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Spitzahorn – Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Der Spitzahorn ist zwar sehr robust, aber vor einigen Krankheiten ist das Gewächs dennoch nicht gefeit. Besonders die Verticillium-Welke kann dem Spitzahorn erheblich schaden.

Spitzahorn - Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen
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Der Spitzahorn (Acer platanoides) ist ein robustes Gewächs. Die Pflanze ist sehr gut an unser Klima angepasst und findet sogar in den Städten einen Lebensraum. Dennoch bleiben Krankheiten und Schädlinge nicht gänzlich aus. Nicht selten sind Pflegefehler die Ursache für kränkelnde Gewächse. Somit können Hobbygärtner einiges zur Gesunderhaltung des Spitzahorns beitragen.

Besonders anfällig ist der Spitzahorn gegen folgende Krankheiten:

  • Echter Mehltau
  • Verticillium-Welke
  • Teerfleckenkrankheit

Wie Sie Krankheiten und Schädlinge erkennen und was Sie dagegen unternehmen können, ist im Folgenden nachzulesen.

Echter Mehltau – Häufig anzutreffen, aber harmlos

Der Befall mit Echtem Mehltau ist häufig bei in Städten angepflanzten Exemplaren zu beobachten. Dabei handelt es sich mit Uncinula tulasnei um eine beim Spitzahorn vorkommende Art des Echten Mehltaus. Obwohl der Echte Mehltau recht häufig vorkommt, sind keine nachhaltigen Schädigungen des Gewächses zu befürchten.

Erkennen:

Optisch ist ein Befall nicht zu übersehen. Die Blätter sind mit einem weißen, an Mehl erinnernden Belag überzogen.

Bekämpfen:

Entfernen sie alle befallenen Blätter. Diese gehören nicht auf den Kompost und sollten auch nicht auf der Erde liegen gelassen werden. Der Pilz würde den Winter auf den Blättern überleben und im Frühling erneut Schäden am Austrieb verursachen.

» Tipp: Verbrennen Sie befallene Pflanzenteile oder entsorgen Sie diese über den Hausmüll.

Echter Mehltau lässt sich recht zuverlässig mit einem bewährten Hausmittel bekämpfen. Mischen Sie Frischmilch und Wasser in einem Verhältnis von 1:9 und sprühen Sie die Blätter kräftig damit ein. Diese Behandlung sollte jeden zweiten Tag durchgeführt werden, bis sich kein Befall mehr feststellen lässt. Schwieriger wird es mit größeren Bäumen, wo Sie nicht mehr einfach an die Blätter herankommen. Hier sollte dann auf Mittel zurückgegriffen werden, die sich über das Gießwasser verabreichen lassen.

Verticillium-Welke – Der aggressive Pilz

Die Verticillium-Welke ist weit verbreitet und befällt hunderte Pflanzenarten. Betroffen sind mehr als 70 Gehölze. Neben dem Ahorn sind auch Ulmen oder Linden vermehrt gefährdet. Das Schadbild, das die Verticillium-Welke an Erdbeeren oder Hopfen hinterlässt, ist besonders einschneidend und mit beträchtlichen wirtschaftlichen Schädigungen verbunden. Dabei ist der bodenbürtige Pilz in den letzten 20 Jahren deutlich auf dem Vormarsch.

Erkennen:

Der Pilz lässt Blätter und Blüten welken. Speziell am Ahorn entstehen Risse im Stamm. Es treten braune bis grünliche Verfärbungen auf. Die Stammnekrosen treten besonders im unteren Bereich des Stammes auf. Auf den ersten Blick, könnte der Hobbygärtner meinen, seinem Spitzahorn fehlt Wasser. Es kann passieren, dass die Blätter mitten im Sommer zu welken beginnen und abfallen. Dies ist dann meist nicht die Folge eines Gießfehlers, sondern lässt sich damit erklären, dass der Pilz die Wasserleitbahnen des Gewächses blockiert.

» Tipp: Bei der Verticillium-Welke sind zunächst die älteren Blätter betroffen. Jüngere Blätter wachsen zunächst wie gewohnt weiter. Im späteren Verlauf fallen auch die jüngeren Pflanzenteile ab und die die komplette Pflanze stirbt ab.

Häufig tritt die Pilzkrankheit in heißen Sommern und während längerer Trockenperioden auf.

Bekämpfen:

Die Verticillium-Welke ist recht aggressiv, zumal gegen den Erreger bislang keine geeigneten Mittel gefunden wurden. Alle vom Pilz befallenen Pflanzenteile sind umgehend zu entfernen. Schneiden Sie dabei bis in das gesunde Gewebe zurück.

» Achtung: Der Spitzahorn verträgt das Beschneiden nicht sonderlich gut. Es tritt sehr viel Pflanzensaft aus und der Baum droht auszubluten, wenn die Wunden nicht mit einem speziellen Mittel verschlossen werden.

