Ein Befall mit Schildläusen ist nervig, bedeutet aber nicht das Ende Ihrer Pflanzen. Mit den hier genannten Tipps werden Sie die Schädlinge schnell wieder los.

Ein Befall mit Schildläusen kann Pflanzenliebhabern schnell Sorgen bereiten. Sei es im Garten, auf dem Balkon oder in der Wohnung. Diese hartnäckigen Pflanzensauger sind schließlich nicht nur schwer zu erkennen, sie lassen sich oft auch nur mit viel Geduld bekämpfen. Hierfür ist es prinzipiell wichtig, den Lebenszyklus der Tiere zu kennen. Diesen, wie das Schadbild aussieht und wie Sie Schildläuse richtig bekämpfen, erkläre ich Ihnen nachfolgend etwas genauer.

Aussehen der Schildläuse

Schildläuse bekämpfen
Weltweit sind mehr als 8.000 Arten bekannt – © Alexey Protasov / stock.adobe.com

Schildläuse gehören zur Familie der Coccoidea, die innerhalb der Ordnung der Schnabelkerfen (Hemiptera) eingeordnet wird. Weltweit sind mehr als 8.000 Arten bekannt, wobei die in Mitteleuropa vorkommenden Arten meist klein und unscheinbar, aber leider auch sehr hartnäckig sind.

Namensgebend für die Schildlaus ist ihr schildartiges Schutzschild, das vor allem die weiblichen Tiere ausbilden. Dieses Schild besteht aus Wachsabsonderungen und dient als Panzer gegen Fressfeinde und Insektizide.

Während die Weibchen in der Regel rundlich, flach und unbeweglich unter ihrem schützenden Schild sitzen, sind die Männchen wesentlich kleiner, zarter und flugfähig – allerdings nur für kurze Zeit. Denn ihre Lebensaufgabe besteht ausschließlich in der Fortpflanzung. Die Weibchen hingegen bleiben ihr gesamtes Leben am selben Platz, saugen Pflanzensäfte und legen unter ihrem Schild Eier ab.

Lebenszyklus der Schildlaus

Der Lebenszyklus von Schildläusen ist einfach: Nach der Eiablage unter dem Schild der Mutter schlüpfen winzige Larven, auch „Crawler“ genannt. Diese suchen sich einen geeigneten Platz auf der Pflanze. Dort stechen sie die Leitbahnen an und beginnen mit dem Saugen der Pflanzensäfte. Die Larven häuten sich dabei mehrmals. Bei weiblichen Schildläusen entwickelt sich in dieser Zeit auch das bekannte Schild, während die männlichen Tiere später Puppenstadien durchlaufen und sich dann zu kleinen geflügelten Insekten entwickeln.

Je nach Art und Umgebungstemperatur kann sich der Zyklus über wenige Wochen bis zu mehreren Monaten hinziehen. Auf diese Weise können pro Jahr mehrere Generationen auftreten.

Arten von Schildläusen

Weltweit gibt es über 8.000 bekannte Arten von Schildläusen. In Europa sind es etwa 300 und in Deutschland rund 80 Arten. Zu den bekanntesten zählen:

Die Bekämpfung und das Schadbild sind bei den meisten Arten ähnlich, jedoch unterscheiden sich die bevorzugten Wirtspflanzen und die Ausprägung des Schadens teilweise deutlich.

Schadbild der Schildlaus

Schildläuse bekämpfen
Der Rußtaupilz bildet eine schwarze, rußähnliche Schicht auf den Blättern – © Robert Leßmann / stock.adobe.com

Ein Befall mit Schildläusen beginnt oft unauffällig. Da die Tiere bewegungslos auf der Pflanze sitzen und gut getarnt sind, wird er deshalb häufig erst spät bemerkt. Achten Sie deshalb immer auf die folgenden Symptome:

klebriger Belag (Honigtau)

Ein erstes Indiz für einen möglichen Befall ist die sogenannte Honigtauausscheidung der Schildläuse. Dabei handelt es sich um zuckerhaltige Ausscheidungen, die als klebriger Film auf den Blättern, Stängeln oder sogar der Fensterbank bzw. dem Boden unter der Pflanze sichtbar werden. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Pflanze „klebt“ oder sich ein glänzender Belag bildet, sollten Sie also unbedingt genauer hinsehen.

