Alpenglöckchen sind beliebte Frühlingsblüher und eignen sich gut für Garten und Balkon. Wie sie richtig gepflanzt und gepflegt werden, erkläre ich hier.

Alpenglöckchen
Alpenglöckchen werden im Volksmund auch als Eisglöckchen bezeichnet – © SusaZoom / stock.adobe.com

Für den ersten Farbtupfer im noch grauen Wintergarten kann das Alpenglöckchen (Soldanella) sorgen. Denn die Pflanzen werden durch die Sonne stärker erhitzt als ihre Umgebung, sodass die abgegebene Wärme den Schnee zum Schmelzen und das Alpenveilchen zum Vorschein bringt.

Die zierlichen Alpenglöckchen werden im Volksmund auch als Eisglöckchen bezeichnet und können für eine Bereicherung im Steingarten sorgen. In freier Natur ist das Alpenglöckchen hingegen gefährdet und steht deshalb sogar unter Artenschutz.

Herkunft

Wie der Name bereits erkennen lässt, sind die Primelgewächse in den Alpen zu Hause. Reiche Vorkommen sind in den vorwiegend aus Schiefer und Granit bestehenden Kalkalpen zu finden. Kleinere Ansiedlungen verzeichnen auch die Pyrenäen, der Südschwarzwald oder der Schweizer Jura. Das natürliche Verbreitungsgebiet konzentriert sich auf Wiesen, Wälder und Felslandschaften in Höhenlagen zwischen 500 und 3.000 Metern.

Kurzer Steckbrief zum Alpenglöckchen

Alpenglöckchen (Soldanella)
Wuchshöhe: 5 – 15 cm
Blütenfarbe: violett
Blütezeit: April – Juni
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: steinig, humus- und nährstoffreich, mäßig feucht

Den passenden Standort finden

Für das Alpenglöckchen sollten Sie einen halbschattigen und etwas kühleren Bereich im Gartenbeet auswählen. Neben dem Steingarten sind auch die Nähe zum Gartenteich oder das Ufer eines Bachlaufes ein optimaler Standplatz. Dort fühlen sich die kleinen Blühpflanzen in der Nachbarschaft folgender Gewächse wohl:

  • Alpenstrandnelke
  • Seesternblume
  • Binsenlilie
  • Bach-Steinbrech
  • Sumpfdotterblume
  • Rosenprimel
  • Porzellansternchen

Wichtig:
Die Höhenlage ist entscheidend für eine erfolgreiche Kultivierung. Garten-Experten sehen in Höhenlagen unterhalb von 500 Metern wenig Potenzial für ein gutes Wachstum des Alpenglöckchens.

Das ideale Substrat auswählen

Im Hinblick auf die Bodenzusammensetzung macht das Alpenglöckchen einige Ansprüche geltend. Der Boden sollte feucht bis nass beschaffen sein. Trotzdem darf keine Staunässe auftreten und Sie müssen für die Durchlässigkeit des Substrates sorgen. Ein steiniger Boden sichert zu, dass Wasser gut abfließen kann. Von Vorteil sind weiterhin ein hoher Anteil an Kalk und Humus. Der pH-Wert des idealen Substrats sollte zudem zwischen alkalisch und neutral angesiedelt sein.

So werden Alpenglöckchen richtig gepflanzt

Alpenglöckchen
Alpenglöckchen werden im späten Frühjahr gepflanzt – © Klaus Eppele / stock.adobe.com

Der beste Pflanzzeitpunkt ist das späte Frühjahr. Es sollten keine Nachtfröste mehr drohen. Dabei ist ein Pflanzabstand von etwa 15 Zentimetern einzuhalten. Gehen Sie am besten wie folgt vor:

  1. Standort auswählen (entsprechend der genannten Bedingungen)
  2. Substrat von Wurzeln und Unkraut befreien
  3. Substrat entsprechend der Bodenansprüche aufwerten (Kies, Sand, Splitt, Kalk)
  4. Pflanzloch ausheben
  5. für eine Drainage sorgen (Kies, Ton)
  6. Pflanze einsetzen
  7. Substrat auffüllen
  8. Pflanze gut andrücken
  9. Pflanze bewässern

So pflegen Sie das Alpenglöckchen richtig

❍ gießen:

Haben Sie den passenden Standort gefunden, sind die Alpenglöckchen robust und pflegeleicht. Damit die Bodenbeschaffenheit den Ansprüchen der Pflanzen entspricht, müssen Sie jedoch die Feuchtigkeit regelmäßig anpassen und die Pflanzen gegebenenfalls bewässern.

Anders sieht es aus, wenn Sie die Pflanzen in einem Gefäß kultivieren. Dann müssen Sie sich auf einen erhöhten Pflegeaufwand einstellen. Da die Erde im Pflanztopf sehr schnell austrocknet, müssen Sie das Alpenglöckchen z.B. regelmäßig bewässern.

Tipp:
Das ideale Substrat für Alpenglöckchen besteht im Kübel aus etwa 60 Prozent Mutterboden, der mit Gesteinssplitt oder Schotter vermischt wird.

❍ düngen:

Alpenglöckchen benötigen nicht viel Dünger, aber eine gelegentliche Düngergabe kann ihnen helfen, besser zu gedeihen. Dabei ist es am besten, wenn Sie einen organischen Dünger wie Kompost oder einen speziellen Dünger für Blühpflanzen verwenden. Gedüngt wird dann einmal im Frühjahr.

❍ Krankheiten behandeln:

Haben Sie einen passenden Standort ausgewählt, zeigen sich die Alpenglöckchen als gesunde und robuste Pflanzen. Ist der Boden zu trocken oder leidet die Pflanze unter Staunässe, beginnen die Blätter zu welken. Bleibt die Blüte aus, ist dies vermutlich auch den Standortbedingungen und einer mangelnden Höhenlage geschuldet.

❍ überwintern:

Haben sich die Pflanzen gut eingewurzelt und den Sommer im Beet verbracht, sind sie bereits im ersten Standjahr uneingeschränkt winterhart und es wird kein zusätzlicher Schutz gebraucht.

Kübelpflanzen sollten bei Frostgefahr ins Haus umziehen. Denn friert das Pflanzgefäß zu, kann das Alpenglöckchen über seine Wurzeln keine Nährstoffe mehr aufnehmen und stirbt dementsprechend ab.

So lässt sich das Alpenglöckchen vermehren

Für die Vermehrung des Alpenglöckchens empfiehlt sich die Aussaat. Diese sollte auch eher unerfahrenen Hobbygärtnern ohne große Probleme gelingen. Verwenden Sie dazu ein Gefäß mit Aussaat- bzw. Anzuchterde und vermischen Sie diese mit etwas groben Sand.

Damit die Vermehrung durch Aussaat gelingt, benötigen die Samen einen Kältereiz. Daher sollten die Samen für etwa drei bis vier Wochen vor der geplanten Aussaat im Kühlschrank gelagert werden.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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