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Wirsing: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Wirsing ist ein recht pflegeleichter Kohl, der nur selten von Krankheiten und Schädlingen befallen wird. Wenn doch, dann müssen Sie schnell handeln.

Wirsing Krankheiten und Schädlinge
© KMBI – Fotolia.com

Im Hinblick auf Krankheiten und Schädlinge unterscheidet sich der Wirsing nicht wesentlich von Weißkohl oder Rotkohl. So wird die Pflanze bevorzugt von einigen Schädlingen zur Eiablage aufgesucht. Die Larven werden dann zu gefräßigen Schädlingen. Dem lässt sich aber durch regelmäßige Kontrolle der Pflanze vorbeugen. Auch Schutznetze helfen, die Kohlpflanzen vor Schädlingen und auch Vögeln zu schützen.

Was lässt sich vorbeugend tun?

Es gibt einige Pflanzen, welche von gefräßigen Raupen gemieden werden. Dazu zählen Tagetes, Tomatenpflanzen und Ringelblumen. Werden diese Pflanzen in unmittelbarer Nähe von Wirsing kultiviert, baut sich eine natürliche Schutzbarriere auf.

Eine weitere gute Möglichkeit, Krankheiten und einem Schädlingsbefall entgegenzuwirken, ist auch die Einhaltung der Fruchtfolge. Wenn Sie mehrere Jahre in Folge Wirsing kultivieren und das am selben Standort, schwächt dies die Pflanze und das Risiko für Krankheiten und einen Schädlingsbefall steigt. Wirsing benötigt also einen Standortwechsel, da es sich um einen Starkzehrer handelt und der Boden mehrere Jahre braucht, um sich wieder zu regenerieren.

Besonders schutzbedürftig – Jungpflanzen

Jungpflanzen sind im Gemüsegarten besonders gefährdet. Die zarten Blätter sind nämlich eine Leibspeise für Schnecken. Wer sich hier nicht mit einer engmaschigen Abdeckung behilft, wird seine Ernte häufig stark gefährdet sehen, wenn nicht sogar komplett einbüßen. Auch die Larven des Kohlweißlings können den jungen Pflanzen stark zusetzen und ohne entsprechende Abdeckung einen Kahlfraß herbeiführen.

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Diese Krankheiten und Schädlinge können auftreten

❍ Kohlhernie:

Der Schleimpilz Plasmodiophora brassicae kommt vermehrt bei Kreuzblütengewächsen vor. Ein gefürchteter Überträger ist die Senfpflanze. Auch Erdbeeren kommen als Überträger in Frage, obwohl sie selbst nicht von Kohlhernie befallen werden. Diese Krankheit setzt dem Wirsing am ärgsten zu. Besonders tückisch erscheint, dass die Sporen mehrere Jahre im Erdboden überleben können. Der Pilz setzt sich zunächst an den Wurzeln fest. Durch die entstehende Verdickung der Wurzeln wird dann die Aufnahme von Nährstoffen erschwert. Bei einem Befall kommt es zudem zu einer unkontrollierten Zellteilung und der Wirsing stirbt nach und nach komplett ab.

Was ist zu tun?
Eine wirkungsvolle Methode der Bekämpfung fehlt bislang. Eine Düngung mit Kalkstickstoff kann den Befall nachweislich eindämmen, aber nicht komplett beseitigen. Vorbeugend ist der Fruchtwechsel konsequent einzuhalten. Die Kultivierung von Kreuzblütengewächsen am Standort sollte unterbleiben. Lockern Sie den Erdboden regelmäßig auf und versorgen Sie den Boden im Frühling und Herbst mit Kompost, können Sie einem Befall mit Kohlhernie vorbeugen. Die Wirsingpflanzen bleiben gesund und widerstandsfähig.

Übrigens:
Kreuzblütengewächse werden auch häufig vom Gelben Rüben Mosaikvirus befallen. Die Krankheit wird durch verschiedene Käfer übertragen. Der Winterwirsing ist hier besonders gefährdet. Längere Trockenheit begünstig den Krankheitsausbruch.

❍ Kohlweißling:

Im Sommer sind die Raupen des Kohlweißlings häufig am Wirsingkohl zu beobachten. Der Befall ist nicht zu übersehen, denn zunächst zeigen die Blätter kleinere Löcher. Es vergeht dann nicht viel Zeit bis Kahlfraß eintritt.

Was ist zu tun?
Die Raupen des Kohlweißlings sitzen an den Blattunterseiten und können leicht abgesammelt werden. Das Absammeln der Raupen ist dabei die einfachste, billigste und umweltfreundlichste Variante. Vorbeugend können Sie engmaschige Netze über den Wirsingkohl spannen.

❍ Kohlmottenschildlaus:

Zeigen sich Veränderungen an den Blättern, erscheinen diese gelblich, statt sattgrün und rollen sie sich ein, ist dies ein deutliches Anzeichen für einen Befall mit der Kohlmottenschildlaus. Es gilt, den Wirsing bereits im zeitigen Frühjahr daraufhin zu kontrollieren. Den Weibchen macht der Frost nichts aus und nach deren Überwinterung im Gemüsegarten, wird oft bereits im März der Befall bemerkt. Bei fortschreitendem Befall kann der Rußtau, die Ausscheidung der Kohlmottenschildlaus, zum Problem werden und weitere Schädlinge anlocken.

Was ist zu tun?
Sie werden etwas Geduld aufbringen müssen, um die Kohlmottenschildlaus zu bekämpfen. Dies gelingt jedoch in der Regel ohne den Einsatz chemischer Schädlingsbekämpfungsmittel. Wird die Pflanze mehrmals mit Seifenlauge abgespritzt, lassen sich die Schildläuse recht zuverlässig entfernen. Auch das Anbringen von Klebestickern hat sich bewährt. Mit dem Marienkäfer besitzt der Schädling zudem einen natürlichen Fressfeind, den Sie sich gerne ins Gemüsebeet holen können.

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Halten Sie auch immer die Fruchtfolge ein und bauen Sie Wirsing nicht mehrmals am gleichen Standort an. Das gilt als eine sehr wirkungsvolle Vorbeugung.


Foto1: © KMBI - Fotolia.com

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