Rußtau

Ein weiteres deutliches Anzeichen ist der sogenannte Rußtaupilz, der sich auf dem Honigtau ansiedelt. Dieser Pilz bildet eine schwarze, rußähnliche Schicht auf den Blättern, die die Photosynthese erheblich beeinträchtigt. Zwar ist der Pilz selbst nicht schädlich für die Pflanze, doch er ist ein deutliches Zeichen für eine große Schildlauspopulation.

vergilbte, verfärbte oder fleckige Blätter

Weil Schildläuse die Leitbahnen der Pflanze anzapfen und den Saft entziehen, entstehen vergilbte, verfärbte oder fleckige Blätter. Außerdem wirken betroffene Pflanzen oft kraftlos. Die Folge: sie entwickeln keine neuen Triebe mehr oder bilden kaum noch Blüten aus.

sichtbare Schildchen

Spätestens wenn Sie kleine, rundliche bis ovale Erhebungen auf den Blättern oder Trieben erkennen, wissen Sie, dass hier Schildläuse am Werk sind. Diese Schildchen sind je nach Art zwischen 1 und 5 Millimeter groß und in Farbe und Form unterschiedlich. Manche wirken wie kleine braune Teller, andere wie weiße Pünktchen oder Wachskrusten.

Welche Pflanzen sind besonders gefährdet?

Schildläuse sind nicht wählerisch, doch einige Pflanzen sind besonders gefährdet. Die Schädlinge treten sowohl im Innenbereich als auch im Freiland auf, wobei Zimmerpflanzen aufgrund des ganzjährig warmen Klimas besonders anfällig sind. Besonders oft werden die folgenden Pflanzen befallen:

ZimmerGarten
• Orchideen
• Ficus-Arten (z. B. Gummibaum)
• Palmen und Farne
• Zitruspflanzen
• Obstbäume wie Apfel, Pflaume u. Kirsche
• Rosen
• Lavendel
• Ziersträucher wie Rhododendron u. Hortensien

Tipps zur Bekämpfung

Schildläuse bekämpfen
Sie können mit Neemöl oder einer Schmierseifenlösung spritzen – © Maryana / stock.adobe.com

▪️Manuelle Entfernung

Bei einem leichten Befall reicht es oft schon aus, wenn Sie die Schildläuse mit einem Wattestäbchen entfernen, das Sie vorher in Alkohol getränkt haben. Auch das Abbrausen der Pflanze mit einem Wasserstrahl (z. B. in der Dusche oder im Garten mit dem Schlauch) kann helfen, die Larven zu entfernen.

▪️Schmierseifenlösung

Ein bewährtes Hausmittel gegen Schildläuse ist eine Schmierseifenlösung: Mischen Sie hierfür 15 ml reine Schmierseife mit einem Liter lauwarmem Wasser und geben Sie gegebenenfalls einige Tropfen Spiritus hinzu. Diese Mischung sollten Sie dann regelmäßig auf die befallenen Pflanzenteile sprühen. Auf diese Weise ersticken die Schildläuse und ihr Schutzpanzer löst sich auf.

▪️Neemöl

Auch Neemöl (aus dem Samen des Neembaums gewonnen) hat sich als natürliches Insektizid bewährt. Es wirkt systemisch und stört den Hormonhaushalt der Insekten. Die Folge: die Schildläuse nehmen keine Nahrung mehr auf und sterben ab.

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▪️Nützlinge einsetzen

Vor allem in Gewächshäusern hat sich der Einsatz von Nützlingen wie Marienkäfern, Schlupfwespen oder Florfliegenlarven bewährt. Diese natürlichen Feinde bekämpfen Schildläuse, ohne dabei Ihre Pflanzen zu schädigen.

Tipps zur Vorbeugung

Schildläuse bekämpfen
Nehmen Sie Ihre Pflanzen wortwörtlich regelmäßig unter die Lupe – © Syndy / stock.adobe.com

Wie heißt es so schön: Vorbeugen ist einfacher als heilen. Deshalb sollten Sie Ihre Pflanzen immer im Auge behalten und einige einfache Maßnahmen ergreifen, um Ihre Pflanzen vor einem Befall zu schützen. Zu diesen zählen:

▪️Regelmäßige Pflanzenkontrolle

Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf ungewöhnliche Veränderungen. Schauen Sie sich dabei vor allem die Blattunterseiten und Triebe an. So können Sie einen Befall mit Schädlingen frühzeitig erkennen.

▪️Quarantäne für neue Pflanzen

Stellen Sie neu gekaufte oder frisch aus dem Urlaub mitgebrachte Pflanzen immer zunächst einige Tage separat. So vermeiden Sie, dass mögliche Schädlinge sich auf Ihre anderen Pflanzen ausbreiten.

▪️Den optimalen Standort auswählen

Schildläuse lieben trockene Standorte und geschwächte Pflanzen. Starke, gesunde Pflanzen sind also weniger anfällig für Schädlinge. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie für optimale Bedingungen sorgen. Dazu gehören:

  • eine ausgewogene Bewässerung und Düngung
  • eine hohe Luftfeuchtigkeit (besonders bei Zimmerpflanzen)
  • Vermeidung von Staunässe

▪️Natürliche Abwehrstoffe

Einige Pflanzen wie Lavendel, Knoblauch oder Kapuzinerkresse haben eine abschreckende Wirkung auf Insekten. Setzen Sie diese deshalb am besten gezielt in der Nähe von anfälligen Pflanzen ein.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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