte hinweg als natürliches Allheilmittel berühmt geworden. So eignet sich ein daraus hergestellter Blütentee beispielsweise zur Stärkung des Immunsystems. Holundertee wirkt zudem auch entgiftend und entschlackend, weshalb er gerne auch bei Diäten eingesetzt wird. Sie können ihn aber auch bei Erkältungskrankheiten und Fieber trinken.
Holunderblütensirup herstellen

Wenn Sie aus den Holunderblüten einen Sirup herstellen, können Sie durch die Beimischung von Mineralwasser aber auch ein äußerst wohlschmeckendes und erfrischendes Getränk für die Sommermonate mixen. Geben Sie obendrein noch etwas Sekt dazu, dann ergibt sich daraus das Kultgetränk „Hugo“. Stellen Sie ruhig Ihren eigenen Holunderblütensirup her, es lohnt sich. Das ist übrigens auch ein tolles, selbstgemachtes Geschenk aus dem Garten.
So wird’s gemacht:
- 25 aufgeblühte Blütendolden waschen.
- Zwei unbehandelte Zitronen in feine Scheiben schneiden.
- Zitronenscheiben und Blütendolden anschließend in 3 Liter Wasser einlegen. Das Ganze nun circa 36 Stunden ziehen lassen.
- Anschließend abgießen und das Holunderwasser mit 2 Kilogramm Zucker aufkochen.
- Sirup noch warm in saubere (ausgekochte) Glasflaschen einfüllen und diese gut verschließen. Der Sirup ist jetzt bis zu 6 Monate haltbar, wenn Sie ihn an einem kühlen Platz aufbewahren.
Holunder vermehren
Holunder kann auf unterschiedliche Weise vermehrt werden:
- Steckholz im Winter
Diese Methode ist besonders unkompliziert, da die Steckhölzer über den Winter kaum Pflege benötigen. Der beste Zeitraum liegt zwischen Dezember und Februar. Geschnitten wird an frostfreien Tagen.
- Stecklinge im Sommer schneiden
Auch im Sommer lässt sich Holunder gut vermehren. Allerdings benötigen die jungen Stecklinge etwas mehr Aufmerksamkeit, da das Substrat nicht austrocknen darf. Der beste Zeitraum liegt zwischen Juni und Juli.
- Absenker
Für diese Methode eignet sich ein bodennaher, biegsamer Trieb. Biegen Sie ihn im Frühjahr zur Erde, fixieren Sie einen Abschnitt am Boden und bedecken Sie diese Stelle mit Erde. Die Triebspitze bleibt dabei über der Erde. Haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, wird der junge Holunder von der Mutterpflanze getrennt.
- Aussaat
Holunder lässt sich auch aus Samen vermehren. Bei der Wildform ist diese Methode möglich, allerdings dauert sie länger als die Vermehrung über Stecklinge oder Steckholz. Bei Sorten ist die Aussaat weniger geeignet, da die Nachkommen nicht sortenecht sind und von den Eigenschaften der Mutterpflanze abweichen können.
Krankheiten und Schädlinge
Die häufigsten Pilzkrankheiten
Holunderdoldenwelke
Bei der Doldenwelke welken kurz vor der Ernte Teile oder ganze Fruchtdolden. Die Beeren reifen vorzeitig, schrumpfen und trocknen schließlich ein. An der Erkrankung können verschiedene Pilze beteiligt sein, darunter Fusarium sambucinum, Phoma sambuci-nigrae und Colletotrichum-Arten.
➡ Vertrocknete Dolden, Fruchtmumien und abgestorbene Pflanzenteile nicht am Strauch oder auf dem Boden liegen lassen. Darin können die Erreger überdauern und im folgenden Jahr erneut Infektionen verursachen.
Grauschimmel (Botrytis cinerea)
Grauschimmel tritt am Holunder häufig bei feuchter Witterung ab der Blüte auf. Auf befallenen Früchten entwickelt sich ein mausgrauer, staubender Pilzrasen. Dichte Sträucher trocknen nach Regen langsamer ab und begünstigen dadurch Infektionen.
