Die Drehfrucht ist nicht nur wegen ihrer Blütenpracht ein Highlight im Garten, sondern auch wegen ihrer einzigartigen Eigenschaften und Pflegeanforderungen.

Wer den Begriff Drehfrucht hört, denkt bestimmt direkt wirklich an eine Frucht. Doch dieses Bild können Sie direkt aus Ihrem Kopf verbannen. Denn bei der Drehfrucht handelt es sich nicht um Obst, sondern um eine Zimmerpflanze, die mit ihren hübschen Blüten für einen Blickfang im Raum sorgt. Dabei gibt es zahlreiche Streptocarpus-Varietäten, jede mit einzigartigen Farben und Mustern. Von tiefem Lila bis zu lebhaftem Pink und Blau – die Vielfalt dieser Blütenpflanze ist erstaunlich.

Aussehen und Wuchs

Die Streptocarpus-Arten sind bekannt für ihre langen, schmalen Blätter und die charakteristischen, trompetenförmigen Blüten, die farbenfroh und oft zweifarbig gestaltet sind. Sie können zudem gekraust oder gefüllt sein. Einige von ihnen verströmen obendrein einen intensiven Geruch, der an Honig erinnert.

Die Drehfrucht, auch Kapprimel genannt, blüht meist von März bis April sowie von September bis Oktober. Einige Arten sogar fast das ganze Jahr über, was sie zu einem dauerhaft attraktiven Blickfang in der Wohnung macht. Dazu gehören unter anderem Vertreter der Streptocarpus-Serie ‚Crystal‘.

Übrigens:
Den Namen Drehfrucht verdankt diese Pflanze ihren Samen, die in einer spiralförmigen Kapsel reifen.

Herkunft

Die Drehfrucht gehört zur Familie der Gesneriengewächse und ist mit den Usambaraveilchen verwandt. Sie hat ihre Wurzeln in den bergigen Regionen Ostafrikas, in Madagaskar und Asien. Dort wächst sie in feuchten, schattigen Gebieten und hat sich an ein Leben unter dem Blätterdach der Wälder angepasst. Insgesamt sind 135 Arten bekannt. Im Handel sind größtenteils Hybrid-Züchtungen erhältlich.

Steckbrief zur Drehfrucht

Drehfrucht (Streptocarpus)
PflanzenfamilieGesneriengewächse (Gesneriaceae)
Blütenfarbeblau, violett, rot, rosa, weiß, mehrfarbig
BlütezeitMärz bis April, September bis Oktober
Wuchstypaufrecht
Wuchshöhe15 bis 30 cm
Standorthell, aber nicht sonnig
Bodensandig, lehmig, humusreich

Der perfekte Standort

Drehfrucht pflanzen, pflegen und vermehren
Die Drehfrucht mag es warm – © Htike / stock.adobe.com

Die Wahl des richtigen Standortes ist entscheidend für das Wachstum Ihrer Drehfrucht. Sie bevorzugt einen hellen Standort mit einer Temperatur von 20 bis 25 Grad. Ein Platz mit Morgen- oder Abendsonne ist ideal. Vermeiden Sie die intensive Mittagssonne, da sie die Blätter verbrennen kann. Ein Platz am hellen Ost- oder Westfenster ist also ideal für die Drehfrucht. Im Sommer können die Pflanzen aber auch einen Platz auf der geschützten Terrasse erhalten.

Das ideale Substrat

Das ideale Substrat für Streptocarpus ist locker, humos und gut durchlässig. Mit einer Mischung aus Blumenerde, Perlite und etwas Sand können Sie ganz leicht eine Drainage im Blumentopf anlegen und auf diese Weise Staunässe verhindern. Wählen Sie zudem ein Pflanzgefäß mit Abflusslöchern aus, um Staunässe zu vermeiden.

Pflege der Drehfrucht

Gießen:

Gießen Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie Staunässe. Gießen Sie deshalb Wasser aus dem Übertopf immer zügig ab. Lassen Sie die Erdoberfläche zudem leicht antrocknen, bevor Sie erneut gießen. Das Gießwasser sollte obendrein kalkfrei sein, denn Kalk mögen die Pflanzen überhaupt nicht. Deshalb ist es ratsam, dass Sie Regenwasser auffangen und als Gießwasser nutzen.

Die Pflanze profitiert zudem von einer erhöhten Luftfeuchtigkeit, wenn die Temperaturen über 25 Grad Celsius steigen. Daher ist es ratsam, einen Luftbefeuchter aufzustellen oder auf einen mit Kieseln und Wasser gefüllten Untersetzer zurückzugreifen. Besprühen Sie hingegen nicht die Blätter, da sonst Flecken entstehen können.

Tipp:
Sollten Sie einmal zu wenig gegossen haben, kann es sein, dass die Blüten direkt welken. In diesem Fall kann ein Tauchbad helfen. Wichtig ist, dass das Wasser anschließend gut ablaufen kann.

