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Tomaten Krankheiten erkennen und bekämpfen

Tomaten sind lecker und zudem gesund. Leider sind sie auch anfällig für Erkrankungen. Wir haben für Sie eine Übersicht mit den 10 häufigsten Tomatenkrankheiten.

Tomaten Krankheiten erkennen bekämpfen
Es gibt verschiedene Krankheiten bei Tomaten

Tomaten gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten in deutschen Gärten. Leider gibt es auch jede Menge Krankheiten, die den Pflanzen zusetzen und den Ernteertrag stark verringern können.

Damit Sie Ihre wertvolle Ernte nicht in den Müll werfen müssen, ist es wichtig, dass Sie Ihre Pflanzen regelmäßig kontrollieren. Je früher Sie Veränderungen feststellen, desto früher können Sie eingreifen und die Schädlinge bekämpfen.

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten und am häufigsten auftretenden Tomatenkrankheiten und wie Sie sie erkennen und bekämpfen können.

Die 10 häufigsten Tomatenkrankheiten

1. Die Fruchtfäule und Stängelfäule

Frucht- und Stängelfäule
© kameramann / stock.adobe.com
Diese Fäule wird durch einen Pilz verursacht, der vor allem an verletzten Stellen an der Rinde in die Früchte eindringen kann. Gerade wenn die Witterung im Sommer feucht ist, können sich die Sporen des Pilzes ungehindert verbreiten, der Wind sorgt für eine Übertragung auf andere Pflanzen.

Erkennen
Sie erkennen einen Befall an schwarzen Stellen auf der Rinde der Tomaten, bei größeren Pflanzen kann der Bereich rund um den Stängel auch einsinken. Nach und nach wird die Pflanze welk und die Blätter verfärben sich gelb.

Bekämpfen
Sie sollten dieser Erkrankung lieber vorbeugen, indem Sie regelmäßig einen Fruchtwechsel vornehmen und aus den befallenen Tomaten keine Samen für den weiteren Anbau verwenden. Die Pflanzen sollten Sie mit ausreichendem Abstand zueinander im Beet platzieren, damit eine ausreichende Durchlüftung gewährleistet ist. Die befallenen Pflanzenteile sind umgehend zu entfernen und über den Restmüll zu entsorgen – auf keinen Fall auf den Kompost. Wichtig ist auch, dass Sie die Rankhilfen gründlich reinigen und die Schnüre, mit denen die Pflanzen befestigt waren, vernichtet.

2. Die Krautfäule oder Braunfäule

Kraut- und Braunfäule
© Alinsa / stock.adobe.com
Ebenfalls durch einen Pilz verursacht wird die Kraut- und Braunfäule. Auch in diesem Fall wird eine Ausbreitung durch warme, feuchte Witterung begünstigt, ebenso ist es bei Taubildung. Vor allem im August und September sollten Sie die Pflanzen regelmäßig auf möglichen Befall kontrollieren. Hat ein Befall erst einmal stattgefunden, gibt es meistens keine Möglichkeit, die Pflanze noch zu retten.

Erkennen
Die Krankheit zeigt sich durch gräulich-grüne Flecken auf den Blättern, die Verfärbungen können bis zu schwarz reichen. Schauen Sie auf die Unterseite der Blätter, so sehen Sie einen gräulichen oder weißen Belag. Die Blätter rollen sich häufig auch ein.

Der Befall schreitet in der Regel sehr schnell voran, es kommt zum Absterben der Blätter. Doch auch die Früchte und Stängel können befallen sein. Auf den Tomaten zeigen sich bräunliche Flecken, die Stellen sind auch verhärtet und leicht eingesunken. Die Früchte schrumpfen dann und verfaulen. Selbst bereits geerntete Tomaten können noch bis zu fünf Tage später faulen. In den Früchten bilden sich Giftstoffe, deshalb sind die Tomaten ungenießbar.

Bekämpfen
Beim Anbau ist es wichtig, größere Abstände zwischen den Tomatenpflanzen zu lassen. Nur so findet eine gute Belüftung statt und nach Regengüssen können die Pflanzen schneller abtrocknen. Bewässern sollten Sie immer nur den Wurzelbereich.

Optimal wäre es, wenn Sie eine kleine Überdachung über dem Beet anbringen oder sich gleich für ein Tomatenhaus entscheiden. Hilfreich ist auch das Aufbringen einer Mulchschicht, so dass von unten auch keine Feuchtigkeit an die Pflanzen gelangt. Sie können auch eine Brühe aus Magermilch herstellen und die Tomaten einmal in der Woche damit spritzen. Dazu geben Sie eine Packung Magermilch in zwei Liter Wasser. Alternativ kann auch einen Sud aus Zwiebelschalen Abhilfe schaffen.

