Aus frischen Löwenzahnblüten, Zitrone und Zucker entsteht ein goldgelber Honigersatz mit feinem Blütenaroma. Hier finden Sie 3 Rezepte für Löwenzahnhonig und erfahren, wie das Einkochen, Abfüllen und Lagern gelingt.
Mit seinen gelben, großen Blüten, ist Löwenzahn in großer Zahl in den Sommerwochen auf Wiesen, Feldern und in Gärten zu finden. Während die einen Löwenzahn längst als Nahrungsmittel entdeckt haben, ist er für andere vorrangig Unkraut.
Dabei lässt sich aus der hierzulande heimischen Pflanze manch eine Köstlichkeit zaubern. Beispielsweise etwa Löwenzahnsirup, Löwenzahngelee oder auch Löwenzahntee. Auf dem Vormarsch befindet sich derzeit jedoch Löwenzahnhonig, der ein rein pflanzliches Produkt darstellt und den Kriterien einer veganen Ernährung entspricht.
Inhalte
Was ist Löwenzahnhonig?
Löwenzahnhonig ist, wie der Name vermuten lässt, ein süßer Aufstrich, der natürlich auch als Süßungsmittel verwendet werden kann. Daher hat er zwei wichtige Gemeinsamkeiten mit dem klassischen Honig. Er besteht aber nicht aus Nektar und Pollen, sondern setzt sich aus Zucker und Löwenzahnaroma zusammen.
Das Löwenzahnaroma wird in Sirupform dem Aufstrich zugesetzt. Obwohl die Bestandteile gänzlich verschieden sind, schmeckt Löwenzahnhonig ähnlich wie klassischer Bienenhonig und weist ebenso eine ähnliche Konsistenz auf.
Basis für einen guten Löwenzahnhonig sind die Löwenzahnblüten. Diese können auf jeder Wiese gesammelt werden. Damit zum Schluss ein leckerer Löwenzahnhonig entsteht, sollten die Blüten in verkehrsarmen Bereichen gesammelt werden. Besonders aromatisch und empfehlenswert sind die jungen und saftigen Blüten.
Wichtig: Beim Sammeln von Löwenzahn sollten Sie immer nur die Blüte, nicht aber die ganze Pflanze entfernen. Nur so kann der Löwenzahnbestand gesichert werden.
Die besondere Wirkung des Löwenzahnhonigs
Beliebt ist der Löwenzahnhonig nicht nur aufgrund seines Geschmacks, sondern auch dank der Wirkung. Die Löwenzahnpflanze enthält von Natur aus Bitterstoffe. Die Bitterstoffe wirken sich ausgesprochen positiv auf das Verdauungssystem aus und können zu einer Regulierung dessen beitragen. Weiterhin hilft Löwenzahnhonig bei folgenden Beschwerden:
- Magenbeschwerden
- Bronchitis
- Fieber
- Sodbrennen
- Rheumatische Beschwerden
Durch die Bitterstoffe nimmt der Speichelfluss im Mund deutlich zu, weshalb die Einnahme von Löwenzahnhonig Sodbrennen entgegenwirken kann. Neben den Bitterstoffen sind die ätherischen Öle sowie das Beta-Carotin und diverse Vitamine die wertvollen Inhaltsstoffe des Löwenzahns. Aber auch bei Wechseljahresbeschwerden und unreiner Haut kann der Löwenzahnhonig eine Linderung versprechen.
Eigenschaften des Löwenzahnhonigs
Neben den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen des Löwenzahnhonigs begeistert das Naturprodukt durch seinen intensiv-aromatischen Geschmack. Das Aroma ist mit dem des Rapshonigs vergleichbar. Typisch ist die große Menge Traubenzucker, die in dem Honig enthalten ist. Traubenzucker gilt als besonders hochwertig, da er vom Körper rasch aufgenommen werden kann und als wichtige Energiequelle dient.
Schon beim ersten Löffel fällt zudem der kräftig-aromatische Geschmack des Löwenzahnhonigs auf. Zugleich ist er aber auch angenehm mild, sodass er sich hervorragend als Aufstrich für Brot und Brötchen eignet.
Manchmal schmeckt der Löwenzahnhonig auch ein wenig bitter. Dies ist den natürlichen Bitterstoffen geschuldet. Auffallend ist zudem die intensive Farbe des Aufstrichs, die an die Intensität der Blüten erinnert und mal goldgelb, bei vielen Zubereitungsvarianten aber auch bernsteinfarben ist.
