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Syrisches Brandkraut – Tipps zu Standort und Pflege

Syrisches Brandkraut (Phlomis russeliana) versetzt so manchen Betrachter in Staunen. Die Blütenstände dieser Staude verteilen sich nämlich etagenartig in mehreren Scheinquirlen entlang der Blütentriebe. Dabei ist jede der gelben Lippenblüten glockenförmig gebogen, was die Blütenstände wie schmuckvolle Blütenkränze wirken lässt.

Syrisches Brandkraut
© LianeM / stock.adobe.com
Das auch als Russel-Brandkraut oder Goldquirl bekannte Syrische Brandkraut ist unter den Zierstauden für den heimischen Garten noch relativ unbekannt. Allerdings sieht man neuerdings in zahlreichen botanischen Gärten Passanten rätselnd vor der schönen Zierpflanze stehen. Ihr einzigartiges Aussehen prägt sich dem Betrachter relativ schnell ein. Nach dem Namen sucht man dagegen häufig vergebens, denn Beetschilder werden von der blühfreudigen Pflanze rasch überwuchert.

Die bis zu 100 cm hohe Phlomis russeliana ist nämlich für ihren horstbildenden Wuchs bekannt, der recht blickdicht über dem Beet empor wächst. Dabei sind nicht nur die gelb leuchtenden Scheinquirle, sondern auch die gefiederten Blattspreiten ein echter Hingucker. Während die gegenständig angeordneten Laubblätter an der Basis einen herzförmigen Blattteppich bilden, legen Sie sich unterhalb der Blütenstände eher eiförmig um den Blütentrieb. Dabei sind die Blätter leicht filzig behaart und verleihen dem Syrischen Brandkraut so einen leicht silbrig-grünen Schimmer.

Syrisches Brandkraut im Garten

Wie der Name es bereits vermuten lässt, stammt Syrisches Brandkraut maßgeblich von der Arabischen Halbinsel. Hier gedeiht es neben Syrien auch im Iran und der Türkei recht üppig. Gen Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Zentralasien, wo das Syrische Brandkraut ähnlich wie im Norden Anatoliens, lichte Nadel- und Laubwälder und bewaldete Gebirgsregionen bevorzugt. Auch Haselnuss-Gebüsche in Höhen bis 1700 m werden von Phlomis russeliana gerne bevölkert.

Syrisches Brandkraut (Phlomis russeliana)
Wuchs: teppichartig, bildet Ausläufer, hohe Blütenstände
Wuchshöhe: 80 – 1000 cm
Wuchsbreite: 40 – 60 cm
Blütezeit: Juni – Juli
Standort: Sonne
Boden: trocken bis frisch, lehmig sandig, humos, durchlässig
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Im heimischen Garten eignet sich Syrisches Brandkraut dementsprechend für den Gehölzrand von Natur- und Waldgärten. Hohe Bäume und Sträucher geben hier einen guten Schutz vor Winterkälte, wobei Phlomis russeliana trotz seiner Herkunft aus wärmeren Klimazonen sehr gut winterhart ist. Die Kälteresistenz der Pflanze entspricht der USDA-Zone 4, die eine Winterhärte bis 34,4 °C bescheinigt. Man kann Syrisches Brandkraut also ohne Probleme mehrjährig im Garten kultivieren.

Wegen seiner einzigartigen Blütenpracht ist Syrisches Brandkraut auch für Blumengärten bzw. Blumenbeete eine Empfehlung. Eine ideale Ergänzung ist Phlomis russeliana außerdem für Staudengärten, wo es ausgezeichnet mit violett blühenden Prachtstauden, hohen Blumen und Kräuterstauden wie

✅ Aster
Blauraute
Fingerhut
✅ Gamander
✅ Königskerze
Lavendel
✅ Steppen-Salbei
✅ Storchschnabel
harmoniert. Auch Ziergräser und andere Arten des Brandkrauts, wie etwa das violett blühende Knollen-Brandkraut (Phlomis tuberosa) oder das rosa-weiße Samos-Brandkraut (Phlomis samia) sind interessante Kombinationsmöglichkeiten.