3. Die Dürrfleckenkrankheit

Dürrfleckenkrankheit
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Die Dürrfleckenkrankheit wird auch von Pilzen ausgelöst, die durch den Wind verbreitet werden. Die Erreger halten sich auch im Boden und an den Rankhilfen für die Tomaten. Häufig geht die Erkrankung von Kartoffeln aus, deshalb sollten Kartoffeln niemals neben Tomaten gepflanzt werden.

Erkennen
Sie erkennen den Befall an runden, graubraunen Flecken auf den Blättern. Der Befall schreitet von unten nach oben voran. Ist der Befall sehr stark, sterben die Blätter im weiteren Verlauf ab. Später sehen Sie auch an den Stängeln Flecken, diese haben jedoch eher eine längliche Form. Die Tomaten werden weich und fangen vom Kelchbereich her an zu faulen.

Bekämpfen
Wichtig ist, dass Sie die Holzstäbe, an denen die Tomaten angebunden werden, immer am Ende der Gartensaison penibel reinigen. Da Feuchtigkeit auch das Risiko für einen Befall mit der Dürrfleckenkrankheit erhöht, sollten Sie die gleichen Vorbeugemaßnahmen wie bei den anderen Pilzerkrankungen treffen.

4. Der Echte Mehltau

echter Mehltau
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Der Echte Mehltau, eine weitere Pilzerkrankung, tritt im Garten bei vielen Pflanzen auf. Auch die Tomaten bleiben nicht vor ihm verschont. Es muss nicht einmal sehr feucht und warm sein, damit die Sporen sich ungehindert ausbreiten können.

Erkennen
Der Befall zeigt sich durch einen weißen Pilzbelag auf den Blättern und deren Stielen. Es wirkt, als wären sie mit Mehl bestäubt, daher auch der Name der Erkrankung.

Im weiteren Verlauf dehnen sich die weißen Flecken aus und überziehen teilweise das komplette Blatt. Später verfärben sich die Blätter zunehmend braun und vertrocknen dann. Die Tomaten selbst weisen keinerlei Symptome auf. Man muss sagen, dass der Echte Mehltau bei Tomaten eher selten vorkommt. Falls es zu einer Erkrankung kommt, dann häufig im Spätsommer, so dass eine Bekämpfung dann auch nicht mehr nötig ist. Im Handel bekommt man Tomatensorten, die relativ resistent gegenüber dem Echten Mehltau sind. Dazu zählen zum Beispiel die Sorten Philovita oder Phantasia F1.

Bekämpfen
Um die Ausbreitung der Pilzerkrankung zu verhindern, werden die befallenen Pflanzenteile entfernt.

5. Der Grauschimmel

Grauschimmel
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Ist im Sommer die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, kann es zu einem Befall mit Grauschimmel kommen. Die Sporen werden dann durch Zugluft übertragen, sie können aber auch im Boden überdauern.

Erkennen
An den Blättern und Stängeln der Tomatenpflanzen zeigen sich graugrüne Flecken, die unterschiedlich groß sind. Später sehen Sie auch einen grauen Pilzbelag auf den Blättern. Sollte der Stängel der Pflanze stark befallen sein, kann die ganze Pflanze absterben.

Bekämpfen
Wie zur Vorbeugung aller Pilzerkrankungen, sind die Tomatenpflanzen im Sommer möglichst trocken zu halten. Ein ausreichender Pflanzabstand ist wichtig für eine optimale Durchlüftung und ein schnelleres Abtrocknen nach Regen. Die befallenen Pflanzenteile werden entfernt und über den Restmüll entsorgt, niemals auf den Komposthaufen geben. Hat man die Tomaten im Gewächshaus und es kommt ständig zu einem Befall mit Grauschimmel, sollten Sie eine gründliche Reinigung des gesamten Gewächshauses vornehmen.

6. Die Umfallkrankheit

Für den Befall mit der so genannten Umfallkrankheit sind gleich mehrere Pilze verantwortlich. Ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch und der Boden sauer, dann hat der Pilz leichtes Spiel. Weitere begünstigende Faktoren sind Staunässe und eine starke Verdichtung des Bodens.

Erkennen
Über der Erdoberfläche können Sie dunkle Verengungen an den Keimlingen erkennen. Dadurch, dass sie keinen ausreichenden Halt haben, fallen sie irgendwann um, daher auch der Name der Krankheit.