Rezept 1: Grundrezept für Löwenzahnhonig
Löwenzahnhonig ist zwar aufwendig in der Herstellung, lässt sich aber problemlos selber machen.

Zutaten Grundrezept
- 200 g frische Löwenzahnblüten
- 1 Liter Wasser
- 1 Kilogramm Zucker
- eine halbe Zitrone
💡Tipp:
Verwenden Sie am besten eine unbehandelte Zitrone, sodass keine Schadstoffe in den Honig gelangen.
Zubereitung Grundrezept
- Zunächst werden die 200 g Löwenzahnblüten mit 1 Liter Wasser in einen Topf gegeben. Abgedeckt bleibt die Mischung rund 2 Stunden stehen, damit die Blüten ihr Aroma an das Wasser abgeben.
- Anschließend die unbehandelte Zitrone gründlich waschen und in Scheiben schneiden. Die Zitronenscheiben zu den Löwenzahnblüten in den Topf geben und alles einmal aufkochen. Danach muss die Mischung vollständig abkühlen und am besten über Nacht durchziehen. So verbinden sich das feine Blütenaroma und die leichte Säure der Zitrone besonders gut.
- Am nächsten Morgen die Mischung durch ein feines Sieb oder ein sauberes Tuch abgießen. Blüten und Zitronenscheiben werden nun nicht mehr benötigt. Die klare Flüssigkeit zurück in den Topf geben, 1 kg Zucker hinzufügen und alles unter Rühren erneut aufkochen.
- Jetzt den Löwenzahnsud bei kleiner Hitze einkochen lassen, bis eine honigähnliche Konsistenz entsteht. Das dauert je nach Topfgröße und Temperatur etwa 1,5 bis 2 Stunden. Dabei immer wieder umrühren und die Konsistenz prüfen.
- Bevor Sie den fertigen Löwenzahnhonig in Gläser abfüllen, geben Sie einfach einen kleinen Tropfen auf einen Teller. Nach dem Auskühlen zeigt sich, ob die Masse bereits dick genug ist. Ist sie noch zu flüssig, darf sie noch etwas weiterköcheln. Anschließend den heißen Löwenzahnhonig in saubere Schraubgläser füllen und gut verschließen.
Rezept 2: Löwenzahnhonig ohne Zucker
Zutaten für zuckerfreien Löwenzahnhonig
Bei der klassischen Variante wird der Löwenzahnhonig mit Zucker hergestellt. Wer die Kalorien sparen möchte, kann anstelle von zusätzlichem Zucker auf Dicksaft und Geliermittel zurückgreifen. Beides zusammen bringt zum einen die nötige Süße mit und sorgt zum anderen für eine angenehme Konsistenz, sodass sich der Aufstrich hervorragend verstreichen lässt. Als Geliermittel empfiehlt sich der Griff zu Pektin.
- Etwa 10 bis 15 Gramm Pektin
- 200 Gramm Löwenzahnblüten
- 1 Liter Wasser
- Etwa 250 bis 300 Milliliter Dicksaft, je nach Geschmack
💡Tipp:
Das genaue Verhältnis kann je nach gewünschter Konsistenz und der Art des verwendeten Pektins variieren. Achten Sie auf die Packungsanleitung.
Zubereitung von zuckerfreiem Löwenzahnhonig
Die Zubereitungsschritte sind die Gleichen wie bei der Variante mit Zucker. Auch hier sollte aber immer kontrolliert werden, ob die Konsistenz den eigenen Wünschen entspricht.
Rezept 3: Aromatischer Löwenzahnhonig mit Kurkuma
Für ein besonderes Aroma sorgt beim Löwenzahnhonig die Zugabe von Kurkuma. Die Zutatenliste ist hier etwas länger, lohnt sich aber in jedem Fall.
Zutaten für Löwenzahnhonig mit Kurkuma
- 3 Hände Löwenzahnblüten, Verwendung von Stielen und Knospen möglich
- ein etwa daumengroßes Ingwerstück
- 1 kg Rohrzucker
- 2 TL Kurkuma (Curcuma)
- 2 Bio-Zitronen
- 1 Liter Wasser
- 1 Prise Salz
Zubereitung von Kurkuma-Löwenzahnhonig
- Am besten werden die Löwenzahnblüten an einem trockenen, sonnigen Tag gepflückt. Wichtig ist eine unbelastete Wiese abseits von stark befahrenen Straßen, Hundewiesen und gespritzten Flächen.
