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Palisanderbaum pflegen – alle Tipps im Überblick

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Der Palisanderbaum ist ein Exot, der Ihre Aufmerksamkeit braucht, wenn Sie sich an den prachtvollen blauen oder violetten Blüten erfreuen wollen.

Palisanderbaum pflegen
© Byron Ortiz – Fotolia.com

Der Palisanderbaum (Jacaranda) fällt ins Auge. Die Trompetenbaumgewächse zieren in ihrer Heimat Südamerika die Straßenränder und sind mit ihren blauen bis violetten Rispenblüten ein ganz besonderer Blickfang. Damit auch unsere Wohnzimmer und Wintergärten zu einer willkommenen Heimat für den bizarren Exoten werden, sind einige Pflegehinweise zu beachten, welche im Folgenden nachgelesen werden können.

Der Palisanderbaum als Zimmerpflanze

Als Zierpflanze hat der Jacarandabaum schnell Kariere gemacht. In beinahe allen frostfreien Zonen ist das Gewächs heute anzutreffen. Hobbygärtner in Deutschland müssen sich leider auf die Kübelhaltung beschränken und den Palisanderbaum im Zimmer kultivieren. Im Sommer dürfen die Pflanzen auf Balkon oder Terrasse für exotischen Charme sorgen. Den Winter verbringen die frostempfindlichen Gewächse in jedem Fall im Haus.

Warum blüht mein Palisanderbaum nicht?

Wer Fotos gesehen hat oder sich während des Urlaubs im Süden selbst von der eindrucksvollen Blütenpracht der Bäume überzeugen konnte, wird nun gespannt abwarten und sich nicht selten die Frage stellen, ob ein Pflegefehler hinter der Blühfaulheit der Zierpflanzen stecken könnte.

Leider werden Zimmergärtner in Deutschland meist enttäuscht. Jacarandabäume blühen kleinwüchsig nur äußerst selten. Erst ab einer Wuchshöhe von zwei Metern steigen die Chancen auf ein blauviolettes Blütenmeer. Bieten Sie Ihrer Pflanze genügend Raum und besitzen Sie einen geräumigen Wintergarten oder hohe Zimmerdecken, dann können Sie weiter auf die attraktive Blüte hoffen. Ansonsten, seien Sie nicht enttäuscht und erfreuen Sie sich an den filigranen gefiederten Blättern.

Den Palisanderbaum richtig gießen

Beim Gießen zeigt sich der Palisanderbaum recht anspruchsvoll. Gegossen werden muss nur, wenn sich das Substrat in seiner Oberfläche trocken anfühlt. Hierbei ist die Daumenprobe hilfreich. Es wird reichlich und in größeren Abständen gegossen. Dies ist für das Gewächs bekömmlicher, als jeden Tag nur einen Schwapp Wasser zu verabreichen.

Achtung: Den Palisanderbaum niemals mit frischem und kalten Leitungswasser gießen.

Bewässert wird die Pflanze bevorzugt mit Regenwasser, welches auf Zimmertemperatur gebracht wurde. Wem kein Regenwasser zur Verfügung steht, der kann abgestandenes und enthärtetes Leitungswasser verwenden.

Tipp: Ein mit Torf befülltes Säckchen aus Leinen sorgt über Nacht, in das Gefäß eingehängt, für die Enthärtung des Wassers.

Steht der Palisanderbaum zu trocken, quittiert er dies mit Blattfall. Auch die Lufttrockenheit kann dem exotischen Gewächs schaden. Vergessen Sie daher nicht, die Pflanze regelmäßig mit weichem Regenwasser einzusprühen. Besonders trockene Heizungsluft schadet der Pflanze. Im Sommer lässt sich die Luftfeuchtigkeit im Raum auch durch häufiges Stosslüften erhöhen. Ebenso von Vorteil ist es, Luftbefeuchter im Raum aufzustellen.

Den Palisanderbaum richtig düngen

Die Pflanze besitzt einen recht hohen Nährstoffbedarf. Besonders während der Wachstumsperiode, zwischen April und August, sollte regelmäßig gedüngt werden. Geben Sie hierbei in 14tägigen Abständen Flüssigdünger ins Gießwasser. Überwintert das Gewächs im beheizten Wintergarten, wird auch während des Winterhalbjahres monatlich und in stark verdünnter Konzentration gedüngt.

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Verwenden Sie möglichst einen kalkarmen Dünger. Sehr gut eignet sich ein handelsüblicher Rhododendren-Dünger. Mehr und mehr Hobbygärtner greifen auf organischen Dünger zurück. Dies schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Bereits bei der Pflanzung kann Kompost untergemischt werden.

Tipp: Es sollte sich um vollständig ausgereiften Kompost handeln, sonst könnten die Wurzeln durch noch nicht abgeschlossene Verrottungsprozesse geschädigt werden.

Auch Hornspäne, Knochenmehl oder Urgesteinsmehl bieten einen vollwertigen Ersatz zu im Handel erhältlichen industriellen Produkten.

Pflegetipps im Überblick – Palisanderbaum gießen und düngen

PflegemaßnahmeErläuterung
Standort findenBei der Bewässerung ist etwas Fingerspitzengefühl notwendig.

