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Rotkohl anbauen – Tipps von der Aussaat bis zur Ernte

Wer Rotkohl anbauen möchte, benötigt dafür nicht unbedingt einen Garten. Ein Kübel reicht schon aus. Ich erkläre hier, wie der Anbau in Beet und Kübel gelingt.

Rotkohl
Rotkohl gehört neben Wirsing und Weißkohl zu den beliebtesten Kohlsorten – © Friedberg / stock.adobe.com

Durch die Vielfalt an Sorten lässt sich der Rotkohl im heimischen Garten das ganze Jahr über ernten, sofern man ihm die richtige Pflege zukommen lässt. Der leckere Kopfkohl kann jedoch nicht nur auf dem heimischen Beet angepflanzt werden. Ebenso ist er für den Anbau im Kübel geeignet und somit auch auf dem Balkon heranzuziehen.

Warum sich der Anbau von Rotkohl lohnt

Der Rotkohl gehört neben Wirsing und Weißkohl zu den beliebtesten Kohlsorten. Man kann den Rotkohl kochen, fermentieren oder auch in den Salat geben. Rotkohl ist also vielseitig und dazu auch noch gesund. Denn er weist neben einem sehr hohen Vitamin-C-Gehalt auch unterschiedliche Sorten an Vitamin B auf.

Dazu kommen wichtige Mineralstoffe, die der Körper benötigt. Kalium, Kalzium und Magnesium stecken in ihm. Doch auch die enthaltenen Senföle werden immer wieder aufgeführt. Dank dieser wirkt Rotkohl entgiftend. Diese Gründe alleine rechtfertigen sein Dasein im Garten. Zudem ist er auch relativ einfach anzubauen.

Eckdaten zur Aussaat

Rotkohl Anzucht
Es empfiehlt sich immer die Pflanzen im kleinen Topf heranzuziehen – © PhotoSG / stock.adobe.com

Um von der Ernte des Rotkohls möglichst viel zu haben, sollten speziell bei der Aussaat einige Vorgaben eingehalten werden. Die meisten Gärtner ziehen gar nicht erst vor, sondern nutzen Jungpflanzen aus dem Handel. Doch mit etwas Geschick können Sie die Pflanzen auch vom Saatkorn aus ziehen. Hier einmal die Eckdaten:

Saattiefe: 1 cm
Abstand zu anderen Pflanzen: 50 cm
Keimdauer: 5 bis 8 Tage
gute Beetnachbarn: andere Salatpflanzen, Lauch, Kartoffeln, Sellerie, Tomaten, Kräuter, Zwiebeln, Erbsen, Spinat
schlechte Beetnachbarn: andere Kohlsorten

Es empfiehlt sich immer die Pflanzen im kleinen Topf heranzuziehen und erst später nach draußen zu setzen, wenn die Temperaturen stimmen. Andernfalls kann es vorkommen, dass der Kohl schießt und dementsprechend nicht so optimal heranwächst.

Unbedingt einzuhalten ist bei der Aussaat auch immer ein ausreichender Abstand. Dank diesem lassen sich bereits spätere Probleme, beispielsweise ein Schädlingsbefall, vorbeugen. Beim Heranziehen im Kübel ist es sinnvoll, ebenfalls einen ausreichenden Abstand einzuhalten. Pro Topf sollte hier ein Durchmesser von mindestens 20 Zentimetern eingeplant werden. Dementsprechend findet in ihm auch nur ein Kohlkopf Platz.

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Alles zum richtigen Standort und Boden

Der Rotkohl ist ein sogenannter Starkzehrer, der vom Boden einiges abverlangt, in den er gesetzt wird. Am besten bekommt ihm ein feuchter Boden, der viel Humus enthält. Schwere und leicht kalkhaltige Böden sind optimal für ihn. Schon im Herbst vor der Aussaat können Sie den Boden vorbereiten, indem Sie das gewählte Beet mit einem organischen Dünger behandeln oder Kompost untermischen.

Rotkohl gedeiht am besten, wenn er viel Sonne, aber auch Schatten erhält. Dementsprechend wird er am besten dort angepflanzt, wo er regelmäßig von der Sonne angestrahlt wird, jedoch auch den Halbschatten genießen kann.

Wann kommt der Kohl ins Beet?