- Der Löwenzahn wird mit dem gewaschenen und in Scheiben geschnittenen Ingwer und dem Wasser in einen Topf gegeben. Damit die Blüten vollständig mit Wasser bedeckt bleiben, können Sie sie mit einem kleinen Teller beschweren. Die Mischung nun etwa 2 Stunden ziehen lassen. Danach einmal sprudelnd aufkochen, vollständig abkühlen und über Nacht, etwa 8 bis 12 Stunden, ruhen lassen. So geben Blüten und Ingwer ihr Aroma an das Wasser ab.
- Am nächsten Tag den Sud durch ein sauberes Geschirrtuch oder ein feines Sieb filtern. Das Tuch gründlich ausdrücken, damit möglichst viel aromatische Flüssigkeit erhalten bleibt. Anschließend den gefilterten Sud zurück in den Topf geben. Rohrzucker, Kurkuma, eine Prise Salz, den Saft der Bio-Zitronen und etwas fein abgeriebene Zitronenschale hinzufügen. Alles unter Rühren aufkochen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat.
💡Tipp:
Um das Aroma zu verfeinern, bietet sich zusätzlich eine Prise Zimt und Koriander an.
- Danach die Hitze reduzieren und den Sud langsam einkochen lassen. Dabei regelmäßig umrühren, damit nichts am Topfboden ansetzt. Sobald der Löwenzahnhonig Fäden zieht oder auf einem kalten Teller nach kurzer Zeit dickflüssig wird, hat er die richtige Konsistenz. Das Einkochen kann je nach Topfgröße und Hitze bis zu vier Stunden dauern.
Löwenzahnhonig richtig abfüllen und Haltbarkeit
Damit Löwenzahnhonig lange haltbar bleibt, kommt es auf sauberes Arbeiten an. Verwenden Sie am besten sterilisierte Schraubgläser und füllen Sie den Honigersatz heiß ein. Die Gläser müssen trocken und leicht vorgewärmt sein. So verringert sich das Risiko, dass das Glas durch den Temperaturunterschied springt.
Nach dem Einfüllen werden die Gläser sofort fest verschlossen. Sauber zubereitet und luftdicht verschlossen hält sich Löwenzahnhonig in der Regel mehrere Monate bis etwa ein Jahr. Wichtig ist eine dunkle, trockene und eher kühle Lagerung, zum Beispiel im Vorratsschrank oder in der Speisekammer.
Nach dem Öffnen gehört Löwenzahnhonig in den Kühlschrank. Entnehmen Sie ihn nur mit einem sauberen Löffel. Bildet sich Schimmel, riecht der Inhalt ungewöhnlich oder beginnt er zu gären, gehört das Glas in den Müll.







4 Kommentare
In welchem Verhältnis werden Pektin und Dicksaft bei Rezept 2 verwendet?
Hallo Barbara. Für den zuckerfreien Löwenzahnhonig verwenden Sie etwa 250 bis 300 Milliliter Dicksaft und 10 bis 15 Gramm Pektin. Passen Sie die Menge nach Wunsch an und halten Sie sich bestmöglich an die Anweisungen auf der Pektin-Packung, da die benötigte Menge je nach Marke variieren kann. Liebe Grüße Kathrin vom Gartentipps-Team
Hallo
bei den Zutaten des ersten Rezepts wird eine halbe Zitrone angegeben.
Bei der Zubereitung wird dann jedoch lediglich vom Abrieb gesprochen.
Ist das auch so gemeint oder wird der Saft der Zitrone auch beigefügt? Danke für eine Antwort.
Liebe Grüße
Sebastian
Hallo Sebastian,
vielen Dank für den aufmerksamen Hinweis. Da haben Sie völlig recht, die Zitrone war in der Zubereitung nicht eindeutig erklärt. Am besten wird die unbehandelte Zitrone einfach in Scheiben geschnitten und zusammen mit den Löwenzahnblüten aufgekocht. So gibt sie beim Ziehen ihr Aroma und etwas Saft an den Sud ab.
Liebe Grüße
☀️ Kathrin vom Gartentipps-Team