Sobald das Substrat in seiner obersten Schicht angetrocknet ist, wird reichlich bewässert.

Es wird bevorzugt zimmerwarmes Regenwasser benutzt.

Kalkhaltiges Wasser direkt aus der Leitung wird nicht vertragen.

Leitungswasser sollte vor Gebrauch enthärtet werden.

Als exotische Pflanze bevorzugt der Palisanderbaum eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Daher sollte die Pflanze regelmäßig eingesprüht werden.
DüngenWährend der Wachstumsphase zwischen Frühling und Spätsommer wird in 14tägigen Abständen gedüngt.

Zum Einsatz kommen kalkarme Flüssigdünger aus dem Handel, bevorzugt Rhododendren-Dünger.

Organischer Dünger ist gleichwertig.

Neben Kompost eignen sich auch Hornmehl oder Knochenmehl.

Welche Arten von Palisanderbäumen gibt es?

Der Palisanderbaum zählt zur Familie der Trompetenbaumgewächse. In dieser Gattung sind zirka 50 Arten beschrieben. Alle Arten der Jacarandas wachsen in Südamerika. Für die Kultur im Kübel, bzw. als Zimmerpflanze ist lediglich Jacaranda mimosifolia von Bedeutung. Hin und wieder ist mit Jacaranda ovalifolia eine Art anzutreffen, welche durch ovale Blätter gekennzeichnet ist.

Einige Palisanderbaum-Arten und ihr Verbreitungsgebiet

Palisanderbaum-Art Verbreitungsgebiet
Jacaranda cuspidifoliaBrasilien
Bolivien
Paraguay
Jacaranda sparreiEcuador
Peru
Jacaranda caucanaKolumbien
Costa Rica
Venezuela
Jacaranda glabraEcuador
Peru
Bolivien
Jacaranda carobaBrasilien

Krankheiten und Schädlinge am Palisanderbaum erkennen

Die größte Gefahr für die Pflanze stellen die Pflegefehler ihrer Besitzer dar. Ansonsten sind die Exoten ausgesprochen robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Lediglich Spinnmilben oder Weiße Fliegen kommen gelegentlich vor.

Achtung: Schädlingsbefall wird begünstigt durch eine zu niedrige Luftfeuchte.

Kommt es zu einem Befall mit Spinnmilben, erscheinen die Ränder der Blätter und die Blattachseln wie von feinen Spinnweben überzogen. Besonders deutlich sind die Schädlinge auszumachen, wenn man die Pflanze kräftig einsprüht.

Verlieren die Blätter ihre Form und Färbung, können Weiße Fliegen die Ursache sein. Die Larven und fertig ausgebildeten Insekten ernähren sich vom Blattsaft. Häufig hält sich die Weiße Fliege an den Unterseiten der Blätter auf.

Wird der Insektenbefall rechtzeitig bemerkt, ist das Abduschen mit einem harten Wasserstrahl recht effektiv. Auch mit Brennnessellösung oder Schachtelhalmsud können betroffene Pflanzen wirkungsvoll behandelt werden.

Wer es allerdings versäumt hat, seine Pflanze regelmäßig zu kontrollieren, der wird vermutlich zu chemischen Mitteln greifen müssen, um die Schädlinge zu vernichten und das Gewächs letztlich zu retten.

Krankheiten durch Pflegefehler beheben

Wurde der Palisanderbaum beim Bewässern nicht mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl behandelt, oder ist die Standortwahl eher misslungen, wird die Pflanze mit der Zeit von unten her verkahlen. Wenn Sie dies bemerken, handeln Sie umgehend und entfernen alle Triebspitzen. Der Palisanderbaum wird daraufhin unten wieder neue Triebe bilden.

Bei einem zu dunklen Stand oder einer zu ausgiebigen Bewässerung kann es zu Blattfall kommen. Auch niedrige Luftfeuchtigkeit führt zum Vertrocknen und Abfallen der Blätter.

Gesunde Pflanzen durch richtige Pflege- so geht’s

Standort

Wählen Sie einen hellen, aber nicht vollsonnigen Standort. Vor der prallen Mittagssonne sind die Pflanzen zu schützen. Die Palisanderbäume sind frostempfindlich und müssen den Winter in jedem Fall im Haus verbringen.

Pflanzkübel

Das Pflanzgefäß sollte eine ausreichende Größe und Tiefe besitzen, damit sich der Jacarandabaum gut anwurzeln kann. Pflanzkübel aus Terrakotta sorgen an windigen Tagen im Freien für Standfestigkeit. Im Pflanztopf müssen genügend Abzugslöcher für das Gießwasser vorhanden sein, damit es nicht zu Staunässe kommt.

Substrat

Das Substrat sollte möglichst locker und durchlässig beschaffen sein. Das Gießwasser darf sich im Behältnis nicht stauen. Eine gute Wahl ist Rhododendren-Erde. Kompost oder Hornspäne werten das Substrat auf. Kalkhaltiger Boden wird nicht vertragen.


Foto1: © Byron Ortiz - Fotolia.com

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