Rotkohl-Jungpflanzen
Sie können die Sämlinge auch direkt ins Beet setzen – © Ruud Morijn / stock.adobe.com

Der richtige Zeitpunkt für die Einbringung in den Boden hängt davon ab, wann Sie den Rotkohl ernten möchten. Die Faustregel besagt: Ein Rotkohl benötigt bis zur Ernte eine Entwicklungszeit zwischen 14 und 21 Wochen. Hier noch ein paar weitere Details:

❍ Frühkohl:

Wer den Rotkohl bereits früh ernten möchte, der kann ihn ab Februar oder März im beheizten Gewächshaus heranwachsen lassen. Die ideale Temperatur liegt bei 15 Grad Celsius. Nach der Entwicklung müssen Sie die Pflanzen pikieren und in eine nährstoffreiche Gartenerde umsetzen. Die Ernte dieser Kohlköpfe erfolgt dann zwischen Mai und Juni.

❍ Sommerkohl:

Diese Sorten werden im März oder April ausgesät. Für sie kommen bereits unbeheizte Frühbeete in Frage. Sie können die Kohlköpfe jedoch auch unter einer wärmenden Folie heranziehen. Vorgezogene Jungpflanzen kommen dann im Mai ins Beet, wo sie zum erntereifen Kohl heranwachsen. Die Erntezeit liegt hier zwischen Juni und September.

❍ Herbst- und Winterkohl:

Sie entwickeln sich langsamer und werden zwischen März und April in einem Frühbeet herangezogen. Die speziellen Sorten lassen sich auch noch später ins Beet setzen, sodass zwischen Oktober und Dezember geerntet werden kann.

Der Knackpunkt: Die Samen ruhen über den Winter und keimen, sobald die Temperaturen eine Höhe von 10 Grad Celsius erreichen. Ausschlaggebend hierbei ist, dass die Frostperioden möglichst kurz ausfallen. Die hieraus entstehenden Rotkohlköpfe sind dann schon ab Mai erntereif.

Tipp:
Wer möchte, kann das Heranziehen auch umgehen und die Sämlinge direkt ins Beet setzen, sofern dieses eine angemessene Temperatur bietet. Der richtige Zeitpunkt hierfür ist der Spätsommer.

Die richtige Pflege

Junge Rotkohlpflanze
Rotkohl benötigt viel Wasser – © minicel73 / stock.adobe.com

Damit der Rotkohl richtig gedeiht, ist eine korrekte Pflege anzuwenden. Hierbei ist nicht nur die regelmäßige Wässerung wichtig, sondern ebenso die Kontrolle über die Nährstoffe im Boden. Empfehlenswerte Pflegemaßnahmen sind:

  • Boden regelmäßig (speziell in der Anbauphase) mit Jauche behandeln
  • Unkraut möglichst umgehend entfernen
  • Umliegenden Boden immer wieder anhäufeln, mulchen und hacken
  • An trockenen Tagen ausreichend gießen (erhöhter Wasserbedarf von Juli bis August)
  • Welke Außenblätter bereits während des Wuchses entfernen

Schutz vor Schädlingen oder einem Krankheitsbefall

Zur korrekten Pflege zählt auch ein angemessener Schutz vor Schädlingen oder einem Krankheitsbefall. Um bereits bei der Einsaat ins Beet eine gewisse Prophylaxe zu betreiben, bringen Sie am besten etwas Algenkalk in das Pflanzloch ein. Auf diesem Weg lässt sich die sogenannte Kohlhernie vorbeugen.

Daneben ist der Kohl besonders anfällig für Schädlinge. Erdflöhe, Kohlfliegen und Kohlgallenrüssler lassen sich jedoch sehr gut mit einem Schutznetz abhalten. Besonders befallen werden die Jungpflanzen.

Ferner ist es sinnvoll Urgesteinsmehl oder Holzasche auf dem Beet zu verteilen. Dies hält besonders Läuse ab. Hat der Rotkohl Tomaten oder Sellerie als Nachbarn, wehren diese Kohlweißlinge sehr gut ab, da diese den Geruch des Kohls nicht mehr wahrnehmen können.

So wird Rotkohl richtig geerntet

Wenn der Rotkohl erntereif ist, sollte er grundsätzlich mitsamt seiner Wurzel aus dem Beet genommen werden. Es empfiehlt sich jedoch, ihn direkt unterhalb des Kopfes mit einem scharfen Messer abzutrennen und die Wurzel erst dann auszugraben. Mit diesem Schritt vermeiden Sie die Ausbreitung von möglichen Krankheiten im Beet.

Wie Sie den Rotkohl ernten, hängt allerdings auch ein wenig davon ab, wie er anschließend gelagert werden soll. Ein Rotkohl ohne Strunk hält sich beispielsweise etwa zwei Wochen. Wird er stattdessen mitsamt der Wurzel geerntet und über Kopf an einem kühlen Ort aufgehängt, ist eine längere Lagerung des Kohls möglich. Außerdem hilft es, wenn er regelmäßig gedreht und auf faule Stellen überprüft wird.

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