Düngen:

Die Drehfrucht benötigt regelmäßige Düngergaben, insbesondere während der Wachstums- und Blütezeit. Düngen Sie die Drehfrucht in dieser Zeit alle zwei Wochen mit einem flüssigen Blühpflanzendünger. Alternativ dazu können Sie auch auf Düngestäbchen zurückgreifen. In der Ruhezeit zwischen Oktober und Februar wird nicht gedüngt.

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Rückschnitt:

Ein Rückschnitt ist nicht zwingend notwendig, kann aber helfen, die Pflanze kompakt und gesund zu halten. Einmal jährlich ist es daher ratsam, zur Schere zu greifen. Entfernen Sie zudem regelmäßig verblühte Blüten und welke Blätter, um die Pflanze gesund und attraktiv zu halten.

Umtopfen:

Ist der Blumentopf gut durchwurzelt, wird es Zeit für einen neuen. Setzen Sie dabei am besten auf einen flachen und breiten Topf, denn die Drehfrucht ist ein Flachwurzler. Umgetopft wird entweder kurz vor der Blütezeit, also Ende März, oder nach dem Ende der Blütezeit. Nehmen Sie dabei einen nicht allzu großen Topf und sorgen Sie für eine gute Drainage.

Überwinterung:

Im Winter sollte die Drehfrucht kühl (nicht weniger als 10 °C), aber frostfrei stehen. Reduzieren Sie die Wassergabe und stellen Sie das Düngen ein. Als Faustregel gilt: Je kühler der Standort, desto weniger Wasser benötigen die Pflanzen. Ab März dürfen Sie sie dann wieder wie gewohnt gießen.

Krankheiten und Schädlinge bekämpfen

Drehfrüchte sind anfällig für Blattläuse und Spinnmilben. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und eine schlechte Luftzirkulation können obendrein Pilzkrankheiten fördern. Verbessern Sie also die Luftzirkulation und reduzieren Sie die Luftfeuchtigkeit, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Blattläuse können Sie hingegen mit Seifenlauge bekämpfen. Vermischen Sie dazu 10 Gramm Schmierseife mit 500 Milliliter Wasser und besprühen Sie die Pflanzen damit. Gegen Spinnmilben an Zimmerpflanzen hilft wiederum ein Gemisch aus Wasser und Rapsöl. Geben Sie auf 1 Liter Wasser etwa 250 Milliliter Rapsöl und sprühen Sie die befallenen Pflanzen zweimal pro Woche damit ein.

Vermehrung der Drehfrucht

Drehfrucht pflanzen, pflegen und vermehren
Die Drehfrucht lässt sich auf verschiedene Arten vermehren – © Jane Tansi / stock.adobe.com

Samenvermehrung:

Die Drehfrucht aus Samen zu ziehen, kann eine lohnende Erfahrung sein. Es erfordert zwar etwas Geduld und Sorgfalt, da die Samen winzig sind und eine kontrollierte Umgebung für die Keimung benötigen, aber die Mühe kann sich durchaus lohnen. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  1. Streuen Sie die Samen auf die Oberfläche von feuchter Anzuchterde.
  2. Die Samen leicht mit Erde bedecken oder einfach nur leicht andrücken.
  3. Die Anzuchtschale mit Plastikfolie abdecken, um die Feuchtigkeit zu erhalten.
  4. Die Schale an einen warmen, hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen.
  5. Sobald die Sämlinge groß genug sind, können sie in einzelne Töpfe umgepflanzt werden.

Blattstecklinge:

Die Vermehrung der Drehfrucht durch Blattstecklinge ist eine einfachere Methode. Aus einem einzelnen Blatt können Sie sogar mehrere Pflanzen ziehen. Gehen Sie bei dieser Vermehrungsvariante so vor:

  1. Schneiden Sie ein gesundes Blatt von der Pflanze ab.
  2. Das Blatt nun in kleinere Stücke schneiden, wobei jedes Stück mindestens eine Ader haben sollte.
  3. Die Blattstücke mit der Schnittkante nach unten circa 1 cm tief in feuchte Anzuchterde stecken.
  4. Den Topf in eine Plastiktüte stellen oder mit Plastikfolie abdecken, um die Feuchtigkeit zu halten.
  5. Die Stecklinge nun an einen warmen, hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen.
  6. Sobald die neuen Pflänzchen wachsen, können sie umgetopft werden.

Teilung:

Die Drehfrucht über Teilung zu vermehren, ist eine Methode, die meist bei älteren Pflanzen angewendet wird. Das gelingt Ihnen wie folgt:

  1. Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und teilen Sie vorsichtig die Wurzeln.
  2. Pflanzen Sie nun jeden Teil in einen eigenen Topf mit frischer Erde.
  3. Nach dem Umtopfen die Pflanze gut wässern.

Bei allen Methoden ist es wichtig, dass Sie die richtige Feuchtigkeit und Temperatur gewährleisten sowie Staunässe vermeiden, um das Wachstum der neuen Pflanzen zu fördern.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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