Die Erdmandel oder auch Tigernuss, liebt einen warmen Standort. In der Sonne gedeihen die Knollen wunderbar und können vielseitig verwendet werden.

Erdmandel
Erdmandeln haben einen süßlichen Geschmack | © joanna wnuk / stock.adobe.com
Die Erdmandel (Cyperus esculentus) wird botanisch zu den Zyperngräsern gezählt. Es handelt sich um eine Jahrtausende alte Kulturpflanze, welche aktuell als Superfood ihre Renaissance erlebt. Die kleine, stärkehaltige Knolle wird auch als Tigernuss bezeichnet. Die Nüsschen werden als gesunde Knabberei angeboten oder kommen in Form von Erdmandelflocken auf den Frühstückstisch. Erdmandeln schmecken süßlich und besitzen ein angenehmes Mandelaroma. Auch als Zierde im Beet kann sich die Erdmandel mit ihren langen, filigranen Halmen und gelben Blüten durchaus sehen lassen.

Herkunft

Die Erdmandel gehört der Familie der Sauergrasgewächse an. Eine Verwandtschaft mit dem in vielen Wohnzimmern kultivierten Zyperngras lässt sich nicht leugnen. Die ursprüngliche Heimat der Tigernuss liegt in Afrika. Bereits im Alten Ägypten wurde die Erdmandel gezielt angebaut und als Gemüse geschätzt.
Im 8. Jahrhundert brachten Seeleute die Knollen nach Europa. Von Spanien ausgehend, fand die Verbreitung in nördlichere Gefilde statt. Der Anbau der Erdmandel in Deutschland ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Heinrich von Gerstenbergk lieferte im Jahr 1849 mit „Der Erdmandel-Bau im Großen“ Landwirten eine Anleitung für die Kultivierung der Pflanze.

Im spanischen Valencia besitzt die Erdmandel eine lange Tradition. Mit „Horchata de Chufa“ wird eine süßlich schmeckende Erdmandelmilch serviert. Die Erdmandel wird auch in unseren Breiten als gesunder Schlankmacher immer beliebter. Der Anbau kann im Gartenbeet, aber auch im Pflanztopf erfolgen.

Besonderheiten

Die Erdmandel ist eine wertvolle Nutzpflanze. Dem gegenüber steht die Eigenschaft, als Neophyt aufzutreten. Im Süden Europas sind die Vorkommen besonders ausgeprägt und die Erdmandel verdrängt dabei die heimischen Pflanzen. In Deutschland hat sich die Pflanze entlang des Rheins überdurchschnittlich ausgebreitet. In den übrigen Regionen dürfte aufgrund des raueren Klimas keine Verwilderung der Tigernuss zu befürchten sein.

Der Name trügt, die Tigernuss ist weder mit Nüssen noch mit Mandeln botanisch verwandt. Nuss-Allergiker können aufatmen. Die kleinen Knollen schmecken süß und nussig und sind damit eine Alternative für Menschen, die keine Nüsse vertragen.

Eine weitere Besonderheit ist, dass die Erdmandel ein Hyperakkumulator ist. Die Erdmandel kann in ihrem Pflanzengewebe Cadmium, Blei und andere Schwermetalle einlagern und damit den Boden entlasten. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass die Tigernuss an einstigen Abraumhalden gezielt angepflanzt wird, um den Boden von Metall Ionen zu befreien.

Erdmandel pflanzen

Erdmandel Pflanze
Die Erdmandel kann im Beet und auch im Topf angepflanzt werden | © teatian / stock.adobe.com

Den passenden Standort finden

Für die Erdmandel sollte ein sonniger und warmer Standort gefunden werden. Die Pflanzen können in der prallen Sonne wachsen. Halbschatten wird toleriert. Es kann jedoch vorkommen, dass die Blüte darunter leidet und sich weniger Nüsschen entwickeln.

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Das ideale Substrat auswählen

Die Pflanzen gedeihen bevorzugt in einem sandigen Lehmboden. Das Substrat sollte durchweg feucht gehalten werden. Wichtig ist, dabei gleichzeitig auf die Lockerheit des Bodens zu achten.

Erdmandel pflanzen – Schritt für Schritt

  1. Standort auswählen
  2. Boden aufbereiten
  3. Knollen quellen lassen
  4. Knollen in die Erde legen
  5. Pflanzabstand beachten (30 cm)
  6. Substrat auffüllen
  7. Knollen wässern

Die Erdmandel ist frostempfindlich und sollte daher erst Mitte Mai, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, in den Boden.

» Tipp: Vor der Pflanzung werden die Knollen in warmes Wasser gelegt. Die Knollen sollten etwa einen Tag lang quellen.