Bekämpfen
Zur Vorbeugung sollte die Anzuchterde mit Steinmehl und Sand gemischt werden. Sie sollten rechtzeitig ans Pikieren denken und die Pflanzen vor dem Versetzen noch mit Schachtelhalmbrühe gießen. In den Beeten darf die Erde nie zu nass sein, denn Staunässe wäre extrem ungünstig. Zum Gießen verwenden Sie am besten abgestandenes Regenwasser, das auch nicht zu kalt sein sollte.

7. Die Blütenendfäule

Blütenendfäule bei Tomaten
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Erleiden Tomatenpflanzen einen Mangel an Kalzium, kann es zur Blütenendfäule kommen.

Erkennen
An den älteren Blättern sind Flecken zu erkennen, während sich die jüngeren verformen und viel kleiner bleiben, außerdem nehmen sie eine dunkelgrüne Farbe an. Sie erkennen die Erkrankung jedoch eher an den Tomaten selbst, denn diese weisen an den Blütenansatzstielen wässrige Flecken auf. Diese werden mit der Zeit größer und verfärben sich braun oder. Oftmals sind diese Stellen auch verhärtet und sinken etwas ein.

Bekämpfen
Um die Erkrankung zu verhindern, sollte auf eine gleichmäßige Versorgung der Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen geachtet werden. Sollte es schon zu einem Befall gekommen sein, können Sie kohlensauren Kalk verabreichen.

8. Die Korkwurzelkrankheit

Erkennen
Leider ist diese Pilzerkrankung erst spät zu erkennen, da sie zuerst an den Wurzeln auftritt. Erst später sehen Sie bei hohen Temperaturen welke Blätter, die auch deutlich kleiner bleiben. Die Pflanze wächst nur sehr langsam, so dass die Erträge natürlich auch entsprechend geringer bleiben. Erst nach der Erntezeit, wenn Sie die Pflanzen entfernen, erkennen Sie abgestorbene Wurzeln, die korkig und verbräunt sind. Der Pilz hält sich durchaus mehrere Jahre im Erdreich und kann so immer wieder zu neuen Infektionen führen.

Bekämpfen
Schon beim Kauf sollten Sie auf besonders robuste Tomatenpflanzen achten, außerdem sollte eine regelmäßige Fruchtfolge stattfinden. Nach dem Ende der Erntezeit wird das Beet möglichst tief umgegraben und dabei alle Pflanzenteile sorgfältig entfernt und über den Restmüll entsorgt.

9. Die Samtfleckenkrankheit

Samtfleckenkrankheit
© Oksana Volina / stock.adobe.com
Erkennen
Diese Pilzinfektion betrifft ausschließlich Tomaten in Gewächshäusern. Ist es dort sehr warm und feucht, findet der Pilz ideale Bedingungen, um sich auszubreiten. Auf den Blättern sind dann gelbe Flecken zu erkennen, auf der Unterseite der Blätter erscheinen grünbraune Flecken, die wie mit Samt überzogen scheinen. Der Befall mit diesem Pilz zeigt sich nur an den Blättern, diese vertrocknen zusehends.

Bekämpfen
Um der Erkrankung vorzubeugen gehen Sie wie bei der Braunfäule vor. Ist es bereits zu einem Ausbruch gekommen, gießen Sie die Tomatenpflanzen nur noch morgens an sonnigen Tagen. Außerdem ist für eine bessere Belüftung im Gewächshaus zu sorgen. Beim Gießen ist darauf zu achten, dass Sie nur im Bereich der Wurzeln wässern, die Blätter müssen trocken bleiben. Damit die Luft besser zirkulieren kann, können Sie die unteren Triebe entfernen. Ist der Befall sehr stark, sollten Sie zu einem Fungizid greifen.

10. Der Tabakmosaik Virus

Erkennen
Bei dieser Pilzerkrankung zeigen sich mosaikartige Muster auf den Blättern, außerdem wirft die Pflanze ihre Blüten ab. Es kommt zu bronzefarbenen Verfärbungen an der Pflanze, die Tomaten weisen braune Flecken am Stielende auf. Die Flecken sind bei den jungen Früchten bronzefarben, im Inneren der Tomaten zeigen sich verkorkte, braune Stellen.

Bekämpfen
Ist es zu einem Befall gekommen, können Sie die Pflanze nicht mehr retten. Um eine Ausbreitung zu verhindern, ist diese gleich zu entfernen. Im kommenden Jahr sollten die Tomaten nicht im gleichen Beet gepflanzt werden. Vorbeugend können Sie sie dann mit einem Sud aus Magermilch oder Zwiebelschalen spritzen.

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