Wenn man das Russel-Brandkraut nicht gerade in Blumenbeeten oder Rabatten pflanzt, kann man es auch wunderbar auf Böschungen ansiedeln. Als hoch wachsender Bodendecker kaschiert es hier wunderbar kahle Abhänge. Und selbst im Steingarten lässt sich das wärmeverwöhnte Gewächs wunderbar ansiedeln.

Syrisches Brandkraut – Standort und Pflanzung

Syrisches Brandkraut Standort
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Syrisches Brandkraut bevorzugt sonnige Standorte, kommt aber auch im Halbschatten gut zurecht. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Boden gut durchlässig und verhältnismäßig trocken ist. Wählen Sie daher am besten ein sandig-lehmiges Substrat, das einen guten Wasserablauf garantiert. Eine angemessener Humus- und Nährstoffgehalt des Bodens ist ebenfalls empfohlen. Der pH-Wert des Bodens sollte neutral sein und somit zwischen 6,5 und 7,5 liegen. Kalkhaltige Substrate werden von der Pflanze toleriert.

➜ Pflanzanleitung in 3 Schritten

  1. Schritt – Pflanzzeitpunkt
    Nehmen Sie die Pflanzung von Russel-Brandkraut am besten im Spätfrühling oder Frühsommer nach den Eisheiligen vor. Hier drohen der wärmeliebenden Blütenstaude keine Spätfröste mehr, weshalb sie sich schneller am Standort etablieren kann. Die ideale Pflanzzeit ist also Mitte bis Ende Mai oder ein Datum in den darauffolgenden Sommermonaten.
  2. Schritt – Boden vorbereiten
    Zu schwere Böden sollten vor der Pflanzung unbedingt mit Sand aufgelockert werden. Auch empfiehlt sich eine Kiesdrainage im Wurzelbereich, um Staunässe zu vermeiden. Als Grunddüngung können Sie eine Handvoll reifen Kompost ins Substrat einbringen.
  3. Schritt – Pflanzabstand und Wurzelsperre
    Der richtige Pflanzabstand für Phlomis russeliana beträgt ca. 50 cm. Pro Quadratmeter sollten so nicht mehr als 4 bis 6 Stauden stehen. Weil Syrisches Brandkraut außerdem zum Wuchern neigt, ist die Einbringung von Wurzelsperren ins Pflanzloch sinnvoll. Alternativ dämmen konkurrenzstarke Begleitpflanzen wie Astern, Storchschnabel oder Ziergräser die Ausbreitung der Pflanze im Beet ein.

Syrisches Brandkraut gießen und düngen

In seiner Pflege ist Syrisches Brandkraut sehr genügsam. Solange ausreichend natürlicher Niederschlag vorhanden ist, muss kaum bewässert werden. In anhaltenden Trockenphasen ist eine manuelle Bewässerung allerdings ratsam, auch wenn Phlomis russeliana ansonsten eher gerne trocken steht. Denn die Blätter der Pflanze neigen dazu, bei Trockenheit schnell unansehnlich zu werden. Vor allem in heißen Sommern sind daher regelmäßige Gießgänge angezeigt. Wässern Sie hier bitte nur von unten und vergleichsweise sparsam, um Staunässe vorzubeugen.

Zur Düngung genügt es, im Frühling einmalig etwas Kompost auszugeben. Nehmen Sie die Düngung am besten im Frühling kurz nach dem Rückschnitt vor, um einen üppigen Neuaustrieb zu garantieren.

» Wichtig: Trotz ausreichender Pflege kann es bis zu zwei Jahre dauern, ehe Phlomis russeliana am neuen Standort erstmals austreibt. Die exotische Pflanze benötigt mitunter recht lange, bis sie sich vollständig am Standort eingewöhnt hat. Danach ist sie aber äußerst langlebig und blühfreudig.

Syrisches Brandkraut schneiden und vermehren

Syrisches Brandkraut eignet sich wunderbar als Schnittblume. Während der Blütezeit von Juni bis Juli können Sie deshalb problemlos schöne Exemplare zu dekorativen Zwecken entnehmen. Ein kompletter Rückschnitt erfolgt dann im Frühjahr, wobei die vertrockneten Pflanzenteile bodennah eingekürzt werden.