Die gut gewässerten Knollen werden etwa fünf Zentimeter tief in den vorbereiteten Boden gelegt. Ein Pflanzabstand von 30 x 30 Zentimetern ist einzuhalten. Leben Sie in der Nähe des Rheins oder einer anderen klimatisch begünstigten Region, sollte bei der Pflanzung über das Anlegen einer Wurzelsperre nachgedacht werden, damit die unkontrollierte Verbreitung verhindert werden kann. Auch die Kübelpflanzung ist möglich. In einen Blumenkasten können zwei bis drei Pflanzen gesetzt werden.

Erdmandel gießen

Die Pflanzen dürfen nicht austrocknen. Gleichzeitig sind sie vor Staunässe zu schützen. Bei Trockenheit sollte täglich gegossen werden. Besonderes Augenmerk auf die Bewässerung ist in den Monaten August und September zu richten, wenn die Knollenbildung einsetzt.

Erdmandel düngen

Eine regelmäßige Düngung der Tigernuss ist nicht notwendig. Wer bei der Pflanzung das Substrat mit einer Gabe Kompost anreichert (ein Liter Flüssigkompost pro Quadratmeter) versorgt die Pflanze mit einem natürlichen Langzeitdünger.

Erdmandel ernten

Im Herbst vergilben die Halme der Erdmandel. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, die kleinen Knollen zu ernten. Die Wurzelstöcke werden ausgegraben. Anschließend wird die Erde abgeschüttelt. Steine und Erdreste könne mit einem harten Wasserstrahl entfernt werden. Sie können die Knollen auch einige Zeit in einem Gefäß mit Wasser einweichen.

Nach der Säuberung lässt sich die Erdmandel trocknen und kann bis zu drei Jahre eingelagert werden.

Erdmandel verwenden

Erdmandeln verwenden
Erdmandeln können auch gemahlen werden | © Picture Partners / stock.adobe.com

Die Tigernuss kann gekocht, geröstet oder gemahlen verwendet werden. Die kleinen Sattmacher sind eine willkommene Alternative für Veganer oder Menschen, die auf Nüsse und Gluten allergisch reagieren. Der angenehm süße Geschmack macht die Erdmandel auch als Zuckerersatz interessant.

In 100 Gramm Früchten finden sich folgende Inhaltsstoffe:

  • 40 Gramm Kohlenhydrate
  • 24 Gramm Fett
  • 24 Gramm Ballaststoffe
  • 8 Gramm Eiweiß
  • 486 Milligramm Kalium
  • 219 Milligramm Phosphor
  • 94 Milligramm Magnesium

» Tipp: Erdmandeln besitzen einen dreimal höheren Ballaststoffgehalt als Vollkornprodukte.

Mit wenigen Handgriffen lässt sich Erdmandelmilch selbst herstellen:

Was wird gebraucht?

  • 250 Gramm Erdmandeln
  • ein Liter Wasser
  • ein Küchentuch
  • optional Zitronensaft, Zimt, Kurkuma

So wird’s gemacht:

  1. Erdmandeln einen Tag lang in Wasser quellen lassen
  2. trübe Flüssigkeit hin und wieder wechseln
  3. Wasser abgießen
  4. Erdmandeln mit Wasser mixen (Smoothie-Maker)
  5. Flüssigkeit durch ein Küchentuch gießen
  6. Küchentuch gut ausdrücken
  7. Erdmandelmilch in eine Flasche füllen und kühl stellen

Erdmandel vermehren

Vermehrt sich die Erdmandel nicht ganz von selbst, können Sie nachhelfen und sich aus Samen neue Pflänzchen heranziehen. Die Knollen der Tigernuss können im Herbst gesammelt werden. Die Erdmandel bleibt mehrere Jahre lang keimfähig. Wie beim Pflanzen beschrieben, werden die Knollen auch bei der Anzucht über Nacht gewässert. Anschließend wird die Tigernuss in einen kleinen Pflanztopf gelegt und etwa zwei Zentimeter mit Erde bedeckt.

Die Pflanztöpfe sollten bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad aufgestellt werden. Nach der Keimung dürfen die Pflänzchen kühler stehen. Die Pflanzung ins Freiland erfolgt nach den Eisheiligen.

Erdmandel überwintern

Die Erdmandel ist nicht winterhart. Milde Winter überstehen die Knollen im Erdboden und treiben im Frühling erneut aus. In rauen Lagen ist der Neuaustrieb nach dem Winter fraglich. Daher bietet es sich an, den Boden mit einer dicken Schicht Laub zu versehen.

Wer im Herbst einige Knollen erntet und einlagert, kann sich neue Pflanzen heranziehen, falls die Mutterpflanze den rauen Winter nicht überleben sollte.

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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