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Zitronenmelisse schneiden und Wachstum anregen

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Die Zitronenmelisse ist ein pflegeleichtes Kraut, das auch in der Küche Verwendung findet. Gerade vor dem Winter sollte man Zitronenmelisse schneiden.

Zitronenmelisse beschneiden
© Ruckszio – Fotolia.com
Zitronenmelisse (Melissa officinalis) zählt hierzulande mit zu den beliebtesten Nutzpflanzen – was in Anbetracht dessen kein Wunder ist, dass die Pflanze sich sehr leicht pflanzen, pflegen, vermehren und schneiden lässt. Fühlt sich das Gewächs erst einmal wohl, sorgt es für zahlreiche Zitronenmelisse-Blätter, die zum Kochen, aber auch als Heilmittel genutzt werden können. Gleichzeitig bereitet sie dem Gärtner nur wenig Arbeit, was sich auch beim Schnitt der Pflanze bemerkbar macht. Dennoch sollte man die Zitronenmelisse nicht wahllos stutzen und schneiden – denn bestimmte Vorgehensweisen sorgen dafür, dass Pflanze und Ernte gesund ausfallen. Was Sie beim Schneiden der Zitronenmelisse beachten müssen, erklären wir nachfolgend.

Wissenswertes über die Zitronenmelisse

Zitronenmelisse kommt eigentlich ursprünglich in Südeuropa vor, und das in wilder Form. Das Krautgewächs kann bis zu einen Meter hoch wachsen, breitet sich schnell aus und wird zudem oftmals bis zu 20 Jahre alt, wenn es sich an einem idealen Standort befindet. Bevorzugt wird dabei ein sonniger Pflanzort, damit die Pflanze sich selbst gut ausbreiten kann und die Bildung der Blätter reich stattfindet. Unter besten Bedingungen kann man die Blätter der Zitronenmelisse mehrmals im Jahr ernten, sodass sich ein guter Vorrat aufbauen lässt. Wichtig ist, dass die Zitronenmelisse einen geschützten Standort erhält. Ansonsten kann sie gerne direkt im Garten ausgesät werden, lässt sich als Jungpflanze dort pflanzen oder auch in einen Topf auf Terrasse oder Balkon halten. Im Grunde genommen müssen Gärtner die Zitronenmelisse gar nicht schneiden, wenn sie im Garten lebt und dort gut gedeiht – schaden kann ein gewisser Schnitt zu bestimmten Zwecken allerdings nicht.

Zitronenmelisse – Blätter schneiden

Geerntet werden können die Blätter der Zitronenmelisse bei Bedarf das ganze Jahr über. Benötigt man diese frisch, kann man vereinzelt Blätter an ihrem Stängel abschneiden, sodass dieser bestenfalls zwei bis drei Zentimeter unter dem Blatt gekappt wird und neu austreiben kann. Frisch entfalten die Blätter ihr Aroma in Sachen Duft und Geschmack sehr intensiv, weshalb Gärtner diese Form der Ernte den Hauptteil des Jahres über bevorzugen.

Möchten Sie ätherische Öle aus dem heilenden und gut schmeckenden Blatt des Gewächses gewinnen, sollten Sie dies möglichst im Spätsommer tun, also die Blätter auch erst zu dieser Zeit abschneiden. Das liegt daran, dass die Pflanze in dieser Zeit bei trockenem Wetter und hohen Temperaturen einen höheren Ölgehalt entwickelt, als sonst. Möchte man hingegen das gesamte Blattwerk ernten, sollte man die Zitronenmelisse einfach eine Hand breit unter ihren obersten Blättern schneiden, sodass eine einheitliche Länge entsteht und die Zitronenmelisse neue Triebe ausbilden kann. Das Ganze lässt sich etwa drei- bis viermal im Jahr durchführen, sodass eine Menge Zitronenmelisse als Gewürz oder Tee zu Hause gelagert werden kann.

Zitronenmelisse schneiden
© photophonie – Fotolia.com

Zitronenmelisse vor dem Winter schneiden

Da die Zitronenmelisse im Winter eine Pause einlegt und das Blatt hierzu verwelken oder abgeworfen werden kann, ist es in der Regel ratsam, diese vor Wintereinbruch etwa eine Hand breit unter dem obersten Blatt zu trimmen. Dadurch schafft es die Pflanze leichter, durch den Winter zu kommen und wächst im nächsten Frühling gleichmäßiger heran. Weiterhin lohnt es sich, nach Anbruch des Frühjahrs ein Schneiden der Zitronenmelisse vorzunehmen – wer möchte, kann dies aber auch nach der Blüte der Pflanze tun, um sie auf das reiche Wachstum in nächster Zeit vorzubereiten.

Vermehrung durch Schneiden – geht das?

Zitronenmelisse vermehrt sich eigentlich von selbst sehr gut, sodass man keine Setzlinge abtrennen muss. Das Vermehren kann bei Belieben aber durch die Aussaat von Samen erfolgen, oder aber mit Hilfe der Wurzelteilung. Hierbei werden Teile der Wurzel und Mutterpflanze aus der Erde entnommen und ausgehoben, sodass die Stecklinge woanders im Garten eingepflanzt werden können. Dies tut man bestenfalls mit einem sehr scharfen Messer, um so wenig Wurzelwerk wie möglich dabei zu beschädigen.

Zitronenmelisse – Vorteile & Nachteile

VorteileNachteile
  • sehr einfach zu pflanzen und zu pflegen
  • muss als Gartenpflanze nicht unbedingt geschnitten werden
  • als Topfpflanze nur Rückschnitt wegen enormem Wachstum notwendig
  • bevorzugt Sonne und nahezu alle nährstoffreichen Böden
  • kaum Düngen notwendig
  • als Heilpflanze divers einsetzbar
  • bei Speisen und Getränken oft als Gewürz oder zum Verfeinern nützlich
  • breitet sich schnell aus und kann sich allein vermehren
  • wird bis zu 20 Jahre alt
  • im Garten gepflanzt überwintert das Gewächs nahezu von selbst
  • frische Blätter liefern ein sehr intensives Aroma
  • Blätter können getrocknet und aufbewahrt werden
  • im Topf wachsende Zitronenmelisse muss vor dem Überwintern abgedeckt und gewärmt werden
  • es treten bei Zitronenmelissen leider häufig Krankheiten und Schädlinge auf


Wie man sieht, ist die Zitronenmelisse ein idealer Beetfüller für den Garten, der sich nicht nur fast schon von selbst pflegt und vermehrt, sondern auch einige nützliche Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten mit sich bringt. Ob als Arznei oder in der Speise – auf die Zitronenmelisse sollte in keinem Garten verzichtet werden.


Foto1: © Ruckszio - Fotolia.com, Foto2: © photophonie - Fotolia.com

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