➜ Vermehrung durch Ausläufer

Phlomis russeliana breitet sich recht zuverlässig am Standort aus. Das erfolgt in der Regel über Wurzelausläufer, die sich auch zur Vermehrung der Pflanze nutzen lassen. Trennen Sie die Ausläufer einfach von der Mutterpflanze ab und pflanzen Sie diese danach neu ein. Diese Art der Vermehrung kann gleichzeitig auch einer zu starken Ausbreitung des Syrischen Brandkrauts im Beet vorbeugen.

➜ Vermehrung durch Wurzelteilung

Eine vollständige Teilung der Mutterpflanze ist bei Syrischem Brandkraut ebenfalls möglich. Spätestens nach 10 oder 15 Jahren sollte die Wurzelteilung sogar dringend erfolgen, um die Pflanze zu verjüngen. Graben Sie die Staude hierzu einfach im Frühling aus und teilen Sie den Wurzelballen mit einem Spaten in zwei gleich große Teile. Achten Sie bitte darauf, die Wurzeln während der Teilung nicht zu zerquetschen.

➜ Vermehrung durch Aussaat

Alternativ zur Vermehrung durch Wurzelteilung oder Ausläufer können Sie im Herbst auch die Samen des Syrischen Brandkrauts für eine kontrollierte Aussaat absammeln. Die Klausenfrüchte lassen sich ohne Vorzucht direkt an Ort und Stelle aussäen.

» Achtung: Syrisches Brandkraut ist äußerst Standorttreu und sollte nur wenn nötig umgesetzt oder teilverpflanzt werden. Wie schon bei der ursprünglichen Pflanze treiben auch die Teilstücke etwas verspätet – nach zwei bis drei Jahren – neue Blüten. Zur Vermehrung ohne Verjüngungsaspekt ist daher die Vermehrung über Ausläufer oder Aussaat vorzuziehen.

Syrisches Brandkraut richtig überwintern

Syrisches Brandkraut überwintern
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Wie bereits erwähnt, ist Phlomis russeliana eigentlich sehr gut winterhart. Allerdings mag die Pflanze kein eisiges Schmelzwasser, weshalb man welke Pflanzenteile für gewöhnlich über den Winter an der Pflanze belässt. Auf diese Weise bietet die Blütenstaude selbst einen leichten Winterschutz. Sofern im Winter starker Niederschlag zu erwarten ist, kann ergänzend ein Winterschutz aus Reisig sinnvoll sein.

Krankheiten und Schädlinge

Schädlinge wie Schnecken machen sich an Phlomis russeliana eher selten breit oder meiden die Staude gleich ganz. Allerdings kann dauerhafte Feuchtigkeit am Standort für Pflanzenkrankheiten sorgen. Einerseits droht bei anhaltender Staunässe die gefürchtete Wurzelfäule. Sie wird von Gärtnern häufig erst dann bemerkt, wenn es schon zu spät ist. Denn sobald sich die Blätter der Pflanze einmal braun verfärbt haben, sind die Wurzeln meist nicht mehr zu retten.

Ein weiteres Schadbild, das beim Syrischen Brandkraut auf zu hohe Feuchtigkeit am Standort zurückzuführen ist, ist Falscher Mehltau. Er lässt sich an grau-weißem Pilzbelag an der Unterseite der Pflanzenblätter erkennen. Die Blätter müssen in Folge umgehend entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung der Pilzsporen im Beet zu verhindern. Danach kann eine Behandlung mit Ackerschachtelhalmbrühe helfen, die Pflanze wieder gesund zu pflegen. Der Standort ist ab da trocken zu halten, damit der Falsche Mehltau nicht wieder aufkeimt.

Foto1: Syrisches Brandkraut im Staudenbeet, Foto2: Russel-Brandkraut fühlt sich auch unter Bäumen wohl, Foto3: Russel-Brandkraut sieht auch im Winter noch schön aus

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