➡ Ein regelmäßiges Auslichten verbessert die Belüftung im Strauch. Befallene Dolden und andere erkrankte Pflanzenteile werden zeitnah entfernt.
Cercospora-Blattflecken (Cercospora depazeoides)
Vor allem im Spätsommer und Herbst können sich hellbraune bis graue Flecken auf den Blättern bilden. Sie besitzen häufig einen dunkleren Rand und werden teilweise durch die Blattadern begrenzt. Bei starkem Befall können größere Blattbereiche absterben und die Blätter vorzeitig abfallen.
➡ Da der Pilz vermutlich im Falllaub überwintert, sollte befallenes Laub im Herbst gründlich entfernt werden. Ein lockerer, gut durchlüfteter Strauch trocknet nach Niederschlägen außerdem schneller ab.
Die häufigsten Schädlinge
Holunderblattlaus (Aphis sambuci)
Ab dem Frühjahr sammeln sich dunkle Blattläuse in dichten Kolonien an jungen Trieben, Blattstielen und Dolden. Durch ihre Saugtätigkeit kräuseln oder rollen sich die Blätter ein. Bei starkem Befall können zusätzlich Triebspitzen verkümmern. Typisch ist zudem der klebrige Honigtau auf Blättern und Trieben.
➡ Ein leichter Befall richtet an kräftigen Holundersträuchern meist keinen größeren Schaden an. Bei stärkerem Auftreten lassen sich befallene Triebspitzen entfernen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspülen. Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und ihre Larven helfen dabei, Blattlausbestände einzudämmen.
Holunder-Gallmilbe (Epitrimerus trilobus)
Die winzigen Gallmilben saugen bevorzugt an den jungen Blättern der Triebspitzen. Dadurch rollen sich die Blattränder deutlich nach oben. Bei starkem Befall wirken sie teilweise löffelartig verformt, während ältere Blätter Kräuselungen und Verbeulungen zeigen.
➡ Da der Schaden überwiegend optischer Natur ist, reicht es aus, befallene Zweigpartien frühzeitig zurückzuschneiden und aus dem Garten zu entfernen.
Kirschessigfliege (Drosophila suzukii)
Die Kirschessigfliege befällt auch Holunder. Die Weibchen legen ihre Eier in reifende Beeren, anschließend fressen die Larven im Fruchtfleisch. Befallene Früchte werden weich, verlieren Saft und beginnen schließlich zu zerfallen.
➡ Reife Dolden deshalb möglichst zeitnah ernten und überreife Früchte nicht lange am Strauch hängen lassen. Befallene Beeren vollständig entfernen und so entsorgen, dass sich die Larven nicht weiterentwickeln.
Fazit: Holunder pflanzen
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist eine wertvolle heimische Wildstrauchart, die jeden Naturgarten bereichert. Seine cremeweißen Blüten locken im Frühsommer Wildbienen und Schmetterlinge an, während seine vitaminreichen, dunklen Beeren im Herbst eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel sind. Der robuste Strauch dient mit seinem dichten Geäst gleichzeitig als geschützter Nistplatz und natürlicher Sichtschutz. Ergänzt wird diese Vielfalt durch den kompakteren, schattenliebenden Roten Holunder (Sambucus racemosa) und den krautigen Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus).







2 Kommentare
Habt ihr eine Anleitung zu Pflege und Stanort für eine Hibiskus–Stamm?
Wir haben grad einen geschenkt bekommen und sind uns nicht sicher,wo wir ihn hinstellen könnrn. Er soll draußen einen schönen Latz bekommen.
Wir haben jede Menge davon in Garten und in vielen Farben und zwar ist es der mit den kleineren Blüten.Den mit den riesengroßen Blüten hab ich auch schon probiert aber er will bei mir nicht so wachsen.Also meine stehen in der Sonne und wachsen auch ganz schön hoch und breit.Ich schneide sie jedes Frühjahr um ein Drittel herunter,da sie an den neuen Trieben am besten blühen.Er macht viel Samen und im Laufe der Jahre hat man überall Hibiskus.Ich wünsche gutes Gelingen und viel Freude an den vielen Blüten.Mit lieben Grüssen Christel Vetter