Häufig kommen diese Maßnahmen allerdings zu spät und die Pflanze ist nicht mehr zu retten. Damit sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann, entfernen Sie das Gewächs komplett mit seiner Wurzel und nehmen einen Bodenaustausch vor, bevor Sie die Stelle neu bepflanzen.

Verticillium-Welke vorbeugen

Bereits bei der Pflanzung können Sie einiges für die Gesundheit des Spitzahorns tun. Schaffen Sie optimale Standortbedingungen und stellen eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen sicher. Für den Spitzahorn ist ein sonniger bis halbschattiger Standort am besten geeignet. Jungpflanzen benötigen eine ausreichende Bewässerung. Die Pflanzen sollten nicht austrocknen, dürfen aber auch nicht zu nass stehen. Dadurch entsteht schnell Staunässe, die die Wurzeln schädigt. Kränkelnde Pflanzen sind weit anfälliger für die Verticillium-Welke.

Anfälligkeit durch die richtige Pflanzenpflege vermeiden

❶ Achten Sie auf einen durchlässigen Boden, welcher das Gießwasser gut abfließen lässt und die Pflanze vor Staunässe bewahrt.
❷ Gehen Sie beim Pflanzen vorsichtig zu Werke und verletzen Sie die empfindlichen Wurzeln nicht.
❸ Mischen Sie dem Substrat Kompost und Hornmehl (z.B. hier erhältlich) unter. Dies sorgt für eine natürliche Düngung und hält die Pflanze gesund.

Arbeiten Sie beim Beschneiden mit scharfem und sauberen Gartenwerkzeug und verschließen die Schnittwunden der Pflanze mit Lehm oder Wundverschlussmittel.

Teerfleckenkrankheit – Gefahr für die Blätter

Auch die Teerfleckenkrankheit ist beim Ahorn recht häufig anzutreffen. Der Befall ist gut an den schwarzen Blattflecken zu erkennen. Die Pilzgeflechte erscheinen von Jahr zu Jahr deutlicher und entwickeln sich von kleinen, gelb umrandenden schwarzen Flecken zu auffälligen schwarzen Wölbungen auf den Blättern. Die Flecken sind etwa einen Zentimeter groß und der gelbliche Rand zeichnet sich deutlich ab. Anfänglich erscheinen die Blattflecken noch gelbgrünlich. Befallen ist das komplette Blatt.

Die Teerfleckenkrankheit wird auch als Ahornrunzelschorf bezeichnet. Aus den Pilzgeflechten, die auch als Stroma bezeichnet werden, bildet sich im Frühling des Folgejahres der Fruchtkörper. Die schwarzen Blattflecken wölben sich auf und bekommen eine eher unregelmäßige Struktur. Im Frühling kommt es zum Ausschleudern der Sporen, welche dann junge Blätter infizieren.

Bekämpfen:

In der Regel sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Das Laub ist im Herbst sorgfältig zu entfernen und zu entsorgen. Tritt der Befall massiv auf, kann eine Bekämpfung mit entsprechenden Mitteln im Frühling Sinn machen.

» Tipp: Die Teerfleckenkrankheit kommt bei in Städten angepflanzten Bäumen weit seltener vor als bei Waldbäumen, wo keine regelmäßige Laubentsorgung stattfindet.

Im Überblick:

KrankheitenMerkmaleBekämpfung
Echter Mehltau Es zeichnet sich ein weißlicher, an Mehl erinnernder Belag auf den Blätter ab.
  • Spritzungen mit einem Wasser-Milch-Gemisch können helfen.
  • Bei größeren Bäumen geeignete Mittel über das Gießwasser verabreichen
  • Befallene Blätter entfernen und entsorgen.
Verticillium-Welke
  • Die Blätter welken und fallen ab.
  • Zunächst sind die älteren Blätter betroffen.
  • Plötzlicher Blattfall tritt inmitten der Wachstumsperiode ein.
  • Das Schadbild ähnelt einer Pflanze, die zu wenig gegossen wurde.
  • Bislang existiert kein geeignetes Mittel.
  • Durch optimale Standortwahl und Nährstoffversorgung kann der Krankheit vorgebeugt werden.
Teerfleckenkrankheit Auf den Blättern werden schwarze Flecken mit gelben Rändern sichtbar. Diese wachsen sich zu geschwürartigen Nekrosen aus. Das Laub ist im Herbst komplett zu entfernen und zu entsorgen, damit sich der Pilz nicht weiter verbreiten kann.

Wird der Spitzahorn von Schädlingen befallen?

Die Blattlaus ist quasi Dauergast auf den Gewächsen. Ein nachhaltiger Schaden ist durch die Schädlinge jedoch nicht zu befürchten. Der Hobbygärtner muss hier nicht einschreiten. Die Arbeit wird von den Fressfeinden der Blattlaus recht zuverlässig erledigt.

Wer in ländlichen Regionen lebt, der sollte die Stämme des Spitzahorns vor Wildverbiss schützen. Besonders Kaninchen bevorzugen die Stämme des